Lillian Randolph

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Lillian Randolph im Jahr 1952

Lillian Randolph (* 14. Dezember 1898 in Knoxville, Tennessee als Castello Randolph[1]; † 12. September 1980 in Los Angeles, Kalifornien) war eine US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin, welche eine jahrzehntelange Karriere in Film, Radio und Fernsehen hatte.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lillian Randolph wurde als Tochter eines afroamerikanischen Pfarrers und Lehrers in Tennessee geboren. Auch Lillians ältere Schwester Amanda Randolph (1896–1967) wurde später Sängerin und Schauspielerin. Obwohl auf ihrem Grabstein das Geburtsjahr 1914 verzeichnet steht, gilt 1898 als allgemein anerkanntes Geburtsdatum von Lillian Randolph. Zunächst begann sie ihre Laufbahn als Sängerin bei lokalen Radiostationen in Cleveland und Detroit. Nachdem sie auf Anraten des Detroiter Radiobesitzers George W. Trendle professionelle Kurse als Radiosängerin belegt hatte, wuchsen ihre Aufgaben zusehends und sie erhielt Aufträge bei größeren Radiostationen. Unter anderem musste Randolph drei Monate lang einen Kurs in „schwarzem Dialekt“ belegen, dem Pidgin-Englisch, welches damals viele schwarze Figuren in den Filmen, Liedern und Shows der US-Unterhaltungsindustrie sprachen.

1936 zog Lillian nach Los Angeles, wo sie unter anderem in den Radioshows von Al Jolson und Al Pearce auftrat. In Los Angeles lebend, kam die Afroamerikanerin bald zu ersten Filmrollen – zunächst noch hauptsächlich als Sprecherin in Zeichentrickfilmen, dann auch als „Körperdarstellerin“ in Spielfilmen. Ihre wohl bekannteste Sprechrolle war das Dienstmädchen „Mammy Two-Shoes“ – von welchem immer nur die untere Hälfte des Körpers zu sehen ist – in sämtlichen der populären Tom und Jerry-Zeichentrickfilmen. Über zwölf Jahre sprach Randolph die Rolle der Mammy Two-Shoes, bis sie wegen Kritik an der stereotypischen Darstellung eines schwarzen Dienstmädchens 1952 gestrichen wurde. Dem Vorwurf von stereotypischen Darstellungen sah sich Randolph häufiger ausgesetzt.

Eine von Randolphs bekanntesten Rollen war das Dienstmädchen Birdie Lee Coggins in der Radiocomedy The Great Gildersleeve, welche zwischen 1941 und 1957 im Radio lief. Auch in nachfolgender Filmreihe und Fernsehserie über Gildersleeve spielte Randolph die Rolle der Birdie Mae. Weitere Radiorollen hatte sie als Madame Queen in der Radioshow Amos 'n' Andy mit dem Komikerduo Freeman Gosden und Charles Correll sowie in der Billie Burke Show. Außerdem sprach sie Anfang der 1950er-Jahre für zwei Jahre die Titelrolle in Beulah, der ersten Radioserie für Afroamerikaner. Dabei ersetzte sie die erkrankte Oscar-Preisträgerin Hattie McDaniel. Vor allem in den 1940er-Jahren war Randolph in zahlreichen Film-Nebenrollen zu sehen, wie die meisten schwarzen Darsteller ihrer Zeit allerdings häufig ohne Nennung im Abspann und in typischen Rollen als Bedienstete. Ihre vielleicht bekannteste Filmrolle hatte sie als Annie, das Dienstmädchen der Familie Bailey, in Frank Capras Weihnachtsklassiker Ist das Leben nicht schön? aus dem Jahre 1946. Im folgenden Jahr hatte sie ebenfalls einen größeren Part neben Cary Grant und Myrna Loy in So einfach ist die Liebe nicht.

In späteren Jahren trat die eigentliche Sängerin wieder häufiger in Clubs auf und nahm ebenfalls Schallplatten auf; außerdem unterrichtete sie angehende Schauspielerinnen in den 1960er-Jahren.[2] In den 1970er-Jahren kehrte sie wieder zusehends vor die Leinwand zurück und hatte Gastauftritte in Fernsehserien, zwei Jahre vor ihrem Tod bekleidete sie eine Nebenrolle in Magic – Eine unheimliche Liebesgeschichte (1978) unter der Regie von Richard Attenborough. Insgesamt hatte Randolph über 100 Film- und Fernsehauftritte. Die Darstellerin war dreimal verheiratet, ihre Tochter war die Schauspielerin und Sängerin Barbara Randolph (1942–2002), welche unter anderem in Rat mal, wer zum Essen kommt (1967) spielte. Lillian Randolph verstarb 1980 im Alter von 81 Jahren an einer Krebserkrankung. Ein halbes Jahr vor ihrem Tod wurde sie in die Black Filmmakers Hall of Fame aufgenommen.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lillian Randolph – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Castello" Randolph bei Google Books
  2. Lillian Randolphs Nachruf