Lily Hildebrandt

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Lily Hildebrandt (* 16. Oktober 1887 in Fürth; † 9. September 1974 in Stuttgart) war eine deutsche Malerin, Grafikerin, Kunsthandwerkerin und Glasmalerin.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lily Hildebrandt entstammte der großbürgerlichen jüdischen Familie Uhlmann und studierte zunächst an der privaten Malschule Adolf Mayer in Berlin. Nachdem sie Ida Kerkovius kennengelernt hatte, wurde sie Schülerin von Adolf Hölzel in Dachau. 1908 heiratete sie den Kunsthistoriker Hans Hildebrandt. 1913 zog sie nach Stuttgart und wurde an der dortigen Akademie Meisterschülerin bei Adolf Hölzel. 1914 wurde der Sohn Rainer Hildebrandt in Stuttgart geboren. Im selben Jahr war sie im sogenannten Expressionisten-Saal, den Hölzel in eigener Verantwortung im Rahmen der vom Verband der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein in Stuttgart veranstalteten Kunstausstellung ausgerichtet hatte, mit einem Werk vertreten.[1]

Ab 1918 entstanden die ersten Hinterglasbilder. Ab 1935 schuf sie auch zahlreiche Glasfenster, doch im selben Jahr wurden ihre Arbeiten für entartet erklärt. Nachdem sie im privaten Kreis noch weitere Wand- und Glasmalereien geschaffen hatte, brach sie ihre künstlerische Tätigkeit um 1943 ab.

Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete sie auch als Journalistin, erhielt jedoch 1933 Berufsverbot. Hildebrandt pflegte Freundschaften mit den Malerkolleginnen und -kollegen Willi Baumeister, Hanna Höch, Ida Kerkovius und Oskar Schlemmer sowie mit dem Architekten Walter Gropius, dessen Geliebte sie Anfang der 1920er-Jahre war. Ihr Stuttgarter Haus wurde nach 1919 zum internationalen Treffpunkt der Avantgarde.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1913: Juryfreie Kunstschau, Berlin
  • 1914: Kunsthaus Schaller, Stuttgart
  • 1917: Nassauischer Kunsterverein, Wiesbaden
  • 1920: Üecht-Gruppe Stuttgart, 2. Herbstschau Neuer Kunst
  • 1927: Galerie Gurlitt, Berlin
  • 1928: Stuttgarter Sezession, 5. Ausstellung
  • 1929: Gruppe 1929 Stuttgart, 1. Herbstschau
  • 1931: Kunsthaus Schaller, Stuttgart
  • 1932: Stuttgarter Sezession, 6. Ausstellung
  • 1936: Modern Gallery, London
  • 1938: Basel
  • 1946: Neue Deutsche Kunst, Konstanz
  • 1961: Hölzel und sein Kreis, Stuttgart
  • 1962: Die Frau als Künstlerin, Heilbronn
  • 1988: Lily Hildebrandt, 1887–1974, Galerie Schlichtenmaier, Schloss Dätzingen
  • 1997: Lily Hildebrandt, 1887–1974, Das Verborgene Museum, Berlin
  • 2014: Das Glück in der Kunst. (Gruppenausstellung), Kunsthalle Bielefeld[2]

Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hildebrandts Arbeiten befinden sich in der Galerie der Stadt Stuttgart (Kunstmuseum Stuttgart), in der Staatsgalerie Stuttgart sowie in der Städtischen Galerie Böblingen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hölzel und sein Kreis. Der Beitrag Stuttgarts zur Malerei des 20. Jahrhunderts. Eröffnungsausstellung des Württembergischen Kunstvereins Stuttgart im wiederaufgebauten Kunstgebäude am Schlossplatz, Stuttgart 1961.
  • Stuttgarter Sezession. 1923–32, 1947. Katalog. 2 Bände. Städtische Galerie Böblingen und Galerie Schlichtenmaier, Grafenau-Dätzingen 1987.
  • Das Verborgene Museum e.V. (Hrsg.): Lily Hildebrandt 1887–1974, Gemälde, Hinterglasbilder, Zeichnungen, Photographien., Traum-und-Raum-Verlag Berlin, 1997, ISBN 3929346052.
  • Edith Neumann: Künstlerinnen in Württemberg. 2 Bände, Stuttgart 1999.
  • Lily Hildebrandt. Katalog 72. Galerie Schlichtenmaier, Grafenau 1988. ISBN 3-89298-031-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ausstellungskatalog Kunst-Ausstellung Stuttgart 1914, Kgl. Kunstgebäude, Schloßplatz, Mai bis Oktober, hrsg. vom Verband der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein, Stuttgart 1914, S. 48, Kat.–Nr. 416 („Kinderbild“, Ölgemälde); ein zweites Ölgemälde mit dem Titel „Alpenveilchen“, das der Katalog unter der Kat.–Nr. 166 verzeichnet, hing an anderer Stelle der Ausstellung.
  2. Mitteilung zur Ausstellung, www.kunstaspekte.de, abgerufen am 4. Februar 2016.