Lim (Fluss)

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Lim
Лим
Hydrographische Karte der südöstlichen Dinariden

Hydrographische Karte der südöstlichen Dinariden

Daten
Lage MontenegroMontenegro Montenegro, SerbienSerbien Serbien, Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina
Flusssystem Donau
Abfluss über Drina → Save → Donau → Schwarzes Meer
Ursprung Plavsko jezero
42° 36′ 19″ N, 19° 55′ 38″ O
Quellhöhe 906 m. i. J.
Mündung südwestlich von Višegrad in die DrinaKoordinaten: 43° 44′ 2″ N, 19° 12′ 20″ O
43° 44′ 2″ N, 19° 12′ 20″ O

Länge 220 km
Einzugsgebiet 5963 km²
Rechte Nebenflüsse Uvac
Mittelstädte Bijelo Polje, Prijepolje, Priboj
Kleinstädte Gusinje, Andrijevica, Berane
Mündung des Lim in die Drina südwestlich von Višegrad

Mündung des Lim in die Drina südwestlich von Višegrad

Lim in Prijepolje

Lim in Prijepolje

Der Lim (kyrillisch Лим), ist ein Fluss in Montenegro, Serbien sowie Bosnien und Herzegowina. Mit 220 Kilometer Länge ist der Lim der größte Nebenfluss der Drina und der größte Fluss im Gebiet des Sandžak. Er entspringt bei Plav im Südosten Montenegros dem gleichnamigen See (Plavsko jezero).

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Flusses geht zurück auf das albanische Wort lumë für „Fluss“ (im gegischen Dialekt lymë). Das heutige Hydronym mit dem Vokal i entstand aus einer im 13. Jahrhundert belegten altserbischen Form Lыmь, wobei das ы anstelle des ursprünglichen u darauf hindeutet, dass die Entlehnung noch vor dem 10. Jahrhundert stattfand. Wenn die gegische Form lymë als Ursprung angenommen wird, ist auch ein späterer Entlehnungszeitpunkt denkbar, spätestens jedoch bis zum 12. Jahrhundert. Die slawische Namensform wurde sodann als Lim ins Albanische zurückentlehnt.[1]

Lauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der längste Zufluss des Plavsko jezero hat seine Quellen auf der Südseite des Maglić-Massives im Süden Montenegros. Bei ungefähr 1300 m Meereshöhe mündet der Borovački potok mit seinen Quellflüssen Prouški Potok und Velji potok in den längeren Vučin potok. Dieser verlässt nach ungefähr 7,5 Kilometer das montenegrinische Staatsgebiet und durchquert in Ostrichtung den äußersten Nordzipfel Albaniens auf einer Länge von 9,5 Kilometern. In Albanien wird der Fluss Lumi i Vermoshit genannt. Das Gebiet um Vermosh ist die einzige Region Albaniens, die ins Schwarze Meer entwässert wird. Wieder in Montenegro wird der Fluss fortan als Grnčar bezeichnet. In Gusinje vereinigt sich der Grnčar mit dem Flüsschen Vruja zur Ljuča. Diese ist der einzige beudetende Zufluss des Plavsko jezero. Dessen größter Abfluss wird nun erstmals Lim genannt.

Auf seinem Lauf durch die Schluchten im Osten Montenegros durchquert der Lim die Städte Andrijevica, Berane und Bijelo Polje. Auf serbischer Seite liegen die Städte Prijepolje und Priboj an seinen Ufern. Zwischen Bijelo Polje und Prijepolje bildet das Tal des Lim zudem den Korridor für den Hauptverkehrsstrom zwischen Montenegro und Serbien, also die Europastraße 763 und die Bahnstrecke Belgrad–Bar. Hinter Priboj verläuft der Fluss durch das bosnisch-serbische Grenzgebiet bei Sjeverin und Rudo und durchquert hinter Rudo einen engen Canyon, bevor er oberhalb von Višegrad in die hier angestaute Drina mündet.

Das Einzugsgebiet des Lim umfasst 5963 km², der Fluss ist nicht schiffbar. Der längste und wasserreichste Nebenfluss ist der Uvac, welcher hinter Priboj von rechts einmündet.

Busunglück[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einem Busunfall am 4. April 2004 kamen auf dem Rückweg von Dubrovnik nach Bulgarien zwölf Schüler einer bulgarischen Reisegruppe ums Leben, als ihr Bus nahe dem serbischen Ort Gostun von der Straße abkam und in den Lim stürzte.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aleksandar Loma: Sloveni i albanci do XII veka u svetlu toponomastike. In: Stanovništvo slovenskog porijekla u Albaniji. Titograd 1990, S. 301 f. (serbisch).
  2. Radio Bulgaria: Minister aus Bulgarien, Montenegro und Serbien gedenken der Lim-Opfer (6. April 2014), abgerufen am 18. April 2019.