Limbach-Oberfrohna

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Limbach-Oberfrohna
Limbach-Oberfrohna
Deutschlandkarte, Position der Stadt Limbach-Oberfrohna hervorgehoben
Koordinaten: 50° 52′ N, 12° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Zwickau
Verwaltungs­gemeinschaft: Limbach-Oberfrohna
Höhe: 349 m ü. NHN
Fläche: 50,21 km²
Einwohner: 24.059 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 479 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09212
Vorwahlen: 03722, 037609
Kfz-Kennzeichen: Z, GC, HOT, WDA
Gemeindeschlüssel: 14 5 24 180
Stadtgliederung: 7 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
09212 Limbach-Oberfrohna
Webpräsenz: www.limbach-oberfrohna.de
Oberbürgermeister: Dr. Jesko Vogel (FW)
Lage der Stadt Limbach-Oberfrohna im Landkreis Zwickau
Bernsdorf Callenberg Crimmitschau Crinitzberg Dennheritz Fraureuth Gersdorf Glauchau Hartenstein Hartmannsdorf Hirschfeld Hohenstein-Ernstthal Kirchberg Langenbernsdorf Langenweißbach Lichtenstein Lichtentanne Limbach-Oberfrohna Meerane Mülsen Neukirchen/Pleiße Niederfrohna Oberlungwitz Oberwiera Reinsdorf Remse Schönberg St. Egidien Waldenburg Werdau Wildenfels Wilkau-Haßlau Zwickau Sachsen Thüringen Vogtlandkreis Erzgebirgskreis Chemnitz Landkreis MittelsachsenKarte
Über dieses Bild
Schloss Kaufungen anno 1839

Limbach-Oberfrohna ist eine Große Kreisstadt im Landkreis Zwickau im Südwesten des Freistaates Sachsen, die am 1. Juli 1950 durch Zusammenschluss der Städte Limbach und Oberfrohna gebildet wurde. Limbach erhielt 1883 das Stadtrecht, Oberfrohna 1935. Mit der Nachbargemeinde Niederfrohna besteht eine Verwaltungsgemeinschaft.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Limbach-Oberfrohna ist naturräumlich dem Grenzgebiet zwischen Mittelsächsischem Hügelland und Erzgebirgsvorland bzw. dem Erzgebirgsbecken im südwestlichen Teil Sachsens zuzuordnen. Südlich bzw. südöstlich der Stadt verläuft der waldreiche Höhenzug des Rabensteiner Waldes als nördlicher Ausläufer des Erzgebirgsvorlandes. Das Stadtgebiet hat im Bereich der Gemarkungsgrenze zu Chemnitz-Grüna über den Ortsteil Pleißa Anteil daran. Es werden Höhen von über 400 m ü. NN erreicht.

Des Weiteren wird Limbach-Oberfrohna von einer Reihe kleinerer Bäche durchflossen – u.a. Pleißenbach, Frohnbach – die teils in Richtung Zwickauer Mulde (Frohnbach), teils in Richtung Chemnitz (Pleißenbach) entwässern. Die Zwickauer Mulde durchfließt als einziges größeres Fließgewässer den Stadtteil Wolkenburg-Kaufungen aus Richtung Waldenburg kommend.

Limbach-Oberfrohna dehnt sich über eine Fläche von 50,17 km² aus. Das Stadtgebiet erstreckt sich von der Landesgrenze zu Thüringen bis zur östlichen Nachbarstadt Chemnitz über eine Distanz von etwa 13 km.

Angrenzende Städte und Gemeinden sind die kreisfreie Stadt Chemnitz im Osten, die Gemeinden Callenberg und Niederfrohna sowie die Stadt Waldenburg im Landkreis Zwickau (Südwesten bzw. Nordosten), im Nordwesten die Gemeinde Jückelberg im thüringischen Landkreis Altenburger Land sowie die Gemeinde Hartmannsdorf und die Stadt Penig im Landkreis Mittelsachsen (Nordosten).

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Limbach-Oberfrohna sind neben der Kernstadt – bestehend aus Limbach, Oberfrohna und Rußdorf – vier weitere Stadtteile – Bräunsdorf, Kändler, Pleißa sowie Wolkenburg-Kaufungen – zugeordnet. Insgesamt bestehen damit sieben Stadtteile:

Ortsteil Einwohner1 Fläche (in km²) Einwohner je km²
Limbach 11.739 7,05 1.665
Oberfrohna 3.884 4,10 947
Rußdorf 1.775 4,70 378
Bräunsdorf 1.050 6,96 151
Kändler 2.003 3,15 636
Pleißa 2.255 7,22 312
Wolkenburg-Kaufungen 1.599 17,04 94
Gesamt 24.305 50,17 484

1Stand: 11. August 2015[2]

Limbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Limbach ist der östlichste der drei Kernstadtteile. Er ist nördlich des Naturschutzgebietes Limbacher Teiche gelegen, von denen der Große Teich am weitesten ausgedehnt ist. Im Jahr 1248 wurden ein Johannes de Limpach und 1348 die Pfarrei erstmals erwähnt. Zum 1. Januar 1883 erhielt das Dorf Stadtrecht. Am 1. Juli 1950 wurde es mit Oberfrohna auf SED-Beschluss zu Limbach-Oberfrohna vereinigt.

Oberfrohna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort befindet sich zwischen Rußdorf im Westen und Limbach im Osten liegend. Oberfrohna wurde 1415 als Querchfrohne zum ersten Mal erwähnt. 1935 erfolgten sowohl die Eingemeindung von Rußdorf als auch die Verleihung der Stadtrechte. Am 1. Juli 1950 wurde Oberfrohna mit der Nachbarstadt Limbach zur Doppelstadt Limbach-Oberfrohna zwangsvereinigt.[3]

Rußdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rußdorf ist an der Grenze zu Callenberg im Westen des Stadtgebietes gelegen. Das Dorf wurde 1335 zum ersten Mal erwähnt. Der Ort war ehemals teilweise eine Exklave von Sachsen-Altenburg, später des Landes Thüringen in Sachsen. Durch einen Staatsvertrag gelangten 1928 in einem Gebietsaustausch die thüringischen Teile des Ortes zu Sachsen.[4] Am 31. März 1935 wurde Rußdorf nach Oberfrohna eingemeindet und ist seit 1950 schließlich ein Stadtteil von Limbach-Oberfrohna.[5]

Kändler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kändler wurde 1375 zum ersten Mal erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom traditionellen „keeneln“ (altdeutsch für gefällte Stämme rutschend den Hang hinunter transportieren) ab. Am 1. Januar 1999 erfolgte die Eingemeindung nach Limbach-Oberfrohna.[6]

Pleißa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pleißa wurde zum ersten Mal am 13. Dezember 1375 urkundlich erwähnt. Am 1. Januar 1999 erfolgte die Eingemeindung nach Limbach-Oberfrohna.[6]

Durch die Eingemeindung von Bräunsdorf, Kändler und Pleißa wuchs das Stadtgebiet auf 33,12 km² an.[7]Falko Weißpflog ist eine bekannte Persönlichkeit aus Pleißa.

Wolkenburg-Kaufungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingang zum Besucherbergwerk St. Anna in Wolkenburg-Kaufungen

Kaufungen wurde zum ersten Mal 1226 urkundlich erwähnt, bei Wolkenburg war dies 1241. Der zwischen Herrnsdorf, Uhlsdorf und Niederwinkel gelegene Ullrichsberg (oder Ullersberg) gehört zu den frühesten Bergbauorten im heutigen Freistaat Sachsen. Reste eines Pingenfeldes und einer heute wüsten Ansiedlung von Bergleuten wurden Anfang der 1990er Jahre archäologisch auf das Ende des 13. oder den Anfang des 14. Jahrhunderts datiert. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Bergbau im Januar 1351, als sich Markgraf Friedrich III., der Strenge mit den Brüdern Volrad und Busso von Colditz über die Ausübung der Münzrechte in Wolkenburg einigte. Mit Unterbrechungen wurde bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts am Ullrichsberg Kupfer, Blei und Silber abgebaut. Durch eine Arbeitsgemeinschaft wurden seit 1980 zwei Stollen (Segen Gottes bei Niederwinkel und St. Anna bei Herrnsdorf) als Besucherbergwerke der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht.

Wolkenburg/Mulde und Kaufungen wurden erst 1994 zu einer Gemeinde zusammengeschlossen. Zu Wolkenburg-Kaufungen gehören die drei Ortsteile Herrnsdorf, Uhlsdorf und Dürrengerbisdorf. Am 1. Januar 2000 wurde die Gemeinde nach einer gescheiterten Verwaltungsgemeinschaft mit Waldenburg in die Stadt Limbach-Oberfrohna eingegliedert.[8]

Bekannte Persönlichkeiten der ehemaligen Gemeinde sind Kunz von Kauffungen, Detlev Carl Graf von Einsiedel, Detlev Graf von Einsiedel und Fritz von Uhde.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges von August 1944 bis 13. April 1945 existierte im Ortsteil Wolkenburg ein Frauen-Außenlager des KZ Flossenbürg, in dem etwa 400 Frauen für die Opta-Radio AG Leipzig Zwangsarbeit verrichten mussten. Sieben Frauen erlagen den unmenschlichen Lebensbedingungen.[9]

Bekannte Bauwerke sind das Schloss Wolkenburg und die St. Mauritiuskirche in Wolkenburg. Gegenwärtig wird das 1613 erstmals erwähnte Bergamtshaus im Ortsteil Herrnsdorf restauriert.

Bräunsdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bräunsdorf wurde 1290 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Am 1. November 1998 wurde Bräunsdorf nach Limbach-Oberfrohna eingemeindet.[10]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Stadtgründung 1950 bis 1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Doppelstadt Limbach-Oberfrohna entstand am 1. Juli 1950 durch die Vereinigung der beiden Städte Limbach und Oberfrohna.[3] Die noch junge Stadt wurde im Zuge der Gebietsreform 1952 in den Kreis Karl-Marx-Stadt, der sich im gleichnamigen Bezirk der DDR befand, eingegliedert.

Zu DDR-Zeiten wurde das Pionierferienlager "Clara Zetkin" errichtet, in dem auch westdeutsche Kinder Ferien machen konnten.[11]

Seit 1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Wende existierte dieser als Landkreis Chemnitz im wiedergegründeten Freistaat Sachsen weiter. Am 1. Oktober 1994 erhielt Limbach-Oberfrohna daher den Sonderstatus Große Kreisstadt.[12]

Am 1. Januar 2000 kam es zur Bildung der Verwaltungsgemeinschaft mit Niederfrohna.

Im Sommer 2012 liefen erste Verhandlungen des Ortsteils Meinsdorf der Gemeinde Callenberg mit Limbach-Oberfrohna über eine Eingemeindung. Grund dafür ist die enge kulturelle Bindung an Limbach-Oberfrohna und die Erwartung, dass sich Callenberg künftig mit Hohenstein-Ernstthal zusammenschließen könnte.[13]

Vom 2. bis 4. September 2016 findet der 25. Tag der Sachsen in Limbach-Oberfrohna statt. In dieser Zeit wird ein Weltrekordversuch im Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spielen stattfinden.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Bräunsdorf 1. November 1998
Dürrengerbisdorf 1. März 1965 Eingemeindung nach Wolkenburg/Mulde
Herrnsdorf 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Uhlsdorf
Kändler 1. Januar 1999
Kaufungen 1. Januar 1994 Zusammenschluss mit Wolkenburg/Mulde zu Wolkenburg-Kaufungen
Limbach 1. Juli 1950
Oberfrohna 1. Juli 1950
Pleißa 1. Januar 1999
Rußdorf 31. März 1935 Eingemeindung nach Oberfrohna
Uhlsdorf 1. März 1965 Eingemeindung nach Wolkenburg/Mulde
Wolkenburg-Kaufungen 1. Januar 2000
Wolkenburg/Mulde 1. Januar 1994 Zusammenschluss mit Kaufungen zu Wolkenburg-Kaufungen

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Einwohner 6 FN
1950 28.493  
1960 26.381 1
1981 23.107  
1982 30.190  
1983 29.864  
1984 22.338 29.525  
1985 29.248  
1986 29.100  
1987 29.047  
1988 29.877  
1989 29.236  
Jahr Einwohner Einwohner 6 FN
1990 22.324 28.804  
1991 21.610 27.941  
1992 21.205 27.509  
1993 20.923 27.266  
1994 20.951 27.428  
1995 20.878 27.453  
1996 21.004 27.646  
1997 20.918 27.778  
1998 21.880 27.887 2 3
1999 25.873 27.719 4
2000 27.552 27.552 5 6
Jahr Einwohner FN
2001 27.257  
2002 27.082  
2003 27.074  
2004 27.043  
2005 26.803  
2006 26.597  
2007 26.254  
2008 25.957  
2009 25.610  
2010 25.348  
2011 24.571 7
Jahr Einwohner FN
2012 24.385  
2013 24.107  
2014 24.014  
2015 24.059  

Fußnoten (FN):
1 Stand ab 1960: 31. Dezember
2 Datengrundlage ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen
3 Eingemeindung von Bräunsdorf
4 Eingemeindung von Kändler und Pleißa
5 Eingemeindung von Wolkenburg-Kaufungen
6 Gebietsstand 1. Januar 2011; identisch mit dem ersten Wert ab dem Jahr 2000
7 Einwohnerzahlen ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe Diagramm
Kommunalwahl 2014[14]
Wahlbeteiligung: 48,1 % (2009: 44,6 %)
 %
40
30
20
10
0
37,4 %
14,0 %
10,0 %
4,8 %
3,8 %
2,4 %
6,8 %
20,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-6,5 %p
-4,1 %p
-7,7 %p
-8,2 %p
+0,5 %p
-1,5 %p
+6,8 %p
+20,8 %p
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 führte im Stadtrat von Limbach-Oberfrohna zu folgender Sitzverteilung:[15]

Partei CDU LINKE SPD FDP Grüne AfD NPD FW Gesamt
Sitze 11 4 2 1 1 1 0 6 26
G/V * −1 −1 −3 −2 +1 +1 −1 +6

* G/V: Gewinne oder Verluste im Vergleich zur Wahl 2009

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tunnel des Kaufunger Dorfbachs unter der Bahnstrecke Glauchau–Wurzen am Zusammenfluss mit der Zwickauer Mulde in Wolkenburg-Kaufungen

Bauwerke und Plätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lutherkirche Oberfrohna: Die Grundsteinlegung erfolgte 1890, im neugotischen Stil errichtet, Kirchweihe 1893. Der 60 Meter hohe Kirchturm ist das Wahrzeichen Oberfrohnas und weithin sichtbar.
  • Stadtkirche Limbach
  • Schloss Wolkenburg
  • Wasserturm
  • Rathaus mit Frohnfeste (Rittergut Limbach)
  • Markt und Johannisplatz

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hanneloreneiche im Frühling 2009
Landschaft, Naturdenkmal, Gedenkstätten
  • Am Stadtpark und angrenzend an das Landschaftsschutzgebiet Limbacher Teiche liegt der 1959 gegründete Tierpark Limbach-Oberfrohna.
  • Naturdenkmal Hanneloreneiche
  • Gedenkstein an der Verbindungsstraße zwischen Limbach und Hartmannsdorf in der Nähe des Elzteiches für die zwei auf der Flucht vor SS-Männern am 10. März 1933 erschossenen Kommunisten Arno Förster und Max Tennler
  • Gedenkstein im Gemeindewald von Oberfrohna hinter der Reitsportanlage an den polnischen Zwangsarbeiter Leon Tobola, der hier am 16. April 1941 gehenkt wurde
  • Gedenkstein im Ortsteil Rußdorf für alle Opfer des Faschismus
  • Denkmal auf dem Städtischen Friedhof für die dort begrabenen 70 sowjetischen Kriegsgefangenen
  • Eine Grabstätte mit Gedenktafel auf dem Friedhof des Ortsteils Wolkenburg erinnert an fünf polnische Opfer von Zwangsarbeit.
  • Kriegerdenkmale für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs und Zweiten Weltkriegs auf dem Friedhof Limbach, vor der Kirche Rußdorf, unterhalb der Kirche Pleißa, auf dem Kirchhof Kändler, auf dem Friedhof Bräunsdorf, auf dem Kirchhof Kaufungen und auf dem Friedhof Wolkenburg
  • Kriegsgräberstätte für die Verstorbenen der Lazarette in Limbach
  • Kriegsgräberstätte für die Opfer des Bombenangriffs vom 5. Februar 1945 sowie die Verstorbenen des Lazaretts Oberfrohna
  • Gedenkstein und -bäume zur Einführung der Reformation und das Gedenken an die Einführung der Reformation in der Hainstraße Oberfrohna
  • Gedenkstein für den Ortschronisten Horst Strohbach vor der Schule Oberfrohna
  • Gedenkstein für die Gründung des Stadtparks
  • Gedenkstein für den Organisten Johannes Pache im Stadtpark
  • Gedenkstein für den Förderer des Stadtparks Ernst Rebske
  • Gedenktafel für Fritz von Uhde in der Mauritius-Kirche Wolkenburg

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Limbach-Oberfrohna besitzt eine lange industrielle Tradition. Bekannt ist die Stadt vor allem für ihre ehemalige Textilindustrie. In der Stadt wurde von Heinrich Mauersberger das Textilverfahren Malimo entwickelt. Die Tradition der Textilindustrie wird zwar noch fortgeführt (bspw. Riedel Textil GmbH mit mehr als 200 Mitarbeitern), nach den wendebedingten Einbrüchen liegt die Beschäftigungswirkung aber deutlich unter dem Niveau von vor 1989. Die gewerbliche Tradition des Standortes wird durch neue Industrien, vertreten zum Beispiel durch Continental Automotive (früher VDO Automotive), LIM Automotive GmbH und USK Sondermaschinenbau sowie Firmen der Leichtindustrie, zum Beispiel Warema Sonnenschutztechnik, auf anderen Wegen fortgesetzt.

Die meisten dieser Unternehmen bzw. Investoren in der Stadt siedelten sich nach den politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbrüchen der Jahre 1989/1990 in den neu entstandenen Industrie- und Gewerbegebieten in und um die Stadt an. Diese Entwicklung war Folge der schrittweisen Aufgabe traditioneller, über das Stadtgebiet verteilter Fabrikstandorte, welche nach 1990 – im Zuge der Vereinigung der beiden deutschen Staaten und dem Wegbrechen der bisherigen Absatzmärkte – nicht mehr wettbewerbsfähig waren. Es existieren auf dem Gebiet der Doppelstadt die folgenden Industrie- und Gewerbegebiete (Stand Ende 2014):

  • Gewerbegebiet Ost: mehr als 1.500 Arbeitsplätze, Erschließung ab 1992, Stadtteil Limbach
  • Industriegebiet Pleißa-West: mehr als 200 Arbeitsplätze, Erschließung ab 1993, Stadtteil Pleißa
  • Gewerbegebiet Kändler An der Hopfendarre: mehr als 400 Arbeitsplätze, Erschließung ab 1996, Stadtteil Kändler
  • Industriepark WIMA: Erschließung einer weitläufigen Industriebrache ab 1999, Stadtteil Limbach
  • Gewerbegebiet Süd: mehr als 300 Arbeitsplätze, Erschließung ab 2001, Stadtteile Pleißa und Kändler[16][17]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Limbach-Oberfrohna wird südlich von der Bundesautobahn 4 tangiert, die Stadt ist über eine eigene Ausfahrt sowie die Ausfahrt Wüstenbrand erreichbar. Über die Ausfahrten Chemnitz-Röhrsdorf und Hartmannsdorf wird die Stadt an die östlich vorbeiführende Bundesautobahn 72 angebunden. Die Nord-Verlängerung der Bundesautobahn 72 ermöglicht durch drei in den Jahren 2006–2013 freigegebene Bauabschnitte eine schnelle Verbindung in Richtung Leipzig. Weiterhin durchquert der Abschnitt GlauchauPenig der regional bedeutsamen Bundesstraße 175 den nordwestlichen Stadtteil Wolkenburg-Kaufungen.

Die durch die Stadt führenden Eisenbahnstrecken Wittgensdorf-Limbach und Limbach-Oberfrohna wurden im Jahr 2000 stillgelegt. Die Bahnstrecke Limbach–Wüstenbrand war bereits 1950 stillgelegt worden. Auf der durch den Stadtteil Wolkenburg führenden Strecke Glauchau–Wechselburg wurde der Verkehr nach dem Muldehochwasser 2002 eingestellt.

Im Rahmen des Chemnitzer Modells soll Limbach-Oberfrohna über Teile der stillgelegten Eisenbahnstrecke Wittgensdorf–Oberfrohna an die Chemnitzer Stadtbahn angebunden werden. Die Planungen der Städte Limbach-Oberfrohna und Chemnitz sehen seit 2003 eine Trasse über Kändler und Chemnitz-Röhrsdorf nach Chemnitz-Zentrum vor, sind jedoch noch nicht konkretisiert worden. Ob und wann es zu einer Inbetriebnahme kommt, ist ungewiss; der lange Zeit genannte Termin 2019 gilt inzwischen als unwahrscheinlich.[18] Die Kosten für das Projekt werden auf etwa 90 Mio. Euro geschätzt, wovon 60 Prozent vom Bund, 25 Prozent vom Freistaat und 15 Prozent vom Verkehrsverbund Mittelsachsen übernommen werden sollen.[19] Im Juli 2012 wurde bekannt, dass auch die Deutsche Regionaleisenbahn den erneuten Bahnbetrieb zwischen Oberfrohna und Kändler prüfen will.[20]

Der öffentliche Nahverkehr der Stadt Limbach-Oberfrohna wird mit Bussen betrieben. Seit dem 11. Dezember 2005 verkehrt zwischen Chemnitz, Limbach und Oberfrohna die Schnellbuslinie 526 mit drei Halten in Limbach-Oberfrohna und drei weiteren in der Chemnitzer Innenstadt. Eine Besonderheit ist die Linienführung über die Bundesautobahn 4. Neben weiteren Überlandlinien der Regiobus Mittelsachsen GmbH und der Regionalverkehr Erzgebirge GmbH verkehren auch Kleinbusse (genannt Citybus) der Fritzsche GmbH auf zwei Stadtlinien. Mit Blick auf eine mögliche Umsetzung des Chemnitzer Modells plant die Fritzsche GmbH derzeit die Option eines zentralen Omnibusbahnhofs in Limbach-Oberfrohna.[21]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Limbach-Oberfrohna existieren eine Reihe verschiedener Bildungseinrichtungen.

Grundschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evangelische Grundschule Bräunsdorf/Limbach-Oberfrohna
  • Goethe-Grundschule
  • Gerhart-Hauptmann-Grundschule
  • Grundschule Am Wasserturm (bis 2013/2014)
  • Thomas-Müntzer-Grundschule
  • Grundschule Kändler
  • Grundschule Pleißa
  • Fritz-von-Uhde-Grundschule (bis 2012/2013)

Oberschulen und Gymnasien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhart-Hauptmann-Oberschule
  • Geschwister-Scholl-Oberschule
  • Pestalozzi-Oberschule
  • Albert-Schweitzer-Gymnasium

Weitere Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Detlev Carl Graf von Einsiedel (1737–1810), sächsischer Kabinettsminister und Unternehmensgründer; 1760–1810 erfolgten durch ihn wesentliche bauliche Veränderungen am Schloss Wolkenburg. In dieser Zeit wurde der Schlosspark im englischen Stil neu angelegt und mehrere Lauchhammer-Eisenkunstgussplastiken im Park aufgestellt.
  • Johann Esche (1682–1752), gilt als der Begründer der westsächsischen Maschenwarenindustrie
  • Heinrich Mauersberger (1909–1982), Erfinder der Malimo-Nähwirktechnik
  • Rudolph von Schmertzing (1591–1646), kurfürstlich-sächsischer Major und Kriegskommissar, Besitzer des Ritterguts Limbach
  • Helena Dorothea von Schönberg (1729–1799), legte die ersten planmäßigen Strumpfwirkersiedlungen Sachsens an
  • Alfred Stier (1880–1967), Komponist und Musikdirektor der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens
  • Hermann Heinz Wille (1923–2002), Schriftsteller
  • Gustav Willkomm (1839-1910), Begründer und Direktor der ersten Fachschule für Strumpfwirkerei der Welt

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Limbacher Land (= Werte der deutschen Heimat. Band 5). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1962.
  • Autorengemeinschaft: Limbach-Oberfrohna einst und jetzt – Bilder aus der Entwicklung unserer Stadt Bildverlag Böttger, 1992.
  • Jürgen Sorge, Thomas Böttger: Limbach-Oberfrohna und seine Ortsteile: herausgegeben anlässlich 125 Jahre Stadtrecht Limbach Bildverlag Böttger GbR, Witzschdorf 2008. ISBN 978-3-937496-24-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Limbach-Oberfrohna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. limbach-oberfrohna.de: Daten und Fakten, abgerufen am 4. August 2016
  3. a b Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  4. www.reichstagsprotokolle.de: Karte mit den Austauschgebieten, abgerufen am 19. September 2010
  5. limbach-oberfrohna.de: Geschichte und Wissenswertes über unsere Ortsteile – Rußdorf, abgerufen am 2. September 2010
  6. a b StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  7. statistik.sachsen.de: Gemeindestatistik 1999 für Limbach-Oberfrohna, Stadt (Gebietsstand 1. Januar 1999)
  8. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2000
  9. Webseite KZ-Gedenkstätte Flossenbürg Abgerufen am 6. Juli 2016
  10. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998
  11. Facebook-Eintrag
  12. Rechteverleihung im Regionalregister Sachsen
  13. Meinsdorfer flirten mit dem Nachbarn
  14. Statistik Sachsen
  15. Website Limbach-Oberfrohna
  16. limbach-oberfrohna.de: Gewerbegebiete in Limbach-Oberfrohna
  17. Stadtspiegel – Amtsblatt der Großen Kreisstadt Limbach-Oberfrohna, 10. Mai 2012 (PDF; 3,8 MB)
  18. Christian Mathea: Chemnitz soll sich stärker für Bahn einsetzen. Start des Ausbaus des Chemnitzer Modells nach Limbach-Oberfrohna ungewiss. In: Freie Presse. Chemnitzer Verlag, 8. November 2012, abgerufen am 9. November 2012.
  19. Die Bahn soll bis nach Oberfrohna fahren. Freiepresse.de. 8. Februar 2010. Abgerufen am 14. Mai 2010.
  20. Freie Presse: Limbach-Oberfrohna: Unternehmen will Bahn reaktivieren
  21. Mit dem Shuttle-Bus ab Haustür bis zur Arena. Freiepresse.de. 16. Juni 2010. Abgerufen am 20. Juni 2010.