Eschhofen

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Eschhofen
Wappen von Eschhofen
Koordinaten: 50° 23′ 31″ N, 8° 6′ 15″ O
Höhe: 134 (110–185) m ü. NHN
Fläche: 5,67 km²[1]
Einwohner: 2788 (31. Dez. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 492 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 65552
Vorwahl: 06431
Karte
Eschhofen als Ortsteil von Limburg
Eschhofen, von Dietkirchen (Norden) aus gesehen. Im Hintergrund der Taunus (Östlicher Hintertaunus) mit der Feldberg-Langhals-Pferdskopf-Scholle

Eschhofen ist ein Stadtteil der Kreisstadt Limburg an der Lahn im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg. Er liegt zwei Kilometer östlich von der Kernstadt Limburg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lahn fließt westlich an Eschhofen vorbei und bildet dort auch die Gemarkungsgrenze. Südlich und westlich des Orts verlaufen die A3 (über die Lahntalbrücke Limburg), die Bundesstraße 8 sowie die ICE-Strecke Frankfurt-Köln (über die Lahntalbrücke).

Der Ort selbst liegt etwa auf 110 Metern Höhe am Rand der Niederung der Emsbach-Mündung in die Lahn. Rundherum steigt das Gelände auf bis zu 137 Meter im Nordteil und 185 Meter im Südteil der Gemarkung an. Ein kleinerer Teil des Ennericher Waldes liegt im Norden auf Eschhofener Gemarkung, das gesamte Linterer Wäldchen ebenso im Süden.

Die Eschhofener Gemarkung verläuft schlauchförmig von Südwest nach Nordost. Im Norden grenzt sie an Dehrn und weiter im Uhrzeigersinn an Ennerich, Lindenholzhausen, Linter, die Kernstadt Limburg und Dietkirchen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Rathaus, heute zeitweilig Außenstelle der Stadtverwaltung
Anna-Kapelle im ehemaligen Ortsteil Mühlen

Die ältesten Funde aus der Bandkeramik-Kultur nahe Eschhofen werden auf 2500 v. Chr. datiert.

Das heutige Eschhofen besteht aus dem alten Ort gleichen Namens und dem früher nördlich benachbarten Mühlen, das unmittelbar in der Mündungsniederung des Emstals liegt. 1938 wurde Mühlen eingemeindet und ist heute im Ortsbild nicht mehr als eigenständige Siedlung zu erkennen. Dort steht die St.-Anna-Kapelle, die von Zeit zu Zeit noch genutzt wird. Frühere Siedlungen in der Gemarkung waren Mailstadt und Eppenau, die beide im Mittelalter wüst gefallen sind. Heute erinnern nur noch die Mailstädter Straße sowie der Flurname Eppenau an sie.

Eschhofen und Mühlen wurden 1279 erstmals erwähnt. Als Entstehungszeitraum für Eschhofen wird etwa das Jahr 500 angenommen. Vermutlich spielte dabei eine fränkische Heerstraße eine Rolle, die bei Dietkirchen durch eine Furt die Lahn querte. Keimzelle des Orts war eine burgenartige Anlage, von der heute nur noch der Straßenname „Burgstraße“ geblieben ist. Nachdem im 13. Jahrhundert die Limburger Lahnbrücke errichtet wurde, verloren die Furt und damit die Streckenführung über Eschhofen sowie der Ort selbst an Bedeutung. Mühlen bildete sich um eine Mühle des Klosters Marienstatt.

Um 1700 wurde ein Gemeinschaftsgebäude errichtet, das als Schule, Backhaus und Amtssitz des Bürgermeisters diente. Eschhofen gehörte lange Zeit zur Pfarrei Dietkirchen. Erst 1840 erhielt es eine selbstständige Pfarrei. Nachdem 1862 die Eisenbahnstrecke Gießen–Koblenz und 1875 Limburg–Frankfurt angelegt wurde, bekam Eschhofen einen Bahnhof.

Als in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs die Autobahnbrücke über die Lahn gesprengt wurde und die Trümmer den Fluss aufstauten, standen Teile des Orts, insbesondere das frühere Mühlen, für mehrere Wochen unter Wasser.

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde Eschhofen am 1. Juli 1974 kraft Landesgesetz in die Kreisstadt Limburg eingemeindet.[3][4]

1982 wurde die Sporthalle eingeweiht und 1994 die Freiluft-Sportanlage.

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Eschhofen lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[5][6]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eschhofen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2014
Jahr  Einwohner
1834
  
489
1840
  
551
1846
  
599
1852
  
680
1858
  
717
1864
  
838
1871
  
862
1875
  
860
1885
  
865
1895
  
879
1905
  
1.097
1910
  
1.223
1925
  
1.309
1939
  
1.479
1946
  
1.745
1950
  
1.891
1956
  
1.945
1961
  
2.103
1967
  
2.337
1970
  
2.350
1974
  
2.356
1987
  
2.531
1994
  
2.753
2014
  
2.788
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [5]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[5]

• 1885: 27 evangelische (= 4,15 %), 624 katholische (= 95,85 %) Einwohner
• 1961: 202 evangelische (= 9,61 %), 18890 römisch-katholische (= 89,82 %) Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis für den Ortsbeirat Eschhofen:

Kommunalwahl 2016
 %
50
40
30
20
10
0
38,5 %
(-6,7 %p)
46,6 %
(+14,0 %p)
14,9 %
(-5,0 %p)
2011

2016

Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 38,5 4 45,2 4 53,5 5
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 46,6 4 32,6 3 14,5 1
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 10,0 1
LINKE Die Linke 2,2 0
FWG Freie Wählergemeinschaft 14,9 1 19,9 2 22,0 2
Gesamt 100,0 9 100,0 9 100,0 9
Wahlbeteiligung in % 59,7 50,7 47,2

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl 2016 wurde Daniel Stenger (SPD) zum neuen Ortsvorsteher gewählt. Stellvertretender Ortsvorsteher ist Valentin Bleul (FWG).[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu sehen ist eine Esche, von denen damals viele in den angrenzenden Lahnauen standen, weshalb der blaue Hintergrund des Wappens auch die Lahn symbolisiert. Auch wenn viele Leute glauben, dass die Bäume dem Ort seinen Namen gaben, so liegt der Ursprung doch woanders. Um 500 n. Chr. erbaute der Freie Ascilo oder auch Eschilo genannt seinen Hof im heutigen Ortsgebiet. Aus Eschilishoven wurde dann im Laufe der Zeit Eschhofen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnwärterhaus, Mühlener Straße 41

Auf dem Gebiet des Ortsteils Eschhofen befinden sich zahlreiche Kulturdenkmäler. Dazu zählen insbesondere:

  • Katholische Pfarrkirche St. Antonius Eremita
  • Katholische Kapelle St. Anna
  • Bahnhof Eschhofen

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • VfL Eschhofen e.V. 01/20 (Fußball, Tischtennis)
  • TV Eschhofen 1904 e.V. (Turnen, Prellball, Handball, Faustball, Leichtathletik, Gymnastik)
  • FCE - Fastnachtsclub Eschhofen
  • Freiwillige Feuerwehr Eschhofen, gegründet 1901, und seit 13. Oktober 1975 mit Jugendfeuerwehr
  • Verschönerungsverein
  • Arbeitskreis Heimatpflege
  • Vogel- und Naturschutzgruppe
  • Natur- und Wanderfreunde
  • Mundharmonikagruppe
  • Rassegeflügelzuchtverein
  • VdK-Ortsverband
  • KAB-Ortsgruppe
  • Katholische Frauengemeinschaft
  • Seniorenclub
  • Katholischer Kirchenchor „St. Cäcilia“
  • Männergesangverein „Fidelio“

Kirchengemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Kirchengemeinde „St. Antonius“
  • Evangelische Kirchengemeinde

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof

Der Bahnhof Eschhofen, an dem die Main-Lahn-Bahn und die Lahntalbahn halten, ist ein regional bedeutender Bahnhof, insbesondere für Pendler mit Ziel Rhein-Main-Gebiet. Am Bahnhof stehen rund 300 Parkplätze zur Verfügung. Durch den regen Zugverkehr sind die beiden Bahnübergänge in Eschhofen täglich insgesamt rund acht Stunden geschlossen.

Die ICE-Stadt Limburg mit dem Bahnhof Limburg Süd befindet sich im Süden der Eschhofener Gemarkung.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche

In Eschhofen sorgt die Freiwillige Feuerwehr Eschhofen, gegr. 1901 (seit 13. Oktober 1975 mit ihrer Jugendfeuerwehr), für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche (1891 eingeweiht)
  • St.-Anna-Kapelle

Kindergärten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholischer Kindergarten
  • Ökumenischer Kindergarten

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundschule (bis 4. Klasse ) mit Begabtenförderung als Pilotprojekt des Hessischen Kultusministeriums

Sportzentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Sportplätze (Hart- und Rasenplatz), Faustballplatz und Sporthalle, deren Erweiterung mit dem Bürgerhaus zum Sport- und Kulturzentrum derzeit im Bau ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Jung (Politiker, 1870) (1870–1922), hessischer Landtagsabgeordneter
  • Georg Paul Brötz (1889–1959), Hauptlehrer, Ehrenbürger der Gemeinde Eschhofen und Träger des päpstlichen Orden "Pro Ecclesia et pontifice" seit 1954
  • Ikke Hüftgold (* 1976), Schlagersänger

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Limburg-Eschhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Haushaltssatzung – Haushaltsjahr 2013. Limburg a. d. Lahn, abgerufen im Dezember 2018.
  2. Wirtschaftsdaten im Internetauftritt der Stadt Limburg, abgerufen im Juli 2016.
  3. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Limburg und des Oberlahnkreises. (GVBl. II 330-25) vom 12. März 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 5, S. 101, § 5 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 809 kB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 369–370.
  5. a b c Eschhofen, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  6. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. Ortsbeirat Eschhofen im Internetauftritt der Stadt Limburg, abgerufen im Januar 2017.