Provinz Limburg (Niederlande)

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Limburg
Provinz der Niederlande Flag of the Netherlands.svg
Wappen Flagge
Limburg-nl-wapen.svg Flag of Limburg (Netherlands).svg
Lage
ZeelandZuid-HollandBaarle (zu Belgien)Noord-BrabantGroningenBundesrepublik DeutschlandLimburgFrieslandFlevolandDrentheNoord-HollandIJsselmeerUtrechtOverijsselGelderlandFrankreichBelgienNordseeKarte: Provinz Limburg in den Niederlanden
Über dieses Bild
Basisdaten
Hauptstadt Maastricht
Größte Stadt Maastricht
ISO 3166-2-Code NL-LI
Website www.limburg.nl
Hymne Waar in ’t bronsgroen eikenhout
Politik
Königlicher Kommissar Theo Bovens (CDA)
Regierende Parteien CDA, FvD, PVV, VVD
Bevölkerung
Einwohner 1.115.875 (7. von 12)
Landesanteil 6,5 % der Niederländer
Bevölkerungsdichte 520 Einw. pro km² (4. von 12)
Religion (2015, CBS)[1] 64 % - römisch-katholisch
04 % - Islam
01 % - niederländisch-reformiert
01 % - protestantisch
02 % - übrige
28 % - keine
Geographie
Fläche 2.209,84 km²
– Land 2.146,80 km² (11. von 12)
– Wasser 63,04 km²
Höhe 10 bis 322,5 m ü. NAP
Koordinaten 51° 13′ N, 5° 56′ OKoordinaten: 51° 13′ N, 5° 56′ O
Verwaltungsgliederung
Gemeinden 31
Topographie von Limburg

Topographie von Limburg

Limburg ist die südlichste der zwölf Provinzen der Niederlande; ihre Hauptstadt ist Maastricht. Die Provinz Limburg liegt im Grenzgebiet zu Deutschland und Belgien in der Euregio Maas-Rhein im Süden und der Euregio Rhein-Maas-Nord im Norden. Im Nordwesten grenzt sie an die Provinz Noord-Brabant und im äußersten Norden an die Provinz Gelderland. Am 31. Januar 2019 hatte Limburg 1.115.875 Einwohner.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Limburg besteht vornehmlich aus Geest. Im Süden ist die Provinz hügelig und hat sehr fruchtbare Löss-Böden, die für die Landwirtschaft bestens geeignet sind. Der wichtigste Fluss ist die Maas, die über die ganze Länge von Süd nach Nord durch die Provinz strömt. In Südlimburg wurde Steinkohle abgebaut; bei Kerkrade und Heerlen zeugen Spitzkegelhalden als Überreste vom ehemaligen Bergbau. Limburg ist die einzige Provinz der Niederlande, die vollständig oberhalb des Meeresspiegels liegt. Auf dem Gebiet der Provinz befindet sich die höchstgelegene Windmühle der Niederlande, auf dem 216 Meter hohen Vrouwenheide nahe der Gemeinde Voerendaal; in Vijlen ist der höchstgelegene Kirchturm der Niederlande auf einer Höhe bis zu 242 m über NAP. Auch der höchste Punkt der europäischen Niederlande liegt mit 322,7 m am Dreiländereck auf dem Vaalserberg (nahe Aachen) in Limburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anders als die Städte Maastricht, Venlo und etliche kleinere Gemeinden kam die Provinz Limburg als Gesamtheit bzw. das rechte Maasufer erst 1815 durch den Wiener Kongress zu den Niederlanden, vorher hatte ein Großteil der Ämter zu den Gebieten reichsdeutscher Herrschaften gehört. Durch den Kongress wurde nicht der Grenzzustand vor den französischen Revolutionskriegen wiederhergestellt, sondern Ansprüche auf ehemalige Enklaven wurden getauscht. So erhielt Preußen die Gebiete von Schenkenschanz und Herzogenrath, die Niederlande erhielten dafür die Gebiete von Born und Sittard.

Wiener Kongress 1815[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Provinz Limburg ging im Jahr 1815 aus dem Departement Niedermaas (frz. Meuse-Inférieure) hervor. Nachdem man über Namen wie „Provincie Maastricht“, „Maasdal“ und „Opper Gelder“ nachgedacht hatte, entschied sich der niederländische König Willem I. für diesen Namen. Nachdem nun die nördlichen und südlichen Niederlande wieder vereinigt waren, sollte diese Namensgebung dazu beitragen, die Erinnerung an die siebzehn Provinzen aus burgundisch-habsburgischer Zeit zu erhalten. Es handelte sich nicht um eine Wiederherstellung des alten Herzogtums Limburg, wie oft behauptet wird.[3] Der westliche Teil des sogenannten Oberquartiers des früheren Herzogtums Geldern mit den Städten Venlo und Roermond bildete den nördlichen Teil, mehr als die Hälfte der späteren niederländischen Provinz.[4]

Teilung von 1839[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Revolution in Belgien war zunächst die gesamte Provinz mit Ausnahme Maastrichts und des äußersten Nordens in belgischer Hand. Auch nach dem Zehn-Tage-Feldzug verblieb der überwiegende Teil unter belgischer Kontrolle. Venlo wurde im Zuge eines Waffenstillstands 1833 aber wieder geräumt. Im Rahmen einer endgültigen Lösung wurde die heutige Staatsgrenze durch das Londoner Protokoll von 1839 festgelegt; man teilte Limburg in eine niederländische und eine belgische Provinz.

Weil der Westteil Luxemburgs an Belgien gefallen war, vertrat die niederländische Regierung im Bundestag des Deutschen Bundes nur noch halb so viele Einwohner. Um nicht an Stimmgewicht zu verlieren, machte der König aus der Provinz Limburg zusätzlich ein Herzogtum Limburg. Dieses Herzogtum wurde als Gliedstaat in den Deutschen Bund („Deutsch-Limburg“[5]) aufgenommen, so dass der König für Limburg-Luxemburg sein altes Stimmgewicht behielt. Da der Deutsche Bund nur ein Staatenbund war, schien diese Lösung erträglich zu sein.

Während der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche war Limburg nach der Revolution von 1848 mit zwei Abgeordneten vertreten. Beide waren Befürworter eines selbständigen Limburgs innerhalb des entstehenden Deutschen Reiches. Rückenwind hatten sie in der Bevölkerung wegen der konservativen Politik des Königs und einer hohen Besteuerung. Nach Zugeständnissen im Sommer 1848 verlor der Gedanke in Limburg jedoch an Popularität; ein limburgischer Gliedstaat in einem deutschen Bundesstaat hätte außerdem zu außenpolitischen Konflikten geführt.

Im Jahr 1866 wurde der Deutsche Bund aufgelöst, und die Provinz Limburg gehörte keinem deutschen Verband mehr an. Aus taktischen Gründen forderte Otto von Bismarck 1867 (vergeblich), dass Limburg Teil des neuen Bundesstaates werden sollte, des Norddeutschen Bunds. Limburg war nur noch eine niederländische Provinz unter anderen, unterschied sich aber noch bis zum Ersten Weltkrieg durch ein starkes Eigenbewusstsein.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Provinzialwahl 2019
(in %) [6]
 %
20
10
0
18,65
14,57
13,55
10,16
8,68
8,41
6,53
5,80
3,84
3,76
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2015
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-4,29
+14,57
-4,26
-1,38
-6,85
+4,54
-0,74
-3,62
+0,89
+0,02
Provinzialwahl 2019
9
7
7
5
4
4
3
3
2
1
2
Insgesamt 47 Sitze

Das Provinzialparlament (niederländisch Provinciale Staten) hat seinen Sitz im Provinciehuis in der Provinzhauptstadt Maastricht. Entsprechend der Bevölkerungszahl in der Provinz besteht das Parlament aus 47 Sitzen. Umgangssprachlich wird der Kommissar des Königs in Limburg Gouverneur und das Provinciehuis Gouvernement genannt.

Die letzte Provinzwahl fand am 20. März 2019 statt.

An der Spitze der Provinzverwaltung stehen die Gedeputeerde Staten, den der Kommissar des Königs vorsteht. Dies ist seit Oktober 2011 der Christdemokrat Theo Bovens. Die übrigen Mitglieder der Gedeputeerde Staten werden von den Provinciale Staten gewählt. Seit 2019 gehören den Gedeputeerde Staten Vertreter der Parteien CDA, FvD, PVV und VVD an, außerdem gegen den Willen ihrer Partei eine Politikerin von GroenLinks und ein Mitglied einer der Provinzpartei Lokaal-Limburg abgeschlossenen lokalen Wählergruppe, das nicht von seiner Partei nominiert wurde.[7]

Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2019 gibt es 31 Gemeinden in der Provinz:

  1. Beek (15.935)
  2. Beekdaelen (35.771)
  3. Beesel (13.515)
  4. Bergen (13.125)
  5. Brunssum (28.064)
  6. Echt-Susteren (31.645)
  7. Eijsden-Margraten (25.648)
  8. Gennep (17.063)
  9. Gulpen-Wittem (14.262)
  10. Heerlen (86.825)
  11. Horst aan de Maas (42.336)
  12. Kerkrade (45.699)
  13. Landgraaf (37.567)
  14. Leudal (35.656)
  15. Maasgouw (23.714)
  16. Maastricht (121.362)
  17. Meerssen (18.901)
  18. Mook en Middelaar (7815)
  19. Nederweert (17.009)
  20. Peel en Maas (43.342)
  21. Roerdalen (20.619)
  22. Roermond (58.202)
  23. Simpelveld (10.501)
  24. Sittard-Geleen (92.606)
  25. Stein (24.960)
  26. Vaals (10.109)
  27. Valkenburg aan de Geul (16.496)
  28. Venlo (101.484)
  29. Venray (43.332)
  30. Voerendaal (12.442)
  31. Weert (49.870)

(Einwohner am 31. Januar 2019)[8]

Orte mit Stadtrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Provinz Limburg liegen 13 Orte mit Stadtrecht:

Regio Parkstad Limburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parkstad Limburg ist ein Zweckverband des ehemaligen Bergbaureviers mit den Gemeinden:[9]

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Provinz Limburg unterscheidet sich erheblich von den übrigen Niederlanden. So ist beispielsweise ganz Limburg stark römisch-katholisch geprägt. Die limburgische Bevölkerung hat neben der niederländischen Amtssprache mit dem Limburgischen eine eigene Sprache, die vor allem vom Deutschen sowie etwas vom Französischen oder Keltischen geprägt ist und insbesondere in den Heimatvereinen gepflegt wird. Auch die limburgische Kultur ist stark durch deutsche und französische Einflüsse geprägt, besonders in Südlimburg. Im Gegensatz zu fast dem gesamten Rest der Niederlande wird der lokale Dialekt in allen Altersgruppen häufig benutzt.

Wirtschaft und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 lag das regionale Bruttoinlandsprodukt je Einwohner, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, bei 115,85 % des Durchschnitts der EU-28.[10] Im Jahr 2017 betrug die Arbeitslosenquote 4,7 %.[11]

Der Dienstleistungs- und Tourismussektor spielt eine tragende Rolle in der limburgischen Wirtschaft. Wirtschaftliche Bedeutung hat der Chemiekonzern DSM mit Hauptsitz in Heerlen und auch der Flughafen „Maastricht Aachen Airport“ bei Beek ist nennenswert. Besonders der südliche Teil Limburgs war seit langer Zeit eine der beiden wesentlichen Obstbauregionen der Niederlande. Seit etwa vier Jahrzehnten sind große Teile des Baumbestandes verschwunden, um Kies abzubauen. Nach Ende des Abbaus sind große Wasserflächen zurückgeblieben, die als sogenannte Grindgaten oder auch als Maasplassen bekannt sind. Sie dienen jetzt der Naherholung und dem Wassersport. Im Südosten Limburgs wurde (wie im angrenzenden Aachener Raum) Kohlebergbau, vor allem Steinkohlebergbau betrieben, der 1974 eingestellt wurde. Das Gebiet zählt heute zu den wirtschaftlich schwächsten der Niederlande.

In der Provinz Limburg gibt es vier regionale Tourismusverbände: VVV Maastricht, VVV Zuid-Limburg, VVV Midden-Limburg und SPNL (Stichting Promotie Noord Limburg). Zur übergeordneten Koordination und zur Stärkung einer gemeinsamen Tourismusstrategie gibt es den Verband SVL (Samenwerkende VVV's Limburg), die zum Beispiel auf nationaler und internationaler Ebene die gesamte Provinz Limburg vermarkten und so auch die Kampagne „Limburg- Liefde voor het leven“ (in Deutschland: Limburg - Genieße dein Leben) entwickelten.

Der Süden Limburgs, gewissermaßen an der Nahtstelle zwischen den letzten Ausläufern von Ardennen/Hohes Venn und Eifel gelegen, wird aufgrund seiner ausgeprägt hügeligen Topographie auch auf Englisch die „Dutch Mountains“ genannt. Das Gebiet ist alljährlich Austragungsort des Amstel Gold Race, war viermalig Schauplatz der Straßenrad-Weltmeisterschaft und zahlreicher Etappen bedeutender Straßenrennen und der Tour de France (wie etwa am 4. Juli 2006). Neben den vielen Tagesausflüglern, die Südlimburg mit dem Fahrrad erkunden, zieht die jährliche Radtouristik-Veranstaltung Limburgs Mooiste regelmäßig bis zu 10.000 Radamateure aus ganz Europa an.

Kulinarisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Limburgischer Spargel

Am bekanntesten ist der limburgische Spargel, daneben „limburgse vlaai“, Obstkuchen mit Puddingfüllung. Das limburgische Bier wird durch die belgische Bierkultur beeinflusst.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pierre Cuypers (1827–1921), niederländischer Architekt sowie Kunst- und Kunsthandwerksunternehmer
  • Eugène Dubois (1858–1940), niederländischer Anthropologe und Geologe
  • Frans Schraven (1873–1937), niederländischer Bischof in China
  • Peter Debye (1884–1966), Physiker, theoretischer Chemiker und Nobelpreisträger für Chemie
  • Pierre Lardinois (1924–1987), niederländischer Politiker der KVP, später CDA
  • René van der Linden (* 1943), Politiker der CDA
  • André Rieu (* 1949), niederländischer Violinist, Orchesterleiter und Musikproduzent
  • Huub Stevens (* 1953), ehemaliger niederländischer Fußballspieler, Fußballtrainer
  • Peter Winnen (* 1957), ehemaliger niederländischer Radprofi, Journalist und Buchautor
  • Jos Luhukay (* 1963), ehemaliger niederländischer Fußballspieler, Fußballtrainer
  • Geert Wilders (* 1963), niederländischer Politiker PVV und Filmemacher
  • Erik Meijer (* 1969), ehemaliger niederländischer Fußballspieler
  • Jos Verstappen (* 1972), ehemaliger Formel 1-Rennfahrer
  • Sjeng Schalken (* 1976), ehemaliger niederländischer Tennisspieler
  • Rens Blom (* 1977), ehemaliger niederländischer Leichtathlet, Weltmeister im Stabhochsprung
  • Mark van Bommel (* 1977), niederländischer Fußballspieler
  • Paul Verhaegh (* 1983), niederländischer Fußballspieler

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Religieuze betrokkenheid; kerkelijke gezindte; regio. CBS, 22. Dezember 2016, abgerufen am 19. November 2018 (niederländisch).
  2. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand. In: StatLine. Centraal Bureau voor de Statistiek (niederländisch)
  3. Jos Venner: Geschiedenis van Limburg, Deel II, Limburgs Geschied- en Oudheidkundig Genootschap, Maastricht 2001, ISBN 90-71581-11-X, hier: Seite 21.
  4. Ad Welschen: Kurs Introduction to the Contemporary Dutch Society and Culture, International School for Humanities and Social Sciences, Universität von Amsterdam, 2000–2005.
  5. Karl August Steifensand: Das Herzogthum Limburg als Deutscher Bundesstaat, S. 21, Verlag E. Gehrich & Cie., Crefeld 1848; Googlebooks, abgerufen am 21. Mai 2019.
  6. Verkiezingsuitslagen Provinciale Staten 1918 - heden Kiesraad
  7. NOS: Geen coalitie, wel bestuurders van FvD en PVV in Limburg
  8. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand. In: StatLine. Centraal Bureau voor de Statistiek (niederländisch)
  9. Gemeenten. In: parkstad-limburg.nl. Stadsregio Parkstad Limburg, abgerufen am 4. Januar 2019 (niederländisch).
  10. Eurostat Jahrbuch der Regionen 2014: (Kapitel 5: Economy; PDF, 18 Seiten, ca. 2,0 MB) und (Eurostat-Quellendaten zu Kapitel 5: Economy; XLS-Format, ca. 536 kB), ISBN 978-92-79-11695-7, ISSN 1830-9690 (englisch)
  11. Arbeitslosenquote, nach NUTS-2-Regionen. Abgerufen am 5. November 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Limburg (Niederlande) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien