Lincoln Continental

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Lincoln Continental
Produktionszeitraum: 1940–1948
1956–1980
seit 2016
Klasse: Oberklasse
Karosserieversionen: Limousine

Mit Continental oder Lincoln Continental bezeichnet die Ford Motor Company Fahrzeuge der Oberklasse, die zunächst als Modell resp. Modellreihe der Lincoln Motor Company, später als eigene Luxusmarke innerhalb des Ford-Konzerns und schließlich wiederum als Modell der Marke Lincoln von der Lincoln-Mercury Division von Ford hergestellt wurde und wird. Die Ursprünge des Continental reichen zurück in die Vorkriegszeit. Er wurde über die Jahre zu einem Inbegriff des amerikanischen Straßenkreuzers.[1] Besonders bekannt sind die Continentals der 1960er Jahre mit ihren Selbstmördertüren. In einem offenen Sonderfahrzeug dieser Generation wurde John F. Kennedy erschossen. Im Laufe der Jahre änderte sich die Position des Continental. Bis 1981 war Continental die Bezeichnung für die größten Lincoln-Modelle. Danach erhielten diese Fahrzeuge die Bezeichnung Town Car, während der Name Continental ab 1982 auf kleinere, aber teurere Limousinen übertragen wurde, die mit dem Cadillac Seville konkurrieren sollten.

Nach 14-jähriger Unterbrechung führt Lincoln seit Ende 2016 wieder ein Modell mit der Bezeichnung Continental im Programm. Dieses tritt die Nachfolge des Lincoln MKS an.

Lincoln Continental (1940–1942 und 1946–1948)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Lincoln-Zephyr

Die Bezeichnung „Continental“ wurde erstmals 1940 für eine Ausstattungsvariante des Lincoln Zephyr verwendet. Wie in der gesamten US-Automobilindustrie wurde im Winter 1941/42 die Fertigung zugunsten der Kriegsgüterproduktion unterbrochen. Ab Ende 1945 nahm Lincoln die Fertigung von Luxusfahrzeugen wieder auf. Man knüpfte an die zuvor produzierten 1941er-Modelle an, die jedoch einen überarbeiteten Kühlergrill aufwiesen. Die 130 PS starken, rund 5000 cm3 großen Zwölfzylinder-Motoren konnten den Wagen auf eine Höchstgeschwindigkeit von 155 km/h bringen. Einige Versionen waren vornehmlich für den Chauffeurbetrieb gedacht.[2]

Von 1949 bis 1955 nutzte Lincoln den Namen Continental nicht.

1956–1960: Die Modelle der Continental Division[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Continental Division
Hauptartikel: Continental Mark II
Hauptartikel: Continental Mark III (1958)
Hauptartikel: Continental Mark IV (1959)
Hauptartikel: Continental Mark V (1960)
Begründete die Continental Mark Series: Der Continental Mark II von 1956

In den Jahren von 1956 bis 1960 bot die Ford Motor Company diverse als Continental bezeichnete Fahrzeuge an. Sie waren formal keine Lincolns, sondern wurden von der Continental Division hergestellt, einer 1952 eigens dazu gegründeten weiteren Ford-Tochter, die im Markt über Lincoln angesiedelt war. Die Continental-Modelle wurden parallel zu Lincolns Standard-Modellen Capri und Premiere angeboten.

Das erste Modell der Continental Division war der Continental Mark II, ein exklusives Luxuscoupé, das mit einem Verkaufspreis von etwa 10.000 Dollar das teuerste US-amerikanische Automobil seiner Zeit war. Mit der Bezeichnung Continental Mark II knüpfte Ford an den ersten Continental der 1940er-Jahre an, der als stilistischer Meilenstein angesehen worden war. Dieses Fahrzeug war eine Eigenentwicklung und teilte nur wenige Komponenten mit den regulären Lincoln-Modellen. Es wurde von 1956 bis 1957 in nur 1.800 Exemplaren hergestellt. 1958, 1959 und 1960 wurden weitere Fahrzeuge unter der Bezeichnung Continental angeboten. Sie erhielten die Bezeichnungen Continental Mark III, Mark IV und Mark V (wiederum ohne Lincoln-Zusatz), waren - anders als der Continental Mark II - aber keine eigenständigen Modelle mehr, sondern lediglich exklusiv ausgestattete und hochpreisige Versionen der zeitgenössischen Lincoln-Grundmodelle, denen sie sehr ähnlich sahen.

Ab 1961 wurde der Name Continental zur Modellbezeichnung für Lincolns Standardfahrzeuge. Die Autos hießen nun (wieder) Lincoln Continental; Hersteller war Lincoln oder die Lincoln-Mercury-Division.

Die Continental Mark-Series wurde 1969 mit dem Continental Mark III erneut etabliert. Er war ein Luxuscoupé, das in Anlehnung an den Mark II von 1956 nicht die Modellbezeichnung Lincoln trug, tatsächlich aber - anders als das Vorbild - von der Lincoln-Mercury-Division mit Großserientechnik von Ford hergestellt wurde. Die Nomenklatur gab seit 1969 insoweit zur Verwirrung Anlass, als Lincolns Standard-Modelle weiterhin als Lincoln Continental (also mit dem Unternehmenszusatz Lincoln) bezeichnet wurden.

1961 bis 1981: Full-Size-Modelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1961 und 1981 trugen Lincolns Fullsize-Modelle die Modellbezeichnung (Lincoln) Continental. Sie waren zeitweise die längsten und schwersten Serienfahrzeuge, die in den USA hergestellt wurden. Generell wird zwischen den Modellen der sogenannten vierten Generation (1961 bis 1969) und denen der fünften Generation (1970 bis 1979) unterschieden. Innerhalb der jeweiligen Generationen ergaben sich im Laufe der Modelljahre wiederum einige stilistische und technische Modifikationen.

Modelljahre 1961–1969[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste viertürige Cabriolet seit 1951: Der Lincoln Continental von 1961
„Herausragender Beitrag zur Einfachheit und Eleganz des Automobildesigns“: Elwood Engels Lincoln Continental (hier ein Modell von 1963)

Mit dem Modelljahr 1961 stellte Lincoln ein vollständig neu gestaltetes Continental-Modell vor. Das von einem Team um Ford-Chefdesigner Elwood Engel gezeichnete Fahrzeug beendete die Schnörkel- und Heckflossen-Ära der 50er-Jahre. Stattdessen waren die Linien des Continental gerade und fließend, die Flächen waren glatt und großzügig gestaltet. Zugleich verzichtete man auf übermäßige Dekoration durch Chromteile. Der neunte Continental änderte das Image der Marke Lincoln über Nacht. Es war das erste Auto, das den in USA prestigeträchtigen „Industrial Design Award“ des Industrial Designers Institute (IDI) verliehen bekam; die Entscheidung wurde damit begründet, dass der Continental einen „herausragenden Beitrag zur Einfachheit und Eleganz des Automobildesigns“ liefere. Wie der Vorgänger ab 1958 war auch dieser Continental in teilweise selbsttragender Bauweise ("unitized body" oder "Unibody") konstruiert. Engels exzellentes Design geht auf einen Entwurf zurück, den er ursprünglich für den Ford Thunderbird 1958 vorgeschlagen hatte, der dort aber unberücksichtigt geblieben war. Für den Lincoln Continental wurde er überarbeitet (längerer Radstand, vier statt zwei Türen). Der Continental war das erste Serienauto mit gebogenen Seitenscheiben. Gebaut wurde er im Werk Wixom auf Parallelbändern mit dem Thunderbird. Mit diesem war er technisch eng verwandt; die Continental-Plattform war eine verlängerte Version des Thunderbird. Ungeachtet seiner gänzlich eigenständigen Karosserie teilte der Continental auch sonst viele mechanische Teile mit dem Ford Thunderbird der dritten Generation.

Der Continental war in mehreren Karosserieversionen erhältlich:

  • Von 1961 bis 1969 wurde er als viertürige Limousine angeboten. Eine stilistische Besonderheit waren die hinten angeschlagenen Hecktüren, die es in dieser Form in den 1960er Jahren nur bei Lincoln gab.
  • Von 1961 bis 1967 war alternativ ein viertüriges Cabriolet lieferbar, das - mit Ausnahme der Dachkonstruktion - der Limousine entsprach. Die Seitenfenster waren voll versenkbar, es blieben also keine Rahmen stehen. Den Verdeckmechanismus teilte der Continental mit dem Thunderbird. Er ist eine Weiterentwicklung des Systems, das Ford und Lockheed ursprünglich für ein versenkbares Metalldach für den Continental Mark II entwickelt hatten. Dort war es zu teuer, so dass es schließlich 1957-1959 im Ford Fairlane 500 Skyliner Retractable verwendet wurde. Als technische Notwendigkeit resultierte daraus eine hinten angeschlagene Kofferraumklappe unter die sich das komplett zusammenklappbare Stoffverdeck versenkte. Dem Nachteil des eingeschränkten Zugangs zum Kofferraum steht ein spektakulärer Öffnungs- und Schließvorgang gegenüber. Elektrisch betriebene Schrauben in der A-Säule ziehen das Verdeck beim Schließen wasserdicht zu; das damals übliche manuelle Verriegeln entfällt. Der Continental war Amerikas erstes viertüriges Cabriolet seit dem Frazer Manhattan von 1951.
  • 1966 wurde außerdem ein zweitüriges Hardtop-Coupé im sogenannten Coke-Bottle-Stil mit einer sehr breiten C-Säule und geschwungenen hinteren Kotflügeln eingeführt - nicht zu verwechseln mit dem 1969 vorgestellten Continental Mark III.
  • Im Auftrag von Lincoln konstruierte das amerikanische Karosseriehersteller Lehmann-Peterson diverse verlängerte Limousinen auf der Basis des Continental mit zumeist 4,06 Metern (160 Zoll) Radstand. Sie hatten üblicherweise einen geschlossenen Aufbau; einige Ausführungen waren aber auch als Cabriolet gestaltet. Sie wurden insbesondere bei Paraden verwendet. Auch andere Karosseriehersteller wie Armbruster, Stageway oder Andy Hutton boten Limousinenversionen des Continental an.

Das Aussehen und die Technik des Continental wurde fast jedes Jahr modifiziert. Der Kühlergrill wurde mehrfach geändert, gleiches gilt für Form und Einfassungen der Leuchteinheiten, 1966 gaben die Stylisten dem Auto einen verlängerten Kühlergrill, der die später für Ford typische „Knudsen-Nase“ vorwegnahm. Die Bezeichnung geht auf den Ford-Manager Semon E. „Bunky“ Knudsen zurück. Die meisten der unter seiner Zeit neu vorgestellten oder überarbeiteten Ford-Modelle hatten einen die Stoßstangenlinie durchbrechenden Kühlergrill. Das gilt auch für europäische Ford-Produkte wie beispielsweise den Ford Taunus TC. Mit dem Modelljahr 1964 verlängerte Lincoln den Radstand um 7,5 Zentimeter. Dadurch ergab sich mehr Knieraum für die Passagiere im Fond.

Im Modelljahr 1969 gab es erstmals ein „Town Car“-Innenausstattungspaket für den Continental (gegen einen Aufpreis von 249 Dollar); in späteren Jahren wurde die Bezeichnung des Öfteren für eine besonders luxuriöse Ausstattungsvariante des Continental verwendet.

Die Lincoln Continentals der 1960er-Jahre sind heute gesuchte Oldtimer. Insbesondere Modelle der ersten drei Jahrgänge erreichen für amerikanische Fahrzeuge ungewöhnlich hohe Gebrauchtwagenpreise. Für viertürige geschlossene Lincoln Continental von 1961 und 1962 werden, soweit sie sich in exzellentem Zustand befinden, bis zu 26.000 Euro verlangt; die Cabriolet-Version erreicht Preise von über 45.000 Euro.[3]

Modelljahre 1970 bis 1974[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lincoln Continental (1972)

In den 70er Jahren begann Lincoln im Zuge der Plattformstrategie für die Lincoln-Mercury-Division (LM) in immer stärkerem Maße Ford-Serienteile und -motoren zu verwenden.

Für das Modelljahr 1970 wurde der Continental vollständig neu konstruiert. Statt einer selbsttragenden Karosserie hatte die neue Generation einen Rahmen aus Stahlchassis, mit dem die Karosserie verbunden wurde. Das Fahrwerk war das gleiche wie beim Ford LTD und dem Mercury Marquis; bei dieser Entscheidung spielten insbesondere Kostengründe eine Rolle. Bis zum MJ57 hatten die Lincolns & Continentals noch eigenständige Motoren, ab 1958 wurde dann der V8-Motor mit 462 Kubikzoll (7571 cm³) der neugegründeten und kurzlebigen Mercury-Edsel-Lincoln Division eingebaut, der ab dem Modelljahr 1969 dann durch den V8 von Ford mit 460 Kubikzoll (7538 cm³) ersetzt wurde.

Der Continental war nunmehr als viertürige Limousine und als zweitüriges Coupé lieferbar. Ein Cabriolet gab es werksseitig nicht; einige Karosseriehersteller boten allerdings Cabriolet-Umbauten an. Stilistisch unterschieden sich die Modelle der 1970er-Jahre erheblich von ihren Vorgängern. Die viertürigen Continentals hatten vorn angeschlagene Fondtüren und Klappscheinwerfer. Die Ford-Stylisten hatten die leichten, nüchternen Linien der Vorgänger zugunsten eines schweren, massiven Designs aufgegeben; die Fahrzeuge wirkten inzwischen klobig („bulky“),[4] auch wenn sie zwischen 200 und 300 kg leichter waren als die 1969er Modelle. Als Antrieb diente ein 7,5 Liter großer Achtzylindermotor.

Modelljahre 1975 bis 1979: „Die letzten Dinosaurier“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lincoln Continental von 1979

Zum Modelljahr 1977 gestaltete Lincoln die Karosserie der Continental-Modelle neu. Die Fahrzeuge hatten gerade Linien; der bisherige Hüftschwung über den Hinterrädern entfiel. Stattdessen erhielten die hinteren Kotflügel eine stufenartige Erhöhung, mit der ein Gestaltungsmerkmal des Continental Mark II von 1956 zitiert wurde. Ein weiteres Stylingmerkmal war das Opera window in der C-Säule. Ungeachtet der Energiekrise von 1973 blieben die Continentals große, schwere Fahrzeuge, die weiterhin mit verbrauchsintensiven Motoren bis zu 7,5 Litern Hubraum ausgestattet waren. Erst mit dem Modelljahr 1978 führte Lincoln einen 6,6 Liter großen Achtzylinder als Standardmotorisierung ein. (für Kalifornien schon 1977); die 7,5 Liter-Version blieb für dieses Modelljahr als Option, ab 1979 gab es dann nur noch den 6,6-l-Motor.

Die Continentals verkauften sich ungeachtet der beiden Ölkrisen der 1970er Jahre bis ins Jahr 1979 hinein gut. Ab 1977 erlebten die Modelle einen spürbaren Aufschwung, in dessen Folge die Produktionszahlen um nahezu 50 Prozent zunahmen. Wesentlicher Grund dafür war, dass Lincoln das allgemeine Downsizing der amerikanischen Automobilhersteller nur sehr verzögert mitmachte. So war der Continental ab 1977 die letzte amerikanische Fullsize-Limousine: Cadillac hatte die DeVille- bzw. Fleetwood-Baureihe Ende 1976 erheblich verkleinert, und wenig später lief die Produktion von Chryslers großem New Yorker aus. Noch im Modelljahr 1979 setzt Lincoln 92.600 Exemplare des Continental ab. In der deutschen Presse wurden die Fahrzeuge gelegentlich als „die letzten Dinosaurier“ bezeichnet.

Modelljahre 1980–1981[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf kleinerer Fox-Plattform: Continental (1980–1981), baugleich mit dem späteren Town Car

Erst die zweite Ölkrise 1979 bewirkte ein Ende der klassischen Continentals. Ab 1980 wurden die Fahrzeuge zunehmend leichter gebaut und mit kleineren Motoren ausgestattet. Der für das Modelljahr 1980 vorgestellte Continental basierte auf Fords kleinerer Panther-Plattform, die einen um 23 cm verkürzten Radstand aufwies und in der Länge 40 cm verlor. Ungeachtet dessen verringerten sich die Innenabmessungen des Wagens gegenüber den Vorgängern nicht; einige Maße vergrößerten sich sogar.

1980 war der Lincoln Continental das Basismodell im Lincoln-Programm. Die hochwertigere, deutlich besser ausgestattete Version wurde in dieser Zeit als Continental Mark VI (ohne den Zusatz „Lincoln“) verkauft, die es - erstmals in der Geschichte der Mark Series - nicht nur als zweitüriges Coupé, sondern auch als viertürige Limousine gab. Technisch und gestalterisch entsprach der Mark VI weitgehend dem Continental. Äußerlich unterschieden sich die Modelle vor allem durch ihre Frontpartie: Während der Continental über vier unverdeckte Rechteckscheinwerfer verfügte, hatte der Mark VI Klappscheinwerfer. Dem Mark VI vorbehalten war außerdem ein Opera Window, also ein ovales Fenster in der C-Säule.

Mit dem Modelljahr 1981 wurde der Lincoln Continental, ohne dass technische Änderungen eingetreten waren, zum Lincoln Town Car. Als Folge der Umbenennung gab es, ausschließlich 1981, auch ein zweitüriges Modell des Lincoln Town Car.[5] Ein eigenständiges Modell des Continentals gab es 1981 nicht. Die Bezeichnung Lincoln Continental wurde erst ab 1982 wieder für eine Reihe kleinerer, aber hochwertiger Limousinen verwendet.

Sonderaufbauten für die Full-Size-Contintentals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Präsidentenlimousine auf Basis des Lincoln Continental (1972)

Einige US-Präsidenten und andere Staatsoberhäupter nutzten verlängerte Continental-Limousinen als Repräsentationsfahrzeuge bzw. Staatskarossen.

Das in Michigan ansässige Karosseriebauunternehmen Andy Hotton Associates stellte seit 1970 im Auftrag einzelner Kunden eine Reihe spezieller Aufbauten auf der Basis des Continental her. Es entstanden zahlreiche, im Detail unterschiedliche Limousinen mit verlängerten Radständen; daneben produzierte Andy Hotton auf der Basis des zweitürigen Continental mehrere Cabriolets, die den Kühlergrill des Continental Mark IV trugen.

Schließlich wurden auch einige Bestattungsfahrzeuge auf Lincoln-Basis hergestellt.[6] Viele dieser Fahrzeuge blieben lange in Betrieb. Einige wurden jahrzehntelang bei Staatsbegräbnissen eingesetzt. Anlässlich der Trauerfeiern für den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-Il im Dezember 2011 führten mehrere Continental der Baujahre 1975 bis 1979 einen Trauerzug an, der durch Pjöngjang führte. Ein Fahrzeug beförderte ein überlebensgroßes Porträt des Verstorbenen, auf einem zweiten wurde der Sarg transportiert.[7]

1982–2002: Intermediates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Modelljahr 1982 übertrug Lincoln die traditionsreiche Bezeichnung Continental auf eine kleinere Baureihe, die unterhalb der großen, nun Town Car genannten Full-Size-Modelle im Intermediate-Bereich positioniert war. Der neue, kleinere Continental löste den erfolglosen Lincoln Versailles ab. Er konkurrierte nun mit dem Cadillac Seville und war deutlich teurer als das Town Car. Von den Intermediate-Continentals produzierte Lincoln bis 2002 drei Serien, danach gab Lincoln die Modellbezeichnung zugunsten eines dreistelligen Buchstabencodes auf.

Modelljahre 1982–1987[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lincoln Continental mit Givenchy-Paket (1982)

Die erste Generation der Intermediate-Continentals basierte auf der Fox-Plattform von Ford. Sie war 1979 mit dem Mittelklassemodell Ford Fairmont eingeführt worden und bildete wenig später unter anderem auch die Grundlage für die zeitgenössischen Versionen des Mustang und des Thunderbird sowie der entsprechenden Mercury-Ableger. Der Radstand des neuen Continental fiel damit im Vergleich zum Vorgänger gleichen Namens um 22 cm kürzer aus, die Außenlänge schrumpfte um 45 cm. Während der Cadillac Seville bereits seit 1980 auf einer Frontantriebsplattform beruhte, hielt Ford für seinen Seville-Konkurrenten am Hinterradantrieb fest.

Der Continental war nur noch als viertürige Stufenhecklimousine erhältlich. Die Karosserie war eigenständig. Anders als beim erfolglosen Versailles, den der Continental ersetzte, gab es keine Blechteile mehr, die mit Ford-Modellen austauschbar waren. Ein besonderes Merkmal des Continental war ein angedeutetes „Hooper-Heck“, das ein Stilmittel des aktuellen Cadillac Seville zitierte. Diese Gestaltung sollte das Design klassischer britischer Limousinen wie die Rolls-Royce-Aufbauten von Hooper Coachbuilders aufgreifen. Damit korrespondierte (wiederum wie bei Cadillac) ein breiter Farbstreifen an den Wagenflanken, der sich zum Heck hin abwärts bog. Viele Autos hatten zur Unterstützung außerdem eine Zweifarblackierung. Die Frontpartie wurde zum Modelljahr 1984 überarbeitet. Sie erhielt eine rundere Form. Die Blinker, die zunächst neben den Scheinwerfern positioniert waren und seitlich in die Kotflügel hineinragten, befanden sich nun unter den Scheinwerfern. Weitere Designänderungen gab es während der fünfjährigen Produktionsdauer nicht.

Im ersten Modelljahr war der Continental serienmäßig mit einem 4,9 Liter großen Achtzylinder-V-Motor ausgestattet; wahlweise und war zum gleichen Preis ein 3,8 Liter großer Sechszylinder-V-Motor erhältlich. Beide Motoren waren mit Vergasern ausgestattet. Im zweiten Modelljahr wurden sie nicht mehr angeboten. Nunmehr war der 4,9-Liter-V8 mit Benzineinspritzung, den es auch im Town Car gab, die Standardmotorisierung. Das blieb er bis zum Ende der Produktion 1987. Die Kraftübertragung übernahm serienmäßig eine Viergangautomatik von Ford. In den Modelljahren 1984 und 1985 gab es im Continental wie auch im viertürigen Coupé Mark VII wahlweise und gegen Aufpreis einen 2,4 Liter großen Sechszylinder-Turbodiesel, den Ford von BMW bezog. Er war mit einer Viergangautomatik von ZF gekoppelt. In zwei Jahren wurden insgesamt nur 1500 Continental mit Dieselmotoren verkauft.

Lincoln griff für den Continental die seit den 1970er-Jahren in der Mark-Series etablierte Tradition auf, bestimmte Ausstattungsversionen in Abstimmung mit international bekannten Designern anzubieten. Dazu gehörten besondere Ausstattungskomponenten und Farbkombinationen. So gab es in einzelnen Jahren ein Givenchy[8]- und ein Valentino-Paket. Die Designerpakete erhöhten den Basispreis um 3.100 bis 3.500 US-$.

Modelljahre 1988–1994[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lincoln Continental (1991)

1988 erschien die zweite Intermediate-Serie der Continentals. Sie war technisch mit den Mittelklassemodellen Ford Taurus und Mercury Sable gleich. Damit stellte Lincoln die Continental-Baureihe auf Frontantrieb um. Achtzylindermotoren waren nicht mehr erhältlich; die einzige Motorisierung war ein 3,8 Liter großer Sechszylinder-V-Motor, der anfänglich 140, später 150 und ab 1993 schließlich 160 hp leistete. Der Aufbau war nun an vielen Stellen nach aerodynamischen Gesichtspunkten gestaltet. Vorn wurden Breitbandscheinwerfer verwendet. Die Stoßstangen waren voll verkleidet und in die Karosserie integriert. Die Türöffnungen ragten in das Dach hinein, und es gab keine Regenrinnen mehr. Am Kofferraum verzichtete Lincoln erstmals auf die angedeutete Reserveradabdeckung, die über die Jahre zu einem Markenzeichen der Continental-Reihe geworden war. Die Designerserien wurden aufgegeben. Die Ausstattungslinien hießen stattdessen Executive und Signature Series. 1990 beging Lincoln den 50. Jahrestag der Continental-Reihe. Zur Feier wurde eine besonders hochwertig ausgestattete 50th Anniversary Edition aufgelegt, die sich durch besondere Räder und ein zweifarbig gestaltetes Interieur von den Basismodellen unterschied.

Modelljahre 1995–2002[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lincoln Continental (1995)

1994 erschien die zunächst letzte Continental-Reihe. Sie hatte eine neu gestaltete, sehr strömungsgünstige Karosserie mit starker Ähnlichkeit zum Personal-Luxury-Coupé Continental Mark VIII. Technisch blieb die Verwandtschaft mit dem Ford Taurus bestehen. Mit dieser Generation kehrte Lincoln im Continental zu Achtzylindermotoren zurück; Standardmotorisierung war ein 4,6 Liter großer V8-Motor mit einer Leistung von 260 hp.

Continental X (seit 2016)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zehnte Generation
Lincoln Continental (seit 2016)

Lincoln Continental (seit 2016)

Produktionszeitraum: seit 2016
Karosserieversionen: Limousine
Motoren: Ottomotoren:
2,0–3,7 Liter
(192–298 kW)
Länge: 5115 mm
Breite: 1912 mm
Höhe: 1491–1492 mm
Radstand: 2994 mm
Leergewicht: 1892–2151 kg

Bereits auf der New York International Auto Show 2015 war eine Studie des neuen Lincoln Continental vorgestellt worden. Ein Jahr später wurde auf der North American International Auto Show das Serienmodell des Lincoln Continental präsentiert, das seit Ende verkauft wird.[9] Das Fahrzeug basiert auf der gleichen Plattform wie Ford Fusion, Lincoln MKZ und Lincoln MKS.[10] Die Ausrichtung geht in Richtung klassischer Luxus und soll mit viel Platz und Komfort auf den Rücksitzen und viel Chrom auch erstmals auf dem chinesischen Markt überzeugen.[11]

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2.0 (China) 3.0 V6 (China) 2.7 V6 (USA) 3.0 V6 (USA) 3.7 V6 (USA)
Bauzeitraum seit 11/2016
Motorkenndaten
Motortyp R4-Ottomotor V6-Ottomotor
Hubraum 1999 cm³ 2956 cm³ 2688 cm³ 2956 cm³ 3726 cm³
Verdichtungsverhältnis 9,7 : 1 9,5 : 1 10,5 : 1 9,5 : 1 10,5 : 1
max. Leistung bei min−1 192 kW (261 PS) / 5500 278 kW (378 PS) / 5500 250 kW (340 PS) / 5700 298 kW (405 PS) / 5750 227 kW (309 PS) / 6500
max. Drehmoment bei min−1 386 Nm / 2500 570 Nm / 2500 515 Nm / 3500 542 Nm / 2750 380 Nm / 2500
Kraftübertragung
Antrieb, serienmäßig Vorderradantrieb Allradantrieb Vorderradantrieb Allradantrieb Vorderradantrieb
Antrieb, optional (Allradantrieb) (Allradantrieb)
Getriebe, serienmäßig 6-Gang-Automatikgetriebe
Messwerte
Höchstgeschwindigkeit 229 km/h k. A.
Beschleunigung, 0–100 km/h 7,7 s 5,8 s k. A.
Kraftstoffverbrauch auf 100 km 8,5 Super 10,7 l Super 11,2 l Super
(11,8 l Super)
12,4 l Super 11,8 l Super
(12,4 l Super)
Tankinhalt 74 l 68 l

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lincoln Continental – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lincoln Continental. In: auto motor und sport. Abgerufen im 4. Juni 2009.
  2. Reinhard Lintelmann: 1000 Automobile - Geschichte - Klassiker - Technik. Naumann & Göbel, 2005, ISBN 3-625-10543-8, S. 284
  3. Oldtimer Markt. Gebrauchtwagenpreise 2011. 324.
  4. Langworth: Encyclopedia of American Cars 1930–1980, S. 416.
  5. Broschüre für die 1981er Lincoln Town Cars
  6. Geschichte des Unternehmens Andy Hotton Associates mit zahlreichen Abbildungen umgewandelter Lincoln-Modelle auf der Internetseite www.coachbuilt.com (abgerufen am 3. Oktober 2011).
  7. Dokumentation auf der Internetseite www.autobild.de vom 28. Dezember 2011. Dort werden die Autos unzutreffend als „Lincoln Town Car“ bezeichnet.
  8. Abbildung eines Givenchi-Continental in einem Verkaufsprospekt von 1984 auf der Internetseite www.lov2xlr8.no (abgerufen am 14. Januar 2018).
  9. Peter R. Fischer: American way of Luxus, in: AutoBild vom 13. Januar 2016.
  10. Karl Brauer: 2017 Lincoln Continental: A Full-Fledged Luxury Car Worthy Of The Classic Name auf Forbes.com vom 4. November 2016.
  11. http://www.lincoln.com/2017-continental/

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul R. Woudenberg: Lincoln and Continental 1946–1980 – The classic Postwar Years. Motorbooks International, Osceola WI (USA) 1993 (Neuauflage), ISBN 0-87938-730-0
  • Beverly Rae Kimes, Richard M. Langworth (Hrsg.): The Golden Anniversary of the Lincoln Motor Car 1921–1971. Automobile Quarterly, New York 1970
  • Richard M. Langworth: Encyclopedia of American Cars 1930–1980. Beekman House, New York 1984, ISBN 0-517-42462-2
  • Encyclopedia of American Cars from 1930. Hrsg. Consumer’s Guide, Publications International 1993, ISBN 0-7853-0175-5
  • G. Marshall Naul, R. Perry Zavitz (Hrsg.): The Specification Book For U.S. Cars 1930–1969. Motorbooks International, 1980, ISBN 0-87938-068-3
  • Jerry Heasley: The Production Figure Book For U.S. Cars. Motorbooks International, 1977, ISBN 0-87938-042-X
  • Tad Burness: American Car Spotter’s Guide, 1920–39. Motorbooks International, ISBN 0-87938-026-8
  • Tad Burness: American Car Spotter’s Guide, 1940–65. Motorbooks International, ISBN 0-87938-057-8
  • Tad Burness: American Car Spotter’s Guide, 1966–80. Motorbooks International, ISBN 0-87938-102-7
  • Tad Burness: American Car Spotter’s Guide, 1981–90. Motorbooks International, ISBN 0-87938-428-X
Zeitleiste der Lincoln-Modelle von 1970 bis heute
Typ 1970er 1980er 1990er 2000er 2010er
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7
Mittelklasse LS Zephyr / MKZ MKZ
Obere Mittelklasse Versailles Continental VII Continental VIII Continental IX MKS Continental
Oberklasse Continental V Continental VI / Town Car I Town Car II Town Car III
Personal Luxury Continental Mark III Continental Mark IV Continental Mark V Continental Mark VI Mark VII Mark VIII
SUV MKC
MKX MKX
Aviator MKT
Navigator I Navigator II Navigator III
Pick-up Blackwood Mark LT Mark LT