Lind (Rentweinsdorf)

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Lind (Rentweinsdorf)
Koordinaten: 50° 4′ 19″ N, 10° 48′ 15″ O
Höhe: 259 m ü. NHN
Einwohner: 101 (2014)[1]
Postleitzahl: 96184
Vorwahl: 09531
Wohnhaus in Lind
Wohnhaus in Lind

Lind ist ein Ortsteil der unterfränkischen Gemeinde Rentweinsdorf im Landkreis Haßberge.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt im östlichen Teil des Landkreises im Baunachgrund. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Rentweinsdorf, Treinfeld und Ebern. An dem Ort befindet sich die Bahnstrecke Breitengüßbach–Ebern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname bedeutet „bei der Linde“.[2] Die Erstnennung war 1199 indirekt, als Konrad von Lind als Zeuge in einer Urkunde des Präpositus der Kirche von Würzburg erwähnt wurde.[2] 1231 verkaufte Ludwig von Raueneck seine Güter in „Linthe“ der Kirche von Würzburg und erhielt diese als Lehen zurück. Die nächste Nennung folgte 1232 in der Teilungsurkunde des Würzburger Bischofs Hermann, in der Ebern von der Pfarrei Pfarrweisach getrennt wurde und unter anderem „Linthe“ zur Pfarrei Ebern kam. 1373 erhielten Apel und Eberhard Fuchs vier Teile des Zehnt in „Linde“ und 1446 Hans von Lichtenstein dreiviertel am Zehnt zu „Linth“.[2] Im Verlauf des Dreißigjährigen Kriegs war das Dorf ausgestorben.[3]

Im Jahr 1862 wurde die Landgemeinde Losbergsgereuth in das neu geschaffene bayerische Bezirksamt Ebern eingegliedert. Die Gemeinde bestand aus drei Orten, dem Hauptort Losbergsgereuth und zwei Weilern, dem 2,5 Kilometer entfernten Lind und dem 2,0 Kilometer entfernten Ottneuses. Die Gemeinde Losbergsgereuth zählte im Jahr 1871 154 Einwohner, von denen 76 Katholiken und 78 Protestanten waren, und 34 Wohngebäude. Lind hatte 41 Einwohner, die überwiegend Protestanten waren zur 1,0 Kilometer entfernten Pfarrgemeinde Rentweinsdorf gehörten, wo sich auch die Bekenntnisschule befand.[4] Im Jahr 1900 zählte der Ort 40 Einwohner und 9 Wohngebäude.[5] 1925 lebten in der 391,97 Hektar großen Gemeinde Losbergsgereuth 123 Personen, von denen 76 evangelisch waren, in 23 Wohngebäuden. Der Weiler Lind hatte 37 Einwohner und 6 Wohngebäude.[6] 1950 zählte Lind 58 Einwohner und 8 Wohngebäude. Die Katholiken gehörten zur Pfarrei Ebern.[7] 1970 waren es 92[8] und 1987 98 Einwohner sowie 22 Wohngebäude mit 31 Wohnungen.[9] Am 1. April 1971 war die Eingliederung Linds als Teil der Gemeinde Losbergsgereuth in die Gemeinde Rentweinsdorf. Am 1. Juli 1972 folgte im Rahmen der Gebietsreform die Auflösung des Landkreises Ebern und Lind kam mit Rentweinsdorf zum neuen Haßberg-Kreis.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lind (Rentweinsdorf) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerzahl von Sendelbach auf der Webseite von Rentweinsdorf
  2. a b c Werner Schmiedel: Landkreise Ebern und Hofheim. In: Historisches Ortsnamenbuch von Bayern. Unterfranken. Band 2: Landkreise Ebern und Hofheim. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1973, ISBN 3-7696-9872-X, S. 31.
  3. Entdecken, Erleben, Genießen – Verwaltungsgemeinschaft Ebern, September 2017, S. 51.
  4. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1293., urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  5. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1305. (Digitalisat).
  6. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1340. (Digitalisat).
  7. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1176. (Digitalisat).
  8. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 187. (Digitalisat).
  9. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 363. (Digitalisat).