Lindau Hauptbahnhof

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Lindau Hbf
Westflügel des Bahnhofsgebäudes, davor Abstellgleise
Westflügel des Bahnhofsgebäudes, davor Abstellgleise
Daten
Lage im Netz Kopfbahnhof
Bahnsteiggleise

8

Abkürzung

MLI (DB), L (ÖBB)

IBNR 8000230 (DB)
Kategorie

3

Eröffnung

1853

Profil auf Bahnhof.de Lindau_Hbf
Architektonische Daten
Baustil

Jugendstil

Lage
Stadt/Gemeinde

Lindau (Bodensee)

Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 47° 32′ 45″ N, 9° 41′ 2″ OKoordinaten: 47° 32′ 45″ N, 9° 41′ 2″ O
Höhe (SO) 398 m ü. NHN
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Bayern
i16

Lindau Hauptbahnhof, bis 15. Mai 1936 Lindau Stadt, ist der größte Bahnhof der Stadt Lindau (Bodensee) und gleichzeitig ihr einziger Fernverkehrshalt.

Weitere Stationen im Stadtgebiet sind der Haltepunkt Lindau-Aeschach und der Güterbahnhof Lindau-Reutin. Früher existierten außerdem noch Lindau-Siebertsdorf (bis 15. Mai 1936 Lindau-Zech),[4] Lindau Langenweg, Lindau Strandbad, Schönau, Oberreitnau und Rehlings.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof von der Hafenseite
Blick über die Gleisanlagen
alex mit Diesellok der Baureihe 223 im Hauptbahnhof Lindau

Der Lindauer Hauptbahnhof ist ein Kopfbahnhof und liegt auf der Insel Lindau in unmittelbarer Nachbarschaft des Lindauer Hafens. Das heutige Empfangsgebäude wurde zwischen 1913 und 1921 im barockisierenden Heimatstil errichtet und steht unter Denkmalschutz.[5]

Der Hauptbahnhof ist über einen circa 500 Meter langen und viergleisig ausgeführten Damm mit dem Festland verbunden. Der Damm und die etwa 500 Meter östlich verlaufende Straßenbrücke Landtorbrücke (meist Seebrücke) grenzen den sogenannten Kleinen See, der zwischen dem Stadtteil Aeschach und der Insel liegt, vom Bodensee ab. Westlich des Bahnhofes liegen ein kleiner Rangierbahnhof sowie das ehemalige Bahnbetriebswerk. Dessen zurückgebaute Anlagen werden heute noch zur Fahrzeugunterhaltung genutzt.

Die Bahnanlagen trennen die Hauptinsel von der Hinteren Insel. Jedoch führen eine Fußgängerbrücke und die Thierschbrücke für den Straßenverkehr über die Gleise. Im Zuge des Projekts Lindau 21 soll der Kopfbahnhof zwecks Flächengewinnung und Betriebsvereinfachung zurückgebaut und durch den umzubauenden Durchgangsbahnhof Lindau Reutin auf dem Festland ergänzt werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lindau ist der Endpunkt der von München über Kempten kommenden Allgäubahn. Ihr südöstlicher Abschnitt von Kempten nach Lindau wurde 1853 fertiggestellt. Von 1869 bis 1939 bestand ein Trajekt-Anschluss für Güterwagen nach Romanshorn und von 1873 bis 1899 nach Konstanz. Hier kam es am 21. Juli 1905 zu einem schweren Unfall: Durch einen Rangierfehler im (damaligen) Bahnhof Oberreitnau an der Allgäubahn geriet eine Reihe von Güterwagen abwärts, Richtung Bodensee, ins Rollen, durchfuhr den Hauptbahnhof Lindau und stürzte an dessen seeseitigem Ende in den Hafen, wobei auch Schalden des Trajekts beschädigt wurden.[6]

1899 wurde die Bodenseegürtelbahn über Friedrichshafen nach Radolfzell in Betrieb genommen, sie beginnt allerdings erst auf dem Festland im Stadtteil Aeschach. Die Vorarlbergbahn führt von Lindau über Bregenz, Dornbirn und Feldkirch nach Bludenz und wird von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) betrieben. Damit handelt es sich auch um einen Grenzbahnhof. Früher unterhielten die ÖBB im Lindauer Hauptbahnhof einen eigenen Fahrkartenschalter, dieser wurde durch den bis heute vorhandenen Fahrkartenautomaten ersetzt.

Die Strecke nach Bludenz wurde zum 14. Dezember 1954 elektrifiziert und ist bis heute die einzige elektrisch betriebene Bahnstrecke im Bahnknoten Lindau geblieben. Im Lindauer Hauptbahnhof sind hierfür die Gleise 1 bis 3 mit einer Oberleitung versehen. Auch Elektrolokomotiven der Schweizerischen Bundesbahnen erreichen planmäßig Lindau.

Bedienung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abfahrtstafel im Jahr 2005

Fernverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Schienenpersonenfernverkehr bietet die Eurocity-Linie 88 der DB regelmäßige Verbindungen von München über Lindau nach Zürich. Außerdem verkehrt täglich ein einzelnes Intercity-Zugpaar der deutschen Linie 32 von Münster (Westfalen) über Lindau nach Innsbruck. Bei den Eurocity- und Intercity-Zügen erfolgt in Lindau der Wechsel zwischen Diesel- und Elektrotraktion.

In früheren Jahren verkehrten auch Expresszüge (Ex) der ÖBB bis Lindau, unter anderem gab es Direktverbindungen in die österreichische Hauptstadt Wien. Heute enden beziehungsweise beginnen die österreichischen Fernzüge meist im benachbarten Bregenz.

Von Dezember 2010 bis Dezember 2013 wurde täglich ein Railjet nach Lindau durchgebunden. Der Gegenzug verkehrte bis Bregenz als Regionalexpress mit Halt in Lochau-Hörbranz, und ab Bregenz als Railjet nach Wien, da der Railjet auf der Strecke Lindau–Bregenz jeweils einen regelverkehrenden Regionalexpress bzw. eine regelverkehrende S-Bahn ersetzte.

Linie Verlauf Taktfrequenz
EC 88 München – Buchloe – Memmingen / Kempten – Lindau – Bregenz – St. Gallen – Winterthur – Zürich (– Basel SBB) 4 Zugpaare am Tag
IC 32 Münster – Gelsenkirchen – Duisburg – Köln – Koblenz – Mannheim – Stuttgart – Ulm – Lindau Innsbruck ein Zugpaar pro Tag

Mit der Fernverkehrsoffensive der Deutschen Bahn[7] soll der EC 88 bis spätestens 2030, frühestens aber nach der Elektrifizierung der Ausbaustrecke 48 (München – Lindau) durch einen zweistündlichen ICE 4-Verkehr ersetzt werden.

Zudem will die Deutsche Bahn auf der neuen Intercity-Linie 62 (Saarbrücken – Kaiserslautern – Mannheim – Heidelberg – Stuttgart – Ulm – Friedrichshafen – Lindau) mit neuen IC-2-Wagen voraussichtlich ab Dezember 2029 eine ebenfalls 2-Stündig befahrene touristisch orientierte Direktverbindung zwischen dem Saarland und der Bodenseeregion anbieten. Voraussetzung dafür ist die Elektrifizierung der Südbahn.

Ab 2020 sollen alle Fernverkehrszüge nicht mehr den jetzigen Hauptbahnhof, sondern einen im Zuge des Projekts Lindau 21 neu entstehenden Bahnhof im Stadtteil Reutin auf dem Lindauer Festland anfahren.

Regionalverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Schienenpersonennahverkehr wird der Lindauer Hauptbahnhof aus drei verschiedenen Richtungen bedient, als Besonderheit ist Lindau für alle Regionalzüge Endbahnhof. Ursächlich hierfür sind vor allem die verschiedenen Eisenbahnverkehrsunternehmen in der Region, nämlich DB Regio Allgäu-Schwaben und alex Richtung Bayern, DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee in Richtung Baden-Württemberg, sowie die ÖBB in Richtung Österreich.

In und aus Richtung Friedrichshafen verkehren stündlich Interregio-Express-Züge (IRE) die abwechselnd bis nach Ulm oder Stuttgart durchgebunden werden. Ergänzt werden sie durch stündlich angebotene Regionalbahnen (RB) die von und nach Friedrichshafen verkehren.

Jeden Morgen fährt ein Interregio-Express nach Singen (Hohentwiel) und eine Regionalbahn kommt aus Singen an.

Nach und aus Richtung Hergatz verkehren unter anderem der alex (bis 2010: Arriva-Länderbahn-Express) von und nach München sowie der Allgäu-Franken-Express als Regionalexpress (RE) von und nach Nürnberg. Ergänzend verkehren einzelne Regionalexpress-Züge von und nach Ulm über Kempten.

In selbige Richtung verkehren auch Regionalbahnen bis Kißlegg oder bis Aulendorf.

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) bieten Regionalexpress-Züge (REX) nach Bludenz beziehungsweise nach St. Margrethen in der Schweiz. Außerdem ist der Lindauer Hauptbahnhof Endhaltestelle der Linien 1 und 3 der S-Bahn Vorarlberg, welche die Regionalzüge (R) auf den Strecken der in Lindau endenden REX-Züge ersetzen.

Linie Verlauf Taktfrequenz
IRE Südbahn:
Lindau – Friedrichshafen Stadt Ravensburg – Aulendorf – Biberach – Ulm – (Plochingen – Stuttgart)
Stundentakt, zweistündlich bis Stuttgart
IRE Lindau – Friedrichshafen Stadt – Radolfzell – Singen – Schaffhausen – Waldshut – Basel Bad einzelne Züge
ALX Lindau – Hergatz – Oberstaufen – Immenstadt – Kempten – Kaufbeuren – Buchloe – München 2-Stunden-Takt
RE Allgäu-Franken-Express:
Lindau – Hergatz – Oberstaufen – Immenstadt – Kempten – Kaufbeuren – Buchloe – Augsburg – Nürnberg
2-Stunden-Takt
RE Lindau – Hergatz – Oberstaufen – Immenstadt – Kempten – Kaufbeuren – Buchloe – Augsburg 2-Stunden-Takt
RE Lindau – Hergatz – Oberstaufen – Immenstadt – Kempten – Bad Grönenbach – Memmingen – Ulm einzelne Züge
RE Lindau – Hergatz – Wangen – Kißlegg – Leutkirch – Memmingen einzelne Züge
REX Lindau – Bregenz – Dornbirn – Feldkirch – Bludenz – Innsbruck 2-Stunden-Takt
REX Lindau – Bregenz – Dornbirn – Feldkirch – Bludenz – Schruns 2-Stunden-Takt
REX Lindau – Bregenz einzelne Züge
RB Lindau – Wasserburg – Friedrichshafen Stadt (– Friedrichshafen Hafen) Stundentakt
RB Lindau – Hergatz – Wangen – Kißlegg – Bad Waldsee – Aulendorf 2-Stunden-Takt
RB Lindau – Hergatz – Wangen – Kißlegg – Leutkirch (– Memmingen) einzelne Züge
RB Lindau – Hergatz – Wangen – Kißlegg einzelne Züge
 S1  Lindau – Bregenz – Dornbirn – Feldkirch – Bludenz (– Schruns) Stundentakt
 S3  Lindau – Bregenz – St. Margrethen Stundentakt

Stadtverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Bahnhofsvorplatz verkehrt der Stadtbus Lindau mit den Linien 1 und 2, zeitweise auch mit Verstärkern der Linien 3 und 4, sowie der Schulbuslinie 31. Durch diesen ist der Hauptbahnhof mit allen Lindauer Stadtteilen und den Nachbargemeinden Bodolz-Enzisweiler und Weißensberg verbunden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harald Schönfeld: Insel-Idyll mit Verfallsdatum. Lindau Hbf – Erhalt oder Ende? In: eisenbahn magazin. Nr. 9/2012. Alba Publikation September 2012, ISSN 0342-1902, S. 30–34 (Artikel über Historie und Zukunftspläne des Inselbahnhofs).
  • Christian Wüst: Lummerland im Bodensee. In: Der Spiegel. Nr. 43/2014. SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG Oktober 2014, ISSN 0038-7452, S. 133 (online [abgerufen am 23. Oktober 2014]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Lindau (Bodensee) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten BD Augsburg
  2. Eintrag beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
  3. Hans Joachim Ritzau: Eisenbahn-Katastrophen in Deutschland. Splitter deutscher Geschichte. Bd.1: Landsberg-Pürgen 1979.
  4. Größte Kundenoffensive in der Geschichte des DB Fernverkehrs | DB Konzern. In: www.deutschebahn.com. Abgerufen am 12. Oktober 2015.