Lindau ZH

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ZH ist das Kürzel für den Kanton Zürich in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Lindauf zu vermeiden.
Lindau
Wappen von Lindau
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Zürich Zürich (ZH)
Bezirk: Pfäffikonw
BFS-Nr.: 0176i1f3f4
Postleitzahl: 8310 Grafstal
8310 Kemptthal
8312 Winterberg ZH
8315 Lindau
8317 Tagelswangen
UN/LOCODE: CH LIU (Lindau)

CH KEH (Kemptthal)
CH TWG (Tagelswangen)

Koordinaten: 693044 / 255458Koordinaten: 47° 26′ 36″ N, 8° 40′ 20″ O; CH1903: 693044 / 255458
Höhe: 519 m ü. M.
Höhenbereich: 454–593 m ü. M.[1]
Fläche: 11,99 km²[2]
Einwohner: 5585 (31. Dezember 2020)[3]
Einwohnerdichte: 399 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
20,9 % (31. Dezember 2020)[4]
Gemeindepräsident: Bernard Hosang (FDP)
Website: www.lindau.ch
Lindau ZH 01.JPG

Lage der Gemeinde
GreifenseePfäffikerseeKanton St. GallenKanton ThurgauBezirk BülachBezirk HinwilBezirk MeilenBezirk UsterBezirk WinterthurBaumaFehraltorfHittnauIllnau-EffretikonLindau ZHPfäffikon ZHRussikonWeisslingenWilaWildberg ZHKarte von Lindau
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Lindau ist eine politische Gemeinde im Bezirk Pfäffikon des Kantons Zürich in der Schweiz. Zu Lindau gehören die Dörfer Tagelswangen, [Mundartname: Taglischwang(e)[5], wohl im Anklang an den historischen Namen "Dagerschwang"], Winterberg, Grafstal, Kemptthal sowie die Weiler Eschikon und Kleinikon.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Silber eine ausgerissene grüne Linde mit Blattwerk

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild (1953)

Lindau liegt zwischen den Städten Winterthur und Zürich, auf der Wasserscheide zwischen Kemptthal und Glatttal. Sie gilt als Grenze zum Zürcher Oberland. Ein Drittel des Gemeindegebietes ist bewaldet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1467 1634 1792 1850 1900 1950 2000 2010
Einwohner ca. 125 181 900 1051 1627 1833 4072 5000

Die Bevölkerung verteilt sich auf die verschiedenen Dörfer: Lindau hat 830 Einwohner, Grafstal und Kemptthal 1486 Einwohner, Tagelswangen 2353 Einwohner und Winterberg 953 Einwohner. Das sind total 5622 Personen (Stand am 1. Januar 2018).[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist durch den Bahnhof Kemptthal an der Bahnstrecke Zürich–Winterthur und Busse der Verkehrsbetriebe Glattal erschlossen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die SVP hat 39,1 %, die SP 22,2 %, die FDP 14,9 %, die Grüne 7,3 %, die CVP 3,8 %, und die EVP 3,1 % der Wählerstimmen.

Gemeindepräsident ist Bernard Hosang (Stand Dezember 2017).[7]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1464 kam das Gebiet unter die Zürcher Herrschaft. Erst 1711 wurden die Dörfer zur Kirchgemeinde Lindau vereinigt, aus der später die politische Gemeinde hervorging. 1861 erstand Michael Maggi die Hammermühle im Kemptthal, sein Sohn Julius Maggi begründete hier 1869 die Maggi Werke. 2002 hat Nestlé das Maggi-Areal in Kemptthal, zusammen mit der Aromenproduktion, an Givaudan veräussert. Kurz darauf wurde die Suppen- und Bouillonproduktion nach Singen verschoben.[8]

Seit 2018 wird das ehemalige Maggi-Areal als «The Valley» vermarktet. Insgesamt sollen rund 1500 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Nebst Givaudan sind heute u. a. die Axa, das Kantonsspital Winterthur und das auf Fleischersatzprodukte spezialisierte ETH-Start-up Planted auf dem Areal eingemietet.[9][10] 2022 wollen Givaudan, der Maschinenbauer Bühler und die Migros den Cultured Food Innovation Hub eröffnen.[11] Die Gründung dieses Joint Ventures steht unter Vorbehalt der Zustimmung der Wettbewerbsbehörde.[12]

Der Strickhof, die Universität Zürich und die ETH Zürich betreiben zusammen in Lindau den Hauptstandort des Agrovet-Strickhofs und verrichten dort Forschung und Bildung im Bereich Agrar- und Veterinärwesen.[13]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lindau gibt es zwei Kirchen:

  • Die reformierte Kirche prägt das Ortsbild von Lindau.
  • Die katholische Kirche St. Josef steht im Ortsteil Grafstal und stammt aus dem Jahr 1928. Vor dem Bau der Kirche St. Martin (Illnau-Effretikon) war sie die Pfarrkirche; heute gehört die Kirche St. Josef zur Pfarrei St. Martin Illnau-Effretikon.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verein LindauLebt, Gemeinderat Lindau (Hrsg.): Die Gemeinde Lindau. Die neuere Geschichte: Gemeinde, Kirche, Schule (Band 2). Druckerei Wetzikon, Wetzikon 2013.
  • Hans Martin Gubler: Die Kunstdenkmäler des Kanton Zürich Band 3: Die Bezirke Pfäffikon und Uster. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1978 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 66). ISBN 3-7643-0991-1, S. 108–140.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lindau ZH – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS – generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021.
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021.
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  5. Heinz Gallmann: Zürichdeutsches Wörterbuch. 1. Auflage. Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2009, ISBN 978-3-03823-555-2, S. 670.
  6. lindau.ch: Lindau Online: Lindau in Zahlen, abgerufen am 27. Juli 2018.
  7. Gemeindepräsident Lindau In: Zürcher Oberländer. 30. März 2014. Abgerufen am 30. März 2014.
  8. André Müller: Givaudan verkauft einen Teil der alten Maggi-Fabrik in Kemptthal. In: nzz.ch. 26. Juni 2018, abgerufen am 5. Januar 2020.
  9. André Müller: Maggi-Areal in Kemptthal: The Valley nimmt langsam Form an. In: nzz.ch. 15. August 2019, abgerufen am 5. Januar 2020.
  10. Daniel Fritzsche: Poulet 2.0 – wie ein ETH-Startup mit falschem Fleisch unsere Ernährung revolutionieren will. In: nzz.ch. 15. August 2019, abgerufen am 5. Januar 2020.
  11. Givaudan, Bühler und Migros spannen bei pflanzlichem «Fleisch» zusammen. In: cash.ch. 15. September 2021, abgerufen am 15. September 2021.
  12. Andrea Martel: Matthew Robin: «Noch ist zellbasiertes Fleisch viel zu teuer». In: nzz.ch. 13. Juni 2022, abgerufen am 13. Juni 2022.
  13. Hauptstandort Lindau (ZH). AgroVet-Strickhof, abgerufen am 30. April 2021.