Linden (Hessen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Linden
Linden (Hessen)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Linden hervorgehoben

Koordinaten: 50° 32′ N, 8° 40′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Gießen
Höhe: 165 m ü. NHN
Fläche: 22,77 km2
Einwohner: 13.091 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 575 Einwohner je km2
Postleitzahl: 35440
Vorwahl: 06403
Kfz-Kennzeichen: GI
Gemeindeschlüssel: 06 5 31 012
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Konrad-Adenauer-Straße 25
35440 Linden
Website: www.linden.de
Bürgermeister: Jörg König (CDU)
Lage der Stadt Linden im Landkreis Gießen
NiederdorfeldenBiebertalWettenbergLollarStaufenberg (Hessen)Allendorf (Lumda)Rabenau (Hessen)Heuchelheim an der LahnGießenBuseckGrünberg (Hessen)FernwaldLinden (Hessen)LanggönsPohlheimReiskirchenLichHungenLaubachWetteraukreisVogelsbergkreisLandkreis Limburg-WeilburgLandkreis Limburg-WeilburgLandkreis Marburg-BiedenkopfLahn-Dill-KreisKarte
Über dieses Bild

Linden ist eine Kleinstadt im mittelhessischen Landkreis Gießen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linden liegt etwa 6 km südlich von Gießen. Im Norden grenzt Linden an die Kreisstadt Gießen, im Osten an die Stadt Pohlheim, im Süden an die Gemeinde Langgöns, sowie im Westen an die Gemeinde Hüttenberg (Lahn-Dill-Kreis).

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt besteht aus den Stadtteilen Großen-Linden und Leihgestern. Zu Großen-Linden gehören die Siedlungen Forst und Oberhof; zu Leihgestern zählen Mühlberg und das Gut Neuhof.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großen-Linden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hüttenberger Heimatmuseum im alten Ortskern von Leihgestern
St.-Peters-Kirche (Großen-Linden), romanisches Westportal, um 1230

Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Lorscher Codex. Danach wurde die Villa Lindun am 27. Februar 790 dem Kloster Lorsch geschenkt. Durch eine weitere Schenkung am 11. Juni 805 an das Kloster Lorsch wurde der Name Letkestre (Leihgestern) das erste Mal im Lorscher Codex erwähnt. Im frühen Mittelalter zählte Linden zum Niederlahngau und war im Besitz verschiedener Gaugrafen, bevor der Ort zur Zeit Ottos des Großen im 10. Jahrhundert schließlich in den Besitz der Grafen von Gleiberg kam. Im Jahre 1265 kam Linden an die Landgrafschaft Hessen, als Landgraf Heinrich I. Teile der einstigen Grafschaft Gleiberg mit Gießen von den Pfalzgrafen von Tübingen erwarb. Im Jahre 1347 wird in einer Urkunde dem Namen Linden erstmals das Großen vorangesetzt, um den Ort vom Nachbarort Lützellinden (heute Stadtteil von Gießen), zu unterscheiden.

Von 1396 bis 1585 war der Gerichtsbezirk Hüttenberg, ebenso wie das Gemeine Land an der Lahn, ein Kondominium der Landgrafen von Hessen und der Grafen von Nassau. In dieser Zeit war Großen-Linden Hauptort eines Gerichtsbezirks und es gab zwei Schultheiße in Großen-Linden. Wegen Unstimmigkeiten wurde der Gerichtsbezirk zwischen beiden Grafenhäusern 1585 aufgeteilt. Die Reformation wurde durch die Landgrafen von Hessen in deren Territorien ab 1527 betrieben, der erste evangelische Pfarrer in Großen-Linden ist 1546 belegt.

Großen-Linden erhielt entweder am 19. Februar 1605 von Ludwig IV. von Hessen-Marburg die Stadtrechte oder bereits zwischen 1561 und 1577. Urkundlich ist nachgewiesen, dass die Bürger Großen-Lindens im Gegensatz zu den anderen Orten des Hüttenbergs im Jahr 1577 keine Abgaben mehr entrichten mussten.[2]

Im Dreißigjährigen Krieg wurde der von Wall und Graben umgebene Ort wie alle Orte der Umgebung stark in Mitleidenschaft gezogen. Am Ende des Krieges waren etwa 40 von 130 Häusern der Stadt unbewohnt und es wurden etwa 400 Einwohner gezählt.

Im 18. Jahrhundert begann sich der bäuerliche Ort allmählich über die mittelalterlichen Ortsgrenzen hinaus auszudehnen, auch siedelte sich nun mehr Handwerk und Gewerbe an. 1712 erhielt die Stadt das Marktrecht, 1716 ist die erste von mehreren Gaststätten am Ort belegt, es gab bald mehrere Färbereien, eine Kalkbrennerei und gegen Ende des 18. Jahrhunderts auch Strumpfweber, Perückenmacher und Hosenschneider.

Nachdem die Napoleonischen Kriege um 1800 mit umfangreichen Truppeneinquartierungen zunächst der weiteren Entwicklung des Ortes hinderlich waren, ereignete sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts infolge der einsetzenden Industrialisierung und des Baus der Main-Weser-Bahn eine schwunghafte Entwicklung.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Großenlinden:

„Großenlinden (L. Bez. Giessen) Stadt; liegt 2 St. von Giessen, an dem Kleebach, so wie an der von Giessen nach Frankfurt ziehenden Chaussee, und ist theilweise noch mit einem Wallgraben umgeben. Der Ort hat 144 Häuser und 900 Einwohner, die bis auf 4 Katholiken und 40 Juden evangelisch sind, so wie 1 Kirche, 1 Schulhaus, 1 Rathhaus und 3 Mahlmühlen, womit 1 Oelmühle verbunden ist. Unter den Gewerben befinden sich mehrere Färbereien, die der Leinewand die dauerhafteste blaue Farbe geben und schon zu Ende des vorigen Jahrhunderts berühmt waren. In der Gemarkung befindet sich ein sehr vorzüglicher Torf. – Der Name der Linder Mark geht bis zu den Zeiten Carls des Großen, und zuweilen wird statt der Mark das Dorf Linden genannt, welches unstreitig das nachherige Großenlinden ist. Der Ort soll mit Festungswerken und einer Citadelle versehen gewesen, und solche, 1248, von der Landgräfin Sophie, als der Landstand zu Großenlinden, ihrem Sohne, Heinrich den Kinde, die Huldigung versagte, nebst den Burghäusern zerstört worden seyn. Diese Nachrichten möchten sich auf Hohenlinden zwischen Biedenkopf und Wetter beziehen. Auch hat sich bis jetzo die Sage erhalten, daß die Tempelherrn hier einen Sitz gehabt, und das Rathhaus bewohnt hätten. Im Jahr 1396 vertauschte Landgraf Hermann an seinen Schwager, den Grafen Philipp von Nassau, die Hälfte des Orts, gegen die Hälfte des Gerichts Kirchberg. Diese Gemeinschaft dauerte bis 1585, wo eine Abtheilung vorgenommen wurde, und Hessen unter andern den Flecken Großenlinden erhielt. Zu Großenlinden gehörten bis ins 16. Jahrhundert die Kapellen zu Leihgestern, Kleinlinden, Dornholzhausen, Hochelheim, Hörnsheim und Allendorf.“[3]

Der Eisenbahnbau brachte um 1848 viele Arbeiter nach Großen-Linden, weitere Arbeitsplätze boten das 1841 errichtete Braunsteinbergwerk, ein Kalkwerk und mehrere Zigarrenfabriken. Zwischen 1817 und 1900 verdoppelte sich die Einwohnerzahl auf über 1700 Einwohner, die alten strohgedeckten Häuser wurden ziegelgedeckt und der Ort wuchs in alle Richtungen. Die Bahnlinie war im späten 19. Jahrhundert schließlich der bestimmende Wirtschaftsfaktor der Region. Während die abseits der Bahn gelegenen Orte durch Ab- und Auswanderung einen Bevölkerungsverlust hinnehmen mussten, profitierten Großen-Linden und auch Leihgestern vom Zuzug aus dem Umland.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich das Bevölkerungswachstum durch den Zustrom von rund 1400 Flüchtlingen und Vertriebenen fort, wodurch die Stadt im Jahr 1949 fast 4000 Einwohner zählte. Durch die überwiegend katholischen Flüchtlinge entstand auch eine knapp 1000 Personen zählende katholische Gemeinde in dem bis in den Zweiten Weltkrieg fast rein evangelischen Ort. Zur dauerhaften Unterbringung der Flüchtlinge bedurfte es der Ausweisung von Neubaugebieten.

Linden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. Januar 1977 durch das Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen die Stadt Großen-Linden und die Gemeinde Leihgestern zur neuen Stadt Linden zusammengeschlossen.[4] Ortsbezirke wurden nicht gebildet.

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Linden lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[5][6]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Linden 12063 Einwohner. Darunter waren 805 (6,7 %) Ausländer, von denen 268 aus dem EU-Ausland, 321 aus anderen Europäischen Ländern und 216 aus anderen Staaten kamen.[10] Von den deutschen Einwohnern hatten 18,4 % einen Migrationshintergrund.[11] Die Einwohner lebten in 5691 Haushalten. Davon waren 2211 Singlehaushalte, 1413 Paare ohne Kinder und 1486 Paare mit Kindern, sowie 433 Alleinerziehende und 148 Wohngemeinschaften.[12]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen von Großen-Linden und ab 1977 der Stadt Linden

• 1502: 052 Männer[5]
• 1577: 114 Hausgesesse[5]
• 1648: 077 Männer[5]
• 1669: 434 Seelen[5]
• 1742: 004 Geistliche/Beamte, 110 Untertanen, 31 Junge Mannschaften, 12 Beisassen/Juden[5]
• 1791: 614 Einwohner[13]
• 1800: 662 Einwohner[14]
• 1806: 716 Einwohner, 136 Häuser[15]
• 1829: 900 Einwohner, 144 Häuser[3]
• 1867: 1195 Einwohner, 187 Häuser[16]
(Großen-)Linden: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2015
Jahr  Einwohner
1791
  
614
1800
  
662
1806
  
716
1834
  
968
1840
  
1.002
1846
  
1.131
1852
  
1.251
1858
  
1.174
1864
  
1.168
1871
  
1.216
1875
  
1.177
1885
  
1.269
1895
  
1.562
1905
  
1.916
1910
  
2.033
1925
  
2.407
1939
  
2.487
1946
  
3.682
1950
  
3.831
1956
  
4.010
1961
  
4.145
1967
  
4.479
1972
  
4.823
1976
  
9.774
1984
  
10.814
1992
  
11.493
2000
  
12.200
2004
  
12.339
2010
  
12.190
2015
  
12.700
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [5]; 1972:[17]; 1976:[18]; 1984:[19]; 1992:[20]; 2000:[21]; 2004:[22]; 2010:[23]
Ab 1976 einschließlich der im Zuge der Gebietsreform in Hessen eingegliederten Orte.

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• 1830: 856 evangelische, 4 römisch-katholische Einwohner, 40 Juden[5]
• 1961: 3191 evangelische, 832 römisch-katholische Einwohner[5]
• 2011: 5960 evangelische (= 49,6 %), 1980 katholische (= 16,5 %), 170 freikirchliche (= 1,5 %), 750 orthodoxe (= 6,3 %), 330 andersgläubig (= 2,7 %), 2 820 sonstige (= 23,5 %) Einwohner[24]

Erwerbstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[5]

• 1961: Erwerbspersonen: 196 Land- und Forstwirtschaft, 935 Prod. Gewerbe, 434 Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 345 Dienstleistungen und Sonstiges.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[25] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[26][27]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
     
Insgesamt 37 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 39,5 15 46,3 17 47,1 17 48,8 18
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 26,0 10 26,2 10 31,8 12 33,5 12
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 12,1 4 17,2 6 10,1 4 6,7 3
FW Freie Wähler 16,1 6 8,5 3 8,1 3 10,0 4
FDP Freie Demokratische Partei 6,2 2 1,8 1 2,9 1 1,0 0
Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 52,3 49,5 47,1 53,2

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

von Großen-Linden:

  • 1945–1948: Philipp Stengel (SPD)
  • 1948–1954: Friedrich Matheis (SPD)
  • 1954–1967: Albert Weigand (SPD)
  • 1967–1976: Reinhard Lang (SPD)

von Leihgestern:

  • 1842–1871 Johannes Heß (Vater)
  • 1871–1904 Johannes Heß (Sohn)
  • 1904–1933 Johannes Heß (Enkel)
  • 1934–1937 Hans Will
  • 1938–1945 Wilhelm Damm
  • 1945–1948 Wilhelm Funk (SPD)
  • 1948–1952 Karl Textor (SPD)
  • 1952–1956 Wilhelm Seipp (SPD)
  • 1956–1969 Karl Pfeffer (SPD)
  • 1969–1976 Helmut Jung (SPD)

Stadt Linden:

  • Januar bis Mai 1977: Reinhard Lang(SPD) - staatsbeauftragt
  • 1977–2013: Ulrich Lenz (CDU)
  • ab Juni 2013: Jörg König (CDU)[28]

Magistrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bürgermeister Jörg König (CDU),
  • Erster Stadtrat Norbert Arnold (CDU),
  • Thomas Altenheimer (CDU),
  • Gerhard Trinklein (CDU),
  • Reinhold Krapf (SPD),
  • Wolfgang Gath (SPD),
  • Petra Braun (FW),
  • Michael Wolter (Bündnis 90/Die Grünen),
  • Sven Deeg (FDP)

 Quelle:[29]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Linden
Blasonierung: „In Rot ein silberner, doppelköpfiger Kranich mit goldenen Schnäbeln, aufgelegt ein silbernes Wappen mit grüner Linde auf grünem Boden.“

Das Wappen wird durch zwei Merkmale geprägt, die stadtteilbezogene Aussagekraft haben: Die grüne Linde steht für den Stadtteil Großen-Linden und der doppelköpfige Kranich repräsentiert den Stadtteil Leihgestern. Zusammen ergeben diese Wahrzeichen das aktuelle Wappen der Stadt Linden, das seit 1980 offiziell geführt werden darf.[30]

Das Wappen der Stadt Großen-Linden (Wappenbeschreibung: „In silbernem Schild auf grünem Boden ein grüner Lindenbaum.“) wurde am 31. März 1955 durch den Hessischen Innenminister genehmigt.[31]

Jugendvertretung der Stadt Linden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jugendvertretung (kurz: JVL) in Linden ist zusammengesetzt aus Jugendlichen der Stadt, die von verschiedenen Vereinen und Organisationen aus Linden delegiert werden und soll die gesamte Jugend der Stadt Linden vertreten. Fasst die Jugendvertretung einen gültigen Beschluss, kann dieser dem Magistrat der Stadt Linden vorgelegt und dort erneut zur Abstimmung gestellt werden.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler in Linden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe Liste der Kulturdenkmäler in Linden (Hessen)

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romanische Kirche in Großen-Linden
Ev. Kirche in Leihgestern
  • Die Evangelische Kirche (St. Peter) in Großen-Linden entstand vermutlich im 10. oder 11. Jahrhundert und geht in ihrer heutigen Form auf das 12. oder 13. Jahrhundert zurück. Die Kirche weist ein reich mit Figurenreliefs geschmücktes romanisches Portal aus der Zeit um 1170 auf, das zu den wenigen romanischen Figurenportalen in Deutschland zählt. Die Kirche, der Kirchhof und das Rathaus sind von einer gemeinsamen Mauer umschlossen, die ihren Ursprung in einer mittelalterlichen Wehranlage hat.
  • Das Rathaus der Stadt wurde um 1230 erbaut und vielfach umgebaut. Ein bedeutender Umbau ereignete sich gemäß einer Bauinschrift im Jahr 1611, vermutlich stammt der Fachwerkaufbau des Gebäudes aus jenem Jahr.
  • Das evangelische Pfarrhaus in Großen-Linden wurde 1452 erbaut und gilt als das älteste Pfarrhaus in Oberhessen.
  • Die katholische Christkönig Kirche in Großen-Linden wurde 1954 eingeweiht. Ihr Bau war nötig geworden, nachdem durch den Zuzug von katholischen Flüchtlingen und Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg eine große katholische Gemeinde am Ort entstanden war.
  • Das Schulhaus wurde 1929 erbaut und fiel 1957 einem Großbrand zum Opfer, wonach es mit einem vereinfachten Dachaufbau wiederhergestellt wurde.
  • In Großen-Linden gibt es darüber hinaus mehrere renovierte historische Fachwerkgebäude unterschiedlicher Epochen.
  • Die Evangelische Kirche Leihgestern wurde am 9. August 1908 eingeweiht. Der spätgotische Turm stammt aus dem 15. oder 16. Jahrhundert
  • Das historische Wasserhaus Leihgestern (Wasserhochbehälter) wurde 1907 erbaut und 2010 restauriert.[32]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Stadtteil Großen-Linden ist das Musikcorps Großen-Linden zuhause. Größter Vereinserfolg war der Gewinn in den beiden Disziplinen Marsch und Show beim Wereld Muziek Concours 1974 in Kerkrade. Im Jahr 2005 konnte dort eine Goldmedaille mit Auszeichnung errungen werden. 2007 hat das Musikcorps Großen-Linden beim Internationalen Deutschlandpokal in Alsfeld in der Marschwertung der Brass Bands die höchste Punktzahl erreicht und gewann den Deutschlandpokal. In der Konzertwertung wurde der 2. Platz belegt, gefolgt vom eigenen Nachwuchs, dem Jugendmusikcorps Großen-Linden, das den 3. Platz bei der Konzertwertung errang.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein TV-Großen-Linden spielte in der Saison 1985/86 mit einer Damenmannschaft in der Tischtennisbundesliga.[33] In der 2. Handball-Bundesliga der Frauen spielte die TSG 1893 Leihgestern in der Saison 2004/2005. Das Turnteam des TV Großen-Linden startet seit 2014 in der 2. Bundesliga der Deutschen Turn-Liga (DTL). Zudem unterhält die Stadt ein Freibad.

Sonstige Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Burschenschaft „Einigkeit“ Großen-Linden
  • Karnevalverein Harmonien (KVH)
  • TSG 1893 Leihgestern, mit 2.200 Mitgliedern der größte Verein der Stadt
  • TSV Großen-Linden, spielt mit der ersten Fußballmannschaft in der Kreisoberliga
  • MSG Linden, spielt mit der 1. Herrenhandball-Mannschaft in der Landesliga Hessen

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marienmarkt, jedes Jahr im März (im Altstadtbereich von Großen-Linden)
  • Stadtfest, immer am zweiten Augustwochenende rund um das Rathaus
  • Nikolausmarkt, immer am ersten Adventwochenende im alten Ortskern von Leihgestern
  • Kirmes in Großen-Linden, am zweiten Juli-Wochenende
  • Neujahrskonzert des Musikcorps Großen-Linden, alle zwei Jahre im Januar in der Stadthalle Linden
  • Osterbeat/-tanz, jedes Jahr am Ostersonntag, durch die „Burschenschaft Einigkeit“ Großen-Linden

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Stadtgebiet führen die A 45 und die A 485, die sich am „Gießener Südkreuz“ queren. Des Weiteren existiert ein Bahnhof, der an der Main-Weser-Bahn liegt. Linden gehört dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) an.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Als erstes Unternehmen in dem Gewerbegebiet Lückebachtal wurde 1980 ein Großmarkt der Metro-Cash-&-Carry-Gruppe eröffnet.
  • Zu den größten Arbeitgebern der Stadt gehört Alternate, das größte deutsche Hardware-Versandunternehmen.
  • Die Uvensys GmbH, ein mittelständischer Internetdienstanbieter
  • Aktiv-Mietpark, ein Baummaschinen-Verleih
  • Niederlassung von Klarna, ein Zahlungsdienstleister

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anne-Frank-Schule ist eine schulformbezogene Gesamtschule mit Förderstufe und gymnasialen Eingangsklassen 5 und 6, einem Haupt- und Realschulzweig sowie einem Gymnasialzweig. Außerdem gibt es in beiden Stadtteilen jeweils eine Grundschule: In Leihgestern werden Grundschüler in der Wiesengrundschule aufgenommen, in Großen-Linden in die Burgschule.

Jugendräume der Stadt Linden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Linden hat im Gebäude der ehemaligen Katastrophenschutz-Zentralwerkstatt des Landes Hessen neue Jugendräume eingerichtet. Der Komplex ist in Kinder- und Jugendbereiche eingeteilt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Linden – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2019 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)  (Hilfe dazu).
  2. Schulte: Die Geschichte Großen-Lindens. 1990, S. 7–8.
  3. a b Georg Wilhelm Justin Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt August 1830, OCLC 312528126, S. 103 f. (Online bei google books).
  4. Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen (GVBl. II 330–28) vom 13. Mai 1974. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 17, S. 237 ff., § 10 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  5. a b c d e f g h i j Großen-Linden, Landkreis Gießen. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 24. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  6. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. Die Zugehörigkeit des Amtes Gießen anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866.
  8. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, OCLC 165696316, S. 6 (Online bei google books).
  9. Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 413 (online bei Google Books).
  10. Bevölkerung nach Staatsangehörigkeitsgruppen: Linden, Stadt. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Januar 2020.
  11. Migrationshintergrund in %: Linden, Stadt. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Januar 2020.
  12. Haushalte nach Familien: Linden, Stadt. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Januar 2020.
  13. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 170 (Online in der HathiTrust digital library).
  14. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 179 (Online in der HathiTrust digital library).
  15. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 218 (Online in der HathiTrust digital library).
  16. Ph. A. F. Walther: Alphabetisches Verzeichniss der Wohnplätze im Grossherzogtum Hessen. G. Jonghaus, Darmstadt 1869, OCLC 162355422, S. 32 (Online bei google books).
  17. Kommunalwahlen 1972; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 4. August 1972. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 33, S. 1424, Punkt 1025 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,9 MB]).
  18. Kommunalwahlen 1977; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 15. Dezember 1976. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1976 Nr. 52, S. 2283, Punkt 1668 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 10,3 MB]).
  19. Kommunalwahlen 1985; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 30. Oktober 1984. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1984 Nr. 46, S. 2175, Punkt 1104 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,5 MB]).
  20. Kommunalwahlen 1993; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 21. Oktober 1992. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1992 Nr. 44, S. 2766, Punkt 935 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,1 MB]).
  21. Gemeindedatenblatt: Linden. (PDF; 222 kB) In: Hessisches Gemeindelexikon. HA Hessen Agentur GmbH;
  22. Hessische Gemeindestatistik Ausgab2 2005. Hessisches Statistisches Landesamt
  23. Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 30. Juni 2010. (PDF; 552 kB) Hessisches Statistisches Landesamt, S. 11, archiviert vom Original am 7. Februar 2018; abgerufen am 20. März 2018.
  24. Religionszugehörigkeit: Linden, Stadt. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Januar 2020.
  25. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  26. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  27. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  28. Stadt Linden: Bekanntmachung des endgültigen Wahlergebnisses. Bürgermeisterwahl 2012. URL (Stand: 25. Feb 2012)
  29. Magistrat der Stadt Linden. In: Internetauftritt der Stadt Linden. Abgerufen am 10. April 2018.
  30. Linden auf der Website des Landkreises Gießen
  31. Genehmigung eines Wappens der Stadt Großen-Linden, Landkreis Gießen vom 4. August 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1955 Nr. 16, S. 1388, Punkt 426 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 395 kB]).
  32. Historisches Wasserhaus in Leihgestern
  33. Zeitschrift DTS, 1985/10 S. 14–15