Lindholz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Lindholz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Lindholz führt kein Wappen
Lindholz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lindholz hervorgehoben
Koordinaten: 54° 3′ N, 12° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Rügen
Amt: Recknitz-Trebeltal
Höhe: 14 m ü. NHN
Fläche: 39,92 km2
Einwohner: 641 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 16 Einwohner je km2
Postleitzahl: 18334
Vorwahlen: 038320, 038229
Kfz-Kennzeichen: VR, GMN, NVP, RDG, RÜG
Gemeindeschlüssel: 13 0 73 050
Adresse der Amtsverwaltung: Karl-Marx-Straße 18
18465 Tribsees
Webpräsenz: www.gemeinde-lindholz.de
Bürgermeister: Hartmut Kolschewski
Lage der Gemeinde Lindholz im Landkreis Vorpommern-Rügen
Rostock Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Altenpleen Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Klausdorf (bei Stralsund) Kramerhof Preetz (bei Stralsund) Prohn Saal (Vorpommern) Barth Divitz-Spoldershagen Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Karnin (bei Barth) Kenz-Küstrow Löbnitz (Vorpommern) Lüdershagen Pruchten Saal (Vorpommern) Trinwillershagen Bergen auf Rügen Buschvitz Garz/Rügen Gustow Lietzow Parchtitz Patzig Poseritz Ralswiek Rappin Sehlen Ahrenshoop Born a. Darß Dierhagen Prerow Wieck a. Darß Wustrow (Fischland) Franzburg Glewitz Gremersdorf-Buchholz Millienhagen-Oebelitz Papenhagen Richtenberg Splietsdorf Velgast Weitenhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) Wendisch Baggendorf Elmenhorst (Vorpommern) Sundhagen Wittenhagen Baabe Gager Göhren (Rügen) Lancken-Granitz Middelhagen Sellin Thiessow Zirkow Groß Kordshagen Jakobsdorf Kummerow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Neu Bartelshagen Niepars Pantelitz Steinhagen (Vorpommern) Wendorf Zarrendorf Altenkirchen (Rügen) Breege Dranske Glowe Lohme Putgarten Sagard Wiek (Rügen) Bad Sülze Dettmannsdorf Deyelsdorf Drechow Eixen Grammendorf Gransebieth Hugoldsdorf Lindholz Tribsees Ahrenshagen-Daskow Schlemmin Ribnitz-Damgarten Semlow Altefähr Dreschvitz Dreschvitz Gingst Hiddensee Kluis Neuenkirchen (Rügen) Neuenkirchen (Rügen) Rambin Samtens Schaprode Schaprode Trent (Rügen) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Binz Grimmen Marlow Putbus Putbus Sassnitz Stralsund Stralsund Süderholz Zingst Zingst ZingstKarte
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Lindholz ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Rügen. Die Gemeinde liegt etwa vierzig Kilometer östlich von Rostock im Amt Recknitz-Trebeltal. Die Gemeinde wurde durch den Zusammenschluss der Gemeinden Breesen, Böhlendorf und Langsdorf am 13. Juni 2004 gebildet.[2]

Der Gemeindename ist ein Kunstwort und ist abgeleitet von einem kleinen Waldgebiet - Flurname „Lindholz“.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lindholz liegt etwa sieben Kilometer südwestlich von Tribsees und südlich von Bad Sülze. Die durch das Gemeindegebiet verlaufende A 20 ist über die Anschlussstellen Bad Sülze und Tribsees (beide etwa sechs Kilometer entfernt) zu erreichen. Das Gemeindegebiet liegt zwischen den Niederungen der Trebel und der Recknitz, welche grob gesehen auch die West- und Ostgrenze bilden. Im Gemeindegebiet befinden sich mehrere kleine Waldgebiete, wie das Eichholz bei Böhlendorf. Im Osten, im Tal der Trebel, befindet sich das Naturschutzgebiet Sülzer Salinenmoor.

Gemeindestruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile von Lindholz

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lindholz gehörte bis 1933 zum Amt Rostock, dann zum Kreis Rostock (bis 1939) bzw. Landkreis Rostock (bis 1952). Nach der Gebietsreform von 1952 gehörte sie bis 1994 zum Kreis Ribnitz-Damgarten. Sie wurde durch den Zusammenschluss der Gemeinden Breesen, Böhlendorf und Langsdorf am 13. Juni 2004 gebildet.

Böhlendorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1298 erstmals urkundlich als Villa Bole-Dorpe erwähnt. Das Gut war im Besitz der Familien von Kardorff (1444–1650 und 1792–1945) und von der Lühe (bis 1789). Das Gutshaus stammt von nach 1648 und veränderte durch Umbauten seine Form. Es war nach 1945 u. a. Kindergarten, Schule und Büro des Volkseigenen Gutes. 1973 entstand in Böhlendorf das international anerkannte Institut für Kartoffelzüchtung.

Breesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Breesen wurde 1232 erstmals erwähnt. 1820 wurde an Breesen der Ort Carlsthal, mit dessen Glashütte angeschlossen, 1950 folgt der Ort Tangrim. Das Gut war u. a. im Besitz der Familien Moltke, von Behr (bis 1794) und von Schack. Erst seit 1976 ist der Ort an die zentrale Wasserversorgung angeschlossen.

Carlsthal (Lindholz)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carlsthal war vor 1780 lt. Schmettau-Karte noch nicht verzeichnet. In dem Messtischblatt (MTB) von 1880 ist bereits eine kompakte Ansiedlung am Rande des Trebelmoores vorhanden. Das Gut Breesen hatte hier 1820 eine Glashütte errichtet, diese wurde aber 1831 mit dem Gut Breesen in großherzoglichen Besitz überführt. Die Glashütte wurde aber bereits 1847 wieder geschlossen und aufgegeben.[3]

Eichenthal (Lindholz)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eichenthal wurde mit seiner Glashütte erst 1802 errichtet, vor 1780 war lt. Schmettau-Karte keine Ansiedlung vorhanden. Die Glashütte (genannt „Alte Hütte“) wurde aber bereits 1817 wieder geschlossen. Der Ort gehörte zum Gut Nütschow, wechselte aber wie dieses 1831 in großherzoglichen Besitz.[4]

Eichenthal blieb bis nach dem Krieg 1945 eine kleine Wohnsiedlung mit wenigen Gebäuden. Erst 1986 erweiterte sich der Ort durch den Troposphärenbunker Nr. 302 der NVA. Es ist ein Tiefbunker, der in den Abhang zum Trebelmoor gegraben wurde. Seit einigen Jahren (vor 2016) ist dieser Bunker mit dem Privatbesitzer begehbar.

Langsdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langsdorf trug um 1780 lt. Schmettau-Karte den Namen Mecklenburg Paß. Dieser lag mit einem Zoll- und Grenzgehöft 900 Meter westlich der Grenze zu Pommern (Preußen), die hier von der Trebel gebildet wurde. Großherzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg benannte 1816 diesen Ort in Langsdorf zu Ehren des Hofrats und Lehrers Karl Christian von Langsdorf. Diese Stelle war zu der Zeit weit und breit der einzige Übergang über das Trebeltal, das mit seinem breiten Moor sehr schlecht begehbar war.

Auf der Langsdorfer Seite der Grenze sind keine Befestigungen bekannt, auf pommerscher (preußischer) Seite lag seit 1648 die „Preußen-Pass-Schanze Tribsees“ mit einer Vorschanze östlich davon. Diese Befestigungen wurden noch bis in das 18. Jahrhundert (um 1759) genutzt. Später wurden auf beiden Seiten Chausseehäuser angelegt, die als Grenz- und Zollstationen dienten.

Langsdorf entwickelte sich bis 1920 zum langgezogenen Straßendorf mit einem kleinen Gutshof.

Hier war auch der Eisenbahn-Übergang über das Trebelmoor von Tribsees nach Bad Sülze. Heute kreuzt hier die Autobahn A 20 das Tal. Durch diese Baumaßnahmen sind keine Relikte der ehemaligen Grenzbauten mehr erhalten.

Früher wurde im Trebeltal (breites Moorgebiet) Torf gewonnen, heute wird hier Kies am Übergang vom Trebeltal zur Hochfläche gefördert.

Nütschow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nütschow war vor 1780 lt. Schmettau-Karte ein adliges Gut mit einer Holländerwindmühle. Als Vorwerk und spätere Pertinenz war 1802 Eichenthal mit seiner Glashütte angelegt worden.

Um 1880 wurde das Gut kompakt ausgebaut und das Dorf vergrößerte sich entlang der Straße. Nach der Bodenreform von 1945 verschwanden die Gutsbauten und einige der Katen wurden zu Neubauernhöfen ausgebaut, aber Nütschow verkleinerte sich weiter und erhielt später auch keine Agraransiedlungen der LPG.

Die Mühle von Nütschow hat sich über 200 Jahre erhalten. 1868 übernahm der Schmied Johann Hamann das Erbmühlengehöft, 1910 Übergang auf Otto Hamann. 1942 begann der Umbau zu einer Elektro-Mühle. Im Sommer 1945 zerstörte ein Orkan die gesamte Kappe einschließlich der Flügel. Die Reste standen dann noch bis in die 1970er bis 1980er Jahre.

Direkt neben dem Dorf verläuft heute die Bundesautobahn A 20.

Schabow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gut Schabow war im Besitz der Familien von Bassewitz (ab 1672), von Müller (ab 1804), von der Lühe (ab 1810) und Bornhoeft (1896–1916). Das Gut war bereits früh kompakt ausgebaut und lag mit einem ausgedehnten Park direkt an der Recknitz.

Nach der Bodenreform von 1945 blieb vom Gut bis heute nichts mehr übrig. Der Park ist zwar erhalten, aber verwildert. Im Dorf wurden Neubauernsiedlungen eingerichtet, aber später keine LPG-Bauten. Die Landwirtschaft von Schabow und Nütschow verlagerte sich komplett nach Böhlendorf.

Tangrim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tangrim weist mit den Resten einer slawischen Burganlage und einer spätmittelalterlichen Turmhügelburg auf eine durchgehende Besiedlung hin. Gutsbesitzer waren u. a. die Familien von Königsmark (ab 1736), von Güldner (ab 1755), von Storch (ab 1778), von Hövell (ab 1783), von Kahlden (ab 1787), von Kuylenstjern (ab 1825), Koenemann (ab 1830), Müller (ab 1845) und von Bülow (1847–1899).

Hauptartikel: Tangrim

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bei Tangrim existieren die Reste einer spätmittelalterlichen Turmhügelburg, einer Grenzbefestigung an der Grenze zwischen Mecklenburg und Pommern.
  • Turmhügel Böhlendorf
  • Slawischer Burgwall Tangrim
  • Großsteingrab Böhlendorf
  • Bronzezeitliche Hügelgräber Schabow und Tangrim

Personen, die vor Ort wirkten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • August Nicolaus Carl von Kardorff (1756–1820), Offizier in dänischen Diensten, wurde über seine Ehefrau Besitzer von Böhlendorf
  • Carl Emil von Kardorff (1795–1864), Verwaltungsjurist in dänischen Diensten und der letzte dänische Landdrost im Herzogtum Sachsen-Lauenburg stammte aus Böhlendorf
  • Radolf von Kardorff (1881–1967), deutscher Diplomat, stammte aus Böhlendorf
  • Hugo Seemann (1856–1932), Gutspächter von Breesen von 1890–1925, Ökonomierat 1915 und Ehrendoktor der Universität Rostock 1919
  • Karl Seemann (1886–1943), NSDAP-Ortsgruppenleiter in Böhlendorf von 1931 bis 1934

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marcelle und Fritz von Behr: Urkunden und Forschungen zur Geschichte des Geschlechts Behr, Gützkower Linie (Die Schwanenhälsigen). Band VII, Teil I und II, Bremen 1989.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lindholz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  3. Oeynhausen 1905 und Wendt 1996
  4. Oeynhausen 1905 und Wendt 1996
  5. Zur Troposhärenfunkzentrale 301: vgl. Bunker Wollenberg
  6. Bunker 302