Lindsey Buckingham

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Lindsey Buckingham, 2009

Lindsey Buckingham (* 3. Oktober 1949 in Palo Alto, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Rockmusiker und Komponist. Bekannt wurde er zusammen mit Stevie Nicks, vor allem durch ihre gemeinsame Zeit bei Fleetwood Mac.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buckingham wuchs in einer sportbegeisterten Familie in Nordkalifornien auf, sein Bruder ist der ehemalige Olympiateilnehmer und Weltrekordhalter im Schwimmen Greg Buckingham. Lindsey Buckingham spielte in seiner Schulzeit Wasserball und brach eine aussichtsreiche Sportkarriere ab, um Musiker zu werden.[1]

Seine Karriere als Rockmusiker begann er in der Acid-Rock-Band „Fritz“, die für dreieinhalb Jahre existierte, in Nordkalifornien eine lokale Anhängerschaft sammelte sowie Fans in Birmingham, Alabama hatte.[1] Bei „Fritz“ sang als einzige Frau der Band Buckinghams spätere Freundin Stevie Nicks.

Die Band brach auseinander und nach einem Abschlusskonzert in Birmingham schlossen sich Buckingham und Nicks als Duo unter dem Namen „Buckingham Nicks“ zusammen. Sie veröffentlichten 1973 eine gleichnamige LP, die erfolglos blieb, worauf ihre Plattenfirma Polydor sie noch während der Arbeit an einem zweiten Album vor die Tür setzte. Sie spielten weiterhin Live-Auftritte, mussten aber ihren Lebensunterhalt anderweitig verdienen, bis im Jahre 1975 ein Toningenieur ein Demoband von ihnen Mick Fleetwood vorlegte, einem der Gründer von Fleetwood Mac.[1]

Buckingham und Stevie Nicks traten unmittelbar darauf der Band bei. Mit Buckingham als Komponist und Arrangeur wurde Fleetwood Mac zu einer der erfolgreichsten Bands der 1970er Jahre weltweit. Er brachte einen musikalischen Einfluss aus Kalifornien in ihre Musik ein, wobei er Brian Wilson als seine Inspirationsquelle nennt.[1] Buckingham hatte maßgeblichen Anteil am Erfolg der Alben Fleetwood Mac (1975), Rumours (1977), Tusk (1979), Mirage (1982) sowie am 1987 erschienenen Album Tango in the Night.

Lindsey Buckingham (r.) und Stevie Nicks, 2003

Im Herbst 1981 veröffentlichte Lindsey Buckingham das Soloalbum Law and Order. Die Vorabsingle Trouble platzierte sich unter den Top 10 der US-Charts und auch in den deutschen Singlecharts (Platz 39). Weniger erfolgreich war sein Soloalbum Go Insane (1984).

Ende 1987 verließ er Fleetwood Mac nach deren Album Tango in the Night, um sich auf seine Soloprojekte zu konzentrieren, die allerdings nie so erfolgreich waren wie die Fleetwood-Mac-Alben. Anschließend folgte 1992 sein drittes Soloalbum Out of the Cradle mit den Singles Countdown (DE Platz 66) und ein Jahr später Soul Drifter (DE Platz 53).

Zwischen 2003 und 2006 arbeitete Buckingham an einem neuen Akustikgitarren-Album, das unter dem Titel Under the Skin im September 2006 erschienen ist. Auf dem Soundtrack des Films Elizabethtown war 2005 bereits ein neues Akustikstück Buckinghams namens Shut Us Down veröffentlicht worden. Im September 2008 erschien sein fünftes Album mit dem Titel Gift of Screws, im September 2011 folgte Seeds We Sow.

2017 erschien das Album Lindsey Buckingham Christine McVie, ein Feature mit der Fleetwood-Mac-Kollegin Christine McVie.

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Song Time Bomb Town ist im ersten Teil der Film-Trilogie Zurück in die Zukunft zu hören.

Sein Song Holiday Road ist ein Leitmotiv im Film National Lampoon’s Vacation (deutsche Fassung: Die schrillen Vier auf Achse) mit Chevy Chase und Beverly D’Angelo von 1983.

1987 war Buckingham auch als Produzent der Band The Dream Academy tätig.

Seit 2002 existiert Fleetwood Mac wieder in der Besetzung der späten 1970er Jahre, seit 2014 auch wieder mit Christine McVie. 2003 erschien das Album Say You Will. Von Lindsey Buckingham stammte unter anderem die erste Single-Auskopplung mit dem Titel Peacekeeper, die er ursprünglich auf einem Soloalbum veröffentlichen wollte.

Vielleicht einer der am meisten unterschätzten Musiker im Rockzirkus, gilt Lindsey Buckingham nicht nur als der „große Visionär der Rockmusik“, wie der Rolling Stone einmal titelte, sondern auch in Fachkreisen als exzellenter Gitarrist. Charakteristisch ist sein einmaliger, differenzierter Fingerpicking-Stil und das Spielen ohne Plektrum. Buckinghams Virtuosität und Können weisen ihn auch als erstklassigen Arrangeur, Komponisten und Produzenten aus.

Seit Februar 2000 ist er mit Kristen Messner verheiratet; das Paar hat drei Kinder.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Musiklabel
Chartplatzierungen[2] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1981 Law and Order
Elektra 561
300! 300! 300! 300! 32
(24 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. Oktober 1981
Produzenten: Lindsey Buckingham, Richard Dashut
1984 Go Insane
Elektra 60363
300! 300! 300! 300! 45
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. Juli 1984
Produzenten: Lindsey Buckingham, Gordon Fordyce
1992 Out of the Cradle
Reprise 26182
300! 300! 300! 51
(1 Wo.)
128
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 16. Juni 1992
Produzenten: Lindsey Buckingham, Richard Dashut
2006 Under the Skin
Reprise 44359
300! 300! 300! 300! 80
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. Oktober 2006
Produzenten: Lindsey Buckingham, Rob Cavallo
2008 Gift of Screws
Reprise 512970
300! 300! 300! 59
(1 Wo.)
48
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 15. September 2008
Produzenten: Lindsey Buckingham, Rob Cavallo
2011 Seeds We Sow
Mind Kit 0001
300! 300! 300! 82
(1 Wo.)
45
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 6. September 2011
Produzent: Lindsey Buckingham
2017 Lindsey Buckingham / Christine McVie
Atlantic 560943
27
(… Wo.)
75
(… Wo.)
29
(… Wo.)
5
(… Wo.)
17
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 9. Juni 2017
mit Christine McVie
Produzenten: Lindsey Buckingham,
Mitchell Froom, Mark Needham

weitere Studioalben

  • 1973: Buckingham Nicks (als Buckingham Nicks, mit Stevie Nicks; Polydor 5058; VÖ: 5. September)

Livealben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Musiklabel
Chartplatzierungen[2] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
2008 Live at the Bass Performance Hall
Reprise
300! 300! 300! 300! 186
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. März 2008
Produzenten: Lindsey Buckingham, Rob Cavallo

weitere Livealben

  • 2011: Songs from the Small Machine: Live in L. A. (Mind Kit 2391; VÖ: 1. November)
  • 2012: One Man Show (13 Files, nur Download; VÖ: 13. November)

Sonstige Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1976: Innerview (Series #19 Show #1) (Interview-Album)
  • 1992: Words and Music: A Retrospective (Promo-Kompilation; Reprise 5482; VÖ: Juni)

Alben mit Fleetwood Mac[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Fleetwood Mac/Diskografie

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[2] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1981 Trouble
Law and Order
39
(11 Wo.)
16
(4 Wo.)
300! 31
(7 Wo.)
9
(19 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1981
Autor: Lindsey Buckingham
1983 Holiday Road
National Lampoon’s Vacation (OST)
300! 300! 300! 300! 82
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juli 1983
vom Soundtrack des Films Die schrillen Vier auf Achse
Autor: Lindsey Buckingham
1984 Go Insane
Go Insane
300! 300! 300! 300! 23
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juli 1984
Autor: Lindsey Buckingham
1992 Countdown
Out of the Cradle
66
(8 Wo.)
300! 300! 300! 300! Erstveröffentlichung: August 1992
Autor: Lindsey Buckingham
1993 Soul Drifter
Out of the Cradle
53
(10 Wo.)
300! 300! 300! 300! Erstveröffentlichung: Dezember 1992
Autor: Lindsey Buckingham

weitere Singles

  • 1982: It Was I (VÖ: Februar)
  • 1982: The Visitor (Bwana) (VÖ: März)
  • 1982: Mary Lee Jones (VÖ: Mai)
  • 1983: Dancin’ Across the U. S. A.
  • 1984: Slow Dancing (VÖ: November)
  • 1992: Wrong
  • 1993: Don’t Look Down
  • 1996: Twisted (mit Stevie Nicks)
  • 2008: Did You Miss Me
  • 2008: Gift of Screws EP (5 Files)
  • 2008: Love Runs Deeper
  • 2011: In Our Own Time
  • 2011: When She Comes Down
  • 2011: That’s the Way That Love Goes
  • 2011: Illumination
  • 2011: End of Time

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Cameron Crowe: The True Life Confessions of Fleetwood Mac. In: Rolling Stone, 24. März 1977, Ausgabe 235
  2. a b c Chartquellen: DE AT CH UK Billboard Hot 100 Billboard 200

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]