Lingenfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Lingenfeld
Lingenfeld
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Lingenfeld hervorgehoben
Koordinaten: 49° 15′ N, 8° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Germersheim
Verbandsgemeinde: Lingenfeld
Höhe: 104 m ü. NHN
Fläche: 15,26 km2
Einwohner: 5728 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 375 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67360
Vorwahl: 06344
Kfz-Kennzeichen: GER
Gemeindeschlüssel: 07 3 34 017
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 60
67360 Lingenfeld
Webpräsenz: www.lingenfeld.de
Ortsbürgermeister: Erwin Leuthner (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Lingenfeld im Landkreis Germersheim
Wörth am Rhein Germersheim Zeiskam Ottersheim bei Landau Knittelsheim Bellheim Scheibenhardt Berg (Pfalz) Hagenbach Neuburg am Rhein Jockgrim Neupotz Hatzenbühl Rheinzabern Steinweiler Erlenbach bei Kandel Kandel (Pfalz) Winden (Pfalz) Vollmersweiler Freckenfeld Minfeld Leimersheim Kuhardt Rülzheim Hördt Schwegenheim Lingenfeld Freisbach Weingarten (Pfalz) Westheim (Pfalz) Lustadt Baden-Württemberg Frankreich Speyer Rhein-Pfalz-Kreis Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der PfalzKarte
Über dieses Bild

Lingenfeld ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde. Lingenfeld ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Lingenfeld gehören die Wohnplätze Brünnelberg, Flugplatz, Kattenbuckel, Vorwerk Friedrich und Im Erholungsgebiet.[3]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lingenfeld liegt in der Oberrheinebene, in der Südpfalz, zwischen dem Fluss Rhein im Osten und der Deutschen Weinstraße westlich der Gemeinde. Der Ort ist mit 104 Metern höher gelegen als die umliegenden Gemeinden am Rhein, deshalb kann Hochwassergefahr nahezu ausgeschlossen werden. Allerdings verursachte der alte Rheinlauf in den vergangenen Jahrhunderten durch Unterspülung des Hochufers den Verlust von ca. 250 Hektar Land.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn (beginnend bei 12 Uhr): Schwegenheim, Römerberg (Pfalz), Philippsburg (auf der anderen Rheinseite in Baden-Württemberg), Germersheim, Lustadt und Westheim (Pfalz).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Lingenfeld stammt entweder von einer Siedlung „am langen Feld“ oder von „Feld des Lango“ oder Lingo.[4] Die erste Erwähnung fand der Ort in einer Urkunde von 1063 als „Lengenveld“.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Lingenfeld, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1480 ca. 180
1530 ca. 180
1705 ca. 260
1742 ca. 500
1771 ca. 585
Jahr Einwohner
1815 1.249
1835 1.357
1871 1.602
1905 1.833
1939 2.444
1950 2.856
Jahr Einwohner
1961 3.518
1970 3.769
1987 4.084
1997 5.144
2005 5.366
2015 5.728

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 waren 49,7 Prozent der Einwohner katholisch und 21,6 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[5] Im Jahr 1890 waren von den damals 1662 Einwohnern 1539 katholisch (93 Prozent), 101 evangelisch (6 Prozent) und 32 waren Israeliten (2 Prozent).

Seit dem Jahr 2013 gehören die Lingenfelder Katholiken nicht mehr zu einer eigenständigen Pfarrei, sondern haben sich mit den Katholiken aus Germersheim, Westheim und Schwegenheim zur Projektpfarrei Germersheim zusammengeschlossen.[6]

Die Protestanten bilden mit den Westheimer Protestanten die Protestantische Kirchengemeinde Westheim-Lingenfeld.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Lingenfeld besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[7]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 7 9 6 22 Sitze
2009 7 8 7 22 Sitze
2004 7 9 6 22 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Bürgermeister Partei
1945 Friedrich Rembor
1945–1960 Alfons Detzel CDU
1960–1969 Herbert Dickerhof WG
1969–1981 Hugo Fröhlig CDU
1981–1999 Alban Gutting CDU
1999–2009 Hans-Jürgen Wallat CDU
seit 2009 Erwin Leuthner CDU

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Von Gold und Rot durch einen mit drei schwarzen Spitzen spickelweise gestückten silbernen Schräglinksbalken geteilt, oben rechts ein schwarzer Großbuchstabe L, unten links schräggelegt ein nach oben gewölbtes silbernes Pflugmesser (Kolter, Sech)“.

Es wurde 1964 vom Mainzer Innenministerium genehmigt.[8]

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 16. April 1972 wurde zwischen den Gemeinden Torcy (Frankreich) und Lingenfeld die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Lingenfeld

Lingenfelder Rathausplatz mit Ortsgemeinderathaus, Verbandsgemeinderathaus sowie einer örtlichen Bank (v. l.)

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lingenfelder Naherholungsgebiet Altrhein mit Baggerseen und ausgedehnten Auenlandschaften bietet Möglichkeiten zum Schwimmen, Paddeln, Fahrradfahren und spazieren gehen. In Lingenfeld befinden sich mehrere Hotels.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der alte pfälzische Brauch der Kirchweih wird alljährlich am dritten Wochenende im September auf dem Rathausplatz als „Lingenfelder Kerwe“ gefeiert.
  • Am letzten Wochenende im Juli findet alljährlich das „Lingenfelder Straßenfest“ statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lingenfeld liegt an der Bundesstraße 9. Von hier können über die zwei Lingenfelder Ausfahrten, eine im Norden und eine im Süden des Dorfes, die Städte Speyer, Mannheim, Karlsruhe und Heidelberg innerhalb von etwa 30 Minuten erreicht werden. Vom Bahnhof Lingenfeld erreichen Reisende auf der Schiene in etwa 35 Minuten Mannheim und Ludwigshafen sowie in der entgegengesetzten Richtung Karlsruhe.

Seit der Anbindung Lingenfelds an die S-Bahn RheinNeckar können Fahrgäste umsteigefrei nach Ludwigshafen, Mannheim und Heidelberg fahren. Der Haltepunkt Lingenfeld liegt am nordöstlichen Rand der Gemeinde Lingenfeld in der Altspeyerer Straße und der Bahnstrecke Schifferstadt–Wörth. Er entstand 1870 beim Bau des Streckenabschnitts Speyer-Germersheim. Hier verkehrt die S-Bahn RheinNeckar mit den Linien S3 und S4.

Lingenfeld gehört dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar und dem Karlsruher Verkehrsverbund an.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Sitz der Verbandsgemeinde beherbergt Lingenfeld auch deren Verwaltung im Rathaus an der Hauptstraße 60.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfons Detzel, Altbürgermeister
  • Hugo Fröhlig, Altbürgermeister
  • Karl Lösch († 2008), Unternehmer
  • Alban Gutting, Altbürgermeister

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lingenfeld – Sammlung von Bildern
 Wikisource: Lingenfeld – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. a b Regionaldaten Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz - Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, S. 94
  4. Georg Heeger: Die germanische Besiedlung der Vorderpfalz an der Hand der Ortsnamen. S. 30
  5. KommWis, Stand: 31. Dezember 2012
  6. Projektpfarrei Germersheim
  7. Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz
  8. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Gräber, Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.