Lipjan

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Lipjan/Lipjani1
Lipljan/Липљан2
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Lipjan (Kosovo)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Kosovo3
Bezirk: Pristina
Gemeinde: Lipjan
Koordinaten: 42° 31′ N, 21° 7′ OKoordinaten: 42° 31′ 20″ N, 21° 7′ 27″ O
Höhe: 563 m ü. A.
Einwohner: 6.870 (2011)
Telefonvorwahl: +383 (0) 38
Postleitzahl: 14000
Kfz-Kennzeichen: 01
1 albanisch (unbestimmte / bestimmte Form),
2 serbisch (lateinische / kyrillische Schreibweise)
3 Die Unabhängigkeit des Kosovo ist umstritten. Serbien betrachtet das Land weiterhin als serbische Provinz.

Lipjan (albanisch auch Lipjani, serbisch Липљан/Lipljan) ist eine Kleinstadt im Zentrum des Kosovo und Amtssitz der gleichnamigen Gemeinde.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf albanisch heißt die Stadt Lipjan in der unbestimmten Form und Lipjani in der bestimmten Form. Ebenfalls sind die Namensvarianten Lypjan bzw. Lypjani gebräuchlich. Der serbische Name lautet Lipljan (kyrillische Schreibweise: Липљан). Im Türkischen wird die Stadt Liplan genannt.

Der Ortsname geht unmittelbar auf die nahe gelegene römische Stadt Ulpiana zurück. Jedoch hat sich aus dem ul- kein o- entwickelt, wovon anhand entsprechender Lautregeln auszugehen wäre (wie Ulcinium > altserbisch Ocinj), vielmehr wurde das Toponym durch die Slawen volksetymologisch mit lipa (deutsch „Lindenbaum“) identifiziert und daran angepasst, denn der Akzent spricht gegen eine direkte Herleitung aus lipa.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lipjan liegt im südlichen Teil des Amselfeldes, der zentralen Ebene des Kosovo. Die Hauptstadt Pristina ist im Norden rund dreizehn Kilometer entfernt, die Großstadt Ferizaj im Süden rund siebzehn Kilometer.

Durch das Gemeindegebiet verläuft eine wichtige Schienenverbindung, die regelmäßig von Personen- und Güterzügen der Hekurudhat e Kosovës (Kosovo-Eisenbahn) bedient wird. Ab Fushë Kosova gibt es weiterführende Anschlussstrecken u. a. zur Hauptstadt Pristina.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unweit der heutigen Stadt lag in der Antike die römische Stadt Ulpiana. Die Römer benannten die dardanische Siedlung nach dem römischen Kaiser Marcus Ulpius Trajanus, bekannt als Trajan, unter dessen Herrschaft das Römische Reich seine größte Ausdehnung erlebte. In der ersten Hälfte des 2. Jh. Wurde die Siedlung als municipium Ulpianum, res publica Ulpiana mit dem römischen Stadtrecht ausgestattet.

Erzbistum von Ohrid mit seinen Bischofssitzen um 1019.

Im Jahr 1018 wird der Ort als Lypenion in einem griechischen Text erwähnt. Darin wird die Stadt dem bulgarischen Erzbistum Ohrid zugeordnet. [2]

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts gründete der serbische König Stefan Uroš II. Milutin (1282–1321) das serbisch-orthodoxe Kloster Gračanica als Sitz für den Bischof von Lipljan. Im Juli 2006 wurde es in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

1455 fiel die Region von Kosovo und damit auch Lipljan unter osmanische Herrschaft.

In Staro Gracko, einem Dorf in der Nähe von Lipjan, ereignete sich am 13. Juli 1999 das Massaker von Staro Gracko, bei dem vierzehn serbische Bauern ermordet wurden.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lipjan leben 6870 Einwohner (Volkszählung 2011). Davon sind 5864 (85,36 %) Albaner, 518 (7,54 %) Roma und Aschkali, 452 (6,58 %) Serben, 8 Bosniaken, 6 Goranen sowie 3 Türken. 13 Personen gaben eine andere ethnische Zugehörigkeit an.[3]

Stadtpark in Lipjan
Bevölkerungsentwicklung[4]
Volkszählung 1948 1953 1961 1971 1981 1991 2011
Einwohner 1479 1759 2415 4238 6065 9047 6870

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Autobahn östlich von Lipjan

In einer Länge von 20 Kilometern wurde am 31. Dezember 2016 die Autostrada R 6 von Pristina über Lipjan nach Babush i Muhaxherëve für den Verkehr freigegeben.[5]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist überwiegend landwirtschaftlich orientiert. Nach dem Konflikt 1999 sind die meisten Unternehmen nicht mehr funktionsfähig. Viele Geschäfte und Restaurants wurden in der Stadt neu gebaut, trotzdem sind etwa 80 % der Bevölkerung nach wie vor immer noch arbeitslos.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lipljan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Petar Skok, M. Deanović, Ljudevit Jonke, Valentin Putanec: Etimologijski rječnik hrvatskoga ili srpskoga jezika. Jugoslavenska akademija znanosti i umjetnosti, 1971, ISBN 978-86-407-0064-1, S. 305 f. (archive.org [abgerufen am 7. Mai 2018]).
  2. Collective: Greek Sources about Bulgarian History (GIBI), volume VI (Bulgarian, Greek). Bulgarian Academy of Sciences Press, Sofia 1965, S. 44.
  3. Ethnic composition of Kosovo 2011. In: pop-stat.mashke.org. Abgerufen am 1. Januar 2018.
  4. Kosovo censuses. In: pop-stat.mashke.org. Abgerufen am 6. Mai 2018.
  5. Kështu duket Autostrada “Arbën Xhaferi” (Foto). In: ekonomiaonline.com. Ekonomia Online, 31. Dezember 2016, abgerufen am 25. August 2017 (albanisch).