Lisa Badum

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Lisa Badum (2017)

Lisa Hildegard Badum (* 2. Oktober 1983 in Forchheim) ist eine deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen), die im September 2017 in den 19. Deutschen Bundestag gewählt wurde.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Badum besuchte von 1990 bis 1994 die Anna-Volksschule in Forchheim. Nach dem Abitur im Jahr 2003 am dortigen Ehrenbürg-Gymnasium begann sie im selben Jahr ein Studium der Politikwissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, welches sie 2010 erfolgreich abschloss. Sie verbrachte zwei Semester ihres Studiums in Thessaloniki in Griechenland.[2][3]

Badum ist römisch-katholischer Konfession.

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits als Jugendliche engagierte sich Badum bei der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes.[3] An der Otto-Friedrich-Universität Bamberg setzte Badum ihr Engagement fort, u. a. als Senatorin und als Begründerin des gleichstellungspolitischen Referats.

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Grüne Hochschulgruppe und die Bundestagsabgeordnete Ursula Sowa kam sie 2005 zu Bündnis 90/Die Grünen. Seit Mai 2008 ist sie Kreisrätin für den Landkreis Forchheim. Seit 2012 ist sie Mitglied des erweiterten Landesvorstandes und seit 2014 Sprecherin des Landesarbeitskreis Frauen.

Von 2010 bis zum Herbst 2013 arbeitete Badum als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Wahlkreisbüro von MdB Uwe Kekeritz in Fürth. Von 2012 bis zu ihrer Wahl in den Bundestag 2017 war sie im Bereich Bürgerenergie bei dem grünen Energieversorger Naturstrom tätig.[2][3]

Von 2016 bis 2018 war sie Bezirksvorsitzende der Grünen Oberfranken.[4]

Bundestag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2008 wurde sie als grüne Direktkandidatin für die Bundestagswahl 2009 für den Wahlkreis 236 (Bamberg-Forchheim) nominiert und auf Platz 15 der bayerischen Landesliste gewählt, verpasste jedoch den Einzug in den Bundestag. Auch bei der Bundestagswahl 2013 gelang ihr das auf Platz 13 der Landesliste nicht. Bei der Bundestagswahl 2017 trat sie erneut als Direktkandidatin im Wahlkreis 236 und auf Platz 11 der Landesliste von Bündnis 90/Die Grünen Bayern an. Wegen zu kompensierender Überhangsmandate der CSU erhielt sie ein Ausgleichsmandat und zog in den Bundestag ein.[5]

Als Mitglied des Deutschen Bundestags ist Badum ordentliches Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie.[6] Sie ist klimapolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.[7]

Politische Schwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationalpark Steigerwald

Ihr politischer Schwerpunkt in Bayern richtet sich auf die Umwandlung eines Teils des Naturparks Steigerwald in einen Nationalpark.[8] Sie ist Mitglied im Verein „Nationalpark Steigerwald“[9] und unterstützt auch das Bündnis „Steigi Bleibt“.[10]

Weitere

Im Zuge ihrer Tätigkeit bei einem grünen Energieversorger setzte sich Badum politisch verstärkt für die „Bürgerenergiewende“ ein. Seit 2014 ist sie Mitglied des Vorstands bei Bürgerenergie Bayern. Seit 2016 ist sie Sprecherin des Bezirks Oberfranken und Sprecherin des Landesarbeitskreis Energie. Sie setzt sich besonders für den Ausbau der erneuerbaren Energien durch eine bürgernahe Energiewende,[11] für die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Treibhausgasen und für einen CO2-Preis[12] ein. Im Februar 2019 schlug sie die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg für den Friedensnobelpreis vor.[13] In der Corona-Krise setzt sich Badum für das Überleben der Brauereigaststätten in Oberfranken ein, da diese als Mischbetriebe teilweise durch die Corona-Hilfen fielen.[14] Kurzzeitig in Kritik geriet Badum für die Teilnahme als parlamentarische Beobachterin an Protesten von "Alle Dörfer bleiben"[15], da eine Berliner Ortsgruppe von Ende Gelände vom Bundesamt für Verfassungsschutz als „linksextremistisch beeinflusst“ eingestuft wurde.[16]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für ihr kommunal- und gleichstellungspolitisches Engagement wurde Badum 2015 mit dem Helene-Weber-Preis ausgezeichnet, der ihr von Familienministerin Manuela Schwesig überreicht wurde.[1]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lisa Badum ist Mitglied bei Terre des Femmes, Bund Naturschutz, Bürgerenergie Bayern, Verein Nationalpark Nordsteigerwald, Energie- und Klimaallianz Forchheim und der Bürgerinitiative pro Wiesenttal ohne Ostspange.[17] Badum gehört zu den Unterzeichnern des Aufrufes #AlleDörferBleiben.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lisa Badum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Wahl zum 19. Deutschen Bundestagin Bayern am 24. September 2017. (PDF) Vorläufiges Ergebnis. In: bayern.de. Bayerische Landesamt für Statistik, September 2017, archiviert vom Original am 26. September 2017; abgerufen am 25. September 2017.
  2. a b Jung und kampferprobt: Lisa Badum will in den Bundestag, nordbayern.de, abgerufen 26. Oktober 2017.
  3. a b c Tobias Baier: Lisa Badum. In: Aus dem Hintergrund. 25. Januar 2018, abgerufen am 25. Januar 2018.
  4. Thorsten Gütling: Bauer und Schmid führen Oberfrankens Grüne. In: nordbayern.de. Verlag Nürnberger Presse, 18. Oktober 2018, abgerufen am 20. März 2019.
  5. Anna Lienhardt: Bundestagswahl 2017: Lisa Badum (Grüne) schafft es in den Bundestag. In: infranken.de. 25. September 2017, abgerufen am 20. Oktober 2017.
  6. Deutscher Bundestag - Abgeordnete. Abgerufen am 8. März 2020.
  7. Lisa Badum - Sprecherin für Klimapolitik. Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, abgerufen am 17. April 2021.
  8. Klimaschutz hört nicht am Waldrand auf, sondern fängt genau da an. In: lisa-badum.de. 12. Februar 2021, abgerufen am 19. März 2021.
  9. Deutscher Bundestag - Lisa Badum. Abgerufen am 19. März 2021.
  10. STEIGI BLEIBT: Ein Bündnis für den Steigerwald Lisa Badum. In: lisa-badum.de. Abgerufen am 19. März 2021.
  11. Profil von Lisa Badum, DIE GRÜNEN - Bundestag. In: abgeordnetenwatch.de. Abgerufen am 20. März 2019.
  12. Jörg Staude: Bundesregierung rechnet mit steigenden Emissionen. In: klimareporter.de. 11. Mai 2018, abgerufen am 20. März 2019.
  13. Grünen-Politikerin fordert Friedensnobelpreis für Greta Thunberg. 6. Februar 2019, archiviert vom Original am 6. Februar 2019; abgerufen am 20. März 2019.
  14. Fränkische Brauereigaststätten vor dem Aus. In: br.de. 4. Februar 2021, abgerufen am 12. Februar 2021.
  15. Ulrich Graser: JU und JuLis greifen Lisa Badum an. In: nordbayern.de. 2. Juli 2019, abgerufen am 19. Februar 2021.
  16. Linksextremisten instrumentalisieren „Klimaschutz“-Proteste. In: verfassungsschutz.de. 18. Oktober 2018, archiviert vom Original am 13. Dezember 2018; abgerufen am 26. Mai 2020.
  17. Lisa Badum, Bündnis 90/Die Grünen - Politologin. Biografie. Deutscher Bundestag, abgerufen am 20. März 2019.