Lisa Badum

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Lisa Badum (2020)

Lisa Hildegard Badum (* 2. Oktober 1983 in Forchheim) ist eine deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen) und seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Badum besuchte von 1990 bis 1994 die Anna-Volksschule in Forchheim. Nach dem Abitur im Jahr 2003 am dortigen Ehrenbürg-Gymnasium begann sie im selben Jahr ein Studium der Politikwissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, welches sie 2010 erfolgreich abschloss. Sie verbrachte zwei Semester ihres Studiums in Thessaloniki in Griechenland.[1][2]

Badum ist römisch-katholischer Konfession.

Politische Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Jugendliche engagierte sich Badum bei der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes.[2] Über die Grüne Hochschulgruppe und die Bundestagsabgeordnete Ursula Sowa kam sie 2005 zu Bündnis 90/Die Grünen. Seit Mai 2008 ist sie Kreisrätin für den Landkreis Forchheim. Seit 2012 ist sie Mitglied des erweiterten Landesvorstandes und seit 2014 Sprecherin des Landesarbeitskreises Frauen.

Von 2010 bis zum Herbst 2013 arbeitete Badum als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Wahlkreisbüro von MdB Uwe Kekeritz in Fürth. Von 2012 bis zu ihrer Wahl in den Bundestag 2017 war sie im Bereich Bürgerenergie bei dem grünen Energieversorger Naturstrom tätig.[1][2]

Von 2016 bis 2018 war sie Bezirksvorsitzende der Grünen Oberfranken.[3]

Im Dezember 2008 wurde sie als grüne Direktkandidatin für die Bundestagswahl 2009 für den Wahlkreis 236 (Bamberg-Forchheim) nominiert und auf Platz 15 der bayerischen Landesliste gewählt, verpasste jedoch den Einzug in den Bundestag. Auch bei der Bundestagswahl 2013 gelang ihr das auf Platz 13 der Landesliste nicht. Bei der Bundestagswahl 2017 trat sie erneut als Direktkandidatin im Wahlkreis 236 und auf Platz 11 der Landesliste von Bündnis 90/Die Grünen Bayern an. Wegen zu kompensierender Überhangsmandate der CSU erhielt sie ein Ausgleichsmandat und zog in den Bundestag ein.[4]

Im 19. Deutschen Bundestag war Badum ordentliches Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie.[5] Während der 19. Wahlperiode war Badum klimapolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.[6]

Bei der Bundestagswahl 2021 zog sie über Platz 9 der Landesliste erneut in den Deutschen Bundestag ein.[7] Sie ist Obfrau im Ausschuss für Klimaschutz und Energie sowie stellvertretendes Mitglied im Wirtschaftsausschuss und im Auswärtigen Ausschuss.[8] Seit April ist Badum Vorsitzende des Unterausschusses für Internationale Klima- und Energiepolitik.[9][10] In der 20. Wahlperiode ist Lisa Badum Vorsitzende der Deutsch-Griechischen Parlamentariergruppe.[11] Seit Oktober 2021 ist Badum Präsidentin der Vereinigung der Deutsch-Griechischen Gesellschaften e. V..[12] Badum ist außerdem Mitglied der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe und wurde im Juni 2022 zur Vizepräsidentin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft gewählt.[13] Außerdem ist sie Gründerin und Vorsitzende des Parlamentskreises Braukultur.[14][15][16]

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihr politischer Schwerpunkt in Bayern richtet sich auf die Umwandlung eines Teils des Naturparks Steigerwald in einen Nationalpark.[17] Sie ist Mitglied und im Vorstand des Vereins Nationalpark Steigerwald.[18] Seit 2014 ist sie Mitglied des Vorstands des Vereins „Bürgerenergie Bayern e.V.“, der sich für den Ausbau der erneuerbaren Energien durch eine bürgernahe Energiewende[19] und für die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Treibhausgasen sowie für einen CO2-Preis einsetzt.[20] Sie kritisierte den beschlossenen Kohleausstieg und forderte mehr Transparenz und einen zeitigeren Ausstieg.[21] Des Weiteren setzt Badum sich für den Wegfall der 10-H Regel in Bayern ein, da sie der Meinung ist, dass diese den Ausbau der Windenergie erschwert.[22] Weitere Themen von Badum sind unter anderem Gleichstellung, Klimageld.[23] und das Klimaschutzgesetz.[24]

Auf europäischer Ebene befürwortet Badum ein möglichst ambitioniertes Klimaschutzpaket zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels und einen möglichst umfangreichen CO2-Grenzausgleich (CBAM).[25] Sie sprach sich gegen die Aufnahme von Atomenergie und Gas in die EU-Taxonomie aus.[26]

Im globalen Kontext warnt Badum vor den Konsequenzen der Klimakrise[27], die bestehender Krisen und soziale Ungerechtigkeit verschärfe[28] und plädiert für mehr Klimagerechtigkeit.[28]

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lisa Badum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jung und kampferprobt: Lisa Badum will in den Bundestag, nordbayern.de, abgerufen am 26. Oktober 2017.
  2. a b c Tobias Baier: Lisa Badum. In: Aus dem Hintergrund. 25. Januar 2018, abgerufen am 25. Januar 2018.
  3. Thorsten Gütling: Bauer und Schmid führen Oberfrankens Grüne. In: nordbayern.de. Verlag Nürnberger Presse, 18. Oktober 2018, abgerufen am 20. März 2019.
  4. Anna Lienhardt: Bundestagswahl 2017: Lisa Badum (Grüne) schafft es in den Bundestag. In: infranken.de. 25. September 2017, abgerufen am 20. Oktober 2017.
  5. Deutscher Bundestag – Abgeordnete. Abgerufen am 8. März 2020.
  6. Lisa Badum – Sprecherin für Klimapolitik. Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, abgerufen am 17. April 2021.
  7. Gewählte in Landeslisten der Parteien in Bayern – Der Bundeswahlleiter. Abgerufen am 3. November 2021.
  8. Im Bundestag Lisa Badum. Abgerufen am 13. März 2022.
  9. Lucas Lypp: Deutscher Bundestag - Lisa Badum leitet Unterausschuss zur Klima- und Energiepolitik. Abgerufen am 3. August 2022.
  10. Deutscher Bundestag - Unterausschuss Internationale Klima- und Energiepolitik. Abgerufen am 3. August 2022.
  11. Deutscher Bundestag - Weltweit vernetzt - die Parlamentariergruppen. Abgerufen am 3. August 2022.
  12. Lisa Badum ist neue Präsidentin der VDGG. 25. Oktober 2021, abgerufen am 13. März 2022 (deutsch).
  13. Präsidium. In: Deutsch-Israelische Gesellschaft e.V. Abgerufen am 3. August 2022 (deutsch).
  14. „Parlamentsgruppe Braukultur“ gegründet. In: Getränke News. 1. Februar 2022, abgerufen am 16. März 2022.
  15. "Ich hoffe, dass alle ihr grünes Herz noch entdecken". Abgerufen am 3. August 2022 (deutsch).
  16. Fränkin ist oberste Bier-Repräsentantin des Bundestages. Abgerufen am 3. August 2022.
  17. Deutscher Bundestag – Lisa Badum. Abgerufen am 19. März 2021.
  18. Redaktion: Verein „Nationalpark Steigerwald e.V.“ hielt Mitgliederversammlung mit Neuwahlen. 29. Juli 2021, abgerufen am 12. Januar 2022 (deutsch).
  19. Profil von Lisa Badum, Bündnis 90/Die Grünen. In: abgeordnetenwatch.de. Abgerufen am 20. März 2019.
  20. Jörg Staude: Bundesregierung rechnet mit steigenden Emissionen. In: klimareporter.de. 11. Mai 2018, abgerufen am 20. März 2019.
  21. „Nicht noch mehr Geld für Kraftwerksbetreiber“. Abgerufen am 11. September 2021 (deutsch).
  22. 10-H Murks: Er zeigt beispielhaft warum die CSU eine Gefahr für Bayern ist Lisa Badum. Abgerufen am 16. März 2022.
  23. So hoch könnte das Klimageld sein – wann und woher es kommt. Abgerufen am 16. März 2022.
  24. Roland Preuß: Habeck gegen Wissing: Warum die Ampel beim Klimaschutz nicht liefert. Abgerufen am 3. August 2022.
  25. Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion: Starke Klimaschutz-Signale für Europa. Abgerufen am 3. August 2022 (deutsch).
  26. Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion: Katharina Beck und Lisa Badum zur EP-Abstimmung über die Aufnahme von Atom und Gas in die EU-Taxonomie. Abgerufen am 3. August 2022 (deutsch).
  27. Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion: IPCC-Bericht: Wir müssen das Ruder herumreißen! Abgerufen am 3. August 2022 (deutsch).
  28. a b Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion: Lisa Badum zur Beschlussempfehlung der Leopoldina. Abgerufen am 3. August 2022 (deutsch).
  29. Wahl zum 19. Deutschen Bundestagin Bayern am 24. September 2017. (PDF) Vorläufiges Ergebnis. (Nicht mehr online verfügbar.) In: bayern.de. Bayerische Landesamt für Statistik, September 2017, archiviert vom Original am 26. September 2017; abgerufen am 25. September 2017.