Liselotte von der Pfalz (1966)

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Filmdaten
Originaltitel Liselotte von der Pfalz
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1966
Länge 104 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Kurt Hoffmann
Drehbuch Johanna Sibelius
Eberhard Keindorff
Produktion Heinz Angermeyer
Musik Franz Grothe
Kamera Richard Angst
Schnitt Claus von Boro
Besetzung

Liselotte von der Pfalz ist eine deutsche Filmkomödie von Kurt Hoffmann aus dem Jahre 1966 mit Heidelinde Weis in der Titelrolle.

Handlung[Bearbeiten]

Elisabeth Charlotte, Prinzessin von der Pfalz, Tochter des Kurfürsten Karl Ludwig und von allen nur kurz Liselotte genannt, ist ein rechter Wildfang. Die lebensfrohe, burschikose, junge Prinzessin verbringt eine sorgenfreie Jugend am nicht allzu sehr von Formalien bestimmten Hof ihres Vaters. Doch diesen plagen große finanziellen Sorgen. So kommt es ihm gerade recht, dass der mächtige französische Sonnenkönig Ludwig XIV. nach einer Frau für seinen Bruder, den liederlichen Herzog von Orléans, Philippe. Liselotte ist nicht gerade begeistert davon, dass ihr Vater sie mit einem ihr völlig fremden Mann verkuppeln will, fügt sich aber seinem Entschluss. Und so wird Liselotte auf den Weg nach Frankreich geschickt.

An der Grenze wird das Mädchen von Emissären des Königs in Empfang genommen und wechselt die Kutsche. In Versailles angekommen, schwappt ihr von Anbeginn blanker Hochmut entgegen. Während der Sonnenkönig ihr mit generöser Herzlichkeit begegnet, lässt der Ehemann in spe das Mädchen aus der deutschen Provinz rasch spüren, was für einen Bauerntrampel er in ihr sieht. Vor allem aber straft seine bisherige Geliebte, die elegante Prinzessin Palatine, den unbedarften Neuankömmling mit Spott und blanker Verachtung, obwohl Palatine es war, die die Vermählung in die Wege geleitet hatte -- aber nur aus dem Grunde, um mit dem nunmehr offiziell verheirateten Philippe ihre bislang geheim gehaltene Liaison um so hemmungsloser fortsetzen zu können. Palatine lässt Liselotte spüren, dass diese ihr, der großen Dame von Welt, in keiner Weise ebenbürtig ist. Auch Philippe verspürt nicht die geringste Neigung, von seiner bisherigen Geliebten zu lassen, nur weil er das ungeschliffene Landei Liselotte aufgrund der Staatsraison heiraten muss.

Doch Liselotte beginnt nunmehr Ehrgeiz zu entwickeln und wickelt die sie umgebenden Hofschranzen rasch um den Finger. Bald passt sie sich den sehr viel gestrengeren Gepflogenheiten am französischen Hofe an und weiß ihren Charme und ihre unbekümmerte, jugendliche Frische geschickt zu ihrem Nutzen einzusetzen. Auch ist sie nicht im mindesten bereit, ihren Ehemann weiterhin der biestigen Konkurrentin kampflos zu überlassen, Philippes Herz und das Bett des Kronprätendenten mit Palatine zu teilen. Mit den Waffen einer Frau beginnt sie Philippe allmählich für sich zu interessieren. Doch die Gegenseite wirft ihr Netz aus Intrigen aus und plant sogar ein Mordkomplott…

Produktionsnotizen[Bearbeiten]

Der Film lief am 7. Oktober 1966 in mehreren Städten der Bundesrepublik an.

Die Filmbauten entwarf Otto Pischinger, die Kostüme stammen von Elisabeth Urbancic. Cutter Claus von Boro arbeitete auch als Hoffmanns Regieassistent.

Gedreht wurde in den Ateliers der Berliner CCC-Film, im Schloss Charlottenburg, in der Tschechoslowakei sowie in München.

Bereits 1935 wurde ein Film unter dem Titel Liselotte von der Pfalz gedreht. Unter der Regie von Carl Froelich spielten Renate Müller die Liselotte, Hans Stüwe den Herzog von Orléans und Michael Bohnen den Sonnenkönig.

Kritik[Bearbeiten]

Das Lexikon des Internationalen Films bezeichnete Liselotte von der Pfalz als „operettenfreundlich inszenierter Kostümfilm“[1]

Das große Personenlexikon des Films nannte den Film eine "kostümrauschende[n] Historienkomödie“[2]

Der Evangelische Film-Beobachter zog folgendes Fazit: „Heitere und in Pastelltönen gemalte Abenteuer der pfälzischen Prinzessin Liselotte am Hofe zu Versailles. Leichte Unterhaltung im Kostüm des 17. Jahrhunderts, die allerdings die politischen Hintergründe dieser Zeit außer acht läßt. Ab 16 möglich.“[3]

Anmerkung[Bearbeiten]

  1. Klaus Brüne (Red.): Lexikon des Internationalen Films Band 5, S. 2308. Reinbek bei Hamburg 1987.
  2. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films, Band 4, S. 95.
  3. Evangelischer Presseverband München, Kritik Nr. 386/1966, S. 701

Weblinks[Bearbeiten]