Liste bedeutender Seeunfälle seit 2011

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Diese Liste bedeutender Seeunfälle seit 2011 enthält Unfälle der Seeschifffahrt seit dem Jahr 2011, bei denen es zum Verlust von Menschenleben oder hohen Sachschäden kam.

Listen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Name Opfer Beschreibung
27. März 2011 Flüchtlingsboot 61 Beim Bootsunglück vor Tripolis 2011 trieb ein Flüchtlingsboot nachdem Treibstoff und Verpflegung ausgegangen waren wochenlang in Seenot zwischen Tripolis und Lampedusa ohne dass eine Seenotrettung erfolgte. Von den 72 Menschen an Bord starben 61 auf See. Laut Aussagen der Überlebenden war das Boot mehrmals von Hubschraubern und Schiffen gesichtet worden. Dabei waren aber keine Rettungsversuche unternommen worden. Der Europarat stellte in einem offiziellen Bericht einen Katalog an menschlichem und institutionellem Versagen fest[1] und empfahl in der Resolution 1872 im Jahr 2012 der NATO, den nationalen Seenotrettungsorganisationen und den diversen Parlamenten in Hinblick auf diesen Vorfall und 1500 Toten im Mittelmeer im Jahr 2011, ihre Seenotrettung entsprechend internationaler Verpflichtungen besser zu organisieren.[2]
3. Juni 2011 Flüchtlingsboote ≈ 200 Vor der Küste von Tunesien gerieten mehrere Flüchtlingsboote aus Libyen in Seenot, nachdem es an Bord der Boote wegen Überladung zu einer Massenpanik gekommen war. Viele Menschen sprangen über Bord und ertranken. Die tunesische Küstenwache konnte nachfolgend 570 Menschen retten, doch kamen schätzungsweise 200 Menschen, zumeist afrikanische Flüchtlinge, ums Leben.[3]
3. Juli 2011 Flüchtlingsboot 197 Auf dem Weg vom Sudan nach Saudi-Arabien sank auf dem Roten Meer ein Flüchtlingsboot, nachdem ein Feuer an Bord ausgebrochen war. 197 Menschen verloren ihr Leben, nur drei Überlebende wurden später gerettet.[4]
10. Juli 2011 Bulgaria 129 Auf der Wolga, nahe Sjukejewo, sank das russische Fahrgastschiff Bulgaria (1.003 BRZ) aus nicht genau geklärten Gründen. Vermutlich war das Schiff überladen, zudem soll sich das 1955 gebaute Schiff in teils schlechtem Zustand befunden haben. Beim Untergang starben 129 Menschen, 79 Überlebende wurden von einem anderen Fahrgastschiff aufgenommen. Die russische Regierung verfügte später, dass Schiffe dieses Typs zukünftig nicht mehr eingesetzt werden dürfen.[5]
10. September 2011 Spice Islander I 2.967 Das tansanische Passagierschiff Spice Islander I (836 BRZ) sank in den frühen Morgenstunden des 10. September 2011 zwischen den zum Sansibar-Archipel gehörenden Inseln Unguja und Pemba infolge von Überladung. An Bord befanden sich mehr als 3.200 Passagiere, obgleich das Schiff nur für etwa 700 Personen ausgelegt war. Nur 203 Leichen konnten geborgen werden.[6] Mit vermutlich um die 3.000 Todesopfern handelte es sich bei diesem Unglück um eine der folgenschwersten Katastrophen der Seefahrt.
15. September 2011 Nordlys 2 An Bord des norwegischen Passagierschiffs Nordlys (11.204 BRZ, Reederei Hurtigruten AS) kam es am Morgen des 15. September 2011 vor Ålesund zu einem Brand im Maschinenraum. Passagiere wurden mit den Rettungsbooten von Bord gebracht. Die Nordlys wurde zum Löschen des Feuers im Hafen von Ålesund festgemacht, wo die Innenstadt wegen der starken Rauchentwicklung teilweise evakuiert werden musste. Nach Angaben der norwegischen Polizei kamen bei dem Unglück zwei Besatzungsmitglieder ums Leben.[7][8]
5. Oktober 2011 Rena 0 Das unter der Flagge Liberias fahrende Containerschiff Rena (37.209 BRZ) lief am 5. Oktober 2011, auf dem Weg von Napier nach Tauranga, auf das Astrolabe Reef auf. Alle 25 Besatzungsmitglieder konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Die Treibstofftanks, in denen sich 1.500 bis 2.000 Tonnen Schweröl befanden, blieben zunächst unbeschädigt, aus gebrochenen Rohrleitungen trat jedoch Öl aus, welches in den darauffolgenden Wochen vom Bunkerschiff Awanuia teilweise abgepumpt werden konnte. 350 Tonnen Öl floßen jedoch ins Meer und verschmutzen die Strände der Bay of Plenty. Am 8. Januar 2012 zerbrach die Rena in zwei Teile, die Hecksektion versank bald darauf.[9]
17. Dezember 2011 Flüchtlingsboot ≈ 200 Auf dem Weg zur australischen Weihnachtsinsel sank ein indonesisches Flüchtlingsboot während eines Sturms vor Ostjava nach einem Maschinenschaden. Geschätzt etwa 200 Menschen ertranken, wozu auch die geringe Anzahl an Rettungswesten beitrug, nach abweichenden Angaben wurden 33 bis 87 Überlebende gerettet.[10]
18. Dezember 2011 Kolskaya 53 Im Ochotskischen Meer, etwa 170 Seemeilen nordöstlich von Sachalin, sank die russische Ölplattform Kolskaya in einem starken Sturm. Die Plattform, im Schlepp eines anderen Schiffes, erlitt im Orkan mehrere Wassereinbrüche und sank in nur 20 Minuten. Von den 67 Menschen an Bord konnten nur 14 von Begleitfahrzeugen aus dem eiskalten Wasser geborgen werden. Russische Ermittler kamen später zu dem Ergebnis, dass bei der Fahrt der Plattform im Sturm Sicherheitsvorschriften verletzt worden seien.[11]
24. Dezember 2011 Flüchtlingsboot 38 Ein Flüchtlingsboot aus Haiti schlug rund 100 Meter vor der Punta de Maisí auf Kuba leck und sank. 87 Menschen wurden gerettet, mindestens 38 Personen kamen jedoch ums Leben.[12][13]
25. Dezember 2011 Vinalines Queen 22 Der vietnamesische Massengutfrachter Vinalines Queen (31.247 BRZ), auf dem Weg von Morowali (Indonesien) nach Ningde (Volksrepublik China), sank in einem schweren Wintersturm in der Philippinensee, nordöstlich von Luzon.[14] Das mit 54.000 Tonnen Nickelerz beladene Schiff kenterte in bis zu zehn Meter hohen Wellen und sank innerhalb kürzester Zeit. Der Sturm erschwerte zunächst jegliche Rettungsbemühung. Ein einzelner Überlebender wurde erst am 30. Dezember von dem Frachter London Courage gerettet.[15] Insgesamt fanden 22 von 23 Besatzungsangehörigen den Tod.
31. Dezember 2011 Prem Divya 5 Im Hafen von Fudschaira kam es während einer Werftüberholung auf dem indischen Tanker Prem Divya (89.990 BRZ) aus nicht genau geklärten Gründen zu drei Explosionen. Mindestens drei Arbeiter kamen ums Leben, zwei weitere Personen gelten als vermisst. Vermutlich verursachte Funkenflug bei Schweißarbeiten das Unglück.[16]

2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Name Opfer Beschreibung
13. Januar 2012 Costa Concordia 32 Das italienische Kreuzfahrtschiff Costa Concordia (114.147 BRZ) fuhr einen fahrlässigen Kurs dicht unter Land nahe der Insel Giglio (vor dem Monte Argentario in Italien) und lief gegen 22:00 Uhr auf einen der Insel vorgelagerten Felsen auf, wobei der Rumpf über fast 70 m Länge aufgerissen wurde. Das Schiff kenterte anschließend in Küstennähe, die Backbordseite sowie die Aufbauten des Schiffes ragten noch aus dem Wasser. 32 Menschen wurden bei dem Unglück getötet. An Bord hatten sich zum Unglückszeitpunkt etwa 4.200 Menschen befunden. Einige Passagiere ertranken oder starben an einem Herzinfarkt, nachdem sie in Panik ins Wasser gesprungen waren. Der Kapitän Francesco Schettino verließ vorzeitig das Schiff. Am 11. Februar 2015 wurde er zu 16 Jahren Haft verurteilt.
15. Januar 2012 Doola 3 5 Im Gelben Meer, etwa 18 Seemeilen westlich von Incheon, explodierte aus bislang nicht genau geklärten Gründen der südkoreanische Benzin-Tanker Doola 3 (4.191 BRZ). Das Schiff brach nachfolgend auseinander und sank später nahe der Küste. Von 16 Besatzungsangehörigen kamen fünf ums Leben. Unbestätigten Meldungen zufolge sollen noch mehrere Besatzungsmitglieder als vermisst gelten. Das Unglück könnte möglicherweise durch Benzindämpfe verursacht worden sein, die aus undichten Tanks ausgetreten waren.[17]
vor dem 28. Januar 2012 Flüchtlingsboot 55 (?) Vor Misrata in Libyen sank ein Boot mit somalischen Flüchtlingen, das sich auf dem Weg nach Malta oder nach Italien befand. 15 Leichen wurden später geborgen, doch gelten zusätzlich etwa 40 Menschen als vermisst.[18]
2. Februar 2012 Rabaul Queen ≈ 115 Die Rabaul Queen (259 BRZ), eine 1983 gebaute Passagierfähre, sank auf der Fahrt von Kimbe nach Lae gegen 6:00 Uhr Ortszeit in der Salomonensee, etwa neun Seemeilen vor Finschhafen (Papua-Neuguinea) im Sturm, sehr wahrscheinlich infolge eines Maschinenausfalls. 247 der 362 vermuteten Passagiere konnten gerettet werden, die restlichen gelten als vermisst, so dass von ungefähr 115 Opfern ausgegangen werden muss.[19] Diese Zahl ist jedoch nicht endgültig gesichert, andere Quellen geben auch an, dass sich bis zu 550 Menschen auf dem Schiff befunden haben.[20]
1. Oktober 2012 Lamma IV 37 Vor dem Hafen von Hongkong, nördlich von Lamma Island, stießen das Ausflugsboot Lamma IV und die Schnellfähre Sea Smooth in den Abendstunden, etwa gegen 20:20 Uhr, zusammen. Das Ausflugsboot, mit 121 Passagieren und drei Besatzungsangehörigen an Bord, sank innerhalb von etwa zehn Minuten. Trotz einer sofort eingeleiteten Rettungsoperation kamen 37 Menschen ums Leben.[21]

2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Name Opfer Beschreibung
8. Mai 2013 Jolly Nero 9 Das italienische Containerschiff Jolly Nero (33.400 BRZ) prallte bei einem Manöver gegen einen Kontrollturm im Hafen von Genua. Der 54 Meter hohe Turm sowie ein angrenzender Verwaltungsbau stürzten daraufhin ins Hafenbecken. Bei dem Unglück kamen insgesamt neun Menschen in betreffendem Kontrollturm ums Leben, vier weitere wurden verletzt.[22]
17. Juni 2013 MOL Comfort 0 Das Containerschiff MOL Comfort (86.692 BRZ) der japanischen Reederei Mitsui O.S.K. Lines (MOL) brach am 17. Juni 2013 im Arabischen Meer infolge einer Konstruktionsschwäche und einer (mutmaßlichen) Überbelastung des Schiffbodens auseinander, beide Teile sanken in der Folgezeit (das Achterschiff am 27. Juni, das Vorschiff am 10. Juli). Es war der größte bisher aufgetretene Containerschiffsverlust. Personenschäden entstanden keine.
9. August 2013 Falado von Rhodos 0 Die vorwiegend von Gruppen der bündischen Jugend genutzte Brigantine Falado von Rhodos sank rund zehn Seemeilen westlich von Island nach starkem Wassereinbruch. Die zwölfköpfige Besatzung, darunter sieben Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 14 Jahren, konnte von isländischen Seenotrettern unverletzt geborgen werden.
16. August 2013 St. Thomas of Aquinas 91 Vor dem Hafen von Cebu kollidierte in den Abendstunden, etwa gegen 21:00 Uhr, die philippinische RoRo-Fähre St. Thomas of Aquinas (11.405 BRZ) mit dem in den Hafen einlaufenden philippinischen Stückfrachter Sulpicio Express Siete. Die Fähre sank mit 723 Passagieren und 118 Besatzungsangehörigen an Bord. Mindestens 91 Personen starben, weitere 46 gelten als vermisst.
3. Oktober 2013 Flüchtlingsboot ≈ 339 Bootsunglück vor Lampedusa 2013: Vor der Küste der Insel Lampedusa sank ein mit etwa 545 Flüchtlingen aus Somalia und Eritrea beladener, 20 Meter langer Kutter, der aus der libyschen Hafenstadt Misrata kam. Das Bootsunglück fachte die Debatte über die europäische Flüchtlingspolitik an.
11. Oktober 2013 Flüchtlingsboot 34 (?) 65 Seemeilen südöstlich der Insel Lampedusa (in von Malta kontrollierten Gewässern) kenterte ein mit rund 250 Flüchtlingen aus Afrika beladenes Boot in schwerer See. Die italienische Marine und maltesische Kräfte konnten nachfolgend 211 Überlebende retten. Schätzungsweise 34 Menschen kamen ums Leben.
3. November 2013 Fährboot 7 Bei einem Unglück mit einem doppelgeschossigen Fährboot vor der Küste des thailändischen Badeortes Pattaya ertranken sieben Menschen,[23] darunter vier Touristen. Bei dem Unglück gab es rund 100 Verletzte, darunter zehn Schwerverletzte. An Bord der Fähre sollen sich etwa 200 Menschen befunden haben. Das mutmaßlich überladene Schiff kam von der Insel Ko Lan und kenterte etwa 100 Meter vor dem Bali Hai Pier in Pattaya. Zudem habe es Probleme mit dem Motor gegeben.[24]
Dezember 2013 Jascon 4 11 Gekentert bei einem Einsatz vor der Küste Nigerias, 11 Besatzungsmitglieder starben. Der Schiffskoch Harrison Odjegba Okene überlebt das Unglück drei Tage lang in einer Luftblase im Schiffswrack und wird gerettet [1], möglicherweise der einzige dokumentierte Fall, dass jemand in einer Luftblase in einem Schiffswrack überlebt hat.

2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Name Opfer Beschreibung
20. April 2014 Flüchtlingsboot 11 Vor der Insel Farmakonisi sank im Schlepptau der griechischen Küstenwache ein Flüchtlingsboot mit 27 Menschen an Bord. Drei Frauen und acht Kinder starben.[25] Der Bootsführer wurde vom griechischen Seegericht in Rhodos freigesprochen, nicht er, sondern die griechische Küstenwache sei für das Unglück verantwortlich.[26]
16. April 2014 Sewol 290 Nahe der Insel Jindo kenterte die südkoreanische RoPax-Fähre Sewol (6.586 BRZ), auf dem Weg von Incheon nach Jeju, innerhalb von kurzer Zeit, sehr wahrscheinlich infolge von Überladung. Nach offiziellen Angaben war das Schiff mit bis zu 3.600 Tonnen Fracht beladen, zulässig wären jedoch nur 987 Tonnen gewesen. Zudem hatte die Fähre nur etwa 30 % des vorgeschriebenen Ballastwassers an Bord.[27] Zum Zeitpunkt des Untergangs befanden sich 476 Passagiere an Bord, darunter 325 Schüler der Danwon High School. Bis Ende Mai 2014 konnten 288 Leichen aus der gesunkenen Fähre geborgen werden. Bei den Bergungsarbeiten kamen zudem zwei Taucher ums Leben, wodurch sich die Zahl der Todesopfer auf 290 erhöht (Stand: 31. Mai 2014). Insgesamt 16 Menschen gelten noch als vermisst.[28] Die Fähre wurde ab 23. März 2017 geborgen.
16. Mai 2014 (?) Cheeki Rafiki 4 Die britische Segelyacht Cheeki Rafiki, ursprünglich auf dem Weg von Antigua nach dem Vereinigten Königreich, wurde am 23. Mai 2014 von der United States Navy rund 1.850 Kilometer östlich von Massachusetts im Atlantik treibend aufgefunden.[29] Am 16. Mai 2014 hatte sich die EPIRB-Boje der Yacht aus ungeklärter Ursache automatisch aktiviert.[30] Zum Zeitpunkt des Auffindens trieb das Schiff in gekentertem Zustand knapp an der Wasseroberfläche. Von der vierköpfigen Besatzung fehlte jede Spur.
29. Mai 2014 Shoko Maru 1 Vor dem Hafen der südjapanischen Stadt Himeji explodierte aus nicht genau geklärten Gründen der japanischen Tanker Shoko Maru (998 BRZ). Das Schiff, welches zum Zeitpunkt der Explosion unbeladen war, brannte weitgehend aus und sank rund zehn Stunden nach dem Unfall. Sieben Überlebende der insgesamt acht Mann starken Besatzung konnten gerettet werden (ein Überlebender erlitt indessen schwere Brandverletzungen); der Kapitän des Tankers kam ums Leben.[31]
10. September 2014 Flüchtlingsboot ≈ 480 Ein Schiff einer Schlepperbande rammte rund 300 Seemeilen südöstlich von Malta ein auf dem Weg von der ägyptischen Hafenstadt Damiette nach Malta (oder Italien?) befindliches Flüchtlingsboot. An Bord dieses Bootes hatten sich rund 500 Syrer, Palästinenser, Ägypter und Sudanesen befunden; mindestens 480 Menschen kamen bei dem Vorfall ums Leben.
28. Dezember 2014 Norman Atlantic 13 Auf der italienischen Fähre (186,5 m lang, 26.904 BRZ) brach auf der Fahrt von Patras nach Ancona gegen 3 Uhr früh ein Brand aus. Auf dem Schiff befanden sich zu diesem Zeitpunkt mindestens 499 Personen (443 Passagiere, 56 Besatzungsmitglieder sowie vermutlich einige blinde Passagiere). 427 Personen konnten gerettet werden, mindestens elf wurden getötet. Das schwer beschädigte Schiff wurde in den Hafen von Brindisi eingebracht, wo die Brände am 10. Januar 2015 endgültig gelöscht und die Suche nach weiteren Opfern fortgesetzt werden konnte. Im Verlauf der Bergeoperationen kamen zwei weitere Seeleute ums Leben, so dass sich die Zahl der Opfer auf 13 erhöhte. Die Zahl der Todesopfer könnte indessen noch höher gelegen haben, da bis zu 18 Personen noch als vermisst gelten.[32]

2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Name Opfer Beschreibung
1. Januar 2015 Bulk Jupiter 18 Der unter der Flagge der Bahamas laufende Massengutfrachter Bulk Jupiter (31.256 BRZ), mit 46.400 Tonnen Aluminiumerz auf dem Weg von Kuantan nach Qingdao, sank südlich von Vũng Tàu (vietnamesische Südküste) in stürmischem Wetter, sehr wahrscheinlich weil die Ladung verrutscht war. Von den insgesamt 19 Besatzungsangehörigen konnte nur ein einziger Überlebender geborgen werden, zudem fanden Rettungskräfte die Leichen von zwei weiteren Besatzungsangehörigen.[33]
2. Januar 2015 Cemfjord 8 Der unter zypriotischer Flagge laufende und von der Hamburger Baltrader Schifffahrtsgesellschaft bereederte Frachter Cemfjord (1.850 BRZ) kenterte in den Abendstunden des 2. Januar 2015 in stürmischem Wetter etwa 15 Seemeilen südöstlich der schottischen Hafenstadt Wick. Das gekenterte und treibende Wrack wurde am 3. Januar zunächst von einer Fähre entdeckt, sank jedoch am 4. Januar endgültig. Von der achtköpfigen Besatzung fehlte jede Spur.[34]
2. April 2015 Dalniy Vostok 69 Das russische Fischereischiff Dalniy Vostok (4.407 BRZ) sank im Ochotskischen Meer, etwa 180 Seemeilen südlich der Hafenstadt Magadan. Sehr wahrscheinlich kenterte das Schiff beim Einholen eines Netzes infolge von Überladung,[35] ein Notruf wurde nicht abgesetzt. An Bord hatten sich zum Zeitpunkt des Unglücks 132 Personen befunden, von denen 56 den Tod fanden. Weitere 13 Menschen gelten indessen zudem als vermisst, weswegen von insgesamt 69 Opfern ausgegangen werden muss.
12. April 2015 Flüchtlingsboot ≈ 400 Vor der libyschen Küste ging ein Flüchtlingsboot mit ungefähr 550 Menschen an Bord unter; 144 Personen wurden durch die italienische Küstenwache gerettet. Möglicherweise kenterte das Schiff, als sich die Passagiere gleichzeitig auf eine Seite bewegten, als sie die nahende Küstenwache bemerkten.[36]
18./19. April 2015 Flüchtlingsboot ≈ 700 Im Meer zwischen der libyschen Küste und der italienischen Insel Lampedusa kenterte in der Nacht vom 18./19. April ein Flüchtlingsboot mit vielen Hunderten Menschen an Bord. Nach Befürchtungen der Rettungskräfte kamen fast alle ums Leben; 28 Überlebende konnten durch ein Handelsschiff gerettet werden. Die Zahl der Toten wird auf circa 700 geschätzt.[37]
1. Oktober 2015 (?) El Faro 33 Der unter US-Flagge fahrende ConRo-Frachter El Faro (31.515 BRZ), auf dem Weg von Jacksonville nach Puerto Rico, geriet im Seegebiet der Bahamas, nordwestlich der Turks- und Caicosinseln, in den Hurrikan „Joaquin“ und sank um den 1. Oktober 2015 auf nicht genau bekannter Position. Die gesamte Besatzung von 33 Mann (28 US-Amerikaner und fünf Polen) ging mit dem Schiff unter. Die Besatzung des Schiffes meldete kurz vor dem Abbrechen der Funkverbindung Schlagseite und einen zeitweiligen Wassereinbruch,[38] danach konnte kein Funkkontakt mehr hergestellt werden. Die El Faro gilt seit dem 1. Oktober 2015 als verschollen. Bislang konnten ein Rettungsring und die im Wasser treibende Leiche eines Besatzungsmitgliedes gefunden werden.[39]

2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Name Opfer Beschreibung
18. April 2016 Flüchtlingsboot ≈ 500 Das Flüchtlingsboot war von Ägypten nach Italien unterwegs. Nur 29 Menschen konnten geborgen werden.
18./19. Juni 2016 Boot 14 14 Moskauer Kinder ertranken bei einem Bootsunglück auf dem See Sjamosero in der Republik Karelien im nordwestlichen Teil Russlands.[40]
21. August 2016 Traditionsschiff Amicitia 3 Beim Bruch des vorderen Mastes eines Plattbodenschiffs im Hafen des niederländischen Ortes Harlingen wurden drei deutsche Touristen erschlagen.[41]

2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Name Opfer Beschreibung
25. März 2017 zwei Flüchtlingsboote über 200 ?
5 Tote geborgen
Beim Bootsunglück vor Libyen werden am 25. März 2017 von der spanischen NGO Proactiva Open Arms zwei Schlauchboote und 5 Leichen entdeckt. Proactiva Open Arms und das UNHCR gehen davon aus, dass in jedem Boot bis zu 120 Menschen gewesen sein könnten.[42]
31. März 2017 Stellar Daisy vermutlich 22 Der südkoreanische VLOC-Massengutfrachter Stellar Daisy zum Transport von Erz brach bei ruhigem Wetter um Mitternacht im Südatlantik voll beladen auseinander und sank binnen von Minuten. Das Schiff befand sich auf dem Weg von Brasilien nach China. Von den 24 Seeleuten konnten bisher nur zwei geborgen werden. Das Unglück zählt in der Schifffahrt, gemessen an den 148.431 BRZ, zu einem der größten seiner Art.[43]
17. Juni 2017 Kollision eines Containerschiffs mit einem Schiff der US-Marine 7 Das 220 Meter lange, unter philippinischer Flagge fahrende Containerschiff ACX Crystal kollidierte gegen 1:30 Ortszeit morgens vor der japanischen Halbinsel Izu südlich der Bucht von Tokio mit dem amerikanischen Zerstörer USS Fitzgerald. Auf dem amerikanischen Schiff kamen sieben Matrosen ums Leben, weil sie sich vor dem sie während des Schlafs überraschenden Wassereinbruch in ihren Unterkünften nicht retten konnten. Die Crew des Frachters blieb unverletzt. Der Frachter konnte seine Fahrt nach Yokohama im Westen der Toyo Bay aus eigener Kraft fortsetzen. Die Fitzgerald fuhr langsam und in Begleitung anderer Schiffe in den US-Flotten-Stützpunkt Yokosuka an der Südwestseite der Tokyo Bay.[44]
6. November 2017 Flüchtlingsboot mindestens 20 Beim Rettungsversuch von 130 bis 150 Flüchtlingen durch die NGO Sea-Watch und die Libysche Küstenwache ertrinken mindestens 20 Menschen.[45]
25. November 2017 Flüchtlingsboot mindestens 31 Die libysche Küstenwache barg 31 Tote und sechzig überlebende Migranten von einem Boot vor der libyschen Küste bei Garabulli östlich von Tripolis.[46]
20. Dezember 2017 Fähre gekentert vermutlich einige der 251 Passagiere Bei rauer See kenterte die Fähre in der Nähe der philippinischen Stadt Real.[47]

2018[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Name Opfer Beschreibung
6. Januar 2018 Flüchtlingsboot ≈ 64

Ein mit Migranten besetztes Schlauchboot machte sich von der libyschen Küste auf den Weg nach Italien. An einer unbekannten Seeposition kenterte das Boot. Die italienische Küstenwache und Marine konnte 86 Menschen retten. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) gab nach Befragungen der Passiere an, dass 150 Menschen an Bord des Schlauchboots waren.[48][49]

6. Januar 2018 Kollision eines Öltankers mit einem Frachter 32 Nach der Kollision des Öltankers Sanchi mit einem Massengutfrachter vor der Küste Ostchinas sind Zehntausende Tonnen Öl verbrannt oder ins Meer geflossen. Von den 32 Seeleuten wurden lediglich drei Leichen gefunden, die übrigen 29 Männer wurden ebenfalls für tot erklärt.[50]
3. Februar 2018 (?) Flüchtlingsboot 20 Tote geborgen Am 3. Februar 2018 wurden vor der spanischen Exklave Melilla 20 Leichen geborgen.[51]
13. Februar 2018 Flüchtlingsboot 3 Tote
4 Vermisste
Auf dem türkisch-griechischen Grenzfluss Mariza kenterte ein Flüchtlingsboot mit acht Insassen. Drei Tote darunter zwei Kinder wurden nach türkischen Angaben geborgen. Vier Personen werden vermisst.[52]
16. März 2018 Flüchtlingsboot mindestens 16 Ein Holzboot mit etwa 19 Migranten an Bord kenterte auf dem Weg zwischen der Türkei und der griechischen Insel Agathonisi. Unter den Opfern waren mindestens vier Kinder. Drei Personen konnten die Insel erreichen. Das Verhalten der Rettungskräfte stand in der Kritik.[53][54]
2. Juni 2018 Flüchtlingsboot etwa 112 Tote Ein umgebautes Fischerboot mit 180 Menschen an Bord sank im Mittelmeer vor den tunesischen Kerkenna-Inseln. 68 Personen wurden gerettet und die Opferzahl wird auf 112 geschätzt.[55]
3. Juni 2018 Flüchtlingsboot 9 Tote Ein Boot mit vierzehn bis fünfzehn Menschen an Bord kenterte im Mittelmeer südwestlich von Demre. Neun Migranten darunter sechs Kinder ertranken.[56]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jack Shenker: Schiffbrüchige wurden sich selbst überlassen. Übersetzt von Zilla Hofman, Der Freitag, 29. März 2012, abgerufen 31. Mai 2018
  2. Lives lost in the Mediterranean Sea: Who is responsible?, Resolution 1872 des Europarates, abgerufen 31. Mai 2018
  3. http://de.reuters.com/article/worldNews/idDEBEE7520GQ20110603
  4. http://www.taz.de/!73963/
  5. http://www.focus.de/panorama/welt/notfaelle-verunglueckte-bulgaria-wird-geborgen_aid_646899.html
  6. http://ippmedia.com/frontend/index.php?l=34437 (englisch)
  7. NrK/nyheter: Brann om bord i Hurtigruten: Politiet bekrefter at to er omkommet (norwegisch)
  8. Zwei Tote bei Brand auf Hurtigruten-Schiff (Memento vom 23. September 2011 im Internet Archive) tagesschau.de, 15. September 2011
  9. http://www.dw-world.de/dw/article/0,,15657218,00.html
  10. http://www.stern.de/panorama/bis-zu-200-tote-vor-indonesien-fluechtlingsboot-sinkt-in-hai-verseuchten-gewaessern-1764214.html
  11. Unglücksursache: Versagen? - Die russische Bohrinsel "Kolskaya" hätte nicht auslaufen dürfen. (Memento vom 13. Dezember 2013 im Internet Archive), Südwest Presse vom 20.Dezember 2011
  12. http://de.nachrichten.yahoo.com/flüchtlinge-haiti-sterben-bootsunglück-kuba-110840089.html
  13. http://latina-press.com/news/115396-38-tote-haitianisches-fluechtlingsboot-vor-kuba-gesunken/
  14. http://www.shipwrecklog.com/log/2011/12/vinalines-queen/
  15. http://vietnamnews.vnagency.com.vn/Miscellany/219260/vinalines-queen-crew-member-survives-ship-sinking.html
  16. http://www.thenational.ae/news/uae-news/three-die-on-tanker-as-spark-sets-off-explosions
  17. http://www.abc.net.au/news/2012-01-15/s-korean-tanker-explosion-kills-5/3773508
  18. http://www.focus.de/panorama/vermischtes/fluechtlingsdrama-mindestens-15-somalier-ertrinken-vor-libyen_aid_707970.html
  19. http://www.usatoday.com/news/world/story/2012-02-03/papua-new-guinea-ferry/52942384/1
  20. http://www.radionz.co.nz/news/world/97465/100-bodies-feared-trapped-in-sunken-png-ferry
  21. http://www.bbc.co.uk/news/world-asia-19797588
  22. Italien: Taucher bergen neunte Leiche nach Schiffsunglück in Genua. In: Zeit Online. 17. Mai 2013, abgerufen am 2. Juni 2014.
  23. http://www.bangkokpost.com/news/local/377912/seven-die-as-pattaya-ferry-capsizes
  24. Fähre mit Touristen vor Thailand gekentert. ORF online, 3. November 2013, abgerufen am 3. November 2013.
  25. Inquiry calls after migrants die under tow in Greece. BBC 22. Januar 2014, abgerufen 2. Juni 2018
  26. Farmakonisi: Gericht entlastet syrischen Flüchtling und Überlebenden. Proasyl 26. Juni 2017, abgerufen 2. Juni 2018
  27. http://english.yonhapnews.co.kr/search1/2603000000.html?cid=AEN20140505000554315
  28. Zweiter Taucher bei Einsatz an "Sewol"-Fähre gestorben. In: orf.at, 30. Mai 2014, abgerufen am 21. November 2017.
  29. http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/keine-spur-von-crewmitgliedern-kuestenwache-findet-wrack-der-vermissten-cheeki-rafiki-12955807.html
  30. http://www.bbc.com/news/uk-27551917
  31. http://news.asiaone.com/news/asia/missing-japanese-captain-found-dead-after-tanker-blast
  32. http://www.lagazzettadelmezzogiorno.it/english/eighteen-still-missing-from-norman-atlantic-no784345
  33. http://www.shipwrecklog.com/log/2015/01/bulk-jupiter/
  34. http://www.abendblatt.de/wirtschaft/hafen-und-schifffahrt/article135983898/Brachte-eine-Monsterwelle-die-Cemfjord-zum-Kentern.html
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