Liste bedeutender Wörterbücher

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Die folgende Liste enthält im ersten Teil aktuell gebräuchliche sowie historisch bedeutsame einsprachige Wörterbücher des Deutschen, im zweiten Teil maßgebliche Wörterbücher anderer Sprachen (einschließlich zwei- und mehrsprachiger Wörterbücher).

Wörterbücher zur deutschen Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelle Universalwörterbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS): Digitales Wörterbuchsystem auf der Basis elektronischer Textkorpora, unter anderem des digitalisierten Wörterbuchs der deutschen Gegenwartssprache und des digitalisierten Etymologischen Wörterbuchs des Deutschen.
  • Der seit 1880 erscheinende[1] Duden ist das bekannteste Wörterbuch der deutschen Sprache.
    • Duden – die deutsche Rechtschreibung war von 1955 bis zur Reform 1998 offizielle Grundlage der amtlichen Rechtschreibung.[2] 2020 erschien die 28. Auflage.[3]
    • Duden Deutsches Universalwörterbuch, einbändiges allgemeinsprachliches Gesamtwörterbuch, 10. Auflage 2023.
    • Der Dudenverlag verlegt unter dem Titel Der Duden in zwölf Bänden (früher: Der Große Duden) eine Reihe von Spezialwörterbüchern: 1. Die deutsche Rechtschreibung, 2. Das Stilwörterbuch, 3. Das Bildwörterbuch, 5. Das Fremdwörterbuch, 6. Das Aussprachewörterbuch, 7. Das Herkunftswörterbuch, 8. Das Synonymwörterbuch, 9. Richtiges und gutes Deutsch, 10. Das Bedeutungswörterbuch, 11. Redewendungen, 12. Zitate und Aussprüche. (4. Die Grammatik ist kein Wörterbuch.)
  • Pons Online-Wörterbuch Deutsche Rechtschreibung: rund 157.000 Stichwörter umfassendes Onlinewörterbuch der deutschen Sprache.[4]
  • Wiktionary, das freie Wörterbuch: Das deutschsprachige Wiktionary umfasst (Stand 2023) etwa 145.000 deutsche Grundformen.

Spezial- und Fachwörterbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Universalwörterbücher vor 1900[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vorläufer der Wörterbücher waren die Glossare, von denen der Abrogans aus dem 8. Jahrhundert das älteste oberdeutsche ist.
  • Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 4 Bände, 1. Auflage 1774–1780, 2. Auflage 1793–1800. Erstes großes allgemeinsprachliches Gesamtwörterbuch der deutschen Sprache.[5]
  • Joachim Heinrich Campe: Wörterbuch der deutschen Sprache, 5 Bände, 1807–1811. Neben dem Adelung das wichtigste Wörterbuch der Goethezeit.[6]
  • Handwörterbuch der deutschen Sprache mit Hinsicht auf Rechtschreibung, Abstammung und Bildung, Biegung und Fügung der Wörter, so wie auf deren Sinnverwandtschaft von Johann Christian August Heyse, fortgeführt von seinem Sohn Karl Wilhelm Ludwig Heyse, 1833–1849.
  • Deutsches Wörterbuch, begonnen 1838 von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm („Grimmsches Wörterbuch“ oder DWB), das umfassendste deutsche Wörterbuch, behandelt den deutschen Wortschatz in seiner geschichtlichen Entwicklung. Abgeschlossen 1961, Neubearbeitung seit 1983.[7][8]
  • Wörterbuch der deutschen Sprache von Daniel Sanders, 1. Auflage 1860–1865. 2. Auflage von 1876, Ergänzungsband 1885[9]
  • Deutsches Wörterbuch von Moritz Heyne, 1890–1895.
  • Deutsches Wörterbuch von Hermann Paul, Niemeyer, Halle, 1897; 10. Auflage, bearbeitet von Helmut Henne, Heidrun Kämper und Georg Objartel, Niemeyer, Tübingen 2002, ISBN 3-484-73057-9.[10]

Universalwörterbücher des 20. und 21. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache, 6 Bände, herausgegeben 1961–1977 von der Akademie der Wissenschaften der DDR unter Leitung von Ruth Klappenbach. Wurde im Rahmen des DWDS-Projekts digitalisiert.[11] Von ihm abgeleitet wurde das Handwörterbuch der deutschen Gegenwartssprache in 2 Bänden (1984), bearbeitet von Günter Kempcke.
  • Duden – Das große Wörterbuch der deutschen Sprache, 6 Bände. Mannheim 1976–1981. 3. Auflage 1999 in 10 Bänden.
  • Brockhaus Wahrig Deutsches Wörterbuch, 6 Bände, Wiesbaden/Stuttgart 1980–1984. Ursprünglich als Deutsches Wörterbuch herausgegeben von Gerhard Wahrig, zuletzt herausgegeben von Renate Wahrig-Burfeind, 9. Ausgabe 2011. Mit der Abwicklung des Buchhandels des Verlages wissenmedia in der inmediaONE 2014 wurde der Vertrieb eingestellt.
  • Lutz Mackensen: Deutsches Wörterbuch. 1. Auflage 1954, 13. Auflage 1986; Nachdrucke der 13. Auflage 1996, 2002, 2008 (in unreformierter Rechtschreibung)

Wörterbücher zu älteren Sprachstufen des Deutschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regionalsprachliche und Dialektwörterbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wörterbücher in anderen Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altgriechisch

Aserbaidschanisch

  • Azerbaycanca-Almanca Lueget, Verlag auf dem Ruffel-Engelschoff 1999

Dänisch

dänische Dialekte:

  • Jysk Ordbog (gegründet 1932, Webpublikation seit 2000)
  • Ømålsordbogen (auf 18–20 Bände angelegt; bislang [2011] acht Bände erschienen)

Englisch

britisches:

amerikanisches:

  • Webster’s Third New International Dictionary of the English Language Unabridged. 3. Aufl. Hrsg. v. Philip Babcock u. a. Merriam-Webster, Springfield, Mass. 1993.
  • Merriam-Webster’s Collegiate Dictionary. 11. Auflage. Merriam-Webster, Springfield, Mass. 2003.

Fachwörterbücher:

  • Stedman’s medical Dictionary – A vocabulary of medicine and its allied sciences, with pronunciations and derivations. Thomas Lathrop Stedman, 20th Edition, Williams & Wilkins, Baltimore 1963, DNB 577464337.
  • Academic Press Dictionary of Science and Technology, herausgegeben von Christopher Morris, San Diego, CA 1992, 124000 Stichwörter

Esperanto

Finnisch

  • Nykysuomen sanakirja, herausgegeben von der Finnischen Literaturgesellschaft, 6 Bände, WSOY, Porvoo/Helsinki 1951–1961; erstes komplett finnischsprachiges Wörterbuch
  • Suomen kielen perussanakirja, herausgegeben vom Forschungszentrum für Landessprachen (Kotimaisten kielten tutkimuskeskus), 3 Bände, Valtion painatuskeskus, Helsinki 1990–1994
  • Pekka Katara und Ingeborg Schellbach-Kopra: Suomalais-Saksalainen Suursanakirja / Finnisch-Deutsches Großwörterbuch, WSOY, Porvoo/Helsinki 1974
  • Rolf Klemmt und Ilkka Rekiaro: Suomi-Saksa-Suomi sanakirja, Gummerus, Jyväskylä 2008

Französisch

französische Dialekte:

Indogermanisch

  • Julius Pokorny: Indogermanisches etymologisches Wörterbuch, 2 Bände, Francke, Bern/München 1947–1966, 5. Aufl. 2005.

Italienisch

italienische Dialekte:

Japanisch

  • Shinsen Jikyō, erschienen 892
  • Wamyō Ruijushō, erschienen 938
  • Jikyōshū, erschienen 1245
  • Setsuyōshū, erschienen vor 1496
  • Kōjien, 1955 (6. Auflage: 2008)
  • Daijirin, 1988 (3. Auflage: 2006)
  • Daijisen, 1995 (2. Auflage: 1998)

Jiddisch

  • Nahum Stutchkoff: der ojzer fun der jidischer schprach. YIVO, New York 1991 (Nachdruck der Auflage von 1950), ISBN 0-914512-46-3 (Thesaurus der jiddischen Sprache).
  • Juda A. Jofe, Yudel Mark: grojßer werterbuch fun der jidischer schprach. Bde. 1–4 New York 1961–1980 (geplant als vielbändiges Wörterbuch des rezenten und historischen Jiddisch; unvollendet).

Koreanisch

  • Keun Sajeon: (큰 사전 K’ŭn Sajŏn ‚Großes Wörterbuch‘) von der Gesellschaft für Koreanische Sprache herausgegeben, 6 Bände 1947–1957

Latein

Niederländisch

Norwegisch

Portugiesisch

  • Vocabulario portuguez von Raphael Bluteau, erschienen 1712–1721, weiterentwickelt zu:
  • Diccionario da lingua portugueza von António de Morais Silva, 2 Bde., Lissabon 1789; 10. Auflage als
  • Grande dicionário da língua portuguesa, 12 Bde., Lissabon 1949–1959
  • Novo dicionario compacto de lingua portuguesa. Ediçao compacta do texto fundamentel de grande dicionario da lingua portuguesa de Antonio de Morais Silva, 2 Bde., Lissabon 1961; 9. Auflage 1999

Romani

  • Siegmund A. Wolf: Großes Wörterbuch der Zigeunersprache (Romani tšiw). Mannheim 1960, 2. durchgesehene Auflage Buske-Verlag, Hamburg 1987, ISBN 3-87118-777-1

Rumänisch

Russisch

Schottisch

Schwedisch

Spanisch

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Lexikographie und Lexikologie des Deutschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert Ernst Wiegand: Internationale Bibliographie zur germanistischen Lexikographie und Wörterbuchforschung. Mit Berücksichtigung anglistischer, nordistischer, romanistischer, slavistischer und weiterer metalexikographischer Forschungen. 3 Bde. Berlin: de Gruyter 2006–2007
  • Haß-Zumkehr, Ulrike: Deutsche Wörterbücher. Brennpunkt von Sprach- und Kulturgeschichte. Berlin/New York 2001.
  • Herbert Ernst Wiegand: Wörterbuchforschung: Untersuchungen zur Wörterbuchbenutzung, zur Theorie, Geschichte, Kritik und Automatisierung der Lexikographie. de Gruyter, Berlin/New York 2000.
  • Die deutsche Lexikographie der Gegenwart. In: Wörterbücher, Dictionaries, Dictionnaires. Ein internationales Handbuch zur Lexikographie. Hrsg. v. Franz Josef Hausmann, Oskar Reichmann, Herbert Ernst Wiegand, Ladislav Zgusta. 2. Teilbd. (Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft 5.2). Berlin/New York 1990, 2100–2246.
  • Koschitz, Norbert: Wörterbücher und Wortbanken. Überlegungen zur Lexikografie angesichts der anstehenden Rechtschreibreform. In: Nürnberger Zeitung vom 18. März 1989 (nicht 18. Dezember 1989, wie fälschlich in Wiegand Internat. Bibl. zur germ. Lexikographie Bd. 2, 2006 Nr. 11304)

Bibliografische Verzeichnisse von Wörterbüchern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Claes: Bibliographisches Verzeichnis der deutschen Vokabulare und Wörterbücher, gedruckt bis 1600. Hildesheim: Olms, 1977
  • Peter Kühn: Deutsche Wörterbücher : eine systematische Bibliographie. Tübingen: Niemeyer 1978
  • Burkhard Schaeder: Kleine Bibliographie deutscher Wörterbücher – systematisch geordnet: Enzyklopädien, Fachwörterbücher, allgemeine Sprachwörterbücher, spezielle Sprachwörterbücher. Siegen: Siegener Institut für Sprachen im Beruf, 2000
  • Wolfram Zaunmüller: Bibliographisches Handbuch der Sprachwörterbücher . ein internationales Verzeichnis von 5600 Wörterbüchern der Jahre 1460–1958 für mehr als 500 Sprachen und Dialekte. Stuttgart: Hiersemann 1958

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Wörterbücher der deutschen Sprache – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Auflagen des Dudens (1880–2020). Abgerufen am 19. August 2020.
  2. Rechtschreibung gestern und heute. In: Duden.de. Bibliographisches Institut GmbH, abgerufen am 19. August 2020: „1955: Zur Wahrung einer einheitlichen deutschen Rechtschreibung erklärt die westdeutsche Kultusministerkonferenz ‚in Zweifelsfällen … die im Duden gebrauchten Schreibweisen und Regeln‘ für vorläufig […] verbindlich.“
  3. Der neue Duden ist da! Abgerufen am 19. August 2020.
  4. Website
  5. Adelung, 2. Auflage bei zeno.org
  6. Digitalisat: Band 1, Band 2, Band 3, Band 4, Band 5
  7. Website des DWB
  8. DWB online
  9. Digitalisierte Ausgabe der 1. Auflage, herausgegeben von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin 2021; Digitalisat der 2. Auflage.
  10. Digitalisat der 1. Auflage im Internet Archive
  11. Informationen zum Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG) und zum digitalen WDG dwds.de
  12. Pape: Handwörterbuch der griechischen Sprache bei zeno.org
  13. le-dictionnaire.com
  14. Karl Ernst Georges: Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch bei Zeno.org.
  15. Diccionario de la Lengua Española online