Liste der Baudenkmäler in Winzer (Niederbayern)

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Auf dieser Seite sind die Baudenkmäler des niederbayerischen Marktes Winzer aufgelistet. Diese Liste ist eine Teilliste der Liste der Baudenkmäler in Bayern. Grundlage ist die Bayerische Denkmalliste, die auf Basis des bayerischen Denkmalschutzgesetzes vom 1. Oktober 1973 erstmals erstellt wurde und seither durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege geführt wird. Die folgenden Angaben ersetzen nicht die rechtsverbindliche Auskunft der Denkmalschutzbehörde. [Anm. 1]

Wappen von Winzer
Pfarrkirche St. Georg

Baudenkmäler nach Ortsteilen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ensemble Burgbereich und Marktsiedlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktennummer E-2-71-153-1

Das Ensemble umfasst den mittelalterlichen Burgbereich mit der Marktsiedlung am Fuß des Burgberges in den Grenzen ihrer ehemaligen Befestigung.

Der Burgsitz Winzer über dem linken Donau-Ufer, 1005 zuerst genannt, jedoch schon zum älteren Königsgut gehörig, kam 1009 in den Besitz der Bamberger Kirche, die 1252 die Vogteirechte an die Wittelsbacher gab. Die Puchberger, die als Grundherren vom 13. bis zum 16. Jahrhundert auf der Burg saßen, erwirkten 1307 von Herzog Stefan von Niederbayern das Recht zur Anlage eines marktähnlichen Vorhofes südwestlich des Burgberges. Die Marktsiedlung wurde befestigt und mit den Wehranlagen der Burg verbunden. Nach der Zerstörung der Burg 1744 ist zumindest die mittelalterliche Marktbefestigung bis heute noch in Mauerresten erhalten. Die ursprüngliche Bebauung Winzer fiel 1829 einem Brand zum Opfer und wurde mit strengerem Grundriss in spätklassizistischer Weise wiederaufgebaut.

Den schmal-rechteckigen Marktplatz begrenzen zwei geschlossene Zeilen zweigeschossiger, traufseitiger Wohnstallhäuser mit parallel zum First geteilten rückwärtigen Wirtschaftstrakten. Platzzugewandt vermitteln schlicht biedermeierliche Fassaden mit kleinen, nur auf der Nordostseite teilweise erhaltenen Vorgärten kleinstädtisches Gepräge. Die Kopfbauten der Zeilen tragen abgewalmte Dächer. Freistehende Wohnhäuser (Passauer Straße 11, Höllgasse 1 und Ringstraße 2) begrenzen die Schmalseiten des Platzes, dessen Strenge durch zwei Baumzeilen betont wird. Eine dritte, parallel verlaufende Häuserzeile an der Ringstraße mit entsprechenden firstgeteilten Wohnstallbauten folgt der ehemaligen südwestlichen Befestigungsmauer. Die vereinzelt zum Burgberg ansteigende Bebauung verbindet Marktsiedlung und hochragende Burgruine zu einem eindrucksvollen Ortsbild.

Winzer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage Objekt Beschreibung Akten-Nr. Bild
Bachstraße 1
(Standort)
Wohnhaus Sogenanntes Ungerhaus, zweigeschossiger Krüppelwalmdachbau mit farbiger Putzgliederung, 18. Jahrhundert D-2-71-153-5 BW
Bachstraße 4
(Standort)
Ehemaliges Kooperatorhaus Zweigeschossiger biedermeierlicher Greddachbau mit Putzgliederung, Mitte 19. Jahrhundert D-2-71-153-6 BW
Hochwiesen
(Standort)
Ehemaliger Hofgarten Terrassierte Anlage mit Bassin und Baumreihe, 17. Jahrhundert; östlich des Burghügels D-2-71-153-3 BW
Höllgasse 4
(Standort)
Stadel Natursteinbau mit steilem Halbwalmdach, 18. Jahrhundert, angebaut an Nordwestecke der ehemaligen westlichen Marktmauer;

vergleiche Marktbefestigung

D-2-71-153-11 BW
Nähe Burgweg; Nähe Höllgasse
(Standort)
Burgruine Reste der Ring- und Zwingermauern mit zwei Turmstümpfen an Nord-, West- und Südseite sowie west- und ostseitige Mauerreste zum Markt, im Kern frühmittelalterliche Anlage, Rundbögen Restaurierung 19. Jahrhundert;

vergleiche auch Marktbefestigung und Ensemble Burgbereich und Marktsiedlung

D-2-71-153-2 Burgruine
Nähe Pledlstraße
(Standort)
Portal Steinernes Renaissance-Säulenportal mit Wappen, bezeichnet „1569“, von der ehemaligen Burg D-2-71-153-23 BW
Nähe Sportplatzweg; Passauer Straße 52
(Standort)
Ehemaliges Gerichtsschreiber- und Kastenhaus, bis 1991 Rathaus zweigeschossiger traufseitiger Krüppelwalmdachbau mit steinernem Renaissanceportal, bezeichnet mit „1562“ D-2-71-153-19 Ehemaliges Gerichtsschreiber- und Kastenhaus, bis 1991 Rathaus
Passauer Straße 11
(Standort)
Gasthaus Zweigeschossiger Walmdachbau mit Pilastertor, 18./19. Jahrhundert;

Mauerreste der ehemaligen Marktbefestigung; vergleiche Marktbefestigung

D-2-71-153-13 Gasthaus
Passauer Straße 16
(Standort)
Marktbefestigung Westlich und östlich der Burg hinunterziehende Bruchsteinmauern, meist als Rückseite der Anliegerhäuser, teilweise auch freistehend, Anlage mittelalterlich D-2-71-153-4 BW
Passauer Straße 77
(Standort)
Gasthof Post Zweigeschossiger Halbwalmdachbau in Ecklage mit Türgewände aus Granit, bezeichnet mit „1827“ D-2-71-153-21 Gasthof Post
Passauer Straße 90
(Standort)
Katholische Pfarrkirche St. Georg Klassizistischer Saalraum mit südlichem Zeltdachturm, 1804-50; mit Ausstattung D-2-71-153-1 Katholische Pfarrkirche St. Georg
Pledlstraße 1
(Standort)
Lagerhaus der ehemaligen Korbfabrik Viergeschossiger Mansarddachbau mit risalitartig vortretendem Stiegenhaus und Spitzturm, nach 1873 D-2-71-153-22 BW
Ringstraße 4
(Standort)
Ehemaliges Bauernhaus Zweigeschossiger Halbwalmdachbau in Ecklage mit Traufseitschrot und Putzgliederung, um 1840 D-2-71-153-25 BW
Schwanenkirchener Straße 2
(Standort)
Ehemaliger Pfleggerichtshof, jetzt Rathaus zweigeschossiger Halbwalmdachbau in Ecklage mit Ortganggesims, nach 1744 D-2-71-153-26 BW
Schwanenkirchener Straße 2
(Standort)
Kriegerdenkmal Steinerner Obelisk auf Sockel, nach 1871 D-2-71-153-20 BW

Flintsbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage Objekt Beschreibung Akten-Nr. Bild
In Flintsbach
(Standort)
Ehemaliges Kalkwerk, seit 1996 Ziegel- und Kalkmuseum Gemauerter Ringofen mit 14 Kammern unter freistehendem Ständerbau mit gemauertem Schornstein, 1883 D-2-71-153-38 BW
Ludwig-Thoma-Straße 6
(Standort)
Wohnstallhaus Flachsatteldachbau mit Blockbau-Obergeschoss und Traufschrot, erste Hälfte 19. Jahrhundert D-2-71-153-35 BW
Puchberger Straße 6
(Standort)
Backhaus Halbwalmdachbau mit farbiger Putzgliederung, erste Hälfte 19. Jahrhundert D-2-71-153-36 BW
Puchberger Straße 17
(Standort)
Ehemaliger Amtshof, jetzt Gasthaus Zweigeschossiger stattlicher Walmdachbau mit Putzgliederung, bezeichnet 1727;

Kapelle, gotischer Oktogonalraum mit barockem Zwiebel-Dachreiter, 14. Jahrhundert, mit späteren Veränderungen; mit Ausstattung;

Stallstadel, massiver Flachsatteldachbau mit Rundbogentoren, bezeichnet mit „1810“

D-2-71-153-37 BW

Mitterndorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage Objekt Beschreibung Akten-Nr. Bild
Bruckacker
(Standort)
Bildstock Kleiner Satteldachbau mit Putzgliederung und Stifterinschrift, um 1830; mit Ausstattung D-2-71-153-49 BW
Engelsbergerstraße 9
(Standort)
Ehemaliges Wohnstallhaus Flachsatteldachbau mit Blockbau-Obergeschoss und Giebelschrot, bezeichnet „1844“ D-2-71-153-47 BW
Engelsbergerstraße 12
(Standort)
Gedenkkreuz Gusseisernes Kreuz auf Steinsockel mit Inschrifttafel, zur Erinnerung an die Gefallenen des deutsch-französischen Kriegs 1870/71, Ende 19. Jahrhundert D-2-71-153-84 BW
Schulweg 2
(Standort)
Ehemaliges Wohnstallhaus Flachsatteldachbau mit Blockbau-Obergeschoss, Giebel- und Traufseitschrot, erste Hälfte 19. Jahrhundert D-2-71-153-48 BW

Neßlbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage Objekt Beschreibung Akten-Nr. Bild
Deggendorfer Straße 12
(Standort)
Ehemaliger Pfarrhof Barocker zweigeschossiger Halbwalmdachbau mit farbiger Putzgliederung, zweite Hälfte 18. Jahrhundert D-2-71-153-52 BW
Deggendorfer Straße 14
(Standort)
Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul Barocker Saalraum mit südseitigem Kuppelhelmturm, 1721-25, verlängert 1890; mit Ausstattung;

Friedhofsmauer, aus Naturstein, 18./19. Jahrhundert

D-2-71-153-50 Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul
Deggendorfer Straße 17
(Standort)
Ehemaliges Schulhaus Zweigeschossiger Traufseitbau mit Satteldach und Putzgliederung, um 1860 D-2-71-153-53 BW
In Neßlbach
(Standort)
Kriegerdenkmal Löwe auf Granitsockel, bezeichnet mit „1920“ D-2-71-153-54 BW

Weitere Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage Objekt Beschreibung Akten-Nr. Bild
Aichet
Aichet 2
(Standort)
Hofkapelle Satteldachbau mit Putzgliederung, wohl zweites Viertel 19. Jahrhundert; mit Ausstattung D-2-71-153-27 BW
Aichet
Binderwörth
(Standort)
Schöpfwerk Auterwörth Erdgeschossiger, symmetrisch aufgefasster Massivbau mit Walmdach, 1952;

angrenzende Zulauf- und Ableiteranlagen, gleichzeitig

D-2-71-153-83 BW


Au
Au 7
(Standort)
Kapelle Maria Hilf, sogenannte Aukapelle Verputzter Flachsatteldachbau mit Stuckgliederung und Zwiebel-Dachreiter, bezeichnet mit „1839“; mit Ausstattung D-2-71-153-28 BW


Bergham
Bergham 11
(Standort)
Pfarrhof Gutshofähnliche Vierseitanlage;

Pfarrhaus, zweigeschossiger Walmdachbau mit profiliertem Kranzgesims, um 1830, angeschleppter östlicher Anbau später;

Ökonomiegebäude, zweigeschossiger Satteldachbau mit Traufschrot, nach 1830;

Pferdestall, Flachsatteldachbau mit Putzgliederung und steinernen Fenstereinfassungen, um 1830;

Scheune, verputzter doppeltenniger Ziegelsteinbau mit Satteldach, um 1900

D-2-71-153-29 BW


Dobl
Dobl 8
(Standort)
Burgruine Dobl Reste der Schild- und Zwingermauer, Anfang 13. Jahrhundert D-2-71-153-31 BW
Dobl
Dobl 9
(Standort)
Burg- und Doppelkapelle Zu den 14 Nothelfern Kleiner romanischer Satteldachbau mit verschobenem Chor, im Kern 13. Jahrhundert; mit Ausstattung D-2-71-153-32 BW


Edt
Edt 1
(Standort)
Wohnhaus eines ehemaligen Dreiseithofs Flachsatteldachbau mit Blockbau-Obergeschoss und Kniestock, um 1800 D-2-71-153-34 BW
Edt
Friedfeld
(Standort)
Kapelle Kleiner offener Satteldachbau, 19. Jahrhundert D-2-71-153-33 BW


Gries
Gries 1c
(Standort)
Weilerkapelle Offener Flachsatteldachbau mit Vorraum, Ende 19. Jahrhundert D-2-71-153-40 BW


Höhenberg
Nähe Weghof
(Standort)
Bildstock Kleines Satteldachhäuschen, zweite Hälfte 19. Jahrhundert D-2-71-153-41 BW


Iggstetten
Iggstetten 5
(Standort)
Wohnstallhaus eines Vierseithofs Zweigeschossiger Satteldachbau mit Kniestock und Traufschrot, im Kern 18. Jahrhundert, Dach Ende 19. Jahrhundert;

Hoftor, hölzernes Gittertor, 19. Jahrhundert

D-2-71-153-42 BW


Iggstetten
Iggstetten 9
(Standort)
Waldlerhaus Erdgeschossiger Blockbau mit Flachsatteldach, hohem Kniestock und Giebelschrot, zweite Hälfte 19. Jahrhundert, Dach später aufgesteilt D-2-71-153-43 BW


Loh
Loh 2
(Standort)
Wohnstallhaus Flachsatteldachbau mit Blockbau-Obergeschoss und zwei Giebelschroten, Ende 18. Jahrhundert D-2-71-153-44 BW
Loh
Loh 3
(Standort)
Wohnstallhaus eines ehemaligen Vierseithofs Flachsatteldachbau mit verputztem Blockbau-Obergeschoss und zwei Giebelschroten, Ende 18. Jahrhundert D-2-71-153-45 BW


Reckendorf
Egelseefeld
(Standort)
Feldkapelle Satteldachbau mit Putzgliederung, bezeichnet mit „1882“; mit Ausstattung D-2-71-153-57 BW
Reckendorf
Reckendorf 1
(Standort)
Ehemaliges Wohnstallhaus Zweigeschossiger giebelgeteilter Blockbau mit Frackdach, dreiseitig umlaufendem Schrot und Hochschrot, bezeichnet mit „1782“ D-2-71-153-56 BW


Sattling
Weinberg
(Standort)
Waldkapelle Kleiner Satteldachbau mit Putzgliederung und Vorhalle, 18./19. Jahrhundert; mit Ausstattung D-2-71-153-60 BW


Schmierlsberg
Schmierlsberg 1
(Standort)
Wegkapelle Offener Satteldachbau mit Totenbrettern, erste Hälfte 19. Jahrhundert D-2-71-153-61 BW

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Diese Liste entspricht möglicherweise nicht dem aktuellen Stand der offiziellen Denkmalliste. Letztere ist über die unter Weblinks angegebene Verknüpfung als PDF im Internet einsehbar und im Bayerischen Denkmal-Atlas kartographisch dargestellt. Auch diese geben, obwohl sie durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege täglich aktualisiert werden, nicht überall den aktuellen Stand wieder. Daher garantiert das Vorhandensein oder Fehlen eines Bauwerks oder Ensembles in dieser Liste oder im Bayerischen Denkmal-Atlas nicht, dass es gegenwärtig ein eingetragenes Denkmal ist oder nicht. Außerdem ist die Bayerische Denkmalliste ein nachrichtliches Verzeichnis. Die Denkmaleigenschaft – und damit der gesetzliche Schutz – wird in Art. 1 des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes (BayDSchG) definiert und hängt nicht von der Kartierung im Denkmalatlas und der Eintragung in die Bayerische Denkmalliste ab. Auch Objekte, die nicht in der Bayerischen Denkmalliste verzeichnet sind, können Denkmäler sein, wenn sie die Kriterien nach Art. 1 BayDSchG erfüllen. Bei allen Vorhaben ist eine frühzeitige Beteiligung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege nach Art. 6 BayDSchG notwendig.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]