Liste der Erkenntnisse des Aristoteles

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Naturwissenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thema Aussage von Aristoteles Neuzeitliche Aussage Beleg
Physik Technik erzeugt widernatürliche Bewegungen. So lassen sich keine Erkenntnisse über die Physik gewinnen. In Experimenten schalten wir störende Einflüsse aus und können so physikalische Gesetzmäßigkeiten isolieren und erkennen. 1611 Galilei
Elemente Vier-Elemente-Lehre um die Eigenschaftspaare warm/kalt und trocken/feucht ergänzt und den Äther als Quintessenz eingeführt. Es gibt 80 stabile und weitere radioaktive Elemente (davon kommen etwa 90 in der Natur vor) als Grundbausteine der chemischen Verbindungen. 1661 Robert Boyle
Gravitation Der natürliche Ort eines Körpers hängt von der in ihm vorherrschenden Materieart ab.

Wenn Wasser oder Erde vorherrscht, bewegt sich der Körper zum Mittelpunkt der Erde, dem Zentrum der Welt; wenn Feuer oder Luft dominiert, strebt er nach oben.

Der statische Auftrieb ist gleich der Gewichtskraft des verdrängten Fluids. -250 Archimedes
Mechanik Fallende Körper sind umso schneller, je schwerer sie sind. Ohne Luftwiderstand ist die Fallbeschleunigung gleich dem Ortsfaktor g = 9,81 m/s² = 9,81 N/kg. 1636 Galilei
Mechanik Bewegungen erfolgen entweder naturgemäß oder naturwidrig (gewaltsam):

Nur Lebewesen bewegen sich aus eigenem Antrieb. Alles andere wird entweder von etwas bewegt oder es strebt geradlinig seinem natürlichen Ruhepunkt entgegen und kommt dort zum Stillstand.
Beispiel: Die gewaltsame Bewegung eines Steins beim Wurf dauert nur so lange an, wie ihre Ursache wirkt. Die schleudernde Hand führt zur Kompression der Luft, die den Stein nach dem Verlassen der Hand weitertreibt, bis sie sich verliert.
Jede Bewegung muss eine Ursache haben.

Wirkt keine Kraft auf einen Körper, so behält er seine Geschwindigkeit in Betrag und Richtung bei. (Trägheitssatz)

Jede Bewegungsänderung muss eine Ursache haben.

1636 Galilei
1684 Newton
Mechanik Eis schwimmt auf dem Wasser, weil es zwar schwerer, aber flach ist. Eis schwimmt auf dem Wasser, weil es eine geringere Dichte als dieses hat. 1611 Galilei
Mechanik Luft hat kein Gewicht. Die Dichte der Luft ist ein 660stel der des Wassers.

Heute: Die Dichte der Luft beträgt bei Normalbedingungen 1,29 kg/m³.

1614 Galilei
Mechanik Vakuum gibt es nicht. Bevor es entsteht, wird das umgebende Medium angesaugt (Horror vacui). Nicht vorhandenes kann auch nicht saugen.

Der Druck des umgebenden Mediums übt eine Kraft auf die Grenzfläche aus.

1644 Torricelli
1647 Pascal
Optik Bewegung der Materie selbst leuchtender Objekte (Sonne, Feuer) ist die Ursache von Lichtstrahlen in alle Richtungen. Ein Medium (Luft, Wasser) überträgt die Bewegung geradlinig, ohne dass es selbst gesehen wird. Ein Übermaß an ins Auge übertragener Bewegung führt zur Blendung. Nichtleuchtende Objekte werden gesehen, indem sie Licht streuen. Alles richtig, nur ist ein Übertragungsmedium nicht notwendig. 1864 James Clerk Maxwell
1886 Heinrich Hertz
Optik Licht ist immateriell und wirkt instantan auf das Auge, einschließlich der Wahrnehmung. Die Lichtgeschwindigkeit ist endlich, sie beträgt 299.792 km/s. 1676 Rømer, Huygens
Astronomie Fixsterne am Himmel sind ewig und unveränderlich. Sternentwicklung zur Supernova, später HRD 1572 Brahe
Astronomie Der Äther des Himmels bewegt die Sphären kreisförmig um die Erde. Mit Jupiter wurde erstmals ein weiteres Zentrum erkannt; seine Monde müssten diese Schalen täglich durchstoßen. 1610 Galilei, Antike
Astronomie Mondfinsternisse zeigen, dass der Schatten der Erde immer gleich aussieht, egal von welcher Seite die Sonne sie beleuchtet. Die Erde ist also eine Kugel.

Sternbilder stehen je nach Breite des Beobachters verschieden hoch über dem Horizont.

Bestätigt und vermessen bereits in der Antike.

In der Neuzeit sukzessive genauer gefasst als Erdellipsoid, Geoid und Erdfigur.
(Die Kugelgestalt war auch unter allen Gebildeten des Mittelalters Lehrmeinung.)

-250 Eratosthenes
1680 Newton
1828 Gauß