Liste der Kernreaktoren in der Schweiz

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Liste der Kernreaktoren in der Schweiz (Schweiz)
Graben
Graben
Inwil
Inwil
Kaiseraugst
Kaiseraugst
Rüthi
Rüthi
Verbois
Verbois
Niederamt
Niederamt
AGN 201-P
AGN 201-P
AGN-211-P
AGN-211-P
Lucens
Lucens
CROCUS
CROCUS
DIORIT/PROTEUS/SAPHIR
DIORIT/PROTEUS/SAPHIR
Beznau I/II
Beznau I/II
Gösgen
Gösgen
Leibstadt
Leibstadt
Mühleberg
Mühleberg
Lage der Kernreaktoren in der Schweiz
Red pog.svg=Kommerzielle Reaktoren Orange pog.svg=Forschung-/Versuchsreaktoren Yellow pog.svg=geplante/verworfene Reaktoren

Die Liste der Kernreaktoren in der Schweiz beinhaltet alle Kernkraftwerke, die in Betrieb sind oder deren Planung endgültig aufgegeben wurde, sowie alle Forschungsreaktoren, die heute mit einer Ausnahme alle stillgelegt sind.

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schweiz sind vier Kernkraftwerke mit fünf Reaktorblöcken und einer installierten Bruttogesamtleistung von 3'372 MW am Netz. Ihr Anteil an der Gesamtstromerzeugung beträgt 40 Prozent.

In der Schweiz wurde der Reaktorblock Beznau 1, der sich noch in Betrieb befindet, am 17. Juli 1969 als erster in Betrieb genommen. Das Kernkraftwerk Leibstadt ist mit einem Reaktorblock und einer installierten Bruttoleistung von 1'220 MW das leistungsstärkste, wobei der Reaktorblock auch der neuste ist.

Nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima beschloss die Regierung in Bern am 25. Mai 2011 den Ausstieg aus der Atomenergie.[1][2][3] Der Nationalrat stimmte am 8. Juni 2011 der Motion zu[4], der Ständerat folgte am 28. September 2011. Das bestehende Kernenergiegesetz soll so geändert werden, dass keine Bewilligungen für neue Kernreaktoren erteilt werden, die bestehenden Anlagen sollen nach einer Gesamtlaufzeit von 50 Jahren abgeschaltet werden. Somit würde der Atomausstieg bis 2034 vollzogen sein. Der Gesetzesvorschlag des Ständerates spricht aber ausdrücklich nicht von einem «Technologieverbot», der Bundesrat soll regelmässig über die Weiterentwicklung der Technologie berichten.[5]

Reaktoren zur kommerziellen Energiegewinnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Block
Reaktortyp Status Netto-
leistung
in MW
Brutto-
leistung
in MW
Inbetrieb-
nahme

Abschal-
tung
(geplant)
Einge-
speiste
Energie
in GWh
Beznau (KKB) 1 Druckwasserreaktor In Betrieb 365 380 1969-07-17 17.07.1969 98'314
Beznau (KKB) 2 Druckwasserreaktor In Betrieb 365 380 1971-10-23 23.10.1971 97'691
Gösgen (KKG) Druckwasserreaktor In Betrieb 1'010 1'060 1979-02-02 02.02.1979 209'692
Leibstadt (KKL) Siedewasserreaktor In Betrieb 1'220 1'275 1984-05-24 24.05.1984 183'527
Mühleberg (KKM) Siedewasserreaktor In Betrieb 373 390 1971-07-01 01.07.1971 20.12.2019[6] 87'115

Reaktoren, deren Planung endgültig aufgegeben wurde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name der Anlage Art der Anlage Be­ginn Plan­ung Pro­jekt ein­ge­stellt Bemerkungen und geplanter Bau­beginn bzw. Inbetriebnahme
Graben[7] Siedewasserreaktor 01.01.1989 1214 MW Bruttoleistung, 1140 MW Nettoleistung; Planungen beendet
Inwil[8] Siedewasserreaktor  ? MW Bruttoleistung, 900 MW Nettoleistung; Planungen beendet
Kaiseraugst[9] Siedewasserreaktor 01.01.1989  ? MW Bruttoleistung, 1000 MW Nettoleistung; Planungen beendet
Rüthi[10] Druckwasserreaktor  ? MW Bruttoleistung, 900 MW Nettoleistung; Planungen beendet
Verbois[11] Hochtemperaturreaktor  ? MW Bruttoleistung, 1100 MW Nettoleistung; Planungen beendet
Niederamt offen, wohl Druckwasserreaktor offen; Planungen beendet

Forschungs-/Versuchsreaktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name der Anlage Art der Anlage Status der Anlage Bau-
beginn
In-
betrieb-
nahme
Abschal-
tung
Bemerkungen
AGN 201 P HOMOG (S) Stillgelegt 01.05.1958 01.06.1958 01.01.1987 Eigentümer und Betreiber: Universität Genf; Ausbildungsreaktor
AGN 211 P HOMOG (S) Stillgelegt 30.04.1959 01.08.1959 12.2015 2 kWt; Eigentümer: Universität Basel; Betreiber: Institut für Physik; Ausbildungsreaktor
Lucens (VAKL) s. oben, unterirdisch Nach Unfall rückgebaut 01.07.1962 10.05.1968 21.01.1969 30 MWt; Eigentümer und Betreiber: Energie Ouest Suisse (EOS); Versuchsatomkraftwerk
CROCUS kritische Anordnung In Betrieb 01.01.1979 13.07.1983 0,10 kWt; Eigentümer: Labor für Reaktorphysik; Betreiber: École polytechnique fédérale de Lausanne; Ausbildungsreaktor
DIORIT Schwerwasserreaktor Stillgelegt und rückgebaut, mit Ausnahme Reaktorgebäude 01.01.1957 10.10.1960 07.07.1977 30.000 kWt; Eigentümer und Betreiber: Paul Scherrer Institut (PSI); Forschungsreaktor (mit potentieller militärischer Nutzung)
PROTEUS kritische Anordnung Stillgelegt 01.06.1965 01.01.1968 19.04.2011 1 kWt; Eigentümer und Betreiber: Paul Scherrer Institut (PSI); Forschungsreaktor
SAPHIR Schwimmbadreaktor (Leichtwasser) Stillgelegt und rückgebaut, mit Ausnahme Reaktorgebäude 01.05.1956 30.04.1957 13.05.1994 10.000 kWt; Eigentümer: Paul Scherrer Institut (PSI); Betreiber: Saphir Division, Paul Scherrer Institut; Forschungsreaktor

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,764914,00.html
  2. http://www.focus.de/politik/ausland/schweiz-atomausstieg-bis-2034_aid_631104.html
  3. http://derstandard.at/1304552826299/Ab-2019-Schweiz-plant-Atomausstieg
  4. Neue Zürcher Zeitung: Nationalrat für Ausstieg aus Atomenergie, 8. Juni 2011.
  5. Neue Zürcher Zeitung: Ständerat sagt Ja zum Atomausstieg, 28. September 2011.
  6. Kernkraftwerk Mühleberg geht am 20. Dezember 2019 definitiv vom Netz. In: BKW, 2. März 2016. Abgerufen am 2. März 2016.
  7. Kernkraftwerk Graben im PRIS der IAEO (Memento vom 4. Juni 2011 im Internet Archive) (englisch)
  8. Projekt des Kernkraftwerks Inwil (Luzern) (englisch)
  9. Kernkraftwerk Kaiseraugst im PRIS der IAEO (Memento vom 4. Juni 2011 im Internet Archive) (englisch)
  10. AKW Rüthi, 1970er Jahre (englisch)
  11. Centrale nucléaire de Verbois (englisch)