Liste der Kulturdenkmäler in Ober-Flörsheim

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In der Liste der Kulturdenkmäler in Ober-Flörsheim sind alle Kulturdenkmäler der rheinland-pfälzischen Ortsgemeinde Ober-Flörsheim aufgeführt. Grundlage ist die Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz (Stand: 29. November 2012) mit Ergänzungen aus der vom Heimat- und Kulturverein Ober-Flörsheim erstellten, bisher noch nicht erschienenen Dokumentation "Ober-Flörsheim: Seine Häuser und Menschen, 1800-2000" (Stand: 18. März 2015)

Denkmalzonen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezeichnung Lage Baujahr Beschreibung Bild
Denkmalzone Deutschordenskommende Comenturei 3–31, Hauptstraße 43
Lage
ab 1237 Niederlassung des Deutschen Ordens ab 1237, südlichste und zugleich kleinste Kommende der Ballei Marburg; der Kommendenbezirk am Westrand des Dorfes, spätestens um 1280 von einer Mauer umgeben; nach Zerstörungen Wiederaufbau im 18. Jahrhundert;

mittelalterliche (?) Umfassungsmauer aus Kalkbruchstein, besonders im Süden und Osten erhalten; im Norden langer Abschnitt mit zugesetzten Schießscharten (Comenturei 16), die Südseite östlich des Torturms auf ganzer Länge bis zur Kante aus Quadern erhalten, ähnlich die Südhälfte des Ostabschnitts; die Mauerzüge machen die Grenzen der einstigen Komturei anschaulich nachvollziehbar;
Torturm (siehe Comenturei 31), im 15. Jahrhundert als feldseitiger Zugang der Anlage errichtet; ehemaliges Schaffnereigebäude (siehe Comenturei 3/5/7/9/Hauptstraße 43); ehemalige Komturei (siehe Comenturei 4)

Denkmalzone Deutschordenskommende

Einzeldenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezeichnung Lage Baujahr Beschreibung Bild
Hofanlage Alzeyer Straße 1
Lage
1779 Hofanlage; stattliches spätbarockes Wohnhaus, 1779; veränderter zweiachsiger Anbau, verdachte Hofeinfahrt, Scheune; ummauerter Garten mit Pforte von 1772 Hofanlage
Wohnhaus Alzeyer Straße 23
Lage
frühes 19. Jahrhundert Kleinwohnhaus mit ehemaligem Schweinestall, wohl aus dem frühen 19. Jahrhundert
Schaffnerei der Deutschordenskommende Comenturei 3/5/7/9, Hauptstraße 43
Lage
16. Jahrhundert ehemalige Schaffnerei der Deutschordenskommende, mindestens in Teilen aus dem 16. Jahrhundert, im 18. und 19. Jahrhundert aus bzw. umgebaut; langgestreckter Walmdachbau mit zwei zu unterscheidenden Hälften; Fenster mit schlichten Sandsteingewänden; historischer Baubestand im Inneren nur bei Nr. 3 und 43, der Südteil (Nr. 5/7/9) bei erhaltener Großform verändert Schaffnerei der Deutschordenskommende
Komturei der Deutschordenskommende Comenturei 4
Lage
zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts ehemalige Komturei der Deutschordenskommende, jetzt Bürgerhaus; nach der Mitte des 18. Jahrhunderts, repräsentativer spätbarocker Putzbau mit geohrter Sandsteingliederung; in der Südmauer Spolien, unter anderem Renaissancegesims Komturei der Deutschordenskommende
Torturm Comenturei, zu Nr. 31
Lage
15. oder 16. Jahrhundert Torturm; spätgotischer, dreigeschossiger Bruchsteinbau mit spitzbogiger Durchfahrt, Krüppelwalmdach; barocker Innenausbau Torturm
Hofanlage Hauptstraße 7
Lage
erstes Viertel des 19. Jahrhunderts Vierseithof, erstes Viertel des 19. Jahrhunderts; stattliches Wohnhaus mit Torfahrt, um 1818 durch den mennonitischen Gutsbesitzer Johannes Dettweiler (1796–1860) in seiner jetzigen Form gestaltet; Querscheune, im Osten Stall bezeichnet 1818 ("18 HDW, 18" = Hans DettWeiler); Stallanbau mit Gusseisensäulen; rückwärtig Garten
Evangelische Kirche Hauptstraße 29
Lage
1887/88 neugotischer Bruchsteinsaal, 1887/88, Architekt Heinrich von Schmidt, München Evangelische Kirche
Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul Hauptstraße 37
Lage
1773–83 spätbarocker Saalbau, 1773–83, historisierender Westturm, Sandsteinquader, bezeichnet 1930 Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul
Kirch- und Friedhof Hauptstraße, bei Nr. 37
Lage
ab dem 18. Jahrhundert Kirchhof mit Stützmauer an der Straße;
  • nördlich der Kirche spätbarockes Friedhofskreuz, 18. Jahrhundert, bis auf den reliefierten Tischsockel erneuert;
  • südlich der Kirche: Grabmal Heinrich Fuldner († 1855), spätklassizistisch mit Relief; Grabmal Helena Lauermann, geb. Schwarz († 1868), neugotisch mit Ecksäulchen; Grabmal Eheleute Konrad und Katharina Busch († 1894 bzw. 1878), Ädikula mit Ecksäulen und Treppengiebel mit Zinnen; Grabmal Peter Berke († 1895) und Peter Berke II. († 1897), Doppelädikula mit reichem Segmentgiebel; Grabmal Elisabetha Pflüger († 1890), profilierte Stele mit Eckpilastern; anonymes Grabmal, Baumkreuz auf Felsensockel, Ende des 19. Jahrhunderts; Grabmal Dr. med. Philipp August Würth († 1888), Eichenstumpf; Grabmal Heinrich Fauth († 1885), vegetabilische Bekrönung;
  • im jüngeren südlichen Teil: Grabmal Eheleute Peter Lawall († 1945), Galvanoplastik einer ruhenden Trauernden, 2014 vom Friedhof entfernt; Grabmal Familie Georg Hofmann II., unter anderem für Friedrich Hofmann († 1921), klassizierende Giebelstele mit Galvanorelief; Grabmal Antonie Gerlach, geb. Wolf († 1923) und Aloys Gerlach († 1953), Kunststeinädikula in spätem Jugendstil mit Relief
Kirch- und Friedhof
Stall Münchgasse, zu Nr. 10
Lage
1832 zweischiffiger Gewölbestall, bezeichnet 1832
Münchhof Münchgasse 18
Lage
18. und 19. Jahrhundert unregelmäßige Anlage des 18. und 19. Jahrhunderts; barockes Wohnhaus des frühen 18. Jahrhunderts, Fachwerkobergeschoss; gegenüber Bruchsteinbau mit Sandsteingliederung; Bruchsteinscheune, bezeichnet 1832, niedrigere Scheune mit Fachwerkgiebel, offene Remise mit Fachwerk
Kriegerdenkmal Walterplatz, vor Nr. 1
Lage
1901 Kriegerdenkmal 1870/71, galvanoplastische Figur eines Hessen-Darmstädter Infanteristen mit französischer Beutefahne, 1901 Kriegerdenkmal
Fachwerk-Eckständer Weedegasse, an Nr. 6
Lage
1609 zweitverwendeter Fachwerk-Eckständer, bezeichnet 1609; in einer Fachwerkkonstruktion nach der Mitte des 18. Jahrhunderts Fachwerk-Eckständer
Wasserleitung Weedegasse, zu Nr. 16
Lage
18. oder Anfang des 19. Jahrhunderts Wasserleitung, winkelförmiger, mannhoher, tonnengewölbter Gang mit Kammer, Bruchstein, 18. oder Anfang des 19. Jahrhunderts
Pumpwerk Weedegasse 44
Lage
1908 ehemaliges Pumpwerk; malerischer Giebelbau, teilweise mit Gitterfachwerk, 1908, Architekt Ernst Böckmann, Kulturinspektion Mainz
Wappenstein nordöstlich des Ortes, an der Oberen Mühle
Lage
zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts an der Scheune spätbarocker Wappenstein
Weinbergshaus südöstlich des Ortes an der B 271; Flur auf der Hühnerscherre
Lage
1905 Weinbergshaus, Rundturm aus Kalkbruchstein mit Zinnengranz, 1905
Wasserbehälter südwestlich des Ortes; Flur Am Saurech
Lage
1908 Wasserbehälter, pyramidenförmiger Erdbau, Zugang mit Bossenquaderverkleidung, bezeichnet 1908

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kulturdenkmäler in Ober-Flörsheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien