Liste der Kulturdenkmale in Beicha

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Die Liste der Kulturdenkmale in Beicha enthält die Kulturdenkmale im Döbelner Ortsteil Beicha.[Anm. 1]

Diese Liste ist eine Teilliste der Liste der Kulturdenkmale in Sachsen.

Legende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bild: zeigt ein Bild des Kulturdenkmals und gegebenenfalls einen Link zu weiteren Fotos des Kulturdenkmals
  • Bezeichnung: Name, Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals
  • Lage: Straßenname und wenn vorhanden Hausnummer des Kulturdenkmals; Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link Karte führt zu verschiedenen Kartendarstellungen und nennt die Koordinaten des Kulturdenkmals.
  • Datierung: gibt das Jahr der Fertigstellung beziehungsweise das Datum der Erstnennung oder den Zeitraum der Errichtung an
  • Beschreibung: bauliche und geschichtliche Einzelheiten des Kulturdenkmals, vorzugsweise die Denkmaleigenschaften
  • ID: Die ID wird vom Landesamt für Denkmalpflege Sachsen vergeben.

Beicha[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Ehemalige Schule und Nebengebäude Am Schmiedeberg 2
(Karte)
bez. 1894 das Ortsbild maßgeblich prägender Putzbau des ausgehenden 19. Jh. sowie älteres Nebengebäude in Fachwerkbauweise, beide von baugeschichtlichem und die Schule auch von ortsgeschichtlichem Wert

Schule: 2-geschossig, verputzter Massivbau, längsrechteckiger Grundriss, 9-achsig, Haustür mit Portal, dort bezeichnet: 1894, über Portal waagerechtes Gebälk, Haustür und Fenster bauzeitlich, Satteldach, Nebengebäude: möglicherweise nach Brand um 1834 neu erbaut, 1-geschossiger Scheunenteil und zweigeschossiger Hausteil, dort EG massiv, Obergeschoss Fachwerk, Fachwerk teils verbrettert, Krüppelwalmdach teils mit Biberschwanzdeckung,

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Kirche mit Ausstattung sowie Grabmal der Pfarrer Graun und Ehrlich vor der Kirche Gödelitzer Weg -
(Karte)
1834 das Ortsbild maßgeblich prägende klassizistische Kirche mit größtenteils bauzeitlicher Ausstattung von baukünstlerischer und ortsgeschichtlicher Bedeutung

Denkmaltext Klassizistische Saalkirche mit Westturm, 1834 nach Brand des Vorgängerbaus neu errichtet. Die Bauausführung lag in Händen des Ratszimmermeisters Karl Friedrich Opitz aus Meißen und des Maurermeisters Johann Gottlieb Maudrich aus Beicha. Der kompakte, im Osten gerade abschließende Putzbau mit seinen schmalen Fenstern, den klassizistischen Türportalen, dem hohen Walmdach mit Fledermausluken und seinem schlichten Glocken- und Uhrturm im Westen prägt das Dorfbild maßgeblich. Der Bau beeindruckt durch seine unveränderte bauzeitliche Gestalt. Das Gleiche trifft auf das Kircheninnere zu. Im Inneren flachgedeckt mit zweigeschossigen Emporen an der Nord- und Südseite und eingeschossiger Orgelempore. Das Gestühl und der Kanzelaltar sind bauzeitlich. Die Orgel ließ man vom Orgelbauer Karl Gottlieb Hecker aus Borna bauen und weihte sie 1836. 1887 erfolgte eine grundlegende Überarbeitung der Orgel durch den Ostrauer Orgelbauer Franz Emil Keller. Zur Kirchenausstattung gehören weiterhin eine hölzerne Taufe (Eiche), welche 1834 vom Ortspfarrer gestiftet wurde sowie Farbglasfenster von 1935 und ein kleiner Grabstein seitlich des Kanzelaltars für den Sohn des Pfarrers Arras auch Beicha von 1627. Die Kirche und der Turm wurden bereits 1886 restauriert bzw. teilweise erneuert (Turmbekrönung). Weitere Restaurierungen erfolgten 1934 und 1990.

Vor der Kirche steht ein Grabmal für die Pfarrer Graun und Ehrlich, Sandstein, um 1900.

Der Denkmalwert der Kirche und der Ausstattung ergibt sich aus der großen ortsgeschichtlichen, der künstlerischen sowie der ortsbildprägenden Bedeutung.

LfD/2014 auf rechteckigem Grundriß, Walmdach mit Dachreiter, Grundsteinlegung nach Brand des Vorgängerbaus am 19. April 1834

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Ehem. Pfarrhaus und Nebengebäude des Pfarrhofes Gödelitzer Weg 2
(Karte)
bez. 1790 landschafts- und zeittypisches Fachwerkgebäude bzw. verputzter Bruchsteinbau in dominanter Lage gegenüber der Kirche, baugeschichtlich, heimatgeschichtlich und ortsbildprägend von Bedeutung

Denkmaltext Der ehemalige Pfarrhof, ursprünglich ein Vierseithof mit Pfarrhaus, Nebengebäude, Scheune und Pächterwohnhaus, befindet sich gegenüber der Kirche. Nachdem 1789 das alte Pfarrhaus abgebrannt war, erfolgte in den Jahren 1789/90 der Neubau des Hauses. Als Baumeister sind der Zimmermeister Schicketanz aus Planitz und der Maurermeister Bäurig aus Neckanitz urkundlich belegt. Das zweigeschossige Pfarrhaus weist die für die Zeit um 1800 typischen Konstruktionsmerkmale auf. Es handelt sich hierbei um einen zweigeschossigen Bau über längsrechteckigem Grundriss mit massivem Erdgeschoss und einem zweiriegeligen Fachwerk im Obergeschoss mit wenigen gezapften Streben. Später wurde das Fachwerk der Giebel massiv ersetzt. Abgeschlossen wird das Haus durch ein Krüppelwalmdach. Da das Pfarrhaus die in Sachsen für Bauernhäuser übliche Dreiteilung des Erdgeschosses mit quer liegendem Hausflur, Wohnteil und Stallteil aufweist, erfolgte die Erschließung des Hauses annähernd in der Mitte der Traufseiten. Die originalen Türportale mit Schlusssteinen blieben erhalten. In den letzten Jahren begann man das Haus zu sanieren unter weitgehender Wahrung des originalen Baubestandes. Von den bereits erwähnten Wirtschaftsgebäuden blieb lediglich ein kleiner eingeschossiger Massivbau mit steilem Satteldach erhalten, dessen Erbauungszeit unbekannt ist. Zum Zeitpunkt der Neuerfassung der Kulturdenkmale in Beicha im Jahr 2000 war der Dachstuhl noch gut erkennbar, der auf Grund seiner Konstruktionsmerkmale eine Bauzeit vor 1800 als wahrscheinlich erscheinen lässt. Auch dieses Haus wurde saniert. Dabei wurden der ursprünglich steinsichtige Bruchsteinbau einschließlich des fachwerksichtigen Giebels verputzt. Es dürfte sich wohl um das in der Neuen Sächsischen Kirchengalerie im Kapitel über die "Die Parochie Beicha" erwähnte Nebengebäude handeln. Als historischer Bestandteil des Pfarrhofes und als Beispiel des Bauhandwerks des 18. Jh. erlangt das Haus baugeschichtliche Bedeutung. Neben der baugeschichtlichen Bedeutung auf Grund seiner zeittypischen Ausbildung erlangt das Pfarrhaus auch ortsgeschichtliche Bedeutung auf Grund der Stellung und Aufgabe des Pfarrers im Dorf sowie eine große Bedeutung für das Ortsbild auf Grund seiner dominanten Lage.

LfD/2014 EG massiv, Portal mit Korbbogenabschluß und Datierung, Obergeschoss Fachwerk, Krüppelwalmdach, Seitengebäude: 1geschossig, Bruchstein, Satteldach, Giebel: Holzstaken mit Lehmausfachung

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Wohnhaus (ehem. Wohnstallhaus?) und Seitengebäude eines Vierseithofes Gödelitzer Weg 5
(Karte)
bez. 1834 prächtiges Fachwerk-Wohnhaus sowie massives Auszugshaus in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche, von baugeschichtlichem Wert

Wohnhaus: EG massiv, zwei Sandsteinportale mit Verdachung, Obergeschoss Fachwerk, Giebel Fachwerk, Satteldach mit Fledermausgauben, saniert, erbaut vom gleichen Baumeister, welcher die Kirche nach dem Brand 1834 neu erbaute, der Baumeister Maudrich war Eigentümer dieses Gutes, welches beim Brand der Kirche auch abgebrantt war, Seitengebäude (Auszugshaus): erbaut 1879 von Ernst Reinhold Brühl, dem damaligen Hofbesitzer, zweigeschossig, breitlagernd, verputzter Massivbau, weitgehend original erhalten,

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Mausoleum, Gedenksteine (u. a. 2. Weltkrieg), Kriegerdenkmal (1. Weltkrieg) sowie Grabsteine (siehe Denkmaltext) auf dem Dorffriedhof Beicha Meilaer Straße -
(Karte)
vermutlich 1944 (Mausoleum) Grabmäler und Gedenksteine von ortsgeschichtlicher Bedeutung

Denkmaltext Als Gottesacker erwarb die Gemeinde 1844 ein nördlich an das Dorf angrenzendes Stück Feld und friedete dieses ein. Vermutlich nach einer Belegungspause erfolgte ab Juli 1900 die Wiederbelegung des Gottesackers. Das Mausoleum der Gutsbesitzerfamilie Zieger aus Dreißig (erste Belegung vermutlich Oswald Zieger 1944) knüpft stilistisch an einen griechischen Tempel an und besitzt einen baugeschichtlichen Wert. Ein Teil der denkmalgeschützten Grabsteine entstanden nach ihrer Gestaltung zu urteilen bereits vor 1900. Die Gedenksteine, Denkmale und Grabmäler sind vor allem auf Grund ihres ortsgeschichtlichen, aber auch künstlerischen Wertes denkmalwürdig. LfD/2014/2017

Mausoleum: Grabstätte der Familie Zieger aus Dreißig, Gutsbesitzer, tempelartige Architektur, Gedenksteine: neogotische Gestaltung, Oberfläche stark verwittert, Grabstein: 1874, Familie Hennig, verwitterter Sandstein

Denkmale/Gedenksteine: I. Kriegerdenkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges, um 1920, neobarockes Denkmal, Sockel aus Sandstein mit Inschrift (Namen der im 1. Weltkrieg Gefallenen) sowie Trauernder Engel und große Urne, ebenfalls Sandstein, II. Gedenktafel für den Gefreiten Emil Bruno Roßberg, gefallen 1916 vor Verdun, Soldatengrab, III. Gedenkstein für die Gefallenen der Schlacht bei Lommatzsch, alle gefallen am 29. April 1945, roter Granit, nach 1945 aufgestellt, IV. Gedenkstein, Vorderseite stark verwittert, im Sockel blieb eine Inschrift erhalten: "Die dankbare Kirchgemeinde 1935", vermutlich umgewidmeter Grabstein aus der Zeit um 1870, auf der Rückseite Relief - Darstellung einer Trauernden mit einer Bibel in den Händen sowie Darstellung eines Kreuzes, Porphyrtuff,

Grabmale: 1. neogotischer Grabstein, heute ohne Inschrift, um 1870, Sandstein stark verwittert, 2. Grabmal der Rittergutsbesitzer auf Gödelitz, Familie Schmidt und Schmidt-Gödelitz, um 1924, neobarocker Grabstein, der Sockel mit Namensinschriften, darüber bewegte plastische Darstellung (Relief und Dreiviertelrelief), Darstellung zweier weiblicher kniender Engel neben einem Grabstein mit der Inschrift "Familie Schmidt Rittergut Gödelitz", der Grabstein wird durch ein schlichtes Kreuz bekrönt, 3. Grabmal Familie Hennig, Gutsbesitzer aus Schwanitz, um 1874, Sandstein mit eingelassenen Tafeln aus schwarzem Granit, 4. Mausoleum der Gutsbesitzerfamilie Zieger aus Dreißig (erste Belegung vermutlich Oswald Zieger 1944), stilistisch an griechische Tempel anknüpfend, beeinflusst durch Architekturauffassung des Dritten Reichs, Sandstein, in seiner Gestaltung selten anzutreffendes Mausoleum,

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Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Liste entspricht möglicherweise nicht dem aktuellen Stand der offiziellen Denkmalliste. Diese kann über die zuständigen Behörden eingesehen werden. Daher garantiert das Vorhandensein oder Fehlen eines Bauwerks oder Ensembles in dieser Liste nicht, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein eingetragenes Denkmal ist oder nicht. Eine verbindliche Auskunft erteilt das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kulturdenkmale in Döbeln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien