Liste der Kulturdenkmale in Mochau

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Die Liste der Kulturdenkmale in Mochau enthält die Kulturdenkmale im Döbelner Ortsteil Mochau.[Anm. 1]

Diese Liste ist eine Teilliste der Liste der Kulturdenkmale in Sachsen.

Legende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bild: zeigt ein Bild des Kulturdenkmals und gegebenenfalls einen Link zu weiteren Fotos des Kulturdenkmals
  • Bezeichnung: Name, Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals
  • Lage: Straßenname und wenn vorhanden Hausnummer des Kulturdenkmals; Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link Karte führt zu verschiedenen Kartendarstellungen und nennt die Koordinaten des Kulturdenkmals.
  • Datierung: gibt das Jahr der Fertigstellung beziehungsweise das Datum der Erstnennung oder den Zeitraum der Errichtung an
  • Beschreibung: bauliche und geschichtliche Einzelheiten des Kulturdenkmals, vorzugsweise die Denkmaleigenschaften
  • ID: Die ID wird vom Landesamt für Denkmalpflege Sachsen vergeben.

Mochau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Gasthof mit Saalanbau Am Dreieck 1
(Karte)
bez. 1829 denkmalgerecht sanierter, das Ortsbild maßgeblich prägender Putzbau von

ortshistorischer Bedeutung EG massiv, zum Teil im Obergeschoss Fachwerk, Saalanbau: 2geschossig, massiv, altes Steinportal (bezeichnet 1829), Anmerkung nach Ortsbegehung 2014: Der Gasthof brannte lt. Neuer Sächsischer Kirchengalerie 1829 ab und wurde offensichtlich danach wieder aufgebaut. Der Baubestand lässt vermuten, dass 1829 nur ein Teil des Gasthofes zerstört wurde und neu aufgebaut wurde. Dabei handelt es sich vermutlich um den heute das Haus prägenden massiven Hausteil mit Saal im Obergeschoss. Das zeitgleich mit dem Gebäude errichtete Türportal trägt die Inschrift "1829". Es ist davon auszugehen, dass der 3-achsige Fachwerkteil Bestandteil des abgebrannten Gasthofes war und demnach älter ist als der massive Hausteil. Die Baukonstruktion sowie das Krüppelwalmdach weisen darauf hin, dass dieser Gebäudeteil nicht wesentlich vor 1800 erbaut wurde, evtl. auch nach 1800, also kurz vor dem Brandereignis. Der Gasthof, der heute als Gemeinschaftshaus für örtliche Veranstaltungen genutzt wird, wurde in den letzten Jahren weitgehend denkmalgerecht saniert.

09208817


Häuslerhaus Am Dreieck 7
(Karte)
2. H. 19. Jh. typischer Fachwerkbau des 19. Jahrhunderts in ortsbildprägender Lage von

regionalgeschichtlichem Wert EG massiv, Obergeschoss Fachwerk (auch Giebelseite), Satteldach, entstellender Anbau ohne Denkmalwert, zwischen 2000 und 2014 saniert, Farbgebung erfolgte nicht denkmalgerecht, das Fachwerk im Obergeschoss wurde offensichtlich aufgebrettert, es ist jedoch zu vermuten, dass das originale Fachwerk erhalten blieb (2014)

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Brücke An der Schule -
(Karte)
19. Jh. bruchsteinerne Bogenbrücke, dokumentiert die alte Ortsstruktur, ortsgeschichtlich von Bedeutung 09208811


Häuslerhaus, ehem. Böttcherei Böttchergasse 1
(Karte)
um 1840? zeit- und landschaftstypischer Fachwerkbau in gutem Originalzustand,

hausgeschichtlich und ortsgeschichtlich von Bedeutung Denkmaltext Ehemalige Böttcherei, 1840 im Grundbuch verzeichnet. Hierbei könnte es sich um die Bauzeit des Hauses handeln. Das Häuslerhaus ist ein für das 19. Jh. typisches sächsisches Fachwerkhaus mit massivem Erdgeschoss. Es weist die gleiche Gliederung und Funktionalität wie die Bauernhäuser auf. So ist das Erdgeschoss in drei Zonen unterteilt, in der Mitte der Hausflur, links (von Eingang aus gesehen) der Stubenbereich und rechts ein kleiner Stallbereich. Zusätzlich wurde, evtl. etwas später, ein Fachwerkanbau angefügt, welcher möglicherweise als Böttcherwerkstatt genutzt wurde. Abgeschlossen wird das Gebäude durch ein steiles Satteldach. Bemerkenswert ist die Authentizität des Gebäudes, welches weitgehend bauzeitlich erhalten blieb. Der spätere massive Wohnhausanbau (kein Denkmal) führte nicht zur Veränderung der originalen Bausubstanz. Der Denkmalwert des Hauses ergibt sich aus dem hausgeschichtlichen Wert auf Grund seiner Authentizität sowie aus der ortsgeschichtlichen Bedeutung als einzige Böttcherei des Dorfes.

LfD/2014 EG massiv, Obergeschoss Fachwerk, entstellender Anbau, Satteldach

09208814


Aussegnungshalle, drei Erbbegräbnisse, ein Soldatengrab für Gefallene des 2. Weltkrieges und Einfassungsmauer auf dem Mochauer Friedhof Jahnatalstraße -
(Karte)
bez. 1852 Bestandteile des Friedhofs von Mochau, ursprünglich

bezeichnet als Feldgottesacker, von ortshistorischer und ortsbildprägender Bedeutung Denkmaltext 1827 wurde der neue Friedhof von Mochau, bezeichnet als "Feldgottesacker" geweiht, ab 1837 wurden alle Verstorbenen des Dorfes hier begraben. Die Aussegnungshalle ist lt. Inschrift 1852 erbaut worden. Zu den wenigen noch erhaltenen historischen Grabanlagen gehören das Erbbegräbnis (Gruft) für die Familie Rossberg, Gutsbesitzer zu Scheinitz (1842 und 1847), eine neben diesem Grab befindliche Gruft aus der gleichen Zeit (Namen nicht lesbar) sowie das Erbbegräbnis der Familie Franz Louis Ehrlich, Gutsbsitzer zu Dürrweitzschen (um 1910). In der nordöstlichen Friedhofsecke befindet sich ein unscheinbares Grab für 10 Soldaten, die kurz vor Beendigung des 2. Weltkrieges nahe Mochaus gefallen waren. Der Aussegnungshalle als einzigem Bauwerk auf dem 1827 neu angelegten Friedhofes kommt neben ihrem baugeschichtlichen Wertes auf Grund ihrer Authentizität auch eine ortsgeschichtliche Bedeutung zu. Auch die o.g. Gräber sind für die regionale Geschichte von Bedeutung. Anmerkung zur Kartierung (Bezeichnung in der Denkmakarte): 1. Erbbegräbnis Familie Rossberg 2. Erbbegräbnis neben Familie Rossberg 3. Erbbegräbnis Familie Ehrlich 4. Soldatengrab

LfD/2014 Friedhofsanlage aus der Mitte des 19. Jh., Mauer aus Bruchsteinen, Erbbegräbnis: Familie Rossberg, Gutsbesitzer zu Schweinitz, 1848, weitere Erbbegräbnisse im rückwärtigen Bereich des Friedhofes

09208810


Brücke Kirchstraße -
(Karte)
bez. 1800 Überführung des Verbindungsweges zwischen Kirchstraße und Meißner Straße über die Jahna,

einjochige Bruchsteinbrücke, Dokument der historischen Wegestruktur, ortsgeschichtlich bedeutsam Bruchsteinbogenbrücke mit Schlussstein, dieser bezeichnet "1800", Bogen als Segmentbogen ausgebildet, Brüstungsmauer nur noch im Ansatz erkennbar

09208821


Brücke Kirchstraße -
(Karte)
1. Hälfte 19. Jh. einjochige Bruchsteinbogenbrücke, Überführung der Kirchstraße über die Jahna, die historische

Wegeführung in Mochau dokumentierend, ortsgeschichtlich von Bedeutung einjochige Bruchsteinbrücke mit nur noch niedrigen Brüstungsmauern, Bogen als Segmentbogen ausgebildet, lt. Erfassungsunterlagen mit datiertem Schlussstein

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Kirchenruine, Kirchhof mit Einfassungsmauer, Kriegerdenkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges und Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges Kirchstraße 5
(Karte)
bez. 1848/49 heute als Sommerkirche genutzte

Kirchenruine umgeben vom ehemaligen Kirchhof einschließlich der beiden Kriegerdenkmale, Komplex von ortsgeschichtlicher, ortsbildprägender und baugeschichtlicher Bedeutung Denkmaltext 1848/49 nach Entwurf des Mügelner Baumeisters Krellmann neu errichtete Saalkirche. Die stattliche Kirche war 30 m lang und 15 m breit. Im Westen schloss ein quadratischer Turm an, der 1881 auf die heutige Höhe von ca. 35 m erhöht wurde. In den 1960er Jahren stellte man erhebliche Schäden durch Schwammbefall infolge eines undichten Daches fest. Aus Sicherheitsgründen musste die Kirche für Gottesdienste gesperrt werden. Nach dem letzten Gottesdienst im Jahr 1971 folgte eine zeitweilige Nutzung als Lagerraum. Eine Reparatur war nicht mehr möglich, so dass schließlich der Abbruch des Daches sowie sämtlicher Holzteile erfolgen musste. Der Verein „Kirchenbauwerk Mochau e. V.“ bemühte sich seit 1992 um die Sicherung der Kirchenruine, so dass am 21. Mai 1998 die „Sommerkirche Mochau“ mit einem Festgottesdienst eingeweiht werden konnte. Bereits 9 Jahre später, im Jahr 2007, wird auch die Sommerkirche wegen Baufälligkeit für eine weitere Nutzung gesperrt. Auch die Glocken dürfen wegen der Risse im Turm nicht mehr geläutet werden. Nach erfolgter Notsicherung können dann seit 2011 wieder Gottesdienste stattfinden. Von der eindrucksvollen Saalkirche mit geradem Ostabschluss und Westturm blieben nur die Umfassungswände des Kirchenschiffes sowie der Turm mit Satteldach, polygonalem Dachreiter und spitzem Helm erhalten. Die Fassadengliederung ist heute noch deutlich erkennbar. Die ursprünglich reiche Innenausstattung mit Kanzelaltar und zweigeschossigen Emporen ging jedoch verloren. „Die Kirche ist eine der ältesten in der Region. Fügte sich diese Kirche bis Mitte des 19. Jahrhunderts noch deutlich in die Landschaft ein, so zeugt seit mehr als 160 Jahren ein wuchtiger Baukörper vom bäuerlichen Selbstbewußtsein in dieser Gegend. … Kein Gebäude in Mochau verweist besser auf die vielen Jahrhunderte von Leben und Arbeiten an diesem Ort als die Kirche … Die Kirche steht im Dorf. Das Gebäude prägt den Ort und macht ihn unverwechselbar. … Einen solchen Identifikationspunkt für uns und spätere Generationen zu erhalten, sollte unabhängig vom persönlichen Glauben oder Nicht-Glauben die Aufgabe aller sein, die hier wohnen und denen dieser Ort am Herzen liegt.“ (Aushang im Schaukasten der Kirche, Autor: Pfarrer Volkmar Hirth, vor 1980) Aus diesem Statement für die Mochauer Kirche wird deren Bedeutung für die Ortsgeschichte und das Ortsbild und damit deren Denkmalwert deutlich.

Kirchenschiff ist ohne Dach, steht als Ruine, nur der Turm mit Dachreiter ist intakt (gedeckt mit Schiefer), an der Kirche: Gedenkplatte zu Ehren des Rittergutsbesitzers von Gutschmidt auf Obersteinbach (1829) Kriegerdenkmal 1. Weltkrieg: Steinquader mit Obelisk, Helm und Eichenlaub, Denkmal 1870/71: Steinquader mit Obelisk, dieser bekrönt von Adler, Kirchenruine: Saalkirche in Neurenaissanceformen, 1848/49 von Krellmann aus Mügeln unter Einbezug des romanischen Turms errichtet, Verfall im 3. V. 20. Jh., Putzbau mit geradem Ostschluß, hohen Rundbogenfenstern und Lisenengliederung. An der Nord-, Süd- und Ostseite Rundbogenportale in risalitartig vorgezogenen Eingängen. Breiter romanischer Westturm mit Satteldach und hohem Dachreiter.

09208815


Pfarrhaus, ehemaliges Substitutenwohnhaus (auch als Küsterei bezeichnet) und Mauer Kirchstraße 7
(Karte)
1877 Gebäudeensemble

von ortsbildprägender, baugeschichtlicher und ortsgeschichtlicher Bedeutung Pfarrhaus: zweigeschossig, massiv, originale Fenstergewände und -verdachungen, Substitutenwohnhaus (lt. Kirchengalerie) oder Küsterhaus (lt. Inschrift am Haus): zweigeschossig, EG massiv, Obergeschoss Fachwerk, Satteldach, giebelständig zur Straße,

09208812


Häuslerhaus Schmiedeweg 1
(Karte)
um 1800 ortsbildprägendes Fachwerkhaus, baulich leicht überformt, baugeschichtlich von Bedeutung

EG massiv, Obergeschoss vorwiegend Fachwerk (auch eine Giebelseite), Satteldach (neue Deckung), EG zum Teil durch breite Fenster überformt

09208819


Wohnstallhaus, Seitengebäude, Wassertrog, Torbogen und Einfriedung Vorwerk 1
(Karte)
1841 (Torbogen) weitgehend original erhaltene Wohn- und Wirtschaftsgebäude sowie Ausstattung, bauhistorisch und orthistorisch von Bedeutung

Wohnstallhaus: zweigeschossig, massiv, originale Türstöcke mit Schlußsteinen (datiert), Wand- Öffnungsverhältnis intakt, Krüppelwalmdach Seitengebäude: EG massiv, Obergeschoss Fachwerk, Satteldach (eine Seite abgewalmt), auf dem Hof stehen zwei alte Grenzsteine und alter Trog

09208822


Brücke Zum Gut
(Karte)
19. Jh. einjochige Steinbogenbrücke über die Jahna, Zufahrt zu einem Gutshof, dokumentiert die historische Wegeführung, heimatgeschichtlich von Bedeutung

Bogenbrücke aus Bruchsteinen, eine Seite mit Ziegeln um 1900 verändert

09208813


Wohnhaus, zwei Scheunen (eine mit Hocheinfahrt), ehemaliger Pferdestall, zwei Torpfeiler, Hofpflasterung, Brunnen, Garteneinfriedungsmauer, Bergkeller und Stützmauer mit Treppenaufgang zum Feld eines Gutshofes Zum Gut 23; 26; 28
(Karte)
bez. 1873 um 1873 neu erbauter und geschlossen erhaltener, einheitlich gestalteter Gutskomplex in sehr gutem Originalzustand, baugeschichtlich und heimatgeschichtlich von großer Bedeutung

1873 vom Gutsbesitzer Dietrich neu erbauter Bauernhof, bestehend aus den nachfolgend aufgeführten Bestandteilen, welche vermutlich weitgehend zeitgleich erbaut wurden. Die nicht benannten Bauten sind nicht Gegenstand des Denkmalschutzes.

Wohnstallhaus: zweigeschossiger Putzbau mit Drempel, regelmäßig angeordnete Rechteckfenster, Satteldach, Fledermausluken, heute Biberschwanzdeckung, bezeichnet D 1873,

Scheune mit Anbau: nordöstlich, an Wohnhaus angebaut, 1 1/2 geschossig, Putzbau, Satteldach mit Fledermausluken, baulich überformt, aber zeitgleich entstanden,

Scheune (westlich): eingeschossig mit Drempel, Bruchsteinmauerwerk, ursprünglich Graupelputz, heute teils Glattputz, an beiden Traufseiten jeweils drei große Rundbogentore, hofseitig Schlitzfenster, Satteldach,

Pferdestall: südliches Seitengebäude, längsrechteckiger Grundriss, zweigeschossig, Mittelbau mit dreijochiger Kumthalle, dort Uhr, Glockenturm, bezeichnet "Dietrich 1873",

Hofpflasterung: rotes Granitpflaster, annähernd in Hälfte des Hofes original erhalten,

Bergkeller, Stützmauer und Treppe zum Feld: nördlich von Scheune und Wohnhaus in Hang gebaut, Tonnengewölbe aus Bruchsteinen, an Keller schließt Stützmauer zum Feld an, in die eine Treppe zum Feld integriert wurde, diese Ausführung dürfte singulär in Sachsen sein,

Brunnen: alter Brunnen vor dem Wohnhaus im Hof mit neu aufgemauertem Rand,

Garteneinfriedung und Torpfeiler: zwei Torpfeiler an Hofzufahrt zwischen Wohnhaus und Pferdestall sowie Gartenmauer bzw. Einfriedungsmauer südöstlich des Wohnhauses,

Geschlossen erhaltener, einheitlich gestalteter, zeitgleich gebauter Hofkomplex, in dieser Qualität und Authentizität nur vereinzelt in Sachsen noch anzutreffen. Hieraus leitet sich die große baugeschichtliche, sozialgeschichtliche, heimatgeschichtliche sowie landschaftsprägende Bedeutung des Hofes mit den beschriebenen Bestandteilen ab.

09305676

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Liste entspricht möglicherweise nicht dem aktuellen Stand der offiziellen Denkmalliste. Diese kann über die zuständigen Behörden eingesehen werden. Daher garantiert das Vorhandensein oder Fehlen eines Bauwerks oder Ensembles in dieser Liste nicht, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein eingetragenes Denkmal ist oder nicht. Eine verbindliche Auskunft erteilt das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kulturdenkmale in Döbeln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien