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Liste der Kulturdenkmale in Waldachtal

Geodaten zu dieser Seite vorhanden
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In der Liste der Kulturdenkmale in Waldachtal sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Waldachtal im Landkreis Freudenstadt in Baden-Württemberg aufgelistet.

Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.

  • Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen: Datei hochladen
  • Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
  • Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
  • Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
  • Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
  • ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg

Abkürzungen

Kulturdenkmale nach Ortsteilen

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

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Mönchhofsägemühle Alte Straße 24; Sägmühlekanal
(Karte)
Zweigeschossiges Gebäude mit Satteldach, teilweise Fachwerk, Wasserbauten u. a. mit Mühlkanälen und oberschlächtiges Wasserrad, Sägetechnik und Bau um 1900

Der Mühlenstandort geht auf eine mittelalterliche Grangie des Klosters Bebenhausen zurück. Zu dieser gehörte sicher auch schon eine Mühle. In der heutigen Form handelt es sich um eine Sägemühle des 19. Jahrhunderts, welche mit ihrer Anlage das Bild der Kulturlandschaft im Waldachtal mitprägt. Sie belegt die Bedeutung der traditionsreichen Holzwirtschaft und der Holzverarbeitung im Schwarzwald. Zu letzterer wurde Wasserkraft benötigt, welche in den wasserreichen Schwarzwaldtälern ausreichend zur Verfügung stand. Die Anlage ist damit Zeugnis der regionalen Gewerbegeschichte und hat als alter Mühlenstandort siedlungsgeschichtliche Bedeutung.

96964226
Gestelztes Quereinhaus mit Satteldach und giebelseitiger Stallerschließung Am Busberg 3, 5
(Karte)
Anbau am Wohnteil, massives Erdgeschoss, Obergeschoss verschindeltes Fachwerk, Zierfachwerkgiebel, bezeichnet 1714, am Türsturz bezeichnet 1929

Das Gebäude ist ein anschaulich überliefertes Beispiel für den traditionsreichen Typus des gestelzten Quereinhauses, bei dem Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereinigt sind. Über dem Stall liegt der Wohnteil, im Anschluss daran befindet sich der Scheunenteil. Das Gebäude stellt damit eine charakteristische Form der bäuerlichen Behausung in der Region dar. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse in der landwirtschaftlich geprägten Gemeinde. Eine Besonderheit stellt der reich gestaltete, repräsentative Zierfachwerkgiebel dar, der die Zimmermannskunst im späten 18. Jahrhundert belegt. Das Bauernhaus ist Zeugnis der historischen Siedlungsstruktur und der frühneuzeitlichen Ortsbaugeschichte.

96964227 BW

Weitere Bilder
Burg Rüdenberg Sägmühlekanal
(Karte)
Ruine einer Turmburg in Spornlage, Turmbau aus Bruchstein, Südseite als seitlich vorstehende Schildmauer mit Eckbuckelquadern ausgebildet, Reste einer verstürzten Ringmauer und eines Walles sowie Grabens, gegründet wohl durch die Kecheler von Rüdenberg, zwischen 1250 und 1300, erstmals urkundlich fassbar 1346 (a), Brandzerstörung zu unbekanntem Zeitpunkt, als Burgstall bezeichnet, 1498 (a), Auflassung spätestens im 16. Jahrhundert

Etwa 1,4 km östlich von Cresbach liegt auf einem nach Nordosten vorspringenden Bergsporn über der Einmündung des Weiherbaches in die Waldach die Ruine der Burg Rüdenberg. Die Anlage war nicht sehr groß, es handelte sich im Prinzip um einen Wohnturm mit Ringmauer. Auffällig ist die schildmauerartige Ausbildung der südlichen Turmwand, die der Hauptangriffsseite zugewandt ist. Ihre Gestaltung mit Eckbuckelquadern weist in die 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Erstmals erwähnt wird die Burg 1346 als Sitz der Kecheler von Rüdenberg, seit 1440 war sie in württembergischem Besitz. Zu einem unbekannten Zeitpunkt im Spätmittelalter wurde sie, wie Spuren am Mauerwerk belegen, durch Brand zerstört, wohl vor 1498, denn zum damaligen Zeitpunkt wird die Anlage bereits als Burgstall bezeichnet. Sie ist charakteristisch für die kleineren Burgen des Ritteradels, die oftmals nur aus einem Wohnturm oder einem festen Haus mit Ringmauer und zugehörigen Wirtschaftsbauten (hier abgegangen) bestanden. Die Überreste veranschaulichen darüber hinaus mittelalterliche Herrschafts- und Siedlungsgeschichte in der Region.

97033087
( Wikidata)
Pumphäuschen (heute Wohnhaus) Am Rüdenberg 14
(Karte)
Eingeschossiger und unverputzter Massivbau, Fassade mit gelben und roten Backsteinen, Satteldach, um 1890

Das Pumphäuschen ist Zeugnis der Wasserversorgung in den Gemeinden des Nordschwarzwaldes, die u. a. durch den Ingenieur Hermann Ehmann (1844 bis 1905) im späten 19. Jahrhundert geplant wurde. Das Gebäude dokumentiert damit Technik- und Infrastrukturgeschichte.

110074704 BW
Schul- und Rathaus (heute Kindergarten) Bachstraße 6
(Karte)
Zweigeschossiger Massivbau mit Walmdach mit Glockentürmchen, Dachhäuschen, Erdgeschoss verputzt, Obergeschoss verschindelt mit Holzklappläden; zugehöriger eingeschossiger Abortbau mit Walmdach nördlich, 1928 (nicht zugehöriger jüngerer Erweiterungsbau)

Das Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für einen Kommunalbau im Heimatstil, der mit regionalen Baumaterialien und Gestaltungsmerkmalen bestrebt war, Neubauten harmonisch in die traditionellen Ortsbilder zu integrieren. Mit seiner Kubatur greift der Bau klassizistische Vorbilder auf, setzt aber u. a. mit einem Polygonalerker im Obergeschoss auflockernde Akzente. Das Gebäude ist ein für württembergische Landgemeinden seit dem 19. Jahrhundert charakteristischer Kombinationsbau aus Schulhaus und Gemeindeverwaltung. Es ist wichtiges Zeugnis für die Bildungs- und Ortsgeschichte der bis zur Schaffung der Großgemeinde Waldachtal politisch selbstständigen Gemeinde Oberwaldach.

96964223 BW
Laufbrunnen Bachstraße 12
(Karte)
Brunnenstock und Trog, Eisen, Ende 19. Jahrhundert

Der Laufbrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der historischen Wasserversorgung auf dem Dorf: Hier holten die Haushalte ihr Brauchwasser, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. Der Brunnen ist dabei auch ein Dokument der Serienfertigung solcher Objekte im Zeitalter der Industrialisierung, die mit der künstlerischen Gestaltung der Brunnenstöcke der Ortsverschönerung dienten.

111493259 BW
Ev. Frauenkirche Glockenstraße 8
(Karte)
Bau aus Kalktuffquadern mit Satteldach und mit eingezogenem Rechteckchor, Turm mit Schlüssellochscharten, Wasserschlägen und Staffelgiebel, Westportal mit Bibelzitat im Spitzbogen-Tympanon, im Inneren hölzerne Emporenhalle mit schlanken Holzstützen, Flachdecke und dreiseitig umlaufenden Emporen mit Bibelsprüchen, kreuzrippengewölbter Chor, Turmuntergeschoss mit Tonnenwölbung, bauzeitliche Kanzel, Turm 15. Jahrhundert, Neubau Kirche und Turmaufstockung, 1868 (a) (nördlich moderner Anbau)

Die evangelische Liebfrauenkirche setzt mit ihrem hohen Turm den zentralen ortsbildprägenden Akzent. Eine Pfarrkirche mit Dekanatssitz ist für Cresbach erstmals 1275/77 belegt. Ältester bestehender Teil des bestehenden Baus und ältestes Gebäude der Gemeinde Cresbach überhaupt ist der spätmittelalterliche Kirchturm, der seinen Bauformen nach, vor allem aber mit den so charakteristische Schlüssellochscharten zum Einsatz von frühen Handfeuerwaffen wie Hand- und Hakenbüchsen ins 15. Jahrhundert datiert und die alte Pfarrkirche als ursprünglich befestigte Anlage ausweist. Es ist anzunehmen, dass das Gotteshaus nach dem Übergang Cresbachs an Württemberg um 1440 einen Neubau als Wehrkirche erfuhr, um so die Neuerwerbung zu sichern. Das Kirchengebäude selbst erfuhr 1868 einen Neubau aus dem regional anstehenden Material Kalktuff und wurde in neugotischen Formen gestaltet. Eigentlich ein Saalbau, erscheint das Innere durch die zur Decke verlängerten Emporenträger als dreischiffige Halle. Das Gebälk der Emporen umziehen Bibelzitate, entsprechend der Bedeutung des Wortes in der evangelischen Liturgie. Die neugotische Kanzel sitzt, wie im Eisenacher Regulativ für evangelische Kirchenbauten gefordert, am Chorbogen. Die Pfarrkirche zeigt mit ihren Stilformen wie auch der von der Liturgie bestimmten Innengestaltung beispielhaft die Umsetzung der 1861 festgelegten Empfehlungen für den evangelischen Sakralbau. Jenseits dieser architektur- und konfessionsgeschichtlichen Bedeutung hat sie hohen Stellenwert als Zeugnis der Siedlungs- und Kirchengeschichte Cresbachs.

96964221 BW
Laufbrunnen Haldenweg 1
(Karte)
Brunnenstock und Trog, Eisen, Ende 19. Jahrhundert

Der Laufbrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der historischen Wasserversorgung auf dem Dorf: Hier holten die Haushalte ihr Brauchwasser, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. Der Brunnen ist dabei auch ein Dokument der Serienfertigung solcher Objekte im Zeitalter der Industrialisierung, die mit der künstlerischen Gestaltung der Brunnenstöcke der Ortsverschönerung dienten.

96964224 BW
Gasthaus Traube Herzogstraße 1
(Karte)
Zweigeschossiges Quereinhaus mit Zwerchhaus über dem Wohnteil, Gaststube im Erdgeschoss Backstein, schmiedeeiserner Ausleger mit Traube und Sternsymbol für das Brauerhandwerk, am Stall bezeichnet, 1896 (i), am Hauseingang 1905 (i)

Das Gasthaus Traube ist als traditionelles gestelztes Quereinhaus gebaut, das im Erdgeschoss außer dem Stall in diesem Fall auch die Gaststube aufnimmt, über der sich die Wohnung der Wirtsfamilie befand. Die enge Nachbarschaft zur Kirche definiert das Gasthaus als Teil der Ortsmitte und damit als gesellschaftlich wichtiger Treffpunkt für die Einwohner. Es ist Zeugnis der Wirtshauskultur und Ortsgeschichte.

96964222 BW
Kellerhaus Steinbühlstraße 8
(Karte)
Giebelständiger Sandsteinbau, ab Kniestock verbrettert, 1804 (i)

Das Kellerhaus mit dem Fachwerkaufbau ist ein anschauliches Beispiel für einen zweigeschossigen bäuerlichen Speicherbau. Es nutzt einen natürlichen Hang und veranschaulicht vormoderne Vorratshaltung. Das Gebäude ist Zeugnis der von der Landwirtschaft geprägten Siedlungsstruktur Oberwaldachs.

96964225 BW
Vörbachmühle Vörbach; Vörbacher Weg 39
(Karte)
2. Hälfte 19. Jahrhundert an altem Mühlstandort, nachgewiesen um 1600, bestehend aus: Mahl- und Ölmühle unter einem Dach (heute Wohnhaus), zweigeschossiger verputzte rund verschindelter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk; zugehörige Scheune, verbretterte Holzkonstruktion mit Satteldach (Mühlkanal 1970 zugeschüttet)

Die Vörbachmühle prägt das Landschaftsbild im Waldachtal. Sie war ursprünglich Zubehör der Burg Vörbach (Pfalzgrafenweiler). Die heutige Anlage ist ein Neubau aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und illustriert Wohn- und Arbeitsverhältnisse auf einem Mühlenanwesen im Schwarzwald. Sie ist Zeugnis dieses wichtigen ländlichen Gewerbezweigs und seiner Bedeutung im wasserreichen Schwarzwald. Als alter Mühlenstandort hat die Vörbachmühle darüber hinaus siedlungs- und ortsgeschichtlichen Zeugniswert.

111560445 BW
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

Weitere Bilder
Rathaus Dornstetter Straße 5
(Karte)
Zweigeschossiger und verputzter Massivbau mit Satteldach, Fenstererker am Giebel, Rundbogenarkaden beim Eingang, Dachreiter mit Uhr, Sgraffito mit hl. Georg, Mehrfachnutzung als Backstube (Ausstattung), Gemeindesaal, Waschküche und Mange, von Richard Schmelzle aus Hörschweiler, 1954 bis 1957 (a), später Milchsammelstelle angebaut

Das Rathaus ist ein für Landgemeinden charakteristischer Mehrzweckbau, der neben der Rathausnutzung auch noch eine Backstube, den Gemeindesaal und eine öffentliche Waschküche mit Mangel umfasst. Später wurde er auch noch um eine Milchsammelstelle ergänzt. Das Gebäude vertritt die konservative Richtung der Nachkriegsarchitektur, die unmittelbar an das Baugeschehen der Zwischenkriegszeit anknüpfte und zahlreiche Neubauten im Gebiet des Schwarzwaldes auszeichnet. Dahinter standen wohl wohl ähnlich dem zeitgenössischen Heimatfilm restaurativ-konservative Wunschvorstellungen der Adenauer-Ära von einer christlich geprägten, heilen und heimeligen Lebenswelt nach den Schrecken des NS-Regimes und des Weltkriegs. Das wird deutlich greifbar im zeittypischen Fassadensgraffito mit Darstellung des Erzengels Michael als Patron der Deutschen, der den Drachen, also den Teufel, niederringt. Eine Architektur, die dabei traditionsbewusst, aber doch zurückhaltend modern war, erschien auf dem Land offenbar für Neubauten angemessen. Das Gebäude hat als Rathaus der bis zur Bildung der Großgemeinde Waldachtal 1974 politisch selbstständigen Gemeinde Hörschweiler.

96964237
Kellerhaus Dornstetter Straße 14
(Karte)
Eingeschossig und giebelständig mit Satteldach, verputzter Sandstein, Anfang 19. Jahrhundert

Das Gebäude ist Bestandteil einer ganzen Reihe von Kellerhäusern entlang der Hauptdurchgangsstraße des Ortes. Sie sind charakteristisch für das Ortsbild von Hörschweiler, stand doch in der Siedlung mit den eng gesetzten Hofstellen selbst kaum Platz zur Errichtung von Nebengebäuden zur Verfügung. Darüber hinaus boten sich die Hänge um das in einer Mulde gelegene Dorf zur Einrichtung solcher Speicherbauten, die wohl u. a. der Aufbewahrung von Most dienten, an. Das Kellerhaus veranschaulicht vormoderne Vorratshaltung und ist wichtiges Zeugnis der von der Landwirtschaft geprägten Siedlungsstruktur.

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Kellerhaus Dornstetter Straße 16
(Karte)
Eingeschossig und giebelständig mit Satteldach, Sandstein, bezeichnet 1816 und 1922

Das Gebäude ist Bestandteil einer ganzen Reihe von Kellerhäusern entlang der Hauptdurchgangsstraße des Ortes. Sie sind charakteristisch für das Ortsbild von Hörschweiler, stand doch in der Siedlung mit den eng gesetzten Hofstellen selbst kaum Platz zur Errichtung von Nebengebäuden zur Verfügung. Darüber hinaus boten sich die Hänge um das in einer Mulde gelegene Dorf zur Einrichtung solcher Speicherbauten, die wohl u. a. der Aufbewahrung von Most dienten, an. Das Kellerhaus veranschaulicht vormoderne Vorratshaltung und ist wichtiges Zeugnis der von der Landwirtschaft geprägten Siedlungsstruktur.

96964229 BW
Kellerhaus Dornstetter Straße 18
(Karte)
Eingeschossig und giebelständig mit Satteldach, Sandstein, verputzt, Anfang des 19. Jahrhunderts

Das Gebäude ist Bestandteil einer ganzen Reihe von giebelständigen Kellerhäusern entlang der Hauptdurchgangsstraße des Ortes. Sie sind charakteristisch für das Ortsbild von Hörschweiler, stand doch in der Siedlung mit den eng gesetzten Hofstellen selbst kaum Platz zur Errichtung von Nebengebäuden zur Verfügung. Darüber hinaus boten sich die Hänge um das in einer Mulde gelegene Dorf zur Einrichtung solcher Speicherbauten, die wohl u. a. der Aufbewahrung von Most dienten, an. Das Kellerhaus veranschaulicht vormoderne Vorratshaltung und ist wichtiges Zeugnis der von der Landwirtschaft geprägten Siedlungsstruktur.

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Gefallenendenkmal auf dem Alten Friedhof für die Toten des Ersten Weltkriegs Im Lindental 4
(Karte)
Steinerner Obelisk mit Adlerbekrönung, Inschriften, um 1925

Das Denkmal erinnert an die im Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) gefallenen Soldaten aus Hörschweiler. Mit der Obeliskform greift es traditionsreiche Formen von Grab- und Ruhmesdenkmälern auf. Es veranschaulicht die Erinnerung an ein auch für die württembergische Landgemeinde einschneidendes welthistorisches Ereignis und hat ortsgeschichtliche Bedeutung.

106651963 BW

Weitere Bilder
Ev. Christuskirche Kirchstraße 11
(Karte)
Massive verputzte Saalkirche mit Satteldach, eingezogener Polygonalchor mit Strebepfeilern, nordwestlicher Rechteckturm mit Zeltdach, Eckquaderung, von Professor Wilhelm Jost, Stuttgart/Dresden, 1928/29 (a), Gefallenendenkmal

Hörschweiler war Filial von Tumlingen. Von einer 1525 abgebrannten mittelalterlichen Nikolaus-Kapelle zeugt nur noch der Turm (Reuteweg 3). Erst 1928/29 erhielt die Gemeinde wieder einen eigenen Sakralbau, der von dem Stuttgarter und Dresdner Hochschullehrer und Architekten Wilhelm Jost (1887 bis 1948) entworfen wurde. Er war ein typischer Vertreter der konservativen Moderne der Stuttgarter Schule und trat insbesondere in den 1920er-Jahren u. a. durch zahlreiche Kirchenrenovierungen und Neubauten von evangelischen Kirchen und Gemeindehäusern hervor. Ganz im Sinne des Heimatschutzgedankens orientierte sich Jost bei seinem Hörschweiler Projekt am Vorbild spätgotischer Dorfkirchen Alt-Württembergs, wie der schlanke wirkende, eingezogene Polygonalchor mit geschweift abgedachten Strebepfeilern und die Eckquaderung belegen. Das Gotteshaus ist damit ein anschauliches Beispiel für den evangelischen Kirchenbau in Württemberg in der Zwischenkriegszeit und beispielhaft für das Schaffen von Jost. Sie hat orts- und kirchengeschichtliche Bedeutung.

96964258
( Wikidata)
Kellerhaus Mühlsteig 6
(Karte)
Fachwerkgebäude mit Satteldach auf hohem Bruchsteinsockel mit Türgewände, Anfang 19. Jahrhundert

Das Kellerhaus mit dem Fachwerkaufbau ist ein anschauliches Beispiel für einen zweigeschossigen bäuerlichen Speicherbau. Solche Bauten sind charakteristisch für das Ortsbild von Hörschweiler, stand doch in der Siedlung mit den eng gesetzten Hofstellen selbst kaum Platz zur Errichtung von Nebengebäuden zur Verfügung. Darüber hinaus boten sich die Hänge um das in einer Mulde gelegene Dorf zur Einrichtung solcher Speicherbauten, die wohl u. a. der Aufbewahrung von Most dienten, an. Das Kellerhaus veranschaulicht vormoderne Vorratshaltung und ist wichtiges Zeugnis der von der Landwirtschaft geprägten Siedlungsstruktur.

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Sog. Alter Wachturm Reuteweg 3
(Karte)
, bestehend aus: Turm der früheren St. Nikolaus-Kapelle, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Zeltdach, bezeichnet 1590, ältere Teile wiederverwendet; Feuerwehrhaus, eingeschossiger Massivbau mit Stichbogenfenstern und -toren, anstelle des 1837 hier errichteten Schul- und Rathauses hier errichtet (1938 abgebrannt) errichtet, 1950 (a)

Der hohe Turm, der neben dem Turm der Christuskirche die zweite Orts- und Landschaftbild prägende Dominante in Hörschweiler darstellt, ist letzter Überrest der 1525 niedergebrannten einstigen Kapelle St. Nikolaus. Er wurde als Wach- und Glockenturm wieder aufgebaut und ist eines der zentralen Zeugnisse der Hörschweiler Orts- und Siedlungsgeschichte. Das angebaute Feuerwehrhaus ist charakteristisch für die traditionelle Ausrichtung der Nachkriegsarchitektur in den 1950er-Jahren, welche die Neubauten in vielen Dörfern und Kleinstädten des Schwarzwaldes im Sinne eines späten Heimatschutzgedankens bzw. eines kulturlandschaftsbezogenen Bauens auszeichnet. Wie der Turm, dessen Glocken im Brandfall Alarm schlugen, ist es Zeugnis des Feuerschutzes in der Gemeinde.

96964235
( Wikidata)

Gehöft Reuteweg 6, 6/1
(Karte)
Bestehend aus: gestelztes Quereinhaus mit Satteldach, Wohnteil als verschindelter Fachwerkbau auf massivem und unverputztem Sockelgeschoss aus Sandsteinquadern, giebelseitige Stallerschließung; Ökonomiebau mit Wohnteil, zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach; zugehörige Verkehrsfläche, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Die Hofanlage veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse auf einem Bauernhof im 19. Jahrhundert. Das Hauptgebäude ist ein anschaulich überliefertes Beispiel für den traditionsreichen Typus des gestelzten Quereinhauses, bei dem Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereinigt sind. Stall und Wohnhaus sind giebelseitig erschlossen. Über dem Stall liegt der Wohnteil, im Anschluss daran befindet sich der Scheunenteil. Das Gebäude stellt damit eine charakteristische Form der bäuerlichen Behausung in der Region dar. Das zugehörige, separate Ökonomiegebäude mit der Wohnung im Obergeschoss könnte als Ausgeding, also Altenteil, oder als Knechtwohnung gedient haben. Die Hofanlage dokumentiert die landwirtschaftlich geprägte Siedlungsstruktur von Hörschweiler und hat ortsbaugeschichtliche Bedeutung.

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Kellerhaus Reuteweg 14
(Karte)
Eingeschossiger und giebelständiger Sandsteinbau mit Satteldach, Anfang 19. Jahrhundert

Das Gebäude ist Bestandteil einer ganzen Reihe von historischen Kellerhäusern in Hörschweiler. Sie sind charakteristisch für das Ortsbild, stand doch in der Siedlung mit den eng gesetzten Hofstellen selbst kaum Platz zur Errichtung von Nebengebäuden zur Verfügung. Darüber hinaus boten sich die Hänge um das in einer Mulde gelegene Dorf zur Einrichtung solcher Speicherbauten, die wohl u. a. der Aufbewahrung von Most dienten, an. Das Kellerhaus veranschaulicht vormoderne Vorratshaltung und ist wichtiges Zeugnis der von der Landwirtschaft geprägten Siedlungsstruktur.

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Weitere Bilder
Kellerhaus Reuteweg 16
(Karte)
Eingeschossiger und giebelständiger Sandsteinbau mit Satteldach, Anfang 19. Jahrhundert

Das Gebäude ist Bestandteil einer ganzen Reihe von historischen Kellerhäusern in Hörschweiler. Sie sind charakteristisch für das Ortsbild, stand doch in der Siedlung mit den eng gesetzten Hofstellen selbst kaum Platz zur Errichtung von Nebengebäuden zur Verfügung. Darüber hinaus boten sich die Hänge um das in einer Mulde gelegene Dorf zur Einrichtung solcher Speicherbauten, die wohl u. a. der Aufbewahrung von Most dienten, an. Das Kellerhaus veranschaulicht vormoderne Vorratshaltung und ist wichtiges Zeugnis der von der Landwirtschaft geprägten Siedlungsstruktur.

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Kellerhaus Reuteweg 22
(Karte)
Eingeschossiger und giebelständiger Sandsteinbau mit Satteldach, Anfang 19. Jahrhundert

Das Gebäude ist Bestandteil einer ganzen Reihe von historischen Kellerhäusern in Hörschweiler. Sie sind charakteristisch für das Ortsbild, stand doch in der Siedlung mit den eng gesetzten Hofstellen selbst kaum Platz zur Errichtung von Nebengebäuden zur Verfügung. Darüber hinaus boten sich die Hänge um das in einer Mulde gelegene Dorf zur Einrichtung solcher Speicherbauten, die wohl u. a. der Aufbewahrung von Most dienten, an. Das Kellerhaus veranschaulicht vormoderne Vorratshaltung und ist wichtiges Zeugnis der von der Landwirtschaft geprägten Siedlungsstruktur.

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Weitere Bilder
Kellerhaus Reuteweg 24
(Karte)
Eingeschossiger und giebelständiger Sandsteinbau mit Satteldach, Anfang 19. Jahrhundert

Das Gebäude ist Bestandteil einer ganzen Reihe von historischen Kellerhäusern in Hörschweiler. Sie sind charakteristisch für das Ortsbild, stand doch in der Siedlung mit den eng gesetzten Hofstellen selbst kaum Platz zur Errichtung von Nebengebäuden zur Verfügung. Darüber hinaus boten sich die Hänge um das in einer Mulde gelegene Dorf zur Einrichtung solcher Speicherbauten, die wohl u. a. der Aufbewahrung von Most dienten, an. Das Kellerhaus veranschaulicht vormoderne Vorratshaltung und ist wichtiges Zeugnis der von der Landwirtschaft geprägten Siedlungsstruktur.

96964236
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Kath. Pfarrkirche Herz Jesu Kirchbergstraße 25
(Karte)
Verputzte Saalkirche mit eingezogenem polygonalen Chor, kreuzförmiger Grundriss mit fünf kreuzgratgewölbten Jochen, quadratischer Turm mit Zeltdach nordöstlich des Chors, große Fensterrose im Westen, Westempore, rippengewölbter Chorraum, von Josef Cades, Stuttgart, 1903/04 (a)

Bis zu Anfang des 20. Jahrhunderts war Lützenhardt Filial der katholischen Pfarrei Salzstetten. Die Erhebung zum eigenständigen Pfarrsitz schlug sich in einem Neubau des örtlichen Gotteshauses nieder, für das der bekannte Stuttgarter Architekt Joseph Cades (1855 bis 1943) die Pläne lieferte. Er ist von katholischer Seite einer der wichtigsten Kirchenarchitekten des späten Historismus in Württemberg. Cades vertrat mit seinen Bauten um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert eine zurückhaltende Neuromanik, die sich an Vorbildern des 12. und frühen 13. Jahrhunderts orientierte, wie auch das Lützenhardter Gotteshaus anschaulich belegt. Das ortsbildprägende Bauwerk ist charakteristisches Zeugnis katholischen Sakralbaus um 1900 und hat orts- und kirchengeschichtliche Bedeutung.

96964240 BW
Gefallenendenkmal der beiden Weltkriege Kirchbergstraße 25
(Karte)
Lagernde Soldatenskulptur auf Gefallenentafeln mit Kreuz (Erster Weltkrieg), 1920er-Jahre, um 1950 durch zwei Tafeln erweitert (Zweiter Weltkrieg)

Das monumental wirkende Gefallenendenkmal erhebt sich in charakteristischer Lage in unmittelbarer Nachbarschaft zur Pfarrkirche. Es zeigt einen verwundeten Soldaten mit charakteristischem Stahlhelm, der auf dem Block mit den Namenstafeln ruht. Durch das zentrale Kreuz mit Christushaupt erhält das Denkmal einen spezifisch christlichen Bezug, wie er gerade für Gefallenendenkmäler in katholischen Orten üblich ist. Das Monument erinnert an die Auswirkungen zweier welthistorischer Kriegsereignisse auf die württembergische Gemeinde und hat ortsgeschichtliche Bedeutung.

96964241 BW
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Gasthaus Zur Krone Brühlstraße 1
(Karte)
Zweigeschossiger, giebelständiger verputzter Bau mit Satteldach, großteils Massivmauerwerk, Keller mit Tonnengewölbe, angeschlossener Ökonomieteil, 2. Hälfte 18. Jahrhundert bzw. 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Das unweit des zentralen Dorfplatzes gelegene Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für ein Dorfgasthaus des 18./19. Jahrhunderts, wobei es den regional üblichen Bauernhaustypus des gestelzten Quereinhauses mit Ökonomieteil variiert. Es hat Bedeutung für die ländliche Kultur- und Sozialgeschichte und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte und historischen Siedlungsstruktur von Salzstetten.

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Armenhaus (heute Wohnhaus) Dorfstraße 12
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, darüber teilverbrettertes Fachwerk, 1. Hälfte 18. Jahrhundert

Das Gebäude, inmitten des alten Ortskerns gelegen, ist das alte gemeindeeigene Armenhaus, das als kostengünstige Unterkunft für die Dorfarmen diente. Solche Gebäude sind nur selten überliefert. Es belegt die ländliche Sozialfürsorge in der Vormoderne und ist Zeugnis der historischen Siedlungsstruktur wie auch der Ortsbaugeschichte.

96964242 BW
Friedhof Friedhofweg 8
(Karte)
Verbliebene Umfriedungsmauern, 1820

Wie in vielen Gemeinden üblich, wurde auch in Salzstetten der Gottesacker um die Pfarrkirche in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgegeben und an den Ortsrand verlegt. Dies geschah aus Hygiene- und Platzgründen. Der 1820 angelegte Friedhof mit seiner Umfassungsmauer hat kultur- und siedlungsgeschichtliche Bedeutung.

96964243 BW
Gemeindehaus Hauptstraße 20
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Glockenbock, großer traufständiger Saalanbau mit Satteldach, traufseitige Erschließung mit großem Spitzbogenportal, geplant von Architekt Alfred Broghammer in Schramberg 1934/35 (a)

Der große Baukomplex des Gemeindehauses in unmittelbarer Nachbarschaft zur Pfarrkirche ist ein anschauliches Beispiel für einen großen Kommunalbau in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Architektur folgt in zeittypischer Weise der traditionalistisch orientierten Richtung der Moderne der Stuttgarter Schule und fügt sich so im Sinne des Heimatschutzes und des landschaftsbezogenen Bauens in die historische Siedlungsstruktur der Landgemeinde ein. Neben der Funktion als Kommunalverwaltung umfasst der Gebäudekomplex auch einen großen Festsaal für öffentliche Veranstaltungen - auch im Sinne des NS-Regimes. Das Gebäude ist wichtiges Zeugnis der Geschichte Salzstettens im 20. Jahrhundert.

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Kath. Pfarrkirche St. Agatha Hauptstraße 30
(Karte)
Dreischiffige Basilika in Werkstein, polygonaler Chor mit westlichem Turm, Kalktuff und gliedernder Buntsandstein, im Inneren Kreuzgratgewölbe, errichtet nach Entwurf von Josef Cades, Stuttgart, 1894 (a), Chorfenster von Wilhelm Geyer, 1962; Gefallenendenkmal beider Weltkriege, Skulptur eines Engels mit kniendem Soldaten, pyramidenartiges Postament mit Inschriften, Entwurf von Architekt Ruggaber, 1922 (a), später ergänzt; Umfriedungsmauern und Treppenanlagen und Laufbrunnen, 1962 (a)

Die große neugotische Kirche erhebt sich ortsbildprägend inmitten des alten Dorfkerns und wird umgeben von einer 1962 geschaffenen Außenanlage. Sie ist ein Werk des bedeutenden Kirchenarchitekten Joseph Cades (1855 bis 1943), der zahlreiche katholische Sakralbauten in Württemberg entwarf. Er ist ein Vertreter des späten Historismus, der bevorzugt frühgotische und spätromanische Architektur rezipierte. Die Architektur seiner Salzstettener Pfarrkirche zeigt deutliche Einflüsse französischer und rheinischer Frühgotik. Das Gotteshaus ersetzte eine mittelalterliche, 1275 erstmals genannte Vorgängerkirche. Es ist wichtiges Zeugnis der Orts- und Kirchengeschichte und veranschaulicht den katholischen Sakralbau im Königreich Württemberg in den Jahren um 1900. Ein Dokument der lokalen Erinnerungskultur ist das aufwendig und künstlerisch anspruchsvoll gestaltete Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, das in der üblichen Weise nach 1945 um Namenstafeln der Toten es Zweiten Weltkriegs ergänzt wurde.

96964245 BW
Sog. Schlössle Hauptstraße 47, 49
(Karte)
Niederungsburg des Ortsadels, eventuell die alte Tockenburg, seit 1865 Gasthof Sonne (Westteil, Nr. 47, heute oberirdisch nicht mehr als Teil des Schlosses zu erkennen), dreiteiliger zweigeschossiger Bau mit drei parallelen Giebeln und Satteldächern, verputzt, Ostteil Steinhaus mit Eckbuckelquadern und kleinem Anbau mit Vorkragung über Rundbogenfries auf Konsolen, runder Eckturm im Bruchstein mit Schlüssellochscharten, Rundbogentor, Wappenstein der Schütz aus Horb, nördlich Kreuzstockfenster, Mittel- und Westteil im Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerk, westlich mit leichter Geschossvorkragung (rückwärtig nicht zugehöriger Ökonomiebau), Steinhaus von 1513/14 (d), Umbau unter den Schütz aus Horb, 1564 (i), Dachwerk 1715/16 (d), jüngere Erweiterungen nach Westen

Das sog. Schlössle ist das älteste überlieferte Gebäude in Salzstetten. Es bildete den alten Ortsadelssitz, die angeblich abgegangene Tockenburg mitten im Ort. Dieser ist seit der Zeit um 1200 als Sitz eines edelfreien Geschlechts belegt, im 14. Jahrhundert befand er sich im Besitz der Gräfin Ida von Toggenburg. Der bestehende Bau datiert weitgehend in die Frühe Neuzeit und dürfte durch die Herren Schütz aus Horb in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts und später das Spital Horb errichtet worden sein, das unter vorderösterreichischer Oberhoheit seit dem 17. Jahrhundert alleiniger Ortsherr war. In dem Komplex steckt allerdings ein deutlich im Außenbau ablesbarer spätmittelalterlicher Steinbau, der auf 1513/14 datiert ist. Er ist durch Eckbuckelquader, einen kleinen Anbau mit Rundbogenfries auf Konsolen, ein spätgotisches Kreuzstockfenster und einen runden Eckturm mit Schlüssellochscharten gekennzeichnet und war wohl Wohnbau einer kleinen Wasserburg im Ortskern. Dieser spätgotische Kernbau ist mit seinen Bauformen ein charakteristisches Beispiel für jene festen Häuser, wie sie bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts als ritterliche Sitze in vielen Dörfern zu finden waren. Seit 1865 beherbergt der Komplex das Gasthaus Zur Sonne. Er ist herausragendes Zeugnis der Siedlungs-, Orts- und Herrschaftsgeschichte von Salzstetten.

96964246 BW
Franziskanerinnenkloster St. Antonius Heiligenbronn mit kath. Knabeninternat und Kinderheim Heiligenbronn 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7
(Karte)
Bestehend aus:
  • Neues Pfarrhaus (Heiligenbronn 1), zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, kleines Zwerchhaus, 1920er-Jahre;
  • Wallfahrtskapelle zur Schmerzhaften Muttergottes (Heiligenbronn 2), verputzte Saalkirche mit schlankem viereckigem Westturm und schwach eingezogenem Polygonalchor, am Chorscheitel zweigeschossige Sakristei, Nordportal mit beschnitztem zweiflügeligem Türblatt, Inneres mit Korbbogendecke über dorischen Pilastern, reiche barocke Ausstattung mit Altären und Kanzel, spätgotische Statue der Muttergottes, um 1470 (aus Kloster Urspring), zwei kleine Vesperbilder, 14. Jahrhundert, errichtet 1745 bis 1767 (a, i), Wiederherstellung nach Blitzschlag, 1869 (a), Renovierung und Sakristeibau 1906/07 (a); unter dem Chor gefasste Quelle mit romanischem Gewölbe;
  • Altes Pfarrhaus (Heiligenbronn 3), zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Satteldach, Mitte 18. Jahrhundert;
  • Wohnhaus der Erziehungsanstalt für arme Knaben (Heiligenbronn 4), zweigeschossiger, traufständiger und verputzter Fachwerkbau, Satteldach mit Zwerchhaus, um 1900;
  • Hauptgebäude des Franziskanerinnenklosters St. Antonius (Heiligenbronn 5), dreigeschossiger verputzter Massivbau mit asymmetrischen Flügelbauten, Sandsteingewände, Statue des hl. Antonius mit Jesuskind, im Inneren Hauskapelle mit Wandbildern der Beuroner Malerschule, 1897 (a) (flacher Anbau im Osten, 1950er-Jahre); Klostergarten mit Wegekreuzanlage und zweiflügeligem Eisentor in Jugendstilformen;
  • Raststätte für Pilger (Heiligenbronn 6), eineinhalbgeschossiger Massivbau mit Krüppelwalmdach, ab Kniestock verbrettert, um 1900;
  • Schule (Heiligenbronn 7), zweigeschossiger und traufständiger Massivbau mit Satteldach, hohes massives und verputztes Erdgeschoss mit Sandsteingliederungen, darüber verschindeltes Fachwerk, um 1900

Die Gebäude des Franziskanerinnenklosters St. Antonius mit angeschlossener Erziehungsanstalt für arme Knaben gruppieren sich im Rechteck angeordnet um den zentralen Klostergarten. Ältester Teil ist die Wallfahrtskapelle zur Schmerzhaften Muttergottes, die einst frei als Pilgerstätte in der Landschaft stand. Sie wurde zum Ausgangspunkt der 1887 gegründeten Anlage, in der sich die Franziskanerinnen der Erziehung von Jungen aus ärmlichen Verhältnissen widmeten. Als Hauspatron wacht am historistischen Konventbau der hl. Antonius mit dem Jesusknaben über die Gesamtanlage. Ursprünglich wurde das Internat von Franziskanerinnen aus Reute in Oberschwaben geleitet, seit 1891 stand es unter der Leitung der Franziskanerinnen aus dem Kloster Heiligenbronn bei Schramberg, nach welchem die Anlage benannt wurde. Unter ihnen kam es wohl auch zum Neubau des Konventbaus sowie zum Anbau der Sakristei an die barocke Wallfahrtskirche, die durch eine für die Region seltene, reiche Barockausstattung aus der Bauzeit besticht. Sie ist wichtiges Zeugnis barockzeitlicher Frömmigkeit in der bis 1805 vorderösterreichischen Region. Die Wallfahrt zum Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes selbst ist schon seit dem 14. Jahrhundert belegt. Die Anlage ist von kirchengeschichtlicher Bedeutung und veranschaulicht nicht zuletzt die katholische Sozialfürsorge und Bildungsgeschichte im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

98809597 BW
Wohnstallhaus Heubergstraße 5
(Karte)
Zweigeschossiges Einhaus, Fachwerk auf massivem Sockelgeschoss, vorkragende Geschosse, Fachwerk der Ökonomieseite freiliegend, giebelseitige Stallerschließung, 2. Hälfte 17. Jahrhundert

Das Gebäude dokumentiert einen für die Region charakteristischen Haustyp und veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse. Es ist Zeugnis der landwirtschaftlich geprägten historischen Siedlungsstruktur sowie der Ortsbaugeschichte von Salzstetten.

96964247 BW
Wegkreuz Sägmühle
(Karte)
Stein, Postament mit Inschrift, gegossener Korpus, um 1900

Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft um das ehemals vorderösterreichische Salzstetten. Der gegossene Korpus zeugt dabei von der seriellen Herstellung solch sakraler Kunstobjekte im Zeitalter der Hochindustrialisierung.

105353702 BW
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Kellerhaus Theodor-Heuss-Straße
(Karte)
Eingeschossig mit Satteldach, Bruchsteinmauerwerk, Anfang 19. Jahrhundert, mittelalterliche Fensterspolie

Das Kellerhaus in charakteristischer Hanglage ist typisch für diese Art von Speicherbauten in der Region. Es veranschaulicht vormoderne Vorratshaltung und ist Zeugnis der von der Landwirtschaft geprägten Siedlungsstruktur Tumlingens.

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Friedhofskapelle Häfnergasse
(Karte)
Kleiner verputzter Massivbau mit Satteldach und Giebelreiter, Wiederkehr, Längsseite mit offenem Arkadengang, nach 1923

Die Friedhofskapelle ist ein anschauliches Beispiel solcher kleinen Sakralbauten aus den 1920er-Jahren. In der Grundform ist das Gebäude an der konservativen Moderne der Stuttgarter Schule orientiert, doch zeigt der zum Friedhof geöffnete, lichte Arkadengang mit seinen Dreiecksabschlüssen und dem Faltengewölbe deutlich den Einfluss des zeitgenössischen Expressionismus. Es handelt sich um eine architektonisch anspruchsvolle und qualitätvolle Gestaltung. Die Friedhofskapelle ist Zeugnis der Glaubens- und Architekturgeschichte Tumlingens.

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Gefallenendenkmal für die Toten des Ersten Weltkriegs Häfnergasse
(Karte)
Kunststeinstele mit Kranz und Stahlhelm unter von Kreuz bekröntem Kunststeintabernakel mit dreieckigen Arkaden, 1924

Das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs (1914 bis 1918) auf dem Tumlinger Friedhof ist ein qualitätvolles Zeugnis für die Lösung der Bauaufgabe in expressionistischen Formen, womit sich die Kleinarchitektur in Form eines Baldachins über Dreiecksbögen der unmittelbar benachbarten, ebenfalls expressionistisch gestalteten Friedhofskapelle anpasst. Als Material wurde Kunststein verwendet. Mit der Tabernakelform über einer zentralen Stele mit Konsolen zur Anbringung von Kränzen erhält das Denkmal eine besonders feierliche, sakral geprägte Form. Es ist anschauliches Zeugnis der lokalen Erinnerung an ein welthistorisches Kriegsereignis, das auch Auswirkungen auf das Leben in der kleinen württembergischen Gemeinde hatte. Es ist von ortsgeschichtlicher Bedeutung.

96964257 BW

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Ev. Pfarrhaus (heute Gemeindehaus) Rötweg 2
(Karte)
Zweigeschossiger und traufständiger Bau mit Halbwalmdach, massives Erdgeschoss mit Sandsteingewänden, darüber Fachwerk, weitgehend verputzt, vordere Traufseite des Obergeschosses verschindelt, traufseitige Erschließung, Garten, 1796 (i)

Mit seiner Kubatur und seiner einfachen Gestaltung ist das freistehende Gebäude charakteristisch für württembergische Pfarrhausbauten des 18. Jahrhunderts. Es hebt sich damit deutlich von der übrigen Wohnbebauung am Ort auf und kennzeichnet so den Wohn- und Verwaltungssitz des Pfarrers als obrigkeitlichen Sonderbau innerhalb der Siedlungsstruktur. Das Gebäude veranschaulicht dabei vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse einer Pfarrfamilie auf dem Land. Als Sitz der erst 1625 durch Württemberg reformierten, 1267 erstmals erwähnten Pfarrei hat das Anwesen orts- und kirchengeschichtliche Bedeutung.

96964259

St. Hilarius-Kapelle mit Friedhof Sankt-Hilarius-Weg 47
(Karte)
Bestehend aus: kleiner massiver, verputzter Kapellenbau, im Mittelalter Wallfahrtskirche, 1823 bis auf Turmrest abgebrochen, mit steilem Zeltdach, im Kern wohl 13. Jahrhundert, erstmals genannt 1267 (a); hohe Umfriedungsmauer; historische Grabsteine und Spolien

Die Tumlinger Pfarrkirche lag ursprünglich außerhalb des Ortes inmitten des zugehörigen Friedhofs. Das 1267 erstmals genannte Gotteshaus war im Mittelalter ein lokales Wallfahrtszentrum, wurde allerdings 1823 bis auf einen kleinen Rest abgebrochen, der heute als Friedhofskapelle dient. Zusammen mit der umgebenden Anlage des alten Friedhofs veranschaulicht die Kapelle, die in der Folge wohl als Totenhäuschen genutzt wurde, Siedlungs- und Kirchengeschichte. Die alten Grabsteine sind Zeugnisse der Begräbniskultur und der Ortsgeschichte.

96964260

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Rathaus Theodor-Heuss-Straße 10
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach und Dachreiter mit Uhr, Rundbogenarkaden mit Vorhalle, darüber Ratssaal, flügelartig angefügter eingeschossiger Saalbau mit Satteldach, Entwurf von Ernst Leistner, Stuttgart, 1957 (a)

Das stattliche Gebäude mitten im Ortszentrum von Tumlingen veranschaulicht die Kontinuität der konservativen Moderne der Zwischenkriegszeit in den 1950er-Jahren, die sich vor allem in den kommunalen wie kirchlichen Neubauten vieler Schwarzwaldgemeinden zeigt. Damit verbunden war wohl die Sehnsucht nach einer heilen, überschaubaren und geordneten Welt nach den Schrecken des NS-Regimes und des Zweiten Weltkriegs, die zeitgleich ihren Ausdruck im deutsch-österreichischen Heimatfilm fand und charakteristisch ist für die von Vergangenheitsverdrängung und Aufschwung gleichermaßen geprägte Adenauer-Ära. Gerade mit dem Schwarzwald und seinen ländlichen Gemeinden ließ sich eine friedliche, von Traditionen geprägte Welt im Sinne eines christlichen Wertkonservatismus assoziieren. Der Rathausbau von Ernst Leistner aus Stuttgart in Tumlingen verdeutlicht dies, knüpft er doch deutlich mit der offenen Arkadenhalle im Erdgeschoss und dem von einer Zwiebelhaube bekrönten Dachreiter bewusst an vormoderne Traditionen des Kommunalbaus an. Die Moderne zeigt sich hingegen in der großzügigen Durchfensterung des Ratssaals mit großen Scheiben. Leistner gelang so ein Gebäude, das sich, wie gewünscht, harmonisch ins Ortsbild einfügt und zugleich unaufdringlich neue Bauformen in traditionellem Gewand umsetzt. Als Verwaltungssitz der bis zur Bildung der Großgemeinde Waldachtal 1974 politisch selbstständigen gemeinde ist das Rathaus auch Zeugnis der Ortsgeschichte in der Nachkriegszeit.

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Einzelnachweise

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Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.