Liste der Merkhilfen im Feuerwehrwesen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Für den Dienst bei der Feuerwehr existieren verschiedene Merkhilfen (Eselsbrücken, Akronyme), die in Einsatz und Übung Verwendung finden.

Merkschema Thema Hintergrund
2-5 Einsatzlehre Faustregel zur Führbarkeit taktischer Einheiten
  • 2 taktische Einheiten werden immer von einer Führungskraft geführt
  • 2-5 taktische Einheiten können von einer Führungskraft alleine, aber auch von einer übergeordneten Führungskraft mit Unterführern geführt werden
  • mehr als 5 taktische Einheiten müssen auf mehrere Unterführer verteilt werden, welche von einer übergeordneten Führungskraft geführt werden
3A Erste Hilfe 3 A für das Auffinden von Personen
  • Anschauen
  • Ansprechen
  • Anfassen
4A

auch reduziert zu

3A

ABC-Einsätze Vier Grundsätze im ABC-Einsatz:
4A-1C-4E[2]

auch erweitert zu

5A-1B-1C-5E[3]

Lagebeurteilung Neun / zwölf Punkte zur Lageeinschätzung im Einsatz:
  • Atemgifte,
  • Ausbreitung
  • Angstreaktion / Panik
  • Atomare Gefahren / ionisierende Strahlung
  • Absturz
  • Biologische Gefahren
  • Chemische Gefahren
  • Explosion
  • Erkrankung / Verletzung
  • Elektrizität
  • Einsturz
  • Ertrinken / Wassergefahren
5W[4][5] Absetzen eines Notrufes Fünf Informationen für die Leitstelle:
  • Wo geschah es?
  • Was geschah?
  • Wie viele Personen sind betroffen?
  • Welche Art der Erkrankung/Verletzung liegt vor?
  • Warten auf Rückfragen!
ABS Technische Hilfe Erstmaßnahmen beim Eintreffen an einer Unfallstelle
  • Absicherung der Einsatzstelle gegen den fließenden Verkehr
  • Brandschutz für die Einsatzstelle sicherstellen
  • Stabilisieren der Lage und des Patienten (z.B. Sichern der Pkw/Umgebung gegen Abrutschen)
AIRBAG[6] Technische Hilfe Sechs Grundsätze für die Öffnung eines Pkw:
  • Abstand halten
  • Innenraum erkunden
  • Rettungskräfte warnen
  • Batterien abklemmen
  • Abnehmen der Innenverkleidung
  • Gefahren an den Komponenten der Sicherheitseinrichtungen
Alle meiden Atemgifte
Wasser sucht seinen Weg
Einsatzlehre Merksprüche um sich über die Anfangsbuchstaben die Sitzordnung im Fahrzeug zu merken:

gegen die Fahrtrichtung: Angriffstruppführer, Melder, Angriffstruppmann
In Fahrtrichtung: Wassertruppführer, Schlauchtruppführer, Schlauchtruppmann, Wassertruppmann

AUTO[7] Technische Hilfe Vier Punkte um alternative Antriebstechniken zu erkennen:
  • A ustretende Betriebsstoffe
  • U nterboden erkunden
  • T ankdeckel öffnen
  • O berfläche absuchen
FRAU[8] Waldbrandeinsatz Vier Punkte für das sichere Vorgehen bei Wald- und Flurbränden:
  • F unk
  • R ückweichen
  • A usschau
  • U eberwachung
GAMS[9]

früher GAS-Regel[10]

Gefahrguteinsätze Die Reihenfolge der vier Aufgaben, die beim Eintreffen bei einem Gefahrgutunfall durchzuführen sind:
  • Gefahr erkennen
  • Absperrung errichten
  • Menschenrettung durchführen
  • Spezialkräfte anfordern
GEBAEUDE-Regel Gefahrenerkennung Atemschutzeinsatz in Gebäuden zur Erkennung möglicher Gefahren:
  • Gebäudeart (Etagen, Höhe, Breite,...)
  • Erreichbarkeit (...des Hauses, der Personen, des Brandherdes,...)
  • Benutzung (Wohnhaus, Lager, Büro,...)
  • Außenansicht (Zerstörte Fenster,...)
  • Energie (Gastanks,...)
  • Unterbereich (Kellerfenster,...)
  • Dach (Form, Ausbau,...)
  • Eingänge (Hauseingang, Löschwassereinspeisungen,...)
HAUS[11] Hubrettungsfahrzeuge Vier Grundsätze zur Aufstellung von Hubrettungsfahrzeugen
  • Hindernisse
  • Abstände
  • Untergrund
  • Sicherheit
LAGE[12] Einsatz Merkregel für den Sicherheitstrupp im Atemschutzeinsatz
  • Lagefeststellung
  • Atmung vorhanden
  • Genügend Luft
  • Erweiterte Erkundung
MELDEN Einsatzlehre Sechs Informationen, die die Leitstelle im Rahmen der Lagemeldung erhalten muss:
  • Meldende Person
  • Einsatzstelle
  • Lage
  • Durchgeführte Maßnahmen
  • Einheiten, die eingesetzt wurden
  • Nachforderungen
PAKET Erste Hilfe Maßnahmen beim Auffinden einer verletzten Person
  • Person ansprechen
  • Atmung kontrollieren
  • Kurzen Notruf absetzen
  • Eigenwärme erhalten
  • Trösten / Beruhigen
SIEGER[13] Technische Hilfeleistung beschreibt den Ablauf einer vollständigen Rettung aus einem verunfallten Fahrzeug
  • Sicherung und Lage stabilisieren (siehe VERBAU)
  • IE: Innere Erkundung und Erstmaßnahmen am Patienten und am Fahrzeug
  • Genaue Abstimmung der Vorgehensweise mit dem inneren Retter / dem Notarzt
  • Entklemmen des Patienten (z.B.: Anheben des Armaturenbretts oder Wegklappen des Vorderwagens)
  • Rettungsweg schaffen (z.B.: Tür- / Seiten- / Dachentfernung)
SMS[14] Einsatzlehre Drei Verhaltensregeln im Atemschutz-Notfalleinsatz:
  • Strahlrohr sichern
  • Mayday-Meldung abgeben
  • in Sicherheit bringen
VERBAU[13] Technische Hilfeleistung beschreibt die einzelnen Schritte zur Absicherung der Unfallstelle
  • Verkehrsabsicherung
  • Erkundung (äußere und innere) des Fahrzeugs / der Fahrzeuge
  • Raumordnung: endgültige Aufstellung der Rettungsfahrzeuge, Vorhandensein der Rettungsgasse sichern, Festlegen von Arbeitszonen und Ablageplätzen
  • Batterien abklemmen und Brandschutz sicherstellen
  • Altglas: Entfernen noch vorhandener Glasscheiben
  • Unterbauen: Stabilisierung des Fahrzeuges
WOLKE[15] Fahrzeugkunde Fünf Punkte für das Überprüfen eines Fahrzeuges vor Fahrtantritt:
  • Wasser
  • Oel
  • Luft
  • Kraftstoff
  • Elektrizität
LUFT (für aggressives vorgehen mit dem Lüfter) Be- und Entlüften, Einsatz Lüfter Faustregel, 4 Punkte für den Lüftereinsatz
  • Lüfter: positionieren, im Standgas laufen lassen und "leichten" Überdruck erzeugen
  • Überblick: Wie sieht das Gebäude aus?, Öffnungen, Fenster, Windrichtung, Treppenhaus
  • Front: Rückmeldungen von der Front
  • Taktik: festlegen, anpassen wenn nötig

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Handbuch für ABC-Einsätze Kapitel 2.4.1 (E-Paper), Feuerwehrkoordination Schweiz
  2. K.-H. Knorr - Die Gefahren der Einsatzstelle, Kohlhammer-Verlag
  3. U. Cimolino - Gefahren der Einsatzstelle (PDF; 85 kB), Einsatzpraxis.org
  4. ERSTE HILFE - Das unentbehrliche Nachschlagewerk für jedermann, Deutsches Rotes Kreuz, 1991
  5. Notruf: Fünf „W“, die im Notfall helfen, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
  6. AIRBAG-Regel (PDF; 131 kB), BRANDschutz, Kohlhammer-Verlag
  7. "Auto-Regel" - eine Faustregel zum Erkennen von alternativ angetriebenen Kraftfahrzeugen, K. Krebs, J. Heck - BRANDschutz, Ausgabe 7/2009, Kohlhammer-Verlag
  8. "FRAU-Regel" - eine Regel für das sichere Vorgehen bei Waldbrandeinsätzen (deutsche Version der bekannten englischen LCES-Regel)
  9. Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehren - Truppführer, Neckarverlag, 2004
  10. Die GAMS-Regel, ABC-Gefahren-Blog, abgerufen am 10. August 2009
  11. HAUS-Regel (Version 6.0) (PDF; 666 kB) J. O. Unger, N. Beneke - Haus-Regel, www.drehleiter.info
  12. LAGE - Merkschema für den Sicherheitstrupp im Atemschutzeinsatz (PDF; 179 kB), A. Ridder, Ch. Reeker, J. O. Unger, I. Horn, BRANDschutz 2/2008, Kohlhammerverlag
  13. a b Jan Südmersen et al, Eigenschutz geht immer vor!, Feuerwehrmagazin Sonderheft 2010: Technische Hilfeleistung nach PKW-Unfällen
  14. Standardisiertes, sicheres Vorgehen im Innenangriff, Ch. Ebner, BRANDschutz, Ausgabe 6/2006, Kohlhammer-Verlag
  15. WOLKE - eine Gedankenstütze für Maschinisten und Gerätewarte, U. Schmidt, BRANDschutz, Ausgabe 2/2005, Kohlhammer-Verlag