Liste der Panzeraufklärungsverbände der Bundeswehr

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Das Barettabzeichen der Panzeraufklärungstruppe
Taktisches Zeichen der Panzeraufklärer

Die Liste der Panzeraufklärungsverbände der Bundeswehr enthält alle Verbände und Großverbände der Panzeraufklärungstruppe der Bundeswehr sowie eine kurze Übersicht über ihren Aufstellungszeitpunkt, Stationierungsorte, Unterstellung und über ihre Auflösung oder Umbenennung.

Nicht aufgenommen wurden die Beobachtungs- und Artillerieaufklärungsverbände der Artillerietruppe sowie die Aufklärungsverbände der aus den Panzeraufklärern und weiteren Truppengattungen hervorgegangenen Heeresaufklärungstruppe. Siehe dazu Liste der Artillerieverbände der Bundeswehr und Liste der Heeresaufklärungsverbände der Bundeswehr.

Legende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Legende
Aufgelöst
Aktiv (als Aufklärungsbataillon)

Siehe auch hier für das Abkürzungsverzeichnis.

Bataillone[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ziffer der aufgestellten Bataillone zeigt jeweils ihre Unterstellung unter eine der zwölf, später 14 Divisionen des Feldheeres an. Das Panzeraufklärungsbataillon 1 unterstand z. B. der 1. Panzerdivision, das Panzeraufklärungsbataillon 7 der 7. Panzerdivision usw. In diesem Sinne war 8. Division die 1. Gebirgsdivision. Dieser Division unterstand demzufolge das Gebirgspanzeraufklärungsbataillon 8, wobei sich das Präfix aus der Unterstellung unter die Gebirgsdivision ergibt, das Bataillon selbst aber uneingeschränkt zur Panzeraufklärungstruppe gezählt wurde. Die 9. Division war die 1. Luftlandedivision. Dieser war jedoch nur eine Luftlandeaufklärungskompanie (Luftlandpanzeraufklärungskompanie 9) unterstellt; ein (Luftlande-)Panzeraufklärungsbataillon 9 wurde also nicht aufgestellt.

Die beiden nach 1990 aufgestellten Panzeraufklärungsbataillone in Ostdeutschland erhielten zunächst keine diesem Schema entsprechende Bezeichnung, u. a. weil die neu aufgestellten Divisionen zunächst nicht als 13. und 14. Division firmierten; stattdessen erhielten die beiden Bataillone zunächst die Nummern 70 und 80, die sich aus ihren Wehrbereichen VII und VIII ergaben. Später wurde diese Bezeichnungen entsprechend angepasst und folgten den Konventionen der anderen Bataillone.

Mit der deutlichen Verkleinerung des Heeres und den einhergehenden Umstrukturierungen beginnend etwa Mitte der 90er Jahre wurde diese stringente Bezeichnungskonvention aufgehoben. Aus Traditionsgründen behielten die Bataillone bei Unterstellungswechseln meist ihre Bezeichnung. Die Bataillonsnummer der verbliebenen Panzeraufklärungsbataillone vor Eingliederung dieser Truppengattung in die Heeresaufklärungstruppe deutete daher heute meist nur noch auf die Herkunft des Bataillons hin, meist aber nicht mehr auf dessen tatsächliche Unterstellung unter eine der Divisionen. Mit Aufstellung der Heeresaufklärungstruppe wurden die meisten der verbliebenen Panzeraufklärungsverbände- und Einheiten in Aufklärungsbataillon und Aufklärungskompanie umbenannt. Ihre Nummer blieb aber überwiegend aus Traditionsgründen erhalten.

Bezeichnung Aufstellung Stationierungsort(e) Frühere Benennung Bemerkung
PzAufklBtl 1.jpg PzAufklBtl 1 01.10.1958 Augustdorf
ab Feb. 1959 Braunschweig
- Aufstellung aus Teilen PzAufklBtl 7 und 4
Auflösung 16. Juni 1994
PzAufklBtl 2.jpg PzAufklBtl 2 01.06.1958 Fritzlar
ab Nov. 1962 Hessisch Lichtenau
- Aufstellung durch Erweiterung
PzAufklKp 2 (PzAufklBt. 3)
Auflösung 25. September 1996
AufklLehrBtl 3.jpg PzAufklLehrBtl 3 01.08.1956 Lingen
ab 1959 Lüneburg
PzAufklLBtl 3 Übernahme des Lehrauftrages vom 1997 aufgelösten PzAufklLehrBtl 11
2008 Umbenennung in AufklLehrBtl 3 „Lüneburg“
PzAufklBtl 4.jpg PzAufklBtl 4 01.04.1957 Weiden
ab Feb. 1959 Roding
- Aufstellung aus Teilen PzAufklBtl 367 (vorl.)
Auflösung 1991
PzAufklBtl 5 (1).jpg PzAufklBtl 5 01.07.1956 Neu Tramm/Dannenberg
ab 13. Dez. 1956 Fritzlar
ab 14. Dez. 1962 Sontra
- Aufstellung aus Teilen des BGS-Kommandos Nord, I. GSG 6
Nach Teileingliederung in das neu aufgestellte Gebirgsaufklärungsbataillon 230 Auflösung zum 30. Juni 2008.
PzAufklBtl 6.jpg PzAufklBtl 6 01.10.1958 Lingen
ab Apr. 1961 Eutin
- Aufstellung durch Erweiterung PzAufklKp 6
2008 Umbenennung in AufklBtl 6 „Holstein
PzAufklBtl 7.png PzAufklBtl 7 01.04.1958 Augustdorf
zukünftig: Ahlen
- Umgliederung/Umbenennung LehrBtl PzAufkl Bremen-Grohn
Auflösung 31. Dezember 2002, wird gemäß Stationierungskonzept 2011 als AufklBtl 7 neu aufgestellt
AufklBtl 8 (1).jpg GebPzAufklBtl 8 01.04.1970 Freyung - Aufstellung aus Teilen PzGrenBtl 243
2008 Umbenennung in AufklBtl 8
PzAufklBtl 10, alt.jpg PzAufklBtl 10 01.04.1959 Ingolstadt - Aufstellung aus Teilen LLPzAufklKp 9 und GebPzAufklKp 8
Auflösung 30. September 1992
PzAufklLehrBtl 11.gif PzAufklLehrBtl 11 01.04.1957 Dedelstorf
ab Jun. 1957 Munster
PzAufklBtl 1 Umbenennung Mai 1958 in LehrBtl
16. März 1959 Zuordnung zu 11. PzGrenDiv und Umbenennung in PzAufklLehrBtl 11
Auflösung April 1997
PzAufklBtl 12.jpg PzAufklBtl 12 01.10.1970 Wildflecken
ab 1981 Ebern
- Aufstellung aus Teilen PzGrenBtl 353 und 2./PzAufklBtl 12
Auflösung 30. Juni 2004
AufklBtl 13.png PzAufklBtl 13 01.04.1991 Gotha PzAufklBtl 70 Aufstellung aus Teilen AufklBtlne 4, 7 und 11 (alle NVA)
1. April 1994 Umbenennung in PzAufklBtl 13
2008 Umbenennung in AufklBtl 13
PzAufklBtl 14.jpg PzAufklBtl 14 21.06.1991 Beelitz PzAufklBtl 80 Aufstellung aus Teilen AufklBtl 1 (NVA)
1. April 1994 Umbenennung in PzAufklBtl 14
Auflösung 31. März 1997

Selbstständige Kompanien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den oben vollständig aufgezählten Bataillonen gab es verschiedene selbstständige Panzeraufklärungskompanien, die hier nicht aufgezählt sind. Unterstanden diese einer Brigade wurden sie meist nach folgendem Schema bezeichnet: Die Panzeraufklärungskompanie XX0 war die Aufklärungskompanie der Brigade XX (Beispiele: Panzeraufklärungskompanie 210 → Panzerbrigade 21. Panzeraufklärungslehrkompanie 90 → Panzerlehrbrigade 9). Entsprechend zur Benennung der Brigaden wurden manche dieser Kompanien als Luftlandeaufklärungs-, Panzeraufklärungslehr- oder Gebirgsaufklärungskompanien bezeichnet, gehörten aber zur Panzeraufklärungstruppe. Einheiten der Panzeraufklärungseinheiten die direkt den Korps unterstanden erhielten meist die Nummer 100, 200 und 300 für eine Unterstellung jeweils unter das I., II. und III. Korps.

Entsprechend wurden den temporär zur Panzeraufklärungstruppe zählenden Fernspähern die Bezeichnungen Fernspähkompanie 100, Fernspählehrkompanie 200 und Fernspähkompanie 300 gemäß ihrer Unterstellung unter eines der drei Korps zugewiesen, siehe dazu auch Liste der Fernspäheinheiten der Bundeswehr.

Abkürzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Abkürzungen werden benutzt:

  • AufklBtl → Aufklärungsbataillon
  • GSG → Grenzschutzgruppe
  • GebPzAufklBtl → Gebirgspanzeraufklärungsbataillon
  • GebAufklKp → Gebirgsaufklärungskompanie