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Liste der Schleusen der Saale

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Fernbedienung der Saalegroßschleusen in der Revierzentrale Bernburg

Die Liste der Schleusen der Saale führt alle vorhandenen und nichtvollendeten Schleusen im Verlauf des Flusses und in den zur Verbesserung der Schifffahrt beziehungsweise aus hydrologischen Gründen künstlich angelegten und kanalartigen, saalewasserführenden Seitenarmen auf. Im Jahr 1926 beschloss die Reichsregierung im Rahmen der Planungen für den Mittellandkanal-Südflügel zum Wasserstraßenanschluss von Leipzig die Saale für 1000-Tonnen-Schiffe auszubauen. Dies geschah ab 1933 bis in den Zweiten Weltkrieg von der Mündung bei Barby bis Halle. Ein Ausbau oberhalb Halle war seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr vorgesehen.

Die Saale ist ein Fluss in Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Mit einer Länge von 413 Kilometern ist sie nach der Moldau der zweitlängste Nebenfluss der Elbe. Seit dem 3. Oktober 1990 ist die Saale von km 0,0 bis 124,40 Bundeswasserstraße und wird von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Magdeburg) betreut. Seit dem 1. Juli 2010 werden die Schleusen über die Revierzentrale Bernburg fernbedient und sind nicht mehr personell besetzt.[1][2] Ab der Rohrbrücke Leuna-Kröllwitz (Saale-Km 124,40) ist der Fluss Landeswasserstraße. Zuständig ist der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt. Die Schleusen im Oberlauf des Flusses sind entweder Selbstbedienungsschleusen oder werden nach telefonischer Voranmeldung vor Ort bedient.

Großschleusen der Saale

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Die Anmeldung zur Schleusung erfolgt per Telefon bzw. UKW

Ort Name der Schleuse Wasser­straßen­kilometer Abmessungen (Kammerlänge / Torweite / Kammerbreite / Fallhöhe) Verkehrsfreigabe / Baujahr / Sanierung Bild Koordinaten
CalbeSchleuse CalbeSl 20,00L 105,00 m / B 12,00 m / B 20,00 m / Fallhöhe 3,46 m1934/4151° 54′ 12″ N, 11° 47′ 21″ O
BernburgSchleuse BernburgSl 36,10L 103 m / B 12 m / B 20,00 m / Fallhöhe 3,28 m1934/3851° 47′ 47″ N, 11° 44′ 5″ O
AlslebenSchleuse AlslebenSl 50.30L 103 m / B 12 m / B 20,00 m / Fallhöhe 4,07 m1937/3951° 42′ 25″ N, 11° 40′ 42″ O
RothenburgSchleuse RothenburgSl 58,70L 103 m / B 12 m / B 20,00 m / Fallhöhe 3,07 m1938/4251° 39′ 17″ N, 11° 45′ 7″ O
WettinSchleuse WettinSl 70,40L 103,00 m / B 12,00 m / B 20,00 m / Fallhöhe 2,51 m1938, Baustopp 1942/43, Ende der 1940er Weiterbau51° 34′ 56″ N, 11° 47′ 39″ O

Saaleschleusen WSA Außenbezirk 5, Halle (Saale) / Merseburg

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Die Anmeldung zur Schleusung erfolgt per Telefon

Ort Name der Schleuse Wasser­straßen­kilometer Abmessungen (Kammerlänge / Torweite / Kammerbreite / Fallhöhe) Verkehrsfreigabe / Baujahr / Sanierung / Umbau Bild Koordinaten
Trotha (Halle)Schleuse Halle-TrothaSl 89,20L 52,89 m / B 6,12 m / B 6,12 m / Fallhöhe 2,41 m1873/7451° 30′ 50″ N, 11° 57′ 17″ O
Halle (Saale)Schleuse GimritzSl 92,60L 51,00 m / B 6,11 m / B 6,11 m / Fallhöhe 0,98 m1696/1762/185251° 29′ 19″ N, 11° 57′ 20″ O
Halle (Saale)Schleuse Halle-StadtSl 93,60L  m / B  m / B  m / Fallhöhe 0,98 m183551° 28′ 50″ N, 11° 57′ 37″ O
Halle (Saale)Schleuse BöllbergSl 95,80L 47,29 m / B 5,60 m / B 5,60 m / Fallhöhe 1,35 m1817–182051° 27′ 49″ N, 11° 56′ 48″ O
Halle (Saale)Schleuse PlanenaSl 104,40L 47,20 m / B 5,65 m / B 5,65 m / Fallhöhe 2,33 m182051° 24′ 58″ N, 11° 57′ 17″ O
MerseburgSchleuse Merseburg-MeuschauSl 113,50L 47,46 m / B 6,00 m / B 5,60 m / Fallhöhe 2,77 m182051° 21′ 36″ N, 12° 0′ 14″ O
MerseburgRischmühlenschleuseSl 115,20L 47,50 m / B 5,95 m / B 5,60 m / Fallhöhe 2,33 m182051° 21′ 1″ N, 12° 0′ 10″ O

Landeswasserstraße

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Die Anmeldung zur Schleusung erfolgt per Telefon

Ort Name der Schleuse Wasser­straßen­kilometer Abmessungen (Kammerlänge / Torweite / Kammerbreite / Fallhöhe) Verkehrsfreigabe / Baujahr / Sanierung / Umbau Bild Koordinaten
Bad DürrenbergSchleuse Bad DürrenbergSl 126,20L ca. 47 m / B 5,50 m / B 5,50 m / Fallhöhe ? m1822, Umbau 1882/8351° 17′ 41″ N, 12° 3′ 35″ O
WeißenfelsHerrenmühlenschleuseSl 141,10L ca. 47,00 m / B 5,50 m / B 5,50 m / Fallhöhe ? m1821/23, Sanierung 199151° 12′ 20″ N, 11° 58′ 40″ O
WeißenfelsBrückenmühlenschleuseSl 142,50L ca. 47,00 m / B 5,50 m / B 7,00 m / Fallhöhe ? m1821/23, Sanierung 199151° 12′ 20″ N, 11° 57′ 36″ O
WeißenfelsBeuditzmühlenschleuseSl 143,20L ca. 47,00 m / B 5,50 m / B 8,00 m / Fallhöhe ? m179051° 12′ 19″ N, 11° 57′ 1″ O
Schönburg (Saale)OeblitzschleuseSl 151,80L ca. 47,00 m / B 5,50 m / B 5,50 m / Fallhöhe ? m1851° 11′ 14″ N, 11° 52′ 15″ O

Wasserbauprojekte

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Drei weitere Schleusen, die Schleuse Werder im Mittelkanal, die Schleuse Halle im Umgehungskanal Halle (Saale) und die Schleuse Klein Rosenburg im Saalekanal[3] gehörten zu dem 1933 begonnenen und 1943 eingestellten Kanalprojekt, das die Schifffahrt auf der Saale verbessern sollte. Zu diesem Projekt gehörte auch der Saale-Elster-Kanal, der die Weiße Elster in Leipzig mit der Saale bei Leuna verbinden und somit Leipzig über Saale und Elbe an das norddeutsche Wasserstraßennetz und über Hamburg an die Nordsee anbinden sollte. Der Kanal war für Schiffe bis 1000 Tonnen Tragfähigkeit geplant, was etwa der heutigen Binnenschifffahrtsklasse IV entspricht.
Die Schleuse Werder sollte die beiden Saaleschleusen Rischmühlenschleuse und Schleuse Merseburg-Meuschau ersetzen. Die geplante Fallhöhe war bei Mittelwasser 4,20 Meter und sollte die Fallhöhen der beiden alten Schleusen zusammenfassen. Die Schleuse liegt im neu angelegten Mittelkanal. Der Mittelkanal umgeht das Stadtgebiet von Merseburg mit einer Länge von rund 3,3 Kilometern.
Die Schleuse Halle im projektierten Umgehungskanal Halle (Saale) westlich vorbei am Stadtgebiet sollte die Schleuse Böllberg ersetzen.
Als Saalekanal wird der geplante Kanal von der Elbe bei Barby bis zur Saale unterhalb der Eisenbahnbrücke in Calbe bezeichnet.

Bilder und Karten

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  • Hans-Joachim Uhlemann: Berlin und die Märkischen Wasserstraßen. transpress Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1987, ISBN 3-344-00115-9.
  • Westeuropäischer Schifffahrts- und Hafenkalender. Binnenschifffahrts-Verlag GmbH. Duisburg-Ruhrort OCLC 48960431
  • Martin Eckoldt (Hrsg.): Flüsse und Kanäle. Die Geschichte der deutschen Wasserstraßen. DSV-Verlag Busse Seewald, Hamburg 1998, ISBN 3-88412-243-6.
  • W. Ciesla, H. Czesienski, W. Schlomm, K. Senzel, D. Weidner: Schiffahrtskarten der Binnenwasserstraßen der Deutschen Demokratischen Republik 1:10.000. Band I, Herausgeber: Wasserstraßenaufsichtsamt der DDR. Berlin 1988. OCLC 830889996
  • Bodo Müller: Gewässerkarte Deutschland Nordost. Edition Maritim, Hamburg 2002, ISBN 3-89225-341-2
Commons: Saaleschleusen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Infos zu den Saaleschleusen WSA Magdeburg, abgerufen am 3. Februar 2018.
  2. Infos zu den Saaleschleusen WSA Magdeburg, abgerufen am 3. Februar 2018.
  3. Projekt Saale-Seiten-Kanal, Wasserstraßen-Neubauamt Magdeburg (Memento des Originals vom 7. Dezember 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 3. Februar 2018.