Liste der Staatsformen und Regierungssysteme

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Diese Liste der Staats- und Regierungsformen verzeichnet alle auftretenden Regierungssysteme sortiert nach der heutigen, zweigeteilten Auffassung der Staatsformen, nämlich Republik und Monarchie. Da einige Politikwissenschaftler und Staatsrechtler aber teilweise diese beiden Staatsformen auch noch gegenüber diktatorischen Systemen abgrenzen (was umstritten ist, zumal sich Diktaturen in der Regel formaljuristisch Monarchien oder Republiken nennen), wurden ebenfalls die dort auftretenden Regierungssysteme im Folgenden näher erläutert:

Monarchie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monarchien (gr. Herrschaft des Einen) bezeichnen eine Alleinherrschaft, oder heutzutage treffender eine Staatsform, bei der ein Monarch der Souverän ist. Die Exekutivgewalt ist grundsätzlich in einer Person an der Spitze konzentriert (bis ins 19. Jahrhundert übte der Monarch die alleinige Staatsgewalt aus, vgl. monarchisches Prinzip; heute ist sie nicht notwendigerweise zentralisiert), welche entweder durch Erbfolge oder durch Wahl auf Lebenszeit nach tradierten Riten bestimmt ist. Ein Monarch ist auf Lebenszeit oder bis er freiwillig abdankt im Amt, kann aber in manchen Staaten auch gesetzlich seines Amtes enthoben bzw. zur Abdankung gezwungen werden.

Varianten der Staatsform Monarchie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erbmonarchie: Eine Erbmonarchie bezeichnet eine Monarchie, in der die Thronfolge durch die Nachkommen des Monarchen eingenommen wird.
  • Wahlmonarchie: Der Monarch wird nicht durch die Erbfolge, sondern durch eine Wahl bestimmt.

Im Folgenden werden die möglichen in Monarchien auftretenden Regierungssysteme (ohne den diktatorisch-autokratischen Systemen) aufgelistet:

Regierungssysteme
in Monarchien
Bedeutung
Absolute Monarchie Der Monarch besitzt uneingeschränkte Macht; die illegitime, entartete Sonderform ist die Tyrannis (siehe unter Abschnitt Diktatur)
Konstitutionelle Monarchie Die Macht des Monarchen ist durch eine Verfassung mehr oder weniger beeinträchtigt, er kann nicht absolut herrschen.
Parlamentarische Monarchie Quasi demokratische Monarchie, da der Monarch ausschließlich repräsentative Aufgaben hat
Ständische Monarchie Gliederung des Volkes in mehrere ungleich mächtige Stände, Lehnsherrschaft und starke Monarchie (vgl. Mittelalter, Feudalismus)

Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Republik (lat. öffentliche Angelegenheit) steht in erster Linie für das Gemeinwohl, bzw. für die Volkssouveränität. Als die Staatsform, die sich am Gemeinwohl orientiert, gilt sie seit der Französischen Revolution als Gegenstück zur Monarchie; geht oft mit der Demokratie einher, muss aber nicht (die Römische Republik war beispielsweise nicht demokratisch; parlamentarische Monarchien sind demokratisch, aber keine Republiken).

Varianten der Staatsform Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(schließen sich gegenseitig nicht immer aus):

Im Folgenden werden die möglichen in Republiken auftretenden Regierungssysteme (ohne den diktatorisch-autokratischen Systemen) aufgelistet:

Regierungssysteme
in Republiken
Bedeutung
Parlamentarisches Regierungssystem Die Ämter Staats- und Regierungschef sind getrennt, wobei die Regierung stets vom Vertrauen des Parlaments abhängig ist.
Präsidentielles Regierungssystem (Präsidialrepublik) Republik, in der der Präsident sowohl Staatsoberhaupt als auch Regierungschef ist und in (quasi-)direkter Volkswahl bestimmt wird.
Semipräsidentielles Regierungssystem Ursprünglich Begriff für das politische System Frankreichs während der Fünften Republik, heute auch auf andere Systeme angewandt. Mischtyp aus Parlamentarischem und Präsidentiellen System.
System der parlamentsgebundenen Exekutivgewalt Republik, in der der Präsident sowohl Staatsoberhaupt als auch Regierungschef ist, jedoch vom Parlament gewählt wird und von dessen Vertrauen abhängig ist.
Räterepublik Herrschaft wird über vom Volk direkt gewählte Räte ausgeübt.
Direktorialsystem Republik, in der ein Direktorium die Regierungsgewalt innehat.

Diktatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Diktatur (lat. vorschreiben, befehlen) ist ein politisches System, das meist zu den Herrschaftsformen gezählt wird, allerdings auch als Staatsform aufgefasst werden kann. Ursprünglich war ein (römischer) Diktator ein mit Sondervollmachten legitimierter Befehlshabender über alle Bereiche auf Zeit in Notzeiten. In einer Diktatur regiert ein einzelner Diktator oder eine kleine Gruppe ohne freie Wahlen; (moderne) Diktatoren kommen anders als Monarchen nicht durch Erbschaft oder Wahl an die Macht, sondern illegitim, indem sie eine legitime Staatsform stürzen. Deshalb können auch formelle (de jure) Republiken oder Monarchien diktatorisch geführt werden.

Varianten der Diktatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herrschaftsausübung kann entweder

Einen Sonderfall der Diktatur stellt die aus der kommunistischen Ideologie stammende Diktatur des Proletariats, also die Herrschaft der Arbeiterschaft, dar.

Die nachfolgende Tabelle fasst auch die diktatorischen Regierungssysteme nochmals konkret zusammen:

Regierungssysteme
in Diktaturen
Bedeutung
Einparteiensystem Diktatorische Herrschaft durch eine Partei, oft in realsozialistischen oder faschistischen Ländern anzutreffen
Militärdiktatur Ausübung der Regierung durch ein militärisches System
Personelle Diktatur auf eine Führungsperson fixierte, weniger ideologische Diktatur und damit das Regierungssystem einer diktatorischen, charismatischen Herrschaft
Mischformen Mischtypen aus den vorherigen Diktaturvarianten
Tyrannis / Despotie entartete Form einer absoluten (Gewalt-)Herrschaft, entspricht einer Autokratie bzw. Despotie und ist somit eine illegitime Diktatur und Willkürherrschaft des Monarchen

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]