Stadtbezirke Münchens

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Wappen der Landeshauptstadt München

Die Stadtbezirke Münchens stellen eine verwaltungsrechtliche Gliederung des Stadtgebiets der bayerischen Landeshauptstadt München dar. Die derzeitigen 25 Stadtbezirke bestehen im Wesentlichen seit 1992.

Funktion und Aufgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtbezirke Münchens haben die Funktion der kommunalen Selbstverwaltung, sofern diese nicht direkt von der Gesamtstadt wahrgenommen werden, worüber jeweils der Stadtrat entscheidet. Dazu gibt es in den einzelnen Stadtteilen Bezirksausschüsse. Die Mitglieder dieser „Stadtteil-Parlamente“ werden bei den Kommunalwahlen gleichzeitig mit den Stadtratsmitgliedern gewählt. [1][2]

Unterteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 25 Stadtbezirke sind in 108 Stadtbezirksteile unterteilt (je nach Größe und Bevölkerung zwischen 2 und 9 Stadtbezirksteile pro Stadtteil), die jedoch allein Verwaltungs- und Statistikzwecken dienen und keine eigenen Aufgaben haben. Stadtbezirksteile werden mit Nummern bezeichnet, die aus der Nummer des Stadtbezirks, gefolgt von einem Punkt und einer Ziffer bestehen. Sie tragen auch einen Namen, der jedoch nicht unbedingt ein Ortsname ist, sondern sich auch auf in dem Stadtbezirksteil befindliche Einzelobjekte beziehen kann wie beispielsweise Gebäude (z. B. St. Benno, Universität, Am Westbad), Straßen (z. B. Schwere-Reiter-Straße, Balanstraße-West), Plätze (z. B. Königsplatz, Josephsplatz), Parks (z. B. Englischer Garten Süd, Am Luitpoldpark), Friedhöfe (z. B. Am alten südlichen Friedhof, Am Waldfriedhof) usw.

Unterhalb der Gliederungsebene der Stadtbezirksteile gibt es 475 Stadtbezirksviertel.[3] Diese werden auf der untersten Ebene in Baublöcke gegliedert. Ein Baublock ist dabei ein räumlich zusammenhängender Bereich von Grundstücken, der möglichst allseitig durch Straßen, Wege, Eisenbahnlinien, Wasserläufe oder sonstige markante topografische Linien begrenzt – nicht aber durchschnitten – wird. Die Baublöcke haben keine Namen, und nur die Hälfte der Stadtbezirksviertel (237 von 475) trägt einen Namen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

München und Umgebung auf einer Karte von 1856, die meisten der späteren Stadtbezirke waren damals noch selbständige Gemeinden.

Seit dem Mittelalter war die Stadt München (die heutige Altstadt) in vier Viertel eingeteilt. Mit dem Wachstum der Stadt außerhalb der Stadtmauern im 19. Jahrhundert kamen zu den alten inneren Vierteln vier äußere Viertel dazu, die bald eigene Bezeichnungen mit dem Namensbestandteil „-vorstadt“ bekamen. Mit der Erweiterung des Stadtgebiets durch Eingemeindungen wurde die Stadt in Bezirke eingeteilt, die mit römischen Zahlen bezeichnet wurden. Neu eingemeindete Gemeinden wurden einem bestehenden Stadtbezirk zugeordnet (z. B. Oberföhring zum Bezirk 29), als eigener Stadtbezirk eingerichtet (z. B. Berg am Laim als Stadtbezirk 31) oder mit anderen Orten zu einem Stadtbezirk zusammengefasst (z. B. Allach und Untermenzing zum Stadtbezirk 38). Bis zum Zweiten Weltkrieg entstanden so 41 Stadtbezirke.

Als 1947 die Bezirksausschüsse eingerichtet wurden, begannen auch Überlegungen, den Stadtbezirken Namen zu geben, um sie weniger anonym erscheinen zu lassen. Diese Namen entsprachen überwiegend den historischen Ortsnamen, auch wenn die Grenzen der Stadtbezirke nicht unbedingt mit denen der ehemaligen Gemeinde zusammenfielen. Nach mehrjähriger Diskussion wurden diese Namen am 2. Februar 1954 durch den Münchner Stadtrat beschlossen.

1992 wurden die bis dahin bestehenden 41 Stadtbezirke zu 24 zusammengefasst. Der Stadtbezirk 25 (Laim) entstand erst 1996 durch Trennung von der Schwanthalerhöhe, nachdem es gegen die 1992 erfolgte Zusammenlegung dieser beiden Stadtbezirke großen Widerstand in der Bevölkerung gegeben hatte.

Zum Stichtag 1. Januar 2011 erfolgte eine Neueinteilung der Stadtbezirksteile und Stadtbezirksviertel.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtgebiet ist nicht in Ortsteile im gemeinderechtlichen Sinn unterteilt,[4] sondern – ausschließlich – in Stadtbezirke. Deren Zahl war bis zum Zweiten Weltkrieg auf 41 gestiegen und wurde bei einer Neugliederung 1992 und 1996 auf die heutige Zahl von 25 verringert. Im Alltagsgebrauch beziehen sich die Münchner jedoch eher auf die historisch gewachsenen Stadtteile und Quartiere.

Die 25 Stadtbezirke werden für statistische Zwecke in insgesamt 105 Stadtbezirksteile untergliedert. Unterhalb der Gliederungsebene der Stadtbezirksteile gibt es die 475 Stadtbezirksviertel.[5] Diese werden auf der untersten Ebene in Baublöcke gegliedert. Ein Baublock ist dabei ein räumlich zusammenhängender Bereich von Grundstücken, der möglichst allseitig durch Straßen, Wege, Eisenbahnlinien, Wasserläufe oder sonstige markante topografische Linien begrenzt und nicht durchschnitten wird. Die Baublöcke haben keine Namen, und nur die Hälfte der Stadtbezirksviertel (237 von 475) trägt einen Namen.

Zum Stichtag 1. Januar 2011 erfolgte eine Neueinteilung der Stadtbezirksteile und Stadtbezirksviertel.

Altstadt-Lehel Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt Maxvorstadt Schwabing-West Au-Haidhausen Sendling Sendling-Westpark Schwanthalerhöhe Neuhausen-Nymphenburg Moosach Milbertshofen-Am Hart Schwabing-Freimann Bogenhausen Berg am Laim Trudering-Riem Ramersdorf-Perlach Obergiesing Untergiesing-Harlaching Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln Hadern Pasing-Obermenzing Aubing-Lochhausen-Langwied Allach-Untermenzing Feldmoching-Hasenbergl LaimStadtbezirke Lage in München.png
Über dieses Bild
Münchner Bevölkerung in den 25 Stadtbezirken per 31. Dezember 2016[6]
Nr. Stadtbezirk Fläche
(km²)
Einwohner Dichte
(Einw./km²)
Ausländer
(%)
1 Altstadt-Lehel 3,15 21.454 6.820 27,4
2 Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt 4,40 54.915 12.477 32,6
3 Maxvorstadt 4,30 53.443 12.435 27,9
4 Schwabing-West 4,36 69.407 15.908 23,4
5 Au-Haidhausen 4,22 61.999 14.693 24,7
6 Sendling 3,94 41.230 10.468 27,5
7 Sendling-Westpark 7,81 59.175 7.572 28,8
8 Schwanthalerhöhe 2,07 30.282 14.628 34,7
9 Neuhausen-Nymphenburg 12,91 99.538 7.707 25,0
10 Moosach 11,09 53.859 4.855 30,8
11 Milbertshofen-Am Hart 13,42 76.255 5.684 41,1
12 Schwabing-Freimann 25,67 77.188 3.007 30,0
13 Bogenhausen 23,71 87.164 3.676 24,6
14 Berg am Laim 6,31 45.655 7.230 31,6
15 Trudering-Riem 22,45 71.448 3.182 22,7
16 Ramersdorf-Perlach 19,90 113.898 5.725 33,5
17 Obergiesing-Fasangarten 5,72 54.784 9.577 31,5
18 Untergiesing-Harlaching 8,06 54.050 6.709 25,0
19 Thalkirchen-Obersendling-
Forstenried-Fürstenried-Solln
17,76 96.199 5.416 27,2
20 Hadern 9,22 50.567 5.482 27,3
21 Pasing-Obermenzing 16,50 74.432 4.512 22,4
22 Aubing-Lochhausen-Langwied 34,06 45.571 1.338 26,4
23 Allach-Untermenzing 15,45 32.248 2.087 22,0
24 Feldmoching-Hasenbergl 28,94 61.764 2.134 32,1
25 Laim 5,29 56.335 10.658 27,5
nicht zuzuordnen 0
Landeshauptstadt München 310,71 1.542.860 4.966 28,3

Stadtbezirke bis 1992[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte der Stadtbezirke von München in der bis 1992 gültigen Gliederung

Nach dem Zweiten Weltkrieg war München in die folgenden 41 Stadtbezirke gegliedert, die mit kleineren Änderungen bis zu der Neueinteilung im Jahr 1992 bestanden:

  1. Max-Joseph-Platz
  2. Angerviertel
  3. Sendlinger Straße
  4. City-Bezirk
    1/4 Altstadt Nord (ab 1954)
    2/3 Altstadt Süd (ab 1954)
  5. Maxvorstadt – Universitätsviertel
  6. Maxvorstadt – Königsplatz
  7. Maxvorstadt – Josephsplatz
  8. Marsfeld
  9. Wiesenviertel
  10. Isarvorstadt – Schlachthausviertel
  11. Isarvorstadt – Glockenbachviertel
  12. Isarvorstadt – Deutsches Museum
  13. Lehel
  14. Haidhausen-Nord
  15. Haidhausen-Süd
    14/15 Haidhausen
  16. Au
  17. Obergiesing
    Altobergiesing
    Fasangarten
  18. Untergiesing-Harlaching
    Untergiesing
    Harlaching
  19. Sendling
  20. Schwanthalerhöhe
  21. Neuhausen – Oberwiesenfeld
  22. Schwabing – Freimann
    Schwabing-Ost
    Freimann – Alte Heide
  23. Neuhausen – Nymphenburg
    östlich
    westlich
  24. Thalkirchen – Obersendling – Forstenried
    Thalkirchen – Prinz-Ludwigs-Höhe
    Obersendling
    Forstenried – Fürstenried
  25. Laim
  26. Schwabing-West
  27. Milbertshofen – Am Hart
    Schwabing-Nord
    Milbertshofen
    Am Hart
  28. Neuhausen – Moosach
    Äußere Dachauer Straße
    Moosach
  29. Bogenhausen
    Bogenhausen
    Oberföhring
    Daglfing – Denning
  30. Ramersdorf – Perlach
    Ramersdorf
    Perlach und Neuperlach
    Waldperlach
  31. Berg am Laim
  32. Trudering
    Alttrudering – Riem
    Gartenstadt Trudering
    Waldtrudering
  33. Feldmoching – Hasenbergl
    Feldmoching
    Harthof – Lerchenau – Hasenbergl
    Ludwigsfeld
  34. Waldfriedhofviertel
  35. Pasing
    Villenkolonie I und II
    Alt-Pasing
  36. Solln
  37. Obermenzing
  38. Allach – Untermenzing
    Allach
    Untermenzing
  39. Aubing
    Aubing
    Neuaubing
  40. LochhausenLangwied
    südlich der Bahnlinie
    nördlich der Bahnlinie
  41. Hadern

Andere Ortsbezeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbezeichnungen in München

Die offiziellen Stadtbezirke und Stadtteile decken sich nicht unbedingt immer mit den Raumvorstellungen in der Bevölkerung. Darüber hinaus gibt es auch viele weitere Ortsbezeichnungen in München, die sich nicht in den offiziellen Bezeichnungen wiederfinden. Einen (nicht vollständigen) Überblick über solche Ortsbezeichnungen gibt die nebenstehende Karte.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt München, Rathaus, abgerufen am 18. September
  2. Stadt München, Info-Website, abgerufen am 18. September
  3. Landeshauptstadt München: Referat für Stadtplanung und Bauordnung: Münchner Stadtteilstudie 2009, S. 14
  4. München bei Bayerische Landesbibliothek Online. Siehe auch BayernPortal, Landeshauptstadt München:Ortsteile
  5. Landeshauptstadt München: Referat für Stadtplanung und Bauordnung: Münchner Stadtteilstudie 2009, S. 14.
  6. Statistisches Taschenbuch 2017 (PDF). Statistisches Amt München. Abgerufen am 24. September 2017.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Florian Breu: Die Münchener Stadtbezirke nach der Stadtgebietsneugliederung. In: Münchener Statistik. Nr. 1, 1996, ISSN 0171-0583, S. 1–14.
  • Presse- und Informationsamt der Landeshauptstadt München (Hrsg.): 50 Jahre Münchner Bezirksausschüsse. IFOVA Verlagsgesellschaft mbH, München 1997.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stadtbezirke Münchens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien