Liste der Stolpersteine in Berlin-Lankwitz

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Die Liste der Stolpersteine in Berlin-Lankwitz enthält die Stolpersteine im Berliner Ortsteil Lankwitz im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, die an das Schicksal der Menschen erinnern, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Spalten der Tabelle sind selbsterklärend. Die Tabelle erfasst insgesamt 20 Stolpersteine und ist teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.

Bild Name Standort Verlegedatum Leben
Stolperstein Mozartstr 22 (Lankw) Dora Freudenthal.jpg Dora Freudenthal Mozartstraße 22 16. Jun. 2018 Dora Goldschmidt kam am 8. Oktober 1876 in Hannover als Tochter von Levi Salomon Goldschmidt und seiner Ehefrau Jette/Henriette auf die Welt. Die Familie lebte in Hamburg, bis Dora am 29. Oktober 1898 in Hamburg den Kaufmann Hermann Freudenthal heiratete und mit ihm nach Berlin zog. Er war Inhaber eines Geschäfts für den Engros-Handel mit Goldwaren und Uhrketten. Die Geschäftsadresse in der Alexandrinenstraße 25 II war in den ersten Jahren mit der Wohnadresse identisch. Der Sohn Ernst wurde am 24. Juni 1905 und der Tochter Lucie/Lotte am 20. Februar 1909 geboren. Ab 1909/10 bewohnten Freudenthals eine Wohnung in der Augsburger Straße 64. Erst nach dem Tod ihres Ehemannes am 14. November 1929 gab Dora Freudenthal diese Wohnung auf. Sie zog zu ihrem Sohn Ernst in die Helmstedter Straße 27 nach Wilmersdorf. Dieser emigrierte im April 1933. Nach 1935 verließ auch die Tochter Lucie/Lotte Freudenthal, verheiratete Liebesschuetz, mit ihrem Mann und der 1934 in Brandenburg geborenen Tochter Irene Deutschland. Nun zog Dora Freudenthal in die Mozartstraße 22 nach Lankwitz. Bis zu ihrer Deportation im Jahr 1942 lebte sie dort als Untermieterin bei dem Fabrikanten Julius Goehr und seiner Ehefrau Gertrud. Julius Goehr und Siegmund Dunkel, die mit nicht-jüdischen Ehefrauen in sog. Mischehen lebten, waren Eigentümer des Mietshauses in der Mozartstraße. Am 11. September 1942 wurde Dora Freudenthal mit 99 anderen Juden vom Anhalter Bahnhof aus in das Konzentrationslager nach Theresienstadt deportiert. Von dort aus wurde sie am 29. September 1942 in das Vernichtungslager nach Treblinka gebracht und ermordet.[1]
Stolperstein Nicolaistr 38 (Lankw) Martha Israelski.jpg Martha Israelski Nicolaistraße 38 25. Jun. 2015 Martha Josephsohn kam am 4. Januar 1878 in Königsberg als Tochter von Aron Josephsohn und seiner Frau Berta geborene Rosen zu Welt, sie hatte eine ältere Schwester Friederike.[2] Sie heiratete und nahm den Namen ihres Mannes „Israelski“ an. Ob sie Kinder hatte, konnte nicht ermittelt werden, ihr Mann starb und 1939 wohnte sie im Haus ihrer ebenfalls verwitweten Schwester Friederike Lichtenstein in der Nicolaistraße 38 in Lankwitz. Ihre Schwester musste das Haus an das Deutsche Reich - Luftfahrt - verkaufen, Martha und ihre Schwester Friederike mussten in die Güntzelstrasse 60 ziehen. Am 5. September 1942 wurde sie von dort nach Riga deportiert, am 8. September 1942 wurde sie ermordet.[3][4]
Stolperstein Havensteinstr 18 (Lankw) Alice Kirchner.jpg Alice Kirchner Havensteinstraße 18
ehem. Havensteinstraße 16e
27. Apr. 2012
Stolperstein Waldmannstr 1 (Lankw) Charlotte Kobrak.jpg Charlotte Kobrak Waldmannstraße 1 16. Jul. 2007 Charlotte Kobrak wurde am 30. Oktober 1893 in Breslau als Charlotte Stern geboren. Sie war eine Schwester des Historikers Fritz Stern. Vor ihrer Heirat mit Richard Kobrak arbeitete sie als Lehrerin für Mathematik und Naturwissenschaften. Sie wurde am 17. März 1943 mit dem 4. großen Alterstransport nach Theresienstadt deportiert, am 19. Oktober 1944 wurde sie weiter nach Auschwitz verschleppt, wo sie im Oktober 1944 starb.[5] Welt-Icon
Stolperstein Waldmannstr 1 (Lankw) Richard Kobrak.jpg Richard Kobrak Waldmannstraße 1 16. Jul. 2007 Welt-Icon
Stolperstein Nicolaistr 38 (Lankw) Friederike Lichtenstein.jpg Friederike Lichtenstein Nicolaistraße 38 25. Jun. 2015 Friederike Josephsohn kam am 5. März 1871 in Königsberg als Tochter von Aron Josephsohn und Berta geborene Rosen auf die Welt, sie hatte noch eine jüngere Schwester Martha.[6] Friederike heiratete am 13. März 1897 den Tuchhändler Siegfried Lichtenstein, 1898 kam die Tochter Erna zur Welt, 1901 der Sohn Alfred. Nach dem Ersten Weltkrieg zog die Familie nach Berlin, Siegfried Lichtenstein gründete die Firma S.Lichtenstein – Tuche engros. Die Familie bewohnte eine Villa in Lankwitz in der Nicolaistraße 38. Die Tochter Erna wurde Sängerin, sie hatte den Arzt Arthur Stapf geheiratet, war aber 1934 wieder geschieden worden. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten zog der Sohn Alfred, der ein bekannter Flötist war, mit seiner Frau Gerda geborene Schüler zu seinen Eltern. Im März 1938 starb Friederikes Mann Siegfried, Friederike musste die Firma ihres Mannes an einen Münchener Tuchhändler verkaufen. Alfred emigrierte mit seiner Frau und der 1935 geborenen Tochter Sylvia über England nach Argentinien. Friederike wohnte mit ihrer Tochter Erna und mit ihrer verwitweten Schwester Martha Israelski weiterhin in der Villa in der Nicolaistraße, allerdings durften sie dort nur noch zwei Zimmer bewohnen, die übrigen mussten sie vermutlich vermieten. Im Sommer 1941 wurde Friederike Lichtenstein gezwungen, die Villa an das Deutsche Reich, Reichsfiskus Luftfahrt zu „verkaufen“. Sie musste noch in die Güntzelstraße 60 umziehen, am 1. September 1942 wurde Friederike Lichtenstein von dort nach Theresienstadt deportiert,[7] wo sie am 12. September 1942 ermordet wurde.[4]
Stolperstein Leonorenstr 79 (Lankw) Else Magnus.jpg Else Magnus Leonorenstraße 79 10. Jun. 2009
Stolperstein Leonorenstr 79 (Lankw) Martin Magnus.jpg Martin Magnus Leonorenstraße 79 10. Jun. 2009
Stolperstein Barbarastr 14 (Lankw) Erich Panofsky.jpg Erich Panofsky Barbarastraße 14 19. Sep. 2013
Stolperstein Barbarastr 14 (Lankw) Lotte Panofsky.jpg Lotte Panofsky Barbarastraße 14 19. Sep. 2013
Stolperstein Mozartstr 22 (Lankw) Franziska Reis.jpg Franziska Reis Mozartstraße 22 16. Jun. 2018 Franziska Kaufmann kam am 17. September 1878 in Bamberg in einer jüdischen Familie zur Welt.[8] Sie zog nach Berlin und heiratete Martin Reis, der seit 1904 in der Steglitzer Straße 81 (heute Pohlstraße) in Schöneberg wohnte und mit Musikinstrumenten und ähnlichem handelte. Die Kinder wurden geboren: am 17. September 1903 Alice und am 19. Mai 1905 Hertha[9]. Von 1907 an führte Martin Reis ein Geschäft in der Körnerstraße 17 bis er am 28. August 1924 starb[10]. Ab 1925 führte Franziska Reis die Geschäfte von der Wohnung Steglitzer Straße aus: „Handlung für Musikinstrumente auf Kommissionsbasis“. Franziska lebte noch bis 1935 in der Steglitzer Straße 81. Danach wird sie erst im Mai 1939 erfasst, da wohnte sie als Untermieterin bei Dr. Herbert Epelstein in der Neuen Königstraße 42 I mit ihrer Tochter Hertha und deren Sohn Rudolf Alexander Reis, geboren am 17. Dezember 1930[11]. Sie zog noch einmal um in die Mozartstraße 22 nach Lankwitz zu Gertrud und Julius Goehr. Von dort wurde sie am 28. März 1942 nach Piaski deportiert, ihr Todesdatum ist nicht bekannt.[1] Ihre Tochter Alice war Krankenschwester geworden und zum katholischen Glauben konvertiert, wobei Dr. Edith Stein ihre Taufpatin war. Alice, die jetzt Sr. Maria Benedikta hieß, ging in ein Kloster in den Niederlanden. Am 2. August 1942 holten SS-Männer sie aus dem Kloster und brachten sie in das Sammellager Westerbork.[12] Von dort wurde Alice Reis am 7. August 1942 in das KZ Auschwitz deportiert und am 30. September 1942 ermordet. Über das Schicksal ihrer Schwester Hertha konnte nichts in Erfahrung gebracht werden, deren Sohn Rudolf Alexander kam, nachdem seine Großmutter im März 1942 deportiert worden war, in das Baruch-Auerbachsche Waisenhaus in der Schönhauser Allee 162. Von dort wurde er am 19. Oktober 1942 mit 58 anderen Kindern aus dem Waisenhaus nach Riga deportiert und ermordet.[13]
Stolperstein Mozartstr 10 (Lankw) Alice Scherk.jpg Alice Scherk Mozartstraße 10 07. Mrz. 2009
Stolperstein Mozartstr 22 (Lankw) Alexander Selo.jpg Alexander Selo Mozartstraße 22 16. Jun. 2018 Alexander Selo kam am 27. März 1881 in Flatow/Preußen als Sohn des Buchbinders Adolf Selo und seiner Frau Pauline geborene Schlochow verwitwete Goehr zur Welt.[14] Seine Mutter brachte aus ihrer ersten Ehe ihren Sohn Julius (1871) und ihre Tochter Valerie (1873) mit, aus der zweiten Ehe hatte Alexander folgende Geschwister: Louis (1883), Georg (1885), Willy (1887) und Martha (1889). Alexander Selo wurde Buchbinder wie sein Vater. Ende des 19. Jahrhunderts zog die Familie nach Berlin-Weißensee. Über seinen weiteren Lebensweg ist nichts bekannt. 1939 wohnte er in Berlin-Lankwitz, Mozartstrasse 22, in einem Haus, das zur Hälfte im Eigentum seines Halbbruders Julius stand, zur anderen Hälfte im Eigentum von dessen Geschäftspartner Siegmund Dunkel, der Alexander Selos Halbschwester Valerie geheiratet hatte. Im Rahmen der Novemberpogrome wurde Alexander Selo verhaftet und bis zum 26. November 1938 im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Am 13. Juni 1942 wurde er nach Sobibor deportiert, sein Todesdatum ist unbekannt. Ein Neffe errichtete für ihn eine Gedenkseite bei Yad Vashem[15]. Zwei seiner in Berlin lebenden Brüder wurden ebenfalls ermordet: Willy mit seiner Frau Ruth geborene Sternberg und Louis mit seiner Frau Frieda geborene Bergmann.[1]
Stolperstein Nicolaistr 38 (Lankw) Erna Stapf.jpg Erna Stapf Nicolaistraße 38 25. Jun. 2015 Erna Lichtenstein kam am 15. Oktober 1898 in Königsberg als Tochter des Tuchhändlers Siegfried Lichtenstein und seiner Frau Friederike geborene Josephsohn zur Welt, 1901 folgte ihr Bruder Alfred.[16] Nach dem Ersten Weltkrieg zog die Familie nach Berlin, wo Ernas Vater die Firma S. Lichtenstein - Tuche engros gründete. Die Familie lebte in einer Villa in Lankwitz in der Nicolaistraße 38. Erna wurde Sängerin und trat unter dem Namen Evelyn Sanden auf, ihr Bruder Alfred war ein bekannter Flötist. Erna heiratete 1930 den Arzt Arthur Stapf, wurde aber 1934 wieder von ihm geschieden. Seitdem lebte sie mit ihren Eltern in der Nicolaistraße. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten zog auch ihr Bruder Alfred mit seiner Frau Gerda geborene Schüler zu ihnen, 1934 wurde deren Tochter Sylvia geboren. Ihr Vater Siegfried Lichtenstein starb 1937, seine Frau musste die ererbte Firma veräußern. Alfred konnte mit seiner Frau und der Tochter über England nach Argentinien emigrieren, ins Haus zog die verwitwete Schwester ihrer Mutter Friederike, Martha Israelski. Die drei Frauen durften nur noch zwei Zimmer der Villa bewohnen. Erna gelang es, 1942 über Wien nach Zagreb zu fliehen, dort lebte sie unter falschem Namen und arbeitete in einem deutschen Kriegslazarett. Im Frühjahr 1945 soll sie in das KZ Jasenovac deportiert worden sein, ihr Todesdatum ist unbekannt.[4]
Stolperstein Mozartstr 22 (Lankw) Dagobert Weiner.jpg Dagobert Weiner Mozartstraße 22 16. Jun. 2018 Dagobert Weiner kam am 23. Februar 1867 in Odessa in einer jüdischen Familie zur Welt.[17] Wann er nach Berlin kam und welcher Tätigkeit er nachging, konnte nicht ermittelt werden, desgleichen nicht, ob er verheiratet war oder Kinder hatte. Erst 1938 wurde im Handelsregister eingetragen, dass er nun Inhaber einer Firma D.J. Weiner, „Schreibmaschinen-Vertriebsgesellschaft“ mit Sitz in der Hindenburgstraße 87 in Wilmersdorf war, der Wohnadresse von Dagobert Weiner. Der frühere Inhaber der Firma, David Weiner, war vermutlich ein Verwandter von ihm. 1939 wohnte Dagobert Weiner in Friedenau, Bachestraße 1. Er musste noch einmal umziehen, seine letzte Berliner Anschrift war Mozartstrasse 22 in Lankwitz, dort war er Untermieter von Gertrud und Julius Goehr. Im September 1942 wurde er in die Sammelstelle Große Hamburger Straße gebracht und von dort am 25. September 1942 nach Theresienstadt deportiert. Schließlich wurde er am 18. Dezember 1942 weiter in das Vernichtungslager Auschwitz verschleppt und dort zu einem unbekannten Zeitpunkt ermordet.[1]
Stolperstein Teltowkanalstr 5 (Lankw) Elsa Wöllner.jpg Elsa Wöllner Teltowkanalstraße 5 26. Apr. 2014
Stolperstein Waldmannstr 6 (Lankw) Erwin Woythaler.jpg Erwin Woythaler Waldmannstraße 6 16. Jun. 2018 Erwin Belmont Woythaler kam am 11. November 1908 in Bromberg als erstes Kind des Fabrikbesitzers Max Woythaler und seiner Frau Lydia geborene Liebreich zur Welt. Seine Schwester Ilse wurde 1910 geboren. Anfang der 1920er Jahre zog die Familie nach Berlin, um dort eine Zweigniederlassung der Schnupftabakfabrik seines Großvaters zu begründen. Ab 1927 wohnte die Familie in einem eigens für sie entworfenen Neubau in der Waldmannstraße 6 in Lankwitz, Architekt war Hugo Häring. Sein Vater war Mitglied in dem ältesten Berliner Geschichtsverein, dem ‚Verein für die Geschichte Berlins‘ an und zählte zu den Vorständen der liberalen jüdischen Reformgemeinde. Erwin war im väterlichen Geschäft tätig, zusammen führten sie bis 1938 das Unternehmen fort, dann musste die Fabrik verkauft werden. Im Frühjahr 1939 gelang es der Familie nach England zu fliehen. Erwin lernte dort im Jahr 1939 den Umgang mit Motoren. 1941 heiratete er Gerda Bloch. Sein Vater starb im Jahre 1944, seine Mutter sehr viel später 1985, Erwin änderte seinen Namen in Irvine, weiteres konnte über ihn und seine mit einem Engländer namens Hutchinson verheiratete Schwester Ilse nicht ermittelt werden.[1]
Stolperstein Waldmannstr 6 (Lankw) Ilse Woythaler.jpg Ilse Woythaler Waldmannstraße 6 16. Jun. 2018 Ilse Woythaler kam am 25. Juni 1910 in Bromberg als Tochter des Fabrikbesitzers Max Woythaler und seiner Frau Lydia geborene Liebreich zur Welt, sie hatte einen Bruder Erwin Belmont, der am 11. November 1908 geboren war. Die Familie lebte zunächst in Bromberg, Anfang der 1920er Jahre zog die Familie nach Berlin, um dort eine Zweigniederlassung der Schnupftabakfabrik ihres Großvaters zu begründen. Ab 1927 wohnte die Familie in einem eigens für sie entworfenen Neubau in der Waldmannstraße 6 in Lankwitz, Architekt war Hugo Häring. Ilses Vater war Mitglied in dem ältesten Berliner Geschichtsverein, dem ‚Verein für die Geschichte Berlins‘ an und zählte zu den Vorständen der liberalen jüdischen Reformgemeinde. Ihr Bruder Erwin war im väterlichen Geschäft tätig, zusammen mit seinem Vater führte er bis 1938 das Unternehmen fort, dann musste die Fabrik verkauft werden. Im Frühjahr 1939 gelang es der Familie nach England zu fliehen. Ilse arbeitete als unbezahlte Hausangestellte. Ihr Vater starb dort im Jahre 1944, ihre Mutter sehr viel später 1985, Ilse heiratete einen Engländer namens Hutchinson, ihr Bruder heiratete Gerda Bloch, über das Leben der Geschwister konnte weiteres nicht ermittelt werden.[1]
Stolperstein Waldmannstr 6 (Lankw) Lydia Woythaler.jpg Lydia Woythaler Waldmannstraße 6 16. Jun. 2018 Lydia Liebreich kam am 9. Juli 1988 in Gladbach als Tochter des Fabrikanten Belmont Liebreich und seiner Frau Rosa geborene Rothschild auf die Welt. Ihre Geschwister waren: Julius (1894), Gertrud (1893) und Margrete (1890). Ihr Bruder Julius starb 1902, Lydia heiratete 1907 den Fabrikbesitzer Max Woythaler und zog mit ihm nach Bromberg. Dort kamen ihre Kinder zur Welt: Erwin 1908 und Ilse 1910. Anfang der 1920er Jahre zog die Familie nach Berlin, Max Woythaler war dort Eigentümer der Zweigniederlassung der Schnupftabakfabrik seines Vaters in der Derfflingerstraße 32/34. Privat wohnte die Familie ab 1927 in einem eigens für sie vom Architekten Hugo Häring entworfenen Einfamilienhaus in der Waldmannstraße 6 in Lankwitz. 1938 musste die Fabrik verkauft werden, der Familie gelang die Flucht nach England 1939. Dort starb 1944 ihr Mann, Lydia Woythaler starb 1985 in England.[1] Ihre Mutter, die nach dem Tod ihres Vaters den Kaufmann Leopold Simon geheiratet hatte, lebte nach dessen Tod auch in Berlin, in der Rüdesheimer Straße 1. Sie wurde am 25. August 1942 nach Theresienstadt deportiert, ihr Todesdatum ist unbekannt.
Stolperstein Waldmannstr 6 (Lankw) Max Woythaler.jpg Max Woythaler Waldmannstraße 6 16. Jun. 2018 Max Woythaler kam am 11. Februar 1875 in Bromberg (Posen) als Sohn des Fabrikanten David Woythaler und seiner Frau Flora geborene Fabian auf die Welt. Er heiratete 1907 in Mönchen Gladbach Lydia Liebreich.[18] Sie war die Tochter des Textilfabrikanten Belmont Liebreich und dessen Ehefrau Rosa geb. Rothschild. Max Woythaler arbeitete in der von seinem Vater David Woythaler in Bromberg im Jahre 1871 gegründete Schnupftabakfabrik. Ende 1920 wurde Max Woythaler im Grundbuch für die Zweigniederlassung der Bromberger Schnupftabakfabrik David Woythaler zu Berlin in Steglitz, Postadresse Derfflingerstraße 32/34 als Eigentümer eingetragen. Im Jahre 1921 wurde die Fabrikation in Bromberg aufgegeben. 1925 starb Max' Mutter in Zoppot, 1930 sein Vater in Danzig. Mit seiner Frau Lydia sowie seinen beiden Kindern, dem am 11. November 1908 in Bromberg geborenen Sohn Erwin Belmont und seiner am 25. Juni 1910 ebenfalls in Bromberg geborenen Tochter Ilse, bezog Max Woythaler 1927 einen Neubau in der Waldmannstraße 6 in Lankwitz, Architekt war Hugo Häring. Max Woythaler war Mitglied in dem ältesten Berliner Geschichtsverein, dem ‚Verein für die Geschichte Berlins‘ an und zählte zu den Vorständen der liberalen jüdischen Reformgemeinde. Max Woythaler führte mit seinem Sohn Erwin bis 1938 das Unternehmen fort, dann musste die Fabrik verkauft werden. Im Frühjahr 1939 gelang es der Familie, nach England zu fliehen. Max Woythaler starb dort im Jahre 1944, seine Frau starb 1985, sein Sohn Erwin, in Irvine umbenannt, und seine mit einem Engländer verheiratete Tochter Ilse konnten nicht ermittelt werden.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h 11 Stolpersteine in Steglitz plus 1 in Tiergarten, abgerufen am 17. November 2018
  2. Personenbezogener Auszug aus dem Gedenkbuch des Bundesarchivs: Israelski, Martha
  3. 19. Osttransport - Transportliste 241, auf www.statistik-des-holocaust.de, abgerufen am 30. Dezember 2018
  4. a b c Biografische Zusammenstellung von Nina Haeberlin
  5. Gedenkbuch - Detailausgabe. Kobrak, Charlotte. Evangelischer Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf, abgerufen am 8. Februar 2013.
  6. Personenbezogener Auszug aus dem Gedenkbuch des Bundesarchivs: Lichtenstein, Friederike
  7. 54. Alterstransport - Transportliste 215, auf www.statistik-des-holocaust.de, abgerufen am 30. Dezember 2018
  8. Personenbezogener Auszug aus dem Gedenkbuch des Bundesarchivs: Reis, Franziska
  9. StA Berlin III Nr. 941/1903 und 531/1905
  10. P.W.F.M Hamans: Edith Stein and Companions: on the way to Auschwitz,Chapter 5
  11. VZ 39
  12. 3.1 Passionsgefährten - Chronologie (Memento vom 24. Oktober 2018 im Internet Archive)
  13. Personenbezogener Auszug aus dem Gedenkbuch des Bundesarchivs: Reis, Rudolf Alexander
  14. Personenbezogener Auszug aus dem Gedenkbuch des Bundesarchivs: Selo, Alexander
  15. THE CENTRAL DATABASE OF SHOAH VICTIMS' NAMES ver. b-110.3 Alex Selo
  16. Erna Stapf, auf www.lexm.uni-hamburg.de
  17. Personenbezogener Auszug aus dem Gedenkbuch des Bundesarchivs: Weiner, Dagobert
  18. StA Mönchengladbach Nr. 477/1907

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hildegard Frisius (Hrsg.): Evangelisch getauft – als Juden verfolgt: Spurensuche Berliner Kirchengemeinden. Wichern Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-88981-265-0, Kap. Dreifaltigkeits-Kirchengemeinde Lankwitz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stolpersteine in Berlin-Lankwitz – Sammlung von Bildern