Liste der Stolpersteine in Haldensleben

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Die Liste der Stolpersteine in Haldensleben enthält alle Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projekts von Gunter Demnig in Haldensleben verlegt wurden. Bei der bislang einzigen Verlegung wurden am 24. März 2017 zwei Steine an zwei Adressen verlegt.

Liste der Stolpersteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google

Adresse Datum der Verlegung Person Inschrift Bild Bild des Hauses
Bornsche Straße 55
Erioll world.svg
24. März 2017[1][2] Eugen Frohnhausen (1878–1942)

Eugen Frohnhausen wurde in Haldensleben geboren und erlernte bei seinem Onkel Oskar Löwenstein den Beruf des Kaufmanns. Er arbeitete in dessen Eisenhandlung in Neuhaldensleben, wurde Gesellschafter und 1923 schließlich alleiniger Inhaber. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten musste er sein Geschäft aufgeben. Es fiel an seinen ehemaligen Prokuristen, der zugleich der Mann der Nichte von Frohnhausens Frau Jeanne war. Als ihn am 18. Dezember 1942 die vertrauliche Nachricht seiner bevorstehenden Deportation erreichte, nahm er sich in seinem Haus das Leben. Eugen Frohnhausen war der letzte in Haldensleben verbliebene praktizierende Jude; mit ihm erlosch die 1808 gegründete Gemeinde. Sein Grab befindet sich auf dem israelitischen Friedhof in Magdeburg.[3]

Hier wohnte
EUGEN
FROHNHAUSEN
Jg. 1878
gedemütigt/entrechtet
vor Deportation
Flucht in den Tod
18.12.1942
BW
Holzmarktstraße 6
Erioll world.svg
24. März 2017[1][2] Helene Dreier geb. Goldschmidt (1882–1957)

Helene Dreier stammte aus Güsten. Sie war die Tochter des Goldschmiedemeisters Abraham Goldschmidt und dessen Ehefrau Agnes. Mit dem evangelischen Briefträger Heinrich Dreier hatte sie eine Tochter namens Elsa, die 1904 zur Welt kam. Im gleichen Jahr heiratete das Paar. 1932 verstarb Heinrich Dreier. Helene Dreier war in der Wohlfahrtspflege aktiv und wurde in der Stadt als „Samariterin der Holzmarktstraße“ bekannt. Dies schützte sie jedoch nicht vor der Verhaftung. Im Januar 1944 wurde sie ins KZ Theresienstadt deportiert. Sie war die einzige Bewohnerin von Haldensleben, die auf Grundlage der Nürnberger Rassegesetze deportiert wurde. Im Januar 1945 erhielt ihre Tochter eine Todesnachricht, bei der es sich aber um einen Irrtum handelte. Helene Dreier überlebte ihre Gefangenschaft und kehrte nach Haldensleben zurück. Sie starb am 5. März 1957.[3]

Hier wohnte
HELENE DREIER
geb. Goldschmidt
Jg. 1882
deportiert 1944
Theresienstadt
befreit
BW

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Alexander Rekow: Stolpersteine in Haldensleben verlegt. In: volksstimme.de. 25. März 2017. Abgerufen am 3. April 2017.
  2. a b Erste Stolpersteine in Haldensleben. In: mdr.de. 24. März 2017. Abgerufen am 3. April 2017.
  3. a b Stolpersteine erinnern an Nazi-Opfer aus Haldensleben