Liste der Stolpersteine in Kärnten

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Gunter Demnig verlegt den Stolperstein für Karl Strauss, Klagenfurt 2014

Die Liste der Stolpersteine in Kärnten enthält die Stolpersteine im österreichischen Bundesland Kärnten. Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden von Gunter Demnig konzipiert und verlegt. Sie liegen im Regelfall vor dem letzten selbstgewählten Wohnsitz des Opfers.

Mit Stand vom Mai 2017 sind in Kärnten nur Steine in der Landeshauptstadt Klagenfurt verlegt worden, insgesamt 24 Steine für 23 Personen, für Anton Falle zwei Stolpersteine, einer in Deutsch und einer in seiner Muttersprache Slowenisch.

Die Tabellen sind teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.

Klagenfurt am Wörthersee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild Name bzw. Inschrift Standort Leben
Stolperstein für Anton Falle, dt. Version 01.jpg


Stolperstein für Anton Falle, slowenisch.jpg

HIER WOHNTE
ANTON FALLE
JG. 1886
DEPORTIIERT 1944
DACHAU
ERMORDET 15.1.1945

JUKAJ JE STANOVAL
ANTON FALLE
ROJ. 1886
DDEPORTIRAN 1944
DACHAUU
UMORJEN 15.1.1945
Puntschartstraße/Harbacher Straße (auf Harbacher Straße ohne Hausnummer)
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Falle, Anton Anton Falle, geboren am 25. März 1886 in Rajach, war Kärntner Slowene und verbrachte seine Jugend als Knecht und später als Bauarbeiter für die Karawankenbahn. Er trat der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs bei, wurde 1918 Bezirks­partei­sekretär und 1921 Nationalratsabgeordneter. Nach dem Tod von Florian Gröger im Mai 1927 übernahm er den Landesparteivorsitz der SDAP Kärnten und hielt diese Funktion bis 1934. Nach dem 12. Februar 1934 versuchte Anton Falle als Revolutionärer Sozialist den Widerstand gegen die austrofaschistische Systemregierung zu organisieren, wurde jedoch verhaftet, angeklagt und 1935 zu einem Jahr schweren Kerkers verurteilt. Während seiner Haft verschlechterte sich sein Gesund­heits­zustand massiv. Obwohl er sich ab der Annexion Österreichs an das Dritte Reich jeder sicht­baren op­positio­nellen Tätig­keit enthielt, wurde er mit zahl­reichen anderen Kärnt­nern nach dem Attentats­versuch auf Adolf Hitler 1944 in das KZ Dachau eingewiesen. Dort starb er am 15. Jänner 1945.[1][2]
Stolperstein für Marie Hauser.JPG
HIER ARBEITETE
MARIE HAUSER
JG. 1884
DEPORTIERT 10.9.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 23.1.1943
AUSCHWITZ
Alter Platz 6
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Hauser, Marie Marie Hauser, geboren am 19. Februar 1884 in Golta, war eine Dentistin in Klagen­furt. Ihr Ehemann war Rabbiner. Nach der Macht­übernahme durch die National­sozialisten wurde die Familie nach Wien vertrieben. Ihr Ehe­mann und ihr ältester Sohn konnten in die USA emigrieren, Sohn Fried­rich nach Paläs­tina. Marie Hauser wurde am 10. September 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert und dort am 23. Jänner 1943 ermordet.[3]
Stolperstein für Stefanie Laimgruber.JPG
HIER WOHNTE
STEFANIE
LAIMGRUBER
JG. 1912
EINGEWIESEN 1932
HEILANSTALT KLAGENFURT
'VERLEGT' 25.8.1940
SCHLOSS HARTHEIM
ERMORDET 28.8.1940
AKTION T4
Bahnhofstraße 44
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Laimgruber, Stefanie Stefanie Laimgruber, geboren 1912, litt an einer schizophrenen Erkrankung. Sie wurde 1932 in der Psychiatrie in Klagenfurt aufgenommen und am 25. August 1940 mit einem Frauen­transport in die Tötungsanstalt Hartheim überstellt, wo sie noch am selben Tage ermordet wurde.[4]
Stolperstein für Georg Lexer.JPG
HIER WOHNTE
GEORG LEXER
JG. 1888
DEPORTIERT 1938
BUCHENWALD
ERMORDET 3.8.1941
Bahnweg 21
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Lexer, Georg Georg Lexer, geboren am 20. Oktober 1888 in Klagenfurt, war Posten­kommandant der Gendarmerie in Klagenfurt. Ihm wurde der Tod von zwei Juliputschisten angelastet, das Verfahren wurde aber eingestellt. Er wurde später dennoch von der Gestapo ins Polizeigefängnis St. Ruprecht gebracht. Noch im Jahr 1938 folgte die Deportation ins KZ Buchenwald, wo er am 3. August 1941 erschossen wurde.[5]
Stolperstein für Eva Linker.JPG
HIER WOHNTE
EVA LINKER
JG. 1938
AUF DER FLUCHT VERHAFTET
ERMORDET 1942
KZ SAJMISTE BEI
BELGRAD
Gabelsbergerstraße 22
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Linker, Eva Eva Linker wurde 1937 oder 1938 in Klagen­furt als Tochter von Hedwig und Leon Linker geboren.[6][7] Mutmaßlich gelangte sie 1942 ins KZ Sajmiste bei Belgrad und wurde dort gemeinsam mit ihrer Mutter in einem Gaswagen vom NS-Regime ermordet.
Stolperstein fü Hedwig Linker.JPG
HIER WOHNTE
HEDWIG LINKER
JG. 1914
AUF DER FLUCHT VERHAFTET
ERMORDET 1942
KZ SAJMISTE BEI
BELGRAD
Gabelsbergerstraße 22
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Linker, Hedwig Hedwig Linker (geb. Czucka) wurde am 3. Juli 1917 in Spittal an der Drau geboren, sie entstammte einer Kaufmannsfamilie. 1937 heiratete sie den Klagenfurter Leon Linker, 1938 wurde die gemeinsame Tochter Eva geboren. Ende 1939 versuchten Hedwig, Leon und Eva Linker mit einem Donaudampfer zum Schwarzen Meer und von dort nach Palästina zu gelangen. Das Schiff wurde bei Kladovo angehalten, die Flüchtlinge vorerst bei Bauern untergebracht, im September 1940, immer noch auf die Weiterreise hoffend, in die serbische Kleinstadt Šabac in der Nähe von Belgrad überstellt. Nach dem Überfall des NS-Regimes auf Jugoslawien im April 1941 wurden die Flüchtlinge interniert, im Oktober 1941 alle männlichen Insassen erschossen und ab März 1942 die Frauen und Kinder mit zwei eigens aus Deutschland herbeigeschafften Gaswagen ermordet. Täglich wurden so 50 bis 80 Menschen vergast, darunter war auch Hedwig Linker mit ihrer damals vier- oder fünfjährigen Tochter Eva.[8][9]
Stolperstein für Leon Linker.JPG
HIER WOHNTE
LEON LINKER
JG. 1907
AUF DER FLUCHT ERMORDET
VERGELTUNGSAKTION DER
DEUTSCHEN WEHRMACHT
SABAC / SERBIEN
TOT 12.10.1941
Gabelsbergerstraße 22
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Linker, Leon Leon Linker, geboren am 18. Februar 1907 in Siret. Familie Linker handelte mit Fellen. Er heiratete 1937 Hedwig, geborene geb. Czucka. 1938 wird Tochter Eva geboren. 1938, nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten, flüchtete Leon mit seiner Familie nach Wien. Im Novem­ber 1939 gelang es ihnen, in Bratislava auf ein Donau­schiff Richtung Palästina zu gelangen. Im Dezember endete die Reise in Kladovo. Die Flücht­linge sollten dort die Eis­schmelze abwarten. Die Reise wurde jedoch nicht fortgesetzt, im September 1940 wurden die Flüchtlinge in die Stadt Šabac verbracht. Nach der Besetzung Jugos­lawiens durch das NS-Regime im Jahr 1941 wurden alle Flüchtlinge des Transportes systematisch ermordet. Die Männer wurden im Oktober 1941 im Rahmen einer so­genannten Sühn­eaktion erschossen, darunter auch Leon Linker. Er starb am 12. Oktober 1941. Die Frauen und Kinder wurden von März bis Mai 1942 in sogenannten Gas­wägen ermordet, darunter auch seine Frau und Tochter.[10]
Stolperstein für Regine Linker.JPG
HIER WOHNTE
REGINE 'RIFKE'
LINKER
JG. 1871
AUF DER FLUCHT
TOT 1.1.1940
WIEN
Bäckergasse 10
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Linker, Regine Regine Linker (geb. Berger) wurde 1871 in Siret in der Bukowina geboren.[11] Sie war mit Samuel Linker verheiratet und hatte mit ihm zumindest zwei Kinder, die Söhne Leon und Mark. Die Familie wohnte lange Jahre in der Bäckergasse in Klagenfurt. Um ihre Flucht vor dem NS-Regime vorzubereiten, begab sich Regine Linker mit ihrem Mann nach dem Anschluss nach Wien. Dort verstarb sie, laut Eintrag ihres Sohnes Mark in der zentralen Datenbank der Holocaustopfer in Yad Vashem, im Dezember 1940. Ihr Mann, ihr Sohn Leon, ihre Schwiegertochter Hedwig und ihre Enkelin Eva wurden allesamt von den National­sozialisten in Konzentrations­lagern ermordet.
Stolperstein für Samuel Linker.JPG
HIER WOHNTE
SAMUEL LINKER
JG. 1876
DEPORTIERT 1939
KZ BUCHENWALD
ERMORDET 9.2.1940
Bäckergasse 10
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Linker, Samuel Samuel Linker wurde am 2. Jänner 1876 in Storoschynez in der nördlichen Bukowina geboren. Er heiratete Regine Berger und hatte mit ihr zumindest zwei Söhne. Laut Hans Haider kam die Familie nach dem Ersten Weltkrieg nach Klagenfurt und besaß am Kardinalsplatz ein Geschäft, das mit Rohprodukten und Altmetallen handelte.[12] Die Stadt Klagenfurt schreibt auf ihrer Website: „Die Linkers waren eine alteingesessene, jüdische Familie, bekannte Fellhändler.“[13] Das schützte sie nicht vor Anfeindungen und Diffamierungen, vor dem Verlust des Geschäfts, des Wohnsitzes und der Heimat. Die ganze Familie flüchtete nach Wien, wo Samuel Linker verhaftet, ins KZ Buchenwald verschleppt und am 9. Februar 1940 ermordet wurde. Seine Frau starb im Dezember 1940 in Wien, sein Sohn Leon wurde am 12. Oktober 1941 Šabac von der SS erschossen, die Schwiegertochter Hedwig und seine Enkelin Eva wurden zwischen März und Mai 1942 in einem Gaswagen ermordet.
Stolperstein für Josef Logar.JPG
HIER WOHNTE
JOSEF LOGAR
JG. 1915
VERHAFTET 1944
'HOCHVERRAT'
HINGERICHTET 7.5.1945
KASERNE WTZELSDORF
GRAZ
Villacher Straße 1
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Logar, Josef Josef Logar, geboren am 16. August 1915 in Vellach, war Magazineur in der Heeresstandverwaltung Klagenfurt. Er soll Partisanen kriegswichtige Anlagepläne zugespielt haben, wurde 1944 verhaftet, wegen Hochverrats zum Tode verurteilt und am 7. April 1945 in der Belgierkaserne in Graz-Wetztelsdorf hingerichtet.[14]
Stolperstein für Alfons Neumann.JPG
HIER WOHNTE
ALFONS NEUMANN
JG. 1888
DEPORTIERT
BUCHENWALD
ERMORDET 22.7.1941
Wiener Gasse 4
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Neumann, Alfons Alfons Neumann wurde am 22. August 1888 in Klagenfurt geboren. Er war der Sohn von Emanuel und Mathilde Neumann, geb. Tausig, die das Haus Wiener Gasse 4 in Klagenfurt besaßen. Im Jahre 1922 wurde er österreichischer Staatsbürger.[15] Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) gibt als Wohnort Graz an, als Ziel der Deportation das KZ Buchenwald. Er soll laut DÖW am 14. Juli 1941, laut Stolperstein und A Letter To The Stars am 22. Juli 1941 vom NS-Regime ermordet worden sein.
Stolperstein für Emmanuel Neumann.JPG
HIER WOHNTE
EMANUEL NEUMANN
JG. 1858
DEPORTIERT 14.7.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 8.9.1942
Wiener Gasse 4
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Neumann, Emmanuel Emmanuel Neumann (auch Emanuel Neumann [16]) wurde am 12. Mai 1858 geboren. Er war verheiratet mit Mathilde Neumann, geb.Tausig. Das Paar hatte einen Sohn, Alfons Neu­mann. Im Jahre 1887 beteiligte sich Emmanuel Neu­mann an der Gründung des Kultus­vereins. Im Jahre 1899 siedelte sich die Familie in der Klagen­furter Innen­stadt an, wo er 1905 das Haus Wiener Gasse 4 erwarb. Nach der Annexion Österreichs durch die National­sozialisten mussten er und seine Frau Klagen­furt verlassen.[17] Das DÖW verzeichnet als letzten Wohnort Wien 2, Große Schiffgasse 3 AH. Er wurde am 14. Juli 1942 im Alter von 84 Jahren ins Ghetto Theresienstadt deportiert und dort am 8. September 1942 vom NS-Regime ermordet.
Stolperstein für Mathilde Neumann.JPG
HIER WOHNTE
MATHILDE NEUMANN
JG. 1860
DEPORTIERT 14.7.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 7.10.1942
Wiener Gasse 4
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Neumann, Mathilde Mathilde Neumann, geborene Tausig, wurde am 25. April 1860 geboren. Sie war mit Emmanuel Neumann verheiratet und musste nach der Annexion Österreichs 1938 nach Wien flüchten. Von Wien wurden sie und ihr Mann am 14. Juli 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Mathilde Neumann wurde am 7. Oktober 1942 vom NS-Regime ermordet.[18]
Stolperstein für Elenore Ostermann.JPG
HIER WOHNTE
ELEONORE 'ELA'
OSTERMANN
JG. 1869
DEPORTIERT 1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 23.9.1942
TREBLINKA
Sankt-Veiter-Straße 4
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Ostermann, Eleonore Eleonore Ostermann, geboren am 1. März 1869 in Galizien, entstammte einer alt­eingesessenen, jüdischen Familie und betrieb eine Gemischt­waren­handlung in Klagen­furt, gleich gegenüber ihrer Wohnadresse. Nach der Annexion Österreichs an das Dritte Reich flüchtete sie nach Wien. Ihr letzter bekannter Wohn­sitz war die Große Schiff­gasse 3 in der Leopoldstadt. Sie wurde verhaftet, am 14. Juli 1942 ins Ghetto Theresienstadt und von dort am 21. September 1942 ins Vernichtungslager Treblinka deportiert, wo sie ermordet wurde.

Eleonore Ostermann muss zumindest ein Kind gehabt haben. Denn ihre Enkelin Ester Itzhaki, die im Jahre 2014 das Alter von 86 Jahren erreichte, überlebte das NS-Regime und lebte 2014 in Israel. Deren Sohn, Ostermanns Urenkel Ron Itzhaki, kam zur Verlegung des Stolpersteines nach Klagenfurt angereist.[19]

Stolperstein für Else Preis.JPG
HIER WOHNTE
ELSE 'LISEL' PREIS
GEBORENE SCHNEIDER
JG. 1908
DEPORTIERT 20.8.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 16.5.1944
AUSCHWITZ
Paradeisergasse 4
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Preis, Else Else Preis wurde am 25. April 1908 in St. Johann im Pongau geboren. Ihre Eltern besaßen dort eine Schneiderei und ein Kaufhaus. Am 17. September 1933 heiratete sie Felix Preis. Das Ehepaar hatte zwei Kinder: Tochter Eva (1935) und Sohn Peter Adolf (1936). Nach der sogenannten Reichskristallnacht am 10. November 1938 flüchtete das Ehe­paar mit beiden Kindern aus Sicher­heits­gründen nach Wien, wo sie um Ausreise­erlaubnis ansuchten. Diese wurde verwehrt. Am 20. August 1942 wurde Else Preis mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern, sowie mit ihrer Schwieger­mutter Hermine Preis ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Hier wurde im Februar 1944 ihr Mann ermordet, von dort wurde sie mit ihren Kindern Eva und Peter Adolf und ihrer Schwieger­mutter ins KZ Auschwitz überstellt, wo sie alle am 16. Mai 1944 ermordet wurden.[20][21] Eine weitere Quelle gibt an, dass das genaue Todesdatum nicht bekannt wäre.[22]
Stolperstein für Eva Preis.JPG
HIER WOHNTE
EVA PREIS
JG. 1935
DEPORTIERT 20.8.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 16.5.1944
AUSCHWITZ
Paradeisergasse 4
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Preis, Eva Eva Preis wurde am 22. März 1935 in Klagenfurt als Tochter von Else und Felix Preis geboren. Mit ihrer Familie wurde sie am 20. August 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Hier wurde ihr Vater Felix ermordet. Eva Preis wurde mit Mutter, Bruder und Großmutter ins KZ Auschwitz weiter deportiert und dort am 16. Mai 1944 ermordet.
Stolperstein für Felix Preis.JPG
HIER WOHNTE
UND ARBEITETE

FELIX PREIS
JG. 1896
DEPORTIERT 20.8.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 28.2.1944
Paradeisergasse 4
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Preis, Felix Felix Preis wurde am 30. September 1896 in Klagenfurt als Sohn von Adolf und Hermine Preis geboren. Er kämpfte freiwillig – wie seine älteren Brüder Robert und Emil – im Ersten Weltkrieg. Im Juni 1917 wurde er schwer verwundet und geriet in italienische Kriegsgefangenschaft. Er blieb aufgrund seiner Kriegsverletzung dauerhaft invalide. Zum Familienbetrieb gehörten mehrere Konfektionsgeschäfte und Werkstätten. Nach dem Krieg übernahm Felix Preis die Leitung eines Konfektionsgeschäfts in Klagenfurt. Am 17. September 1933 heiratete er Else Schneider, deren Eltern in St. Johann im Pongau eine Schneiderei und ein Kaufhaus besaßen. Am 22. März 1935 kam die gemeinsame Tochter Eva, am 12. Juni 1936 der Sohn Peter Adolf in Klagenfurt zur Welt. Robert, Emil und Felix Preis wurden in das KZ Dachau eingeliefert, allerdings ein Monat später wieder freigelassen. Robert und Emil flüchteten nach Italien, überlebten und kehrten nach dem Untergang des NS-Regimes nach Klagenfurt zurück. Felix Preis übersiedelte mit Frau und seinen beiden Kindern nach Wien. Er suchte um Ausreiseerlaubnis an, welche jedoch verwehrt wurde. Die Familie wechselte häufig ihre Wohnung, die letzte Wohnadresse war Wien 2, Hofenedergasse 6/28. Am 20. August 1942 wurden Felix Preis, seine Frau, seine Kinder und seine Mutter mit dem Transport IV/8 von Wien ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort wurde Felix Preis am 29. Februar 1944 vom NS-Regime ermordet. Seine Mutter, seine Frau und seine Kinder wurden wenig später im KZ Auschwitz ermordet.[23]
Stolperstein für Hermine Preis.JPG
HIER WOHNTE
HERMINE PREIS
JG. 1870
DEPORTIERT 28.7.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 8.6.1944
AUSCHWITZ
Dr.-Arthur-Lemisch-Platz 1
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Preis, Hermine Hermine Preis wurde 1870 geboren. Im Jahr 1892 heiratete sie den Kärntner Abwehrkämpfer und Unternehmer Adolf Preis, führte mit ihm eine Schneiderei und ein Herrenkonfektionsgeschäft. Das Paar hatte drei Söhne, Robert, Emil und Felix, und zwei Töchter, Marianne später verehel. Schiffler und Dora. Im November 1938 wurden Geschäft und Wohnung von Nazi-Trupps geplündert und verwüstet, später arisiert. Im Alter von 72 Jahren wurde Hermine Preis verhaftet und gemeinsam mit Sohn Felix, Schwiegertochter Else und den Enkelkindern Eva und Peter Adolf ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Am 15. Mai 1944 wurde sie in das KZ Auschwitz deportiert, wo sie am 8. Juni 1944 vom NS-Regime ermordet wurde.[24]
Stolperstein für Peter Adolf Preis.JPG
HIER WOHNTE
PETER ADOLF PREIS
JG. 1936
DEPORTIERT 20.8.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 16.5.1944
AUSCHWITZ
Paradeisergasse 4
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Preis, Peter Adolf Peter Adolf Preis wurde am 12. Juni 1936 in Klagenfurt als Sohn von Else und Felix Preis geboren. Nach der Rückkehr seines Vaters aus dem KZ Dachau im Dezember 1938 übersiedelte er mit Eltern und Schwester nach Wien. Seine letzte Wohnadresse war 1020 Wien, Hofenedergasse 6/28. Er wurde mit seiner Familie am 20. August 1942 mit dem Transport IV/8 unter der Transportnummer 37/225 von Wien ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Von dort wurde Peter Adolf Preis mit seiner Mutter, Großmutter und Schwester am 16. Mai 1944 ins KZ Auschwitz deportiert und noch am selben Tag ermordet.[25][26]Eine weitere Quelle gibt an, dass das genaue Todesdatum nicht bekannt wäre.[27]
Stolperstein für Karl Strauss.JPG
HIER WOHNTE
KARL STRAUSS
JG. 1896
VERHAFTET 1945
DACHAU
ERMORDET 15.4.1945
Perlengasse 30
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Strauss, Karl Karl Strauss, geboren am 29. Oktober 1896 in Portendorf, war Sozialdemokrat und gehörte einer kleinen Widerstandsgruppe an. Gestapo-Männer verkleideten sich als Partisanen, beteiligten sich an einem Treffen, hoben die Widerstandsgruppe aus, misshandelten und verhafteten sie. Karl Strauß wurde ins KZ Dachau deportiert. Dort verstarb er am 15. April 1945 an den Folgen einer nicht behandelten Typhuserkrankung im Alter von 48 Jahren.[28]
Stolperstein fü Walter Tollinger.JPG
HIER ARBEITETE
WALTER TOLLINGER
JG. 1901
VERHAFTET 1944
JUSTIZANSTALT GRAZ
ERMORDET 8.12.1944
Alter Platz 31
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Tollinger, Walter Walter Tollinger, geboren am 1. April 1901 in Klagenfurt, war Künstler und Fotograf. Er führte ein erfolgreiches Fotoatelier und „galt als kritischer Geist, der seine Ablehnung gegen den National­sozialismus in der Öffentlichkeit bekundete.“ Er wurde im April 1944 in Klagenfurt verhaftet, am Oberlandesgericht Graz zum Tode verurteilt und am 8. Dezember 1944 in der Justizanstalt Graz-Jakomini hingerichtet. Seine Frau Berta führte nach seiner Verhaftung das Atelier fort.[29]
Stolperstein für Bertha Zeichner.JPG
HIER WOHNTE
BERTHA ZEICHNER
GEB. SPITZ
JG. 1894
DEPORTIERT 19.2.1941
KIELCE
SCHICKSAL UNBEKANNT
Adlergasse 14
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Zeichner, Berta Berta Zeichner, geborene Spitz, wurde am 4. März 1894 in Tulln an der Donau geboren. Am 26. Juni 1918 heiratete sie Moritz Zeichner (geb. am 23. März 1888 in Jabluniw in Galizien). Das Paar hatte zwei Kinder: Otto (geb. 1921) und Erna (geb. 1922). Die Familie betrieb einen Handel mit Leder und Fellen in der Auergasse. Die Zeichners wurden zuerst aus ihrer Heimat vertrieben, mussten nach Wien übersiedeln und wurden dort getrennt. Moritz gelangte mit einem Männertransport nach Palästina, ebenso die Tochter Erna mit einem Transport der Kinder- und Jugend-Alijah über Bulgarien. Sohn Otto ging nach Holland, wurde aber dort von den National­sozialisten gefasst, nach Auschwitz deportiert und ermordet. Berta Zeichner wurde am 19. Februar 1941 nach Kielce deportiert, ihr weiteres Schicksal ist unbekannt. Sie überlebte jedoch die Shoah nicht.[30][31]
Stolperstein für Otto Zeichner.JPG
HIER WOHNTE
OTTO ZEICHNER
JG. 1921
FLUCHT HOLLAND
INTERNIERT 15.7.1942
WESTERBORK
DEPORTIERT
AUSCHWITZ
ERMORDET 11.8.1942
Adlergasse 14
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Zeichner, Otto Otto Zeichner wurde am 19. Februar 1921 in Klagenfurt als Sohn von Bertha und Moritz Zeichner geboren. Im Schuljahr 1936/37 besuchte er die Handelsschule Klagenfurt. Seine überlebende Schwester berichtete: "Mein Bruder hat nach dem Abschluss der Handelsschule erweiternde Abendkurse an der Schule besucht." Nach der Annexion Österreichs durch das NS-Regime musste er mit seiner Familie zuerst nach Wien übersiedeln. Er ging jedoch in ein Zionistisches Jugend­lager in Holland. Dort wurde er von den National­sozialisten gefangen genommen, am 15. Juli 1942 von Westerbork nach Auschwitz deportiert und am 11. August 1942 ermordet.[32][33][34]

Verlegedaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stolpersteine in Klagenfurt am Wörthersee wurden von Gunter Demnig persönlich an folgenden Tagen verlegt:

  • 25. März 2012: Adlergasse 14, Alter Platz 6, Dr.-Arthur-Lemisch-Platz 1, Paradeisergasse 4, Wiener Gasse 4
  • 4. Juli 2014: Alter Platz 31, Bäckergasse 10, Bahnhofstraße 44, Bahnweg 21, Gabelsbergerstraße 22, Perlengasse 30, Puntschartstraße/Harbacher Straße, Sankt-Veiter-Straße 4, Villacher Straße 1

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nadja Danglmaier, Werner Koroschitz: Nationalsozialismus in Kärnten ( = Nationalsozialismus in den österreichischen Bundesländern, Band 7), StudienVerlag, Innsbruck / Wien / Bozen 2016, ISBN 978-3-7065-5244-8.
  • August Walzl: Die Juden in Kärnten und das Dritte Reich, Universitätsverlag Carinthia, Klagenfurt 1987, ISBN 3-85378-298-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Baum, Peter Gstettner, Hans Haider, Vinzenz Jobst, Peter Pirker als Hrsg.: Das Buch der Namen. Kitab-Verlag, Klagenfurt 2010, ISBN 978-3-902585-53-0, S. 270.
  2. Österreichisches Parlament: Anton Falle, abgerufen am 14. April 2016
  3. Stadt Klagenfurt: Stolpersteine 2012, abgerufen am 5. September 2015
  4. Stadt Klagenfurt: Stolpersteine 2014, abgerufen am 5. September 2015
  5. Austria-Forum: Lexer, Georg, abgerufen am 14. April 2016
  6. Klagenfurt am Wörthersee: Stolpersteine 2014, abgerufen am 22. September 2015
  7. Hans Haider: Kärntner Jüdinnen und Juden. Gedemütigt, verfolgt, vertrieben, ermordet., abgerufen am 22. September 2015
  8. A Letter To The Stars: Hedwig Linker, abgerufen am 6. September 2015
  9. Hans Haider: Aus dem Gedächtnis in die Erinnerung holen, Abschied von Hedwig Linker, Leon Linker und Eva Linker, in: kärnöl, 20. Oktober 2007
  10. Hans Haider: Aus dem Gedächtnis in die Erinnerung holen, Abschied von Hedwig Linker, Leon Linker und Eva Linker, in: kärnöl, 20. Oktober 2007
  11. Yad Vashem: Eintrag Regine Linker, abgerufen am 21. September 2015
  12. Hans Haider: Kärntner Jüdinnen und Juden. Gedemütigt, verfolgt, vertrieben, ermordet., abgerufen am 22. September 2015
  13. Klagenfurt am Wörthersee: Stolpersteine 2014, abgerufen am 22. September 2015
  14. Stadt Klagenfurt: Stolpersteine 2014, abgerufen am 5. September 2015
  15. erinnern.at: 11 Stolpersteine - 11 Menschen, abgerufen am 14. April 2016
  16. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, abgerufen am 22. Mai 2017
  17. erinnern.at: 11 Stolpersteine - 11 Menschen, abgerufen am 14. April 2016
  18. Theresienstädter Gedenkbuch, Prag 2005, ISBN 3-8258-7590-3.
  19. Stadt Klagenfurt: Stolpersteine wider das Vergessen, 4. Juli 2014, abgerufen am 14. April 2016
  20. erinnern.at: 11 Stolpersteine - 11 Menschen, abgerufen am 14. April 2016
  21. August Walzl: Die Juden in Kärnten und das Dritte Reich, Universitätsverlag Carinthia, S. 237, 238, 239.
  22. Marina Jamritsch: Das Buch der Namen: die Opfer des Nationalsozialismus in Kärnten, S. 694
  23. erinnern.at: 11 Stolpersteine - 11 Menschen, abgerufen am 14. April 2016
  24. erinnern.at: 11 Stolpersteine - 11 Menschen, abgerufen am 14. April 2016
  25. Wiener Stadt- und Landesarchiv, 48 T 4309/49
  26. erinnern.at: 11 Stolpersteine - 11 Menschen, abgerufen am 14. April 2016
  27. Marina Jamritsch: Das Buch der Namen: die Opfer des Nationalsozialismus in Kärnten, S. 694
  28. Stadt Klagenfurt: Stolpersteine 2014, abgerufen am 5. September 2015
  29. Stadt Klagenfurt: Stolpersteine 2014, abgerufen am 5. September 2015
  30. erinnern.at: 11 Stolpersteine - 11 Menschen, abgerufen am 14. April 2016
  31. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes: Berta Zeichner, 21. Oktober 2015
  32. erinnern.at: 11 Stolpersteine - 11 Menschen, abgerufen am 14. April 2016
  33. Handelsakademie Klagenfurt am Wörthersee: Jüdische SchülerInnen der HAK Klagenfurt, Opfer des Nationalsozialismus, abgerufen am 5. September 2015
  34. Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau (Hrsg.): Sterbebücher von Auschwitz, Band 2/3: Namensverzeichnis A-Z (Nachdruck 2012). De Gruyter, Berlin/Boston 1995, ISBN 978-3-11-097409-6, S. 1389.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stolpersteine in Kärnten – Sammlung von Bildern