Liste der Stolpersteine in Lutherstadt Wittenberg

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Die Liste der Stolpersteine in Lutherstadt Wittenberg enthält alle Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projekts von Gunter Demnig in Lutherstadt Wittenberg verlegt wurden. Mit ihnen soll Opfern des Nationalsozialismus gedacht werden, die in Wittenberg lebten und wirkten. Zwischen 2008 und 2014 wurden insgesamt 30 Steine an 14 Adressen verlegt.

Verlegungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 19. Mai 2008: fünf Steine an zwei Adressen
  • 22. August 2009: vier Steine an drei Adressen
  • 28. Oktober 2010: fünf Steine an zwei Adressen
  • 13. Oktober 2011: sechs Steine an einer Adresse
  • 28. Juli 2012: vier Steine an drei Adressen
  • 25. März 2014: sechs Steine an drei Adressen

Liste der Stolpersteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing

Adresse Datum der Verlegung Person Bild Bild des Hauses
Collegienstraße 84
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25. März 2014 Eugen Borinski (1875–1944)

Eugen Borinski stammte aus Zabrze und wohnte später in Zerbst und Wittenberg. Am 2. Dezember 1942 wurde er zunächst ins Ghetto Theresienstadt und später ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert, wo er am 16. Mai 1944 ermordet wurde.[1]

Julie Borinski geb. Cohn (1876–1944)

Julie Borinski stammte aus Seeburg und wohnte später in Zerbst/Anhalt und Wittenberg. Am 2. Dezember 1942 wurde sie zunächst ins Ghetto Theresienstadt und später ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert, wo sie am 16. Mai 1944 ermordet wurde.[2]

Heubnerstraße 24
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22. August 2009 Käthe Bosse geb. Levin (1886–1944)

Käthe Bosse wurde in Wittenberg geboren. Sie wurde am 1. November 1944 ins KZ Ravensbrück deportiert und dort am 16. Dezember 1944 ermordet.[3] Sie war verheiratet mit dem Gynäkologen Paul Bosse und hatte mit ihm vier Kinder, darunter die Ägyptologin und Schriftstellerin Kate Bosse-Griffiths.

Jüdenstraße 7
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25. März 2014 Dora Rindenau geb. Preminger (1883–1942)

Dora Rindenau stammte aus Bohorodczany. Sie wohnte zuletzt in Berlin und wurde von dort 25. Januar 1942 ins Ghetto Riga deportiert, wo sie den Tod fand.[4]

Berta Rindenau (1919–1942)

Berta Rindenau wurde in Wittenberg geboren. Sie wohnte später in Luckenwalde und zuletzt in Berlin und wurde von dort 25. Januar 1942 ins Ghetto Riga deportiert, wo sie den Tod fand.[5]

Jüdenstraße 29
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28. Juli 2012 Martin Kolf (1889–1941)

Martin Kolf stammte aus Skierniewice und zog später nach Wittenberg. Dort saß er zwischen Herbst 1939 und März 1940 im Gefängnis. Von dort aus wurde er zunächst in KZ Sachsenhausen und am 6. September 1940 ins KZ Dachau verlegt, wo er am 28. Januar 1941 den Tod fand.[6]

Lutherstraße 17a
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22. August 2009 Gabriele Gold geb. Hechter (1876–1941)

Gabriele Gold stammte aus Königsberg in Schlesien. Sie floh nach Shanghai, wo sie am 21. September 1941 starb.[7][8]

Erwin Gustav Gold (1903–1941)

Erwin Gold wurde in Coswig (Anhalt) geboren. Er wurde ins KZ Groß-Rosen deportiert, wo er am 29. September 1941 zu Tode kam.[9]

Markt 2
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25. März 2014 Richard Baumann (1885–1943)

Richard Baumann wurde in Wittenberg geboren und wohnte später in Jeßnitz und Berlin. Von Berlin aus wurde er am 2. März 1943 ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet.[10]

Für Richard Baumann wurde auch ein Stolperstein in Berlin-Steglitz verlegt.

Richard Baumann und Bianka Goldschmidt
Bianka Goldschmidt (1896–1944)

Bianka Goldschmidt stammte aus Wittenberg und wohnte später in Wurzen. Vor Kriegsbeginn floh sie nach Frankreich, wurde aber nach der deutschen Besetzung im Sammellager Drancy interniert und von dort 27. März 1944 ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert, wo sie ermordet wurde.[11]

Markt 4
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19. Mai 2008 Martin Israel (1911–1943)

Martin Israel wurde in Wittenberg geboren und wohnte später in Berlin. Von dort aus wurde er am 19. Februar 1943 ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet.[12]

Amalie Israel geb. Falkenberg (1877–1942)

Amalie Israel stammte aus Hammerstein. Mit ihrem Mann Jakob kam sie 1940 in ein Altersheim nach Halle (Saale). Am 1. Juni 1942 wurde Amalie Israel deportiert und zwei Tage später im Vernichtungslager Sobibor ermordet.[13]

Für Amalie Israel wurde auch ein Stolperstein in Halle (Saale) verlegt.

Jakob Israel (?–?)

Mit seiner Frau Amalie kam Jakob Israel 1940 in ein Altersheim nach Halle (Saale), wo er später verstarb.[13]

Markt 20
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28. Juli 2012 Margarete Wittenberg geb. Goldstrom (1885–1942)

Margarete Wittenberg stammte aus Wittenberg und wohnte später in Berlin. Von dort aus wurde sie am 26. Oktober 1942 ins Ghetto Riga deportiert, wo sie drei Tage später ermordet wurde.[14]

Pauline Bukofzer geb. Goldstrom (1886–1942)

Pauline Bukofzer stammte aus Wittenberg und wohnte später in Berlin. Von dort aus wurde sie am 28. März 1942 ins Ghetto Piaski deportiert, wo sie später den Tod fand.[15]

Geschwister-Scholl-Straße 25
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22. August 2009 Amalie Gerischer geb. Scheuer (1878–1943)

Amalie Gerischer wurde in Bonn geboren und zog später nach Wittenberg. Sie beging am 25. August 1943 Suizid.[16]

Mittelstraße 51
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28. Juli 2012 Eva Rosenberg geb. Hirschfeldt (1907–1942)

Eva Rosenberg wurde in Wittenberg geboren und lebte später in Berlin. Von dort aus wurde sie am 9. Dezember 1942 ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet.[17]

Puschkinstraße 57 (ehemals Clausstraße)
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13. Oktober 2011 Eva Borowietz geb. Ledien (1896–1938)

Eva Borowietz wohnte zunächst in Wittenberg und später in Berlin, wo sie am 26. Oktober 1938 Suizid beging.[18]

Klara Klein (?–?)
Regina Klein (1892–1942)

Regina Klein stammte aus Löcknitz. Später zog sie nach Wittenberg und Halle (Saale). Am 1. Juni 1942 wurde sie deportiert und zwei Tage später im Vernichtungslager Sobibor ermordet.[19]

Gerhard Kuhn (1899–1942)

Gerhard Kuhn stammte aus Josephsdorf. Er zog später nach Wittenberg, Berlin und Halle (Saale). Am 1. Juni 1942 wurde er deportiert und zwei Tage später im Vernichtungslager Sobibor ermordet.[20]

Johanna Kuhn geb. Levy (1907–1942)

Johanna Kuhn stammte aus Josephsdorf. Er zog später nach Wittenberg, Berlin und Halle (Saale). Am 1. Juni 1942 wurde er deportiert und zwei Tage später im Vernichtungslager Sobibor ermordet.[21]

Bert-Emanuel Kuhn (1938–1942)

Bert-Emanuel Kuhn wurde in Wittenberg geboren. Er zog später nach Berlin und Halle (Saale). Am 1. Juni 1942 wurde sie deportiert und zwei Tage später im Vernichtungslager Sobibor ermordet.[22]

Schlossstraße 9
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19. Mai 2008 Elisabeth Schwarz geb. Backhaus (1878–1942)

Elisabeth Schwarz stammte aus Wittenberg und heiratete dort Simon Schwarz. 1939 zog das Ehepaar in ein Altersheim in Halle (Saale). Am 1. Juni 1942 wurden beide deportiert und zwei Tage später im Vernichtungslager Sobibor ermordet.[23]

Für Elisabeth Schwarz wurde auch ein Stolperstein in Halle (Saale) verlegt.

Simon Schwarz (1878–1942)

Simon Schwarz stammte aus Colmar. Am 18. November 1939 zog er mit seiner Frau in ein Altersheim in Halle (Saale). Am 1. Juni 1942 wurden beide deportiert und zwei Tage später im Vernichtungslager Sobibor ermordet.[24]

Für Simon Schwarz wurde auch ein Stolperstein in Halle (Saale) verlegt.

Thomas-Müntzer-Straße 33
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28. Oktober 2010 Alfred Seligmann (1897–1941)

Alfred Seligmann stammte aus Gilgenburg und wohnte später in Wittenberg und Berlin. Von dort aus wurde er am 1. November 1941 ins Ghetto Litzmannstadt deportiert, wo er zu Tode kam.[25]

Elfriede Seligmann (1899–1941)

Elfriede Seligmann stammte aus Gilgenburg und wohnte später in Wittenberg und Berlin. Von dort aus wurde sie am 1. November 1941 ins Ghetto Litzmannstadt deportiert, wo sie zu Tode kam.[26]

Gertrud Seligmann geb. Salomon (1893–1941)

Gertrud Seligmann stammte aus Exin und wohnte später in Wittenberg und Berlin. Von dort aus wurde sie am 1. November 1941 ins Ghetto Litzmannstadt deportiert, wo sie zu Tode kam.[27]

Johanna Seligmann (1922–1943)

Johanna Seligmann wurde in Jüterbog geboren und wohnte später in Wittenberg und Berlin. Von dort aus wurde sie am 1. November 1941 ins Ghetto Litzmannstadt deportiert, wo sie am 14. April 1943 zu Tode kam.[28]

Zimmermannstraße 25
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28. Oktober 2010 Rudolf Martin Philipp (1907–1940)

Rudolf Philipp stammte aus Berlin-Charlottenburg und wohnte später in Coswig und Wittenberg. Am 29. Juni 1939 wurde er ins KZ Buchenwald deportiert, wo er am 6. März 1940 zu Tode kam.[29]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stolpersteine in Wittenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – Eugen Borinski. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  2. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – Julie Borinski. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  3. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – Käte Bosse. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  4. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – Dora Rindenau. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  5. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – Berta Rindenau. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  6. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – Martin Kolf. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  7. yadvashem.org – Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer – Gabriele Gold. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  8. yadvashem.org – Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer – Gabriele Gold. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  9. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – Martin Kolf. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  10. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – Richard Baumann. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  11. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – Bianka Goldschmidt. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  12. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – Martin Israel. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  13. a b Gedenkbuch Halle – Israel, Amalie. Abgerufen am 7. Oktober 2013.
  14. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – Margarete Wittenberg. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  15. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – Paula Bukofzer. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  16. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – Alma Amalie Gerischer. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  17. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – Eva Rosenberg. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  18. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – Eva Borowietz. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  19. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – Regina Klein. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  20. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – Gerhard Kuhn. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  21. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – Johanna Kuhn. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  22. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – Bert Emanuel Kuhn. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  23. Gedenkbuch Halle – Schwarz, Elisabeth. Abgerufen am 7. Oktober 2013.
  24. Gedenkbuch Halle – Schwarz, Simon. Abgerufen am 7. Oktober 2013.
  25. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – Alfred Seligmann. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  26. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – Elfriede Seligmann. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  27. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – Gertrud Seligmann. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  28. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – Johanna Seligmann. Abgerufen am 31. Juli 2014.
  29. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 – Rudolf Martin Philipp. Abgerufen am 31. Juli 2014.