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Liste der Stolpersteine in Molise

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aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Ururi

Die Liste der Stolpersteine in Molise listet Stolpersteine der italienischen Region Molise. Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden vom deutschen Künstler Gunter Demnig konzipiert und werden zumeist von ihm selbst verlegt. Im Regelfall liegen die Stolpersteine vor dem letzten selbstgewählten Wohnort des Opfers.

Der erste Stolperstein der Region wurde am 29. September 2023 in Campobasso verlegt.

Verlegte Stolpersteine

Campobasso

In Campobasso, der Hauptstadt der Region, wurde am 29. September 2023 ein Stolperstein verlegt.

Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben
HIER WOHNTE
GIOVANNI TUCCI
GEBOREN 1923
MILITÄRINTERNIERTER
DEPORTIERT 10.9.1943
TORUN
BEFREIT
Via Monsigor Bologna, 2
Campobasso
Giovanni Tucci
(1923–2020).
Der Stolperstein wurde anlässlich des 100. Geburtstages von Tucci verlegt. Zwei Tage nach der Verkündigung des Waffenstillstands von Cassibile wurde Tucci gefangen genommen und nach Toruń deportiert, wo er zur Zwangsarbeit in einem Bergwerk gezwungen wurde. Dort war er bis zur Befreiung des Lagers 1945 gefangen. Danach führte er sein Studium fort, das er vor seiner Einberufung zum Militärdienst unterbrochen hatte. Nach seiner Pensionierung widmete er sich ganz der Aufklärungsarbeit und teilte dabei seine Erlebnisse und seine Geschichte.[1] Im Januar 2020 erhielt er die Ehrenbürgerschaft von Campobasso und im Dezember desselben Jahres verstarb er im Alter von 97 Jahren. Tucci war einer der letzten Überlebenden eines Konzentrationslagers aus Molise.[2]

Ururi

In Ururi wurde am 25. April 2024 ein Stolperstein verlegt.

Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben
IN URURI WOHNTE
GIOVANNI IANNACCI
GEBOREN 1917
VERHAFTET 22.9.1943
DEPORTIERT 1943
MÜHLBERG
BEFREIT
Piazza Municipio, 50
Ururi
Giovanni Iannacci
(1917–2006)[3]
Giovanni Iannacci war ein Schriftsteller, der zahlreiche Gedichte und Erzählungen verfasste, und überlebte als Soldat das Massaker auf Kefalonia, woraufhin er in Deutschland interniert wurde.[4] Inhaftiert war er im Stalag IV H in Zeithain und kehrte am 5. August 1945 nach Hause zurück, nachdem er am 16. April 1945 befreit worden war.[5]
Commons: Stolpersteine in Molise – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Verlegungen der Stolpersteinverlegungen auf der Website des Projekts von Gunter Demnig

Einzelnachweise

  1. ‚Pietra d’inciampo‘ ricorderà Giovanni Tucci a Campobasso. (Hypertext Markup Language (HTML)) Una ‚pietra d’inciampo‘ in ricordo di Giovanni Tucci nel centenario della sua nascita (Campobasso 29 settembre 1923). In: ansa.it. Agenzia Nazionale Stampa Associata, 28. September 2023, abgerufen am 13. Dezember 2025 (italienisch).
  2. È morto Giovanni Tucci, uno degli ultimi molisani sopravvissuti alla deportazione nei lager. (Hypertext Markup Language (HTML)) Il Molise perde un pezzo della propria memoria storica: si è spento a 97 anni a causa di un malore improvviso uno degli ultimi deportati nei campi di concentramento tedeschi. Giovanni Tucci, insignito lo scorso gennaio della cittadinanza onoraria di Campobasso, aveva raccontato gli orrori della Shoah. In: primonumero.it. ANSO Associazione Primonumero, 19. Dezember 2020, abgerufen am 13. Dezember 2025 (italienisch).
  3. nelmolise.it: Ururi. Nel giorno della Liberazione, la posa della ‘pietra d’inciampo’ in memoria del sergente Giovanni Iannacci, 21. April 2024
  4. “Pietra d’inciampo”, battaglie e deportazione: il ricordo di Giovanni Iannacci a Ururi. (Hypertext Markup Language (HTML)) URURI. In: termolionline.it. TermoliOnline, Testata giornalistica, 28. April 2024, abgerufen am 16. Dezember 2025 (italienisch).
  5. GIOVANNI IANNACCI. (Hypertext Markup Language (HTML)) Willkommen im LeBI, die on-line Datenbank der in den nazistischen Lagern gefangen genommenen Italienischen Militärinternierten 1943-1945. In: lessicobiograficoimi.it. Associazione Nazionale Reduci dalla Prigionia, abgerufen am 16. Dezember 2025 (deutsch).