Liste der Stolpersteine in Oberösterreich

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Stolpersteine in der Gemeinde Weyer erinnern an sechs kleine Kinder der Gruppe der Roma und Sinti, die vom NS-Regime umgebracht wurden.

Die Liste der Stolpersteine in Oberösterreich enthält die Stolpersteine im österreichischen Bundesland Oberösterreich verlegt wurden. Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden von Gunter Demnig konzipiert und verlegt. Sie liegen im Regelfall vor dem letzten selbstgewählten Wohnort des Opfers.

Nur sieben der 31 verlegten Steine betreffen die größte Opfergruppe, Menschen jüdischen Glaubens oder Herkunft: drei Frauen aus Wels und vier Mitglieder der Familie Baumann in Aigen im Mühlkreis. Darüber hinaus wurden Opfer aus politischen Gründen, eine Reihe von ermordeten Roma und Sinti, eine Zeugin Jehovas und drei Vertreter des katholischen Widerstands gewürdigt, darunter der später seliggesprochene Franz Jägerstätter.

Einer der verlegten Steine ist zu einem unbekannten Zeitpunkt verschwunden.

Die Tabellen sind teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.

Aigen-Schlägl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild Inschrift Standort Leben
Stolperstein für Elisabeth Baumann.JPG
HIER WOHNTE
ELISABETH BAUMANN
GEB. MÜLLER
JG. 1884
VERZOGEN NACH WIEN
DEPORTIERT 1941
OPOLE
ERMORDET 1942
Kirchengasse 3
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Baumann, Elisabeth Elisabeth Baumann geb. Müller (geboren am 28. April 1884 in Aigen) war die Tochter von Moritz Müller (1854–1942) und Sabine Müller geb. Zalud (1857–1928). Sie heiratete Isidor Baumann, das Paar hatte vier Söhne: Hans, Ernst, Rudolf und Karl. Ihr letzter dort bekannter Wohnsitz war in der Porzellangasse. Am 15. Februar 1941 wurde sie gemeinsam mit ihrem Mann ins Ghetto Opole Lubelskie deportiert. Sie hat die Zeit des Nationalsozialismus nicht überlebt, ebenso wie ihr Ehemann Isidor und ihre Söhne Hans und Karl.[1][2]
Stolperstein für Hans Baumann.JPG
HIER WOHNTE
HANS BAUMANN
JG. 1905
DEPORTIERT 1938
DACHAU
NISKO
ERMORDET 1941
Kirchengasse 3
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Baumann, Hans Hans Baumann, eigentlich Johann Baumann (geboren am 17. Dezember 1905 in Wien) war der Sohn von Elisabeth und Isidor Baumann. Er erlebte in Aigen im Mühlkreis mit drei jüngeren Brüdern eine glückliche Jugend. Er heiratete Paula geb. Laus (geboren 1910), eine Katholikin, und übernahm das Geschäft seiner Eltern in Aigen. Hans und Paula bekamen zwei Töchter: Johanna (1932) und Elfriede (1933). Baumann hatte sich voll und ganz assimiliert, war aktives Mitglied der Gemeinde, an der Gründung der lokalen Rettung maßgeblich beteiligt und engagierte sich bei der Feuerwehr. Während der Novemberpogrome 1938 wurde sein Geschäft von Nationalsozialisten mit der Aufschrift „Nur ein Schwein kauft bei einem Juden ein“ beschmiert. Als er die Parole entfernte, wurde er verhaftet, kam ins KZ Dachau und kehrte im März 1939 mit schweren Erfrierungen zu seiner Familie zurück. Er wurde gezwungen nach Wien zu übersiedeln, während seine Frau das Geschäft weiterführte. Am 20. Oktober 1939 wurde er ins polnische Nisko zwangsausgesiedelt, konnte dort den Nazis entfliehen, gelangte nach Lemberg, wurde von den Sowjets nach Archangelsk in den Nordwesten Russlands verschleppt, wo er im September 1941 an Erschöpfung verstarb.
Stolperstein für Isidor Baumann.JPG
HIER WOHNTE
ISIDOR BAUMANN
JG. 1872
VERZOGEN NACH WIEN
DEPORTIERT 1941
OPOLE
ERMORDET 1942
Kirchengasse 3
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Baumann, Isidor Isidor Baumann (geboren am 13. Oktober 1872 in Zawalów, Galizien) war der Sohn von Anna Baumann geb. Kupferschmied (1858–1925) und Heinrich Baumann (geboren in Brezezan; gestorben 1914 in Berlin). Mit seiner Frau Elisabeth hatte er vier Söhne, Hans, Ernst, Rudolf und Karl. Isidor Baumanns letzter bekannter Wohnsitz in Wien war in der Porzellangasse im Alsergrund. Am 15. Februar 1941 wurde er gemeinsam mit seiner Frau ins Ghetto Opole Lubelskie deportiert. Er hat die Zeit des Nationalsozialismus nicht überlebt, ebenso wie seine Frau und zumindest zwei seiner Söhne.
Stolperstein für Karl Baumann.JPG
HIER WOHNTE
KARL BAUMANN
JG. 1912
VERZOGEN NACH PRAG
DEPORTIERT 1942
THERESIENSTADT
TREBLINKA
ERMORDET 1942
Kirchengasse 3
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Baumann, Karl Karl Baumann (geboren am 4. Dezember 1912 in Aigen) lebte ab 1932 in Prag. Er war der Sohn von Elisabeth und Isidor Baumann und einer der Brüder von Hans Baumann. Seine Eltern und sein Bruder Hans wurden alle vom NS-Regime ermordet. Sein Bruder Ernst Baumann (1907–1971) konnte rechtzeitig nach Palästina emigrieren, das Schicksal eines weiteren Bruders, Rudolf Baumann, ist ungeklärt. Von Prag aus wurde er im Juli 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert, von dort im Oktober 1942 ins Vernichtungslager Treblinka. Karl Baumann wurde noch vor Jahresende ein Opfer der Shoah.

Altheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild Inschrift Standort Leben
Stolperstein für Engelbert Wenger.JPG
HIER WOHNTE
ENGELBERT WENGER
JG. 1909
WEGEN
'WEHRKRAFTZERSETZUNG'
HINGERICHTET 11.4.1943
IN NORWEGEN
Waghamerstraße 39
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Wenger, Engelbert Engelbert Wenger (geboren am 30. Oktober 1909 im Altheimer Ortsteil St. Laurenz) wurde wegen „Wehrkraftzersetzung“ am 11. April 1943 in Röa bei Oslo (Norwegen) hingerichtet.

Braunau am Inn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild Inschrift Standort Leben
Stolperstein Franz Amberger Braunau.jpg
HIER WOHNTE
FRANZ AMBERGER
JG. 1887
HINGERICHTET 12.2.1943
MÜNCHEN-STADELHEIM
Laabstraße 75
Erioll world.svg
Amberger, Franz Franz Amberger (geboren am 10. August 1887 in Mining) war ein Eisenbahner aus Braunau und Kommunist. Er wurde am 12. Februar 1943 in der Haftanstalt München-Stadelheim hingerichtet. Insgesamt wurden in dieser Haftanstalt während des NS-Regimes insgesamt 1.035 Männer und Frauen hingerichtet.
Stolperstein für Michael Nimmerfahl.jpg
HIER WOHNTE
MICHAEL NIMMERFAHL
JG. 1882
GESTAPOHAFT 8.10.1943
IN LINZ
ERMORDET
Laabstraße 42
(vorm. Laab 1)
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Nimmerfahl, Michael Michael Nimmerfahl war ein Tischlergehilfe aus Braunau. Er wurde wegen anti-deutscher bzw. anti-preußischer Äußerungen beim NS-Kreisleiter Fritz Reithofer denunziert, am 7. Oktober 1943 verhaftet und am Tag darauf der Gestapo Linz überstellt. Obwohl er am 12. August 1944 vom Volksgerichtshof freigesprochen wurde, wurde er dennoch in verschiedenen Gefängnissen festgehalten. Seit Februar 1945 gilt er als verschollen, im Jahr 1948 wurde er amtlich für tot erklärt.
Stolperstein für Anna Sax 2.JPG
HIER WOHNTE
ANNA SAX
ZEUGIN JEHOVA
JG. 1887
RAVENSBRÜCK
TOT 15.6.1942
Linzerstraße 36
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Sax, Anna Anna Sax (auch: Sachs) stammte aus Mattighofen und zählte zu einer Braunauer Gruppe von Zeugen Jehovas. Sie wurde am 4. April 1939 verhaftet und von der Gestapo Linz erkennungsdienstlich behandelt und verhört. Es folgte die Deportation ins KZ Ravensbrück. Im Rahmen der Tötungsaktion 14f13 wurde sie in die Tötungsanstalt Bernburg in Bernburg an der Saale verlegt und dort am 15. Juni 1942 in der Gaskammer ermordet.
Stolperstein für Adolf Wenger.JPG
HIER WOHNTE
ADOLF WENGER
JG. 1893
KZ MAUTHAUSEN
ERMORDET 7.4.1944
Laabstraße 51
Erioll world.svg
Wenger, Adolf Adolf Wenger (geboren am 4. März 1893 in Braunau am Inn) war Eisenbahner und Sozialist. Er wurde mit dem Vorwurf verhaftet, er habe gemeinsam mit Josef Angsüsser und Josef Seeburger versucht, in Braunau eine KP-Gruppe „aufzuziehen“, und er habe Mitgliedsbeiträge eingesammelt. Wenger und Seeburger bestritten eine Verbindung zur KPÖ. Trotzdem wurden alle drei am 15. Oktober 1942 am OLG Wien zu langjährigen Zuchthausstrafen verurteilt. Wenger kam ins KZ Mauthausen, wo er am 7. April 1944 auf ungeklärte Weise ums Leben kam. In Braunau wurde eine während des NS-Regimes nach Günther Prien benannte Straße nach Adolf Wenger umbenannt.

Hochburg-Ach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild Inschrift Standort Leben
Stolperstein für Johann Kerndlbacher.JPG
HIER WOHNTE
JOHANN
KERNDLBACHER
SINTO
JG. 1895
LAGER WEYER
DEPORTIERT ŁODZ
TOT 7.1.1942
Holzgassen 27
Erioll world.svg
Kerndlbacher, Johann Johann Kerndlbacher (geboren 1895) gehörte der Volksgruppe der Sinti an. Er war im Lager Weyer interniert. Er starb am 7. Jänner 1942 im Ghetto Łódź.

Maria Schmolln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild Inschrift Standort Leben
Stolperstein für Ludwig Seraphim Binder.JPG
HIER WOHNTE
FRANZISKANER

LUDWING SEREAPHIM
BINDER
JG. 1881
KZ DACHAU
ERMORDET 16.2.1945
Maria Schmolln 2
Erioll world.svg
Binder, Ludwig Seraphim Ludwig Seraphim Binder (geboren am 28. April 1881 in Unterminathal) war Pater der Franziskaner. Er wurde am 16. Februar 1945 im KZ Dachau ermordet.

Moosdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild Inschrift Standort Leben
Stolperstein für Johann Lenz.JPG
HIER WOHNTE
JOHANN LENZ
JG. 1899
GESTAPOHAFT
BERLIN-MOABIT
HINGERICHTET 1.2.1943
Hackenbuch 4
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Lenz, Johann Johann Lenz (geboren am 21. Dezember 1899 in Bürmoos) war Hilfsarbeiter und Kommunist. Er ist am 1. Februar 1943 in der Untersuchungshaft in der Haftanstalt Berlin-Moabit oder im KZ Dachau (Quelle: DÖW) verstorben.
Stolperstein für Josef Weber.JPG
HIER WOHNTE
JOSEF WEBER
JG. 1908
STRAFBATAILLON
TOT 13.2.1945
Hackenbuch 6
Erioll world.svg
Weber, Josef Josef Weber (geboren 1908) war Hilfsarbeiter und Kommunist. Er ist am 13. Februar 1945 in einer Strafkompanie gefallen.

St. Radegund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild Inschrift Standort Leben
Stolperstein für Franz Jägerstätter.JPG
HIER WOHNTE
FRANZ
JÄGERSTÄTTER
JG. 1907
WEGEN
'WEHRKRAFTZERSETZUNG'
HINGERICHTET 9.8.1943
BERLIN–PLÖTZENSEE
Franz Jägerstätter Haus
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Jägerstätter, Franz Franz Jägerstätter (geboren am 20. Mai 1907 in St. Radegund) war ein Landwirt, Mesner und Kriegsdienstverweigerer im NS-Regime. Seine negativen Erfahrungen beim Militär, das sogenannte Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten, von dem er Kenntnis erlangte, und die Verfolgung der Kirche durch die Nationalsozialisten festigten seinen Entschluss, nicht wieder zum Militär einzurücken. Er erklärte öffentlich, dass er als gläubiger Katholik keinen Wehrdienst leisten dürfe, da es gegen sein religiöses Gewissen wäre, für den nationalsozialistischen Staat zu kämpfen. Seine Umgebung versuchte ihn umzustimmen und wies ihn auf die Verantwortung seiner Familie gegenüber hin, vergeblich. Franz Jägerstätter wurde wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt und am 9. August 1943 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet. 2007 wurde er von Papst Benedikt XVI. seliggesprochen.

St. Veit im Innkreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild Inschrift Standort Leben
Stolperstein für Franz Braumann.JPG
HIER WOHNTE
FRANZ BRAUMANN
JG. 1908
WEGEN
'WEHRKRAFTZERSETZUNG'
HINGERICHTET
5.7.1944
St. Veit 15
Erioll world.svg
Braumann, Franz Franz Braumann (geboren am 15. April 1908 in Roßbach) wurde wegen angeblicher Wehrkraftzersetzung vom Divisionsgericht 177 zum Tode verurteilt und am 5. Juli 1944 im Wiener Landesgericht mit dem Fallbeil hingerichtet.

Wels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild Inschrift Standort Leben
Stolperstein für Karl Ammer.JPG
HIER WOHNTE
KARL AMMER
JG. 1898
VERHAFTET 1944
ERMORDET 1945 IM
KZ MAUTHAUSEN
Goethestraße 21
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Ammer, Karl Karl Ammer (geboren am 15. September 1898 in Pettenbach) war Schlosser und Funktionär der Kommunistischen Partei Österreichs. Im Ersten Weltkrieg war er als Gefreiter im Fronteinsatz, danach baute er die Welser Parteiorganisation auf. 1937 emigrierte er ins englische Jersey, kehrte aber nach einem Jahr wieder zurück. Von 1938 bis 1944 war der Bezirksobmann der verbotenen KP Wels und betrieb Aufklärungsarbeit gegen das NS-Regime. Er wurde verhaftet, verhört und ins KZ deportiert. Karl Ammer ist am 16. Februar 1945 im KZ Mauthausen ums Leben gekommen.
Stolperstein für Elfriede Grünberg.JPG
HIER WOHNTE
ELFRIEDE GRÜNBERG
JG. 1929
VERHAFTET 1938
ERMORDET 1942 IN
MALY TROSTINEC
Knorr-Straße 3
Erioll world.svg
Grünberg, Elfriede Elfriede Grünberg (geboren am 1. April 1929 in Wels) war das jüngste der fünf Kinder von Max und Ernestine Grünberg, die 1920 von Rumänien nach Österreich einwanderten. Die Familie war jüdischen Glaubens und gehörte der Kultus­gemeinde Linz an. 1936 zog die Familie nach Pernau, wo sie Unter­schlupf bei Freunden fand. Zwei Jahre später musste Elfriedes Vater Max nach Wien ziehen, von wo aus er 1939 nach Shanghai emigrierte. Wahr­schein­lich wurden auch Elfriede und der Rest der Familie 1941 nach Wien gebracht, wo man Juden aus ganz Öster­reich zusammen­trieb, um sie später in die ver­schie­de­nen Konzentrationslager zu de­portieren. Am 9. Juni 1942 wurden Elfriede Grünberg und ihre Mutter von Wien aus in das Vernichtungslager Maly Trostinez deportiert. Am 15. Juni 1942 wurde Elfriede höchst­wahr­scheinlich in einem Gaswagen ge­tötet. In Gedenken an das mit 13 Jahren ermordete Mädchen wird seit dem Jahr 2000 alljährlich der Elfriede-Grünberg-Preis vergeben.
Stolperstein für Ernestine Grünberg.JPG
HIER WOHNTE
ERNESTINE
GRÜNBERG
JG. 1897
VERHAFTET 1938
ERMORDET 1942 IN
MALY TROSTINEC
Knorr-Straße 3
Erioll world.svg
Grünberg, Ernestine Ernestine Grünberg (geboren am 8. März 1897 in Sereth in der Südbukowina). Sie war die Mutter von Elfriede Grünberg und wurde am 9. Juni 1942 gemeinsam mit ihrer Tochter von ihrem letzten Wiener Wohnort, dem Haus Blumauergasss 22 in der Leopoldstadt, in das Vernichtungslager Maly Trostinez deportiert. Dort ist sie laut Opferdatenbank des DÖW am 15. Juni 1942 ermordet worden.
Stolperstein für Klara Grünberg.JPG
HIER WOHNTE
KLARA GRÜNBERG
JG. 1899
VERHAFTET 1938
ERMORDET 1942 IN
IZBICA
Knorr-Straße 3
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Grünberg, Klara Klara Grünberg (geboren am 20. Februar 1899 in Sereth in der Südbukowina). Sie war die Tante von Elfriede Grünberg und wurde von ihrem letzten Wiener Wohnort, dem Haus Rotensterngass 31, am 15. Mai 1942 ins Ghetto Izbica deportiert. Keiner der aus Wien dorthin deportierten 4.000 Juden überlebte.
Stolperstein für Ignaz Rössler.JPG
HIER WOHNTE
IGNAZ RÖSSLER
JG. 1887
VERHAFTET 1944
GESTAPOHAFT
TOT 1945 IN
LINZ
Rablstraße 3
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Rößler, Ignaz Ignaz Rößler (geboren 1887) war in der Sozialdemokratischen Partei aktiv und gehörte von 1925 bis 1934 dem Welser Gemeinderat an. Während der Zeit des NS-Regimes schloss er sich der Welser Gruppe an, einer Widerstandsbewegung bestehend aus Sozialisten, Kommunisten und ehemaligen NSDAP-Anhängern. Er wurde im September 1944 verhaftet und kam am 25. Februar 1945 im Linzer Polizeigefängnis durch einen Bombenangriff ums Leben, weil die Häftlinge nicht in Sicherheit gebracht worden waren. 1990 erhielt eine Straße im Welser Stadtteil Neustadt seinen Namen.
Stolperstein für August Wörndl.JPG
ELTERNHAUS VON
PATER PAULUS

AUGUST WÖRNDL
JG. 1894
GESTAPOHAFT 1943
HINGERICHTET 1945
ZUCHTHAUS BRANDENBURG
Stefan-Fadingerstraße 7
Erioll world.svg
Wörndl, Paulus Paulus Wörndl (bürgerlich August Wörndl, geboren am 20. August 1894 in Itzling bei Salzburg) war ein österreichischer katholischer Ordenspriester und Gegner des Nationalsozialismus. Er trat 1913 in Graz in den Karmelitenorden ein und legte 1914 sein Gelübde ab. Nach dem Studium der Theologie und Philosophie an der Universität Wien empfing er 1919 im Stephansdom die Priesterweihe. 1925 wurde er Vikar, 1930 Pfarrverweser der neuen Niederlassung der Karmeliter St. Josef in St. Pölten. 1938 wurde er als Vorsteher des Karmeliterkonvents nach Linz berufen, zugleich auch als Pfarrer der Linzer Karmeliterkirche. Am 6. Juli 1943 wurde Wörndl von der Gestapo auf Grund eines Briefwechsels mit einem Angehörigen einer österreichisch-norwegischen Widerstandsorganisation verhaftet und am 18. April 1944 wegen Hochverrats und Wehrkraftzersetzung zum Tod verurteilt. Am 26. Juni 1944 wurde er im Zuchthaus Brandenburg durch das Fallbeil hingerichtet.

Weng im Innkreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild Inschrift Standort Leben
Stolperstein für Klemens Rosenfels.JPG
HIER WOHNTE
KLEMENS ROSENFELS
JG. 1925
INTERNIERT
LAGER WEYER
DEPORTIERT 1941
ŁODZ
ERMORDET 1942
Rosenweg 1
Erioll world.svg
Rosenfels, Klemens Klemens Rosenfels (geboren 1925) wurde 1941 im Lager Weyer interniert und 1942 in Lodz ermordet.

Weyer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild Inschrift Standort Leben
Stolperstein für Maria Daniel.JPG
MARIA DANIEL
JG. 1935
GEB. IN EGGERDING
'HERZKOLLAPS'
TOT 27.5.1941
IM LAGER
Weyer 6
Erioll world.svg
Daniel, Maria Maria Daniel wurde 1935 in Eggerding geboren. Sie starb 1941 im Alter von nur fünf Jahren im Lager Weyer, offiziell an einem Herzkollaps. Anhand der Aufzeichnungen des Lagerarztes ließ sich jedoch feststellen, dass die Todesursache eine unbehandelte kruppöse Lungenentzündung war.
Stolperstein für Eduard Demestra 2.JPG
EDUARD DEMESTRA
JG. 1941
GEB. IM LAGER
DEPORTIERT 4.11.1941
TOT 1941/42 IN
ŁODZ/CHELMNO
Weyer 6
Erioll world.svg
Demestra, Eduard Eduard Demestra wurde 1941 im Lager Weyer geboren, am 4. November 1941 erfolgte seine Deportation. Im Jahre 1941 oder 1942 im Ghetto Łódź umgekommen.
Stolperstein für Rudolf Haas.JPG
RUDOLF HAAS
JG. 1941
GEB. IM LAGER
'LEBENSSCHWÄCHE'
TOT 5.5.1941
IM LAGER
Weyer 6
Erioll world.svg
Haas, Rudolf Rudolf Haas wurde 1941 im Lager Weyer geboren und starb an „Lebensschwäche“ am 5. Mai 1941.
Stolperstein für Maria Held.JPG
MARIA HELD
JG. 1941
GEB. IM LAGER
DEPORTIERT 4.11.1941
TOT 1941/42 IN
ŁODZ/CHELMNO
Weyer 6
Erioll world.svg
Held, Maria Maria Held wurde 1941 im Lager geboren, am 4. November 1941 erfolgte ihre Deportation. Im Jahre 1941 oder 1942 im Ghetto Łódź umgekommen.
Stolperstein für Konrad Kerndlbacher 2.JPG
KONRAD
KERNDLBACHER
JG. 1941
GEB. IM LAGER
DEPORTIERT 4.11.1941
TOT 1941/42 IN
ŁODZ/CHELMNO
Weyer 6
Erioll world.svg
Kerndlbacher, Konrad Konrad Kerndlbacher wurde 1941 im Lager geboren, am 4. November 1941 erfolgte seine Deportation. Im Jahre 1941 oder 1942 im Ghetto Łódź umgekommen. 22 Mitglieder der Familie Kerndlbacher sind über Weyer in den Tod geschickt worden.
Stolperstein für Maria Leimberger.JPG
MARIA LEIMBERGER
JG. 1941
GEB. IM LAGER
DEPORTIERT 4.11.1941
TOT 1941/42 IN
ŁODZ/CHELMNO
Weyer 6
Erioll world.svg
Leimberger, Maria Maria Leimberger wurde 1941 im Lager geboren. Sie war Rumänin. Am 4. November 1941 erfolgte ihre Deportation ins Ghetto Łódź. Am 16. Januar 1942 begannen die Nazis den "Zigeunerabschnitt" im Ghetto zu räumen, die Menschen wurden ins Vernichtungslager Chelmno gebracht und dort ermordet; darunter war auch die erst wenige Monate alte Maria Leimberger.[3]
Stolperstein Lager Weyer.JPG
1940 - 1941
LAGER WEYER

'ARBEITSERZIEHUNGSLAGER'
'ZIGEUNERANHALTELAGER'
Weyer 6
Erioll world.svg
Von Juni 1940 bis November 1941 bestand das Weyer, Lager Lager Weyer. Es fungierte zuerst als Arbeitserziehungslager und wurde später zum Zigeuneranhaltelager des Reichsgaues Oberdonau umfunktioniert. Männliche Internierte wurden als Zwangsarbeiter zur Regulierung der Moosach eingesetzt. Hier und im Lager kam zum Teil durch Folterungen eine unbekannte Anzahl von Menschen ums Leben, acht Fälle konnten rekonstruiert werden. Über 300 nach Schließungen des Lagers Weyer ins Getto Lodz deportierte, meist oberösterreichische Sinti und Roma wurden dort ermordet.
Stolperstein für 500 Menschen.JPG
HIER WAREN
ETWA 500 MENSCHEN
INTERNIERT

MEHR ALS 300 SIND
ERMORDET WORDEN
Weyer 6
Erioll world.svg

Derzeit nicht auffindbarer Stolperstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild Inschrift Standort Leben
Aus bislang ungeklärten Gründen ist der Stolper­stein an der Stelle, an welcher er ver­legt wurde, nicht auf­findbar.
HIER WOHNTE
FERDINAND MITTERBAUER
JG. 1876
TOT 20.10.1941
HEILANSTALT NIEDERNHART
St. Johann am Walde, Peretseck 11 Mitterbauer, Ferdinand Ferdinand Mitterbauer wurde 1876 geboren, am 20. Oktober 1941 wurde er in der Anstalt Niedernhart ermordet.

Verlegedaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stolpersteine in Oberösterreich wurden von Gunter Demnig persönlich an folgenden Tagen verlegt:

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ELISABETH BAUMANN in der Zentralen Datenbank der Namen der Holocaustopfer der Gedenkstätte Yad Vashem
  2. DÖW: Stichwort Elisabeth Baumann, abgerufen am 1. Juni 2017
  3. http://porrajmostebisterdontumareanava.blogspot.de/2012_05_01_archive.html

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]