Liste der Stolpersteine in der Region Nouvelle-Aquitaine

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Stolpersteine in Bordeaux

Die Liste der Stolpersteine in der Region Nouvelle-Aquitaine enthält die Stolpersteine in der französischen Region Nouvelle-Aquitaine. Sie erinnern an das Schicksal der Menschen, die während der deutschen Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden von Gunter Demnig verlegt. Sie liegen im Regelfall vor dem letzten selbst gewählten Wohnsitz des Opfers. Eine Ausnahme stellen die Stolpersteine für getötete Kriegsgefangene dar, sie liegen vor dem jeweiligen Gefallenendenkmal ihres Heimatortes.

Die ersten Verlegungen in der Region erfolgten in den Gemeinden Cartelègue, Coux (Charente-Maritime) und La Brède am 24. August 2015.

Die Tabellen sind teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.

Opfergruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stolpersteine der Region Nouvelle-Aquitaine decken ein breites Spektrum an Opfergruppen ab. Sie berücksichtigen eine fünfköpfige jüdische Familie, ermordet im Rahmen des Holocaust, ein Ehepaar, das der Résistance angehörte, drei österreichische Spanienkämpfer, die sich ebenfalls dem französischen Widerstand angeschlossen hatten, und vier Kriegsgefangene, die in Deutschland Zwangsarbeit verrichten mussten und dort getötet wurden. Der Südwesten des Landes wurde zunächst von der 7. Armee unter General Friedrich Dollmann besetzt, ab Mai 1942 von der 1. Armee unter General Johannes Blaskowitz. Am 21. September 1942 erschossen die deutschen Besatzer im Camp de Souge siebzig französische Widerstandskämpfer. Unter den Opfern war auch der kommunistische Funktionär Raymond Rabeaux, für den Gunter Demnig einen Stolperstein in Bègles verlegte.

Verlegte Stolpersteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bègles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bègles wurden zwei Stolpersteine an einer Adresse verlegt.

Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben
Stolperstein für Paula Rabeaux (Begles).jpg HIER WOHNTE
PAULA RABEAUX
GEB. TRAPY 1911
WIDERSTANDSKÄMPFERIN
VERHAFTET 1942
INTERNIERT IM FORT DU HÂ
DEPORTIERT 1943
AUSCHWITZ
ERMORDET 15.3.1943
75 Rue du Maréchal Joffre
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Paula Rabeaux wurde am 17. März 1911 als Paula Trapy[1] in Saumur im Département Maine-et-Loire geboren. Sie war die dritte von sechs Geschwistern. 1918 zog die Familie um nach La Rochelle im Département Charente-Maritime. Paula absolvierte die Pflichtschule und arbeitete danach zuerst in einer Apotheke, später in einer Schmuckfabrik. 1931 heiratete sie Raymond Rabeaux, einen Klempner, Schwimmer und Kommunisten. 1932 kam der gemeinsame Sohn Jack zur Welt, 1939 die gemeinsame Tochter, die jedoch bereits im Alter von sieben Monaten verstarb. Das Ehepaar war eng befreundet mit anderen kommunistischen Paaren, die ebenfalls gerne Sport betrieben. Nach der Machtübernahme des NS-Regimes in Frankreich, schlossen sich die Eheleute der Résistance an. Raymond Rabeaux bekam die Verantwortung für die Regionen Nantes und La Rochelle übertragen. Aus Gründen der Sicherheit übersiedelte die Familie nach Bègles, wo weiterhin Flugblätter und Aufklärungsschriften produziert sowie Waffen und Munition für die bewaffneten Kämpfer bereitgestellt wurden. Aufgrund einer Denunziation wurde Raymond Rabeaux gemäß der Zeitzeugin Charlotte Delbo am 6. August 1942, nach Recherchen des Comité des fusillés du camp de Souge, die sich auf eine Polizeiakte stützen, am 30. Juli 1942 verhaftet.[2] Am 21. September 1942 wurde er vom NS-Regime, gemeinsam mit 69 weiteren Widerstandskämpfern, hingerichtet. Am 6. August 1942 wurde auch Paula Rabeaux von der französischen Gendarmerie verhaftet. Der Sohn Jack befand sich damals bei Paulas Schwester auf Urlaub und konnte in der Folge das NS-Regime überleben. Auch Paula Rabeaux wurde, wie ihr Ehemann, im Château du Hâ interniert, später im Internierungslager von Romainville. Als die französischen Widerstandskämpferinnen, unter ihnen Paula Rabeaux, am 27. Januar 1943 im Frauenlager des KZ Auschwitz-Birkenau ankamen, sollen sie die Marseillaise gesungen haben. Auf Paulas linkem Unterarm wurde die Nummer 31725 eintätowiert, ihre drei Registrierungsfotos vom 3. Februar 1943 sind erhalten. Nach grausamen Misshandlungen[3] war ihre Zunge so geschwollen, dass sie bald weder essen, noch atmen konnte. Sie wurde in das Krankenrevier überstellte und verstarb am 13. oder 15. März 1943.[2][4] Félicienne Bierge, eine der Widerstandskämpferinnen, blieb bis zum Ende bei ihr.[1]
Stolperstein für Raymond Rabeaux (Begles).jpg HIER WOHNTE
RAYMOND RABEAUX
GEB. 1911
WIDERSTANDSKÄMPFER
VERHAFTET 1942
INTERNIERT IM FORT DU HÂ
FÜSILIERT 21.9.1942
CAMP DE SOUGE
75 Rue du Maréchal Joffre
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Raymond Rabeaux wurde am 15. September 1911 in Chinon im Département Indre-et-Loire geboren. Er arbeitete bis 1938 als Klempner für die Union Française in La Pallice, betrieb viel Sport und engagierte sich für die Gewerkschaft und die Kommunistische Partei (PCF). Er war der erste Schwimmer, der die Strecke zur Île de Ré und zurück bewältigte. Er heiratete 1931 Paula, geborene Trapy. Das Paar hatte zwei Kinder: Sohn Jacky, geboren 1932, und 1939 wurde eine Tochter geboren, die jedoch im Alter von sieben Monaten verstarb. Rabeaux wurde Sekretär der PCF von La Rochelle und organisierte nach der Machtübernahme des NS-Regimes den Widerstand in der Region. Aufgrund des Verfolgungsdrucks zog er mit seiner Familie nach Bègles, wo er im Haus 75 rue du Maréchal Joffre wohnte. Er wurde zum Propagandaleiter für die Südwest-Region ernannt, kümmerte sich um Flugschriften und Aufklärung der Arbeiter, versorgte aber auch den militärischen Arm der Résistance, die Francs-tireurs et partisans (FTPF), mit Waffen. Raymond Rabeaux wurde nach Quellenlage entweder am 30. Juli oder 6. August 1942 verhaftet[2] und am 21. September 1942 im Camp de Souge erschossen.[Anm. 1][5]

Bordeaux[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bordeaux wurden acht Stolpersteine an zwei Adressen verlegt.

Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben
Stolperstein für Abraham Baumgart (Bordeaux).jpg HIER WOHNTE
ABRAHAM BAUMGART
GEBOREN 1898
IN TOMASZÓW M.
INTERNIERT 1940
CAMP DE LA LANDE
DEPORTIERT 20.7.1942
AUSCHWITZ
ERMORDET 1.12.1942
4 Place Saint Pierre
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Abraham Baumgart wurde am 17. Juni 1898 in Tomaszów Mazowiecki geboren. Seine Eltern waren Moses Baumgart und Feiga, geborene Charnes.[6] Nach Angaben in Find a Grave heiratete er Chana Kociolek, geborene Jawic, die einen Sohn in diese Ehe mitbrachte: Léon Henri Kociolek (geboren 1930 in Straßburg). Das Paar hatte zwei gemeinsame Söhne, beide in Straßburg geboren: Bernard (1933) und Roland (1936). Die Familie wurde 1940 in das Camp de la Lande de Monts[Anm. 2] deportiert, 1942 getrennt. Abraham Baumgart und seine Frau wurden am 20. Juli 1942 mit dem Konvoi No. 8 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo beide ermordet wurden. Yad Vashem gibt als Todestag den 1. Dezember 1942 an.[7][8]

Auch die drei Söhne der Familie wurden nach Auschwitz deportiert, jedoch erst zwei Monate später, am 23. September 1942 mit dem Konvoi No. 36. Auch sie wurden ermordet. Kein Mitglied der Familie Baumgart hat die Shoah überlebt.

Stolperstein für Bernard Baumgart (Bordeaux).jpg HIER WOHNTE
BERNARD BAUMGART
GEBOREN 1933
IN STRASSBURG
INTERNIERT 1940
CAMP DE LA LANDE
DEPORTIERT 23.9.1942
AUSCHWITZ
ERMORDET 28.9.1942
4 Place Saint Pierre
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Bernard Baumgart wurde im Dezember 1933 in Straßburg geboren.[Anm. 3][9][10][11] Er war der ältere Sohn von Abraham und Chana Baumgart, hatte einen um 3 Jahre älteren Halbbruder und einen um 3 Jahre jüngeren Bruder. Die Familie wohnte am Place Saint-Pierre von Bordeaux. Nach der Verhaftung wurde die Familie ins Camp de la Lande de Monts verschleppt. Am 20. Juli 1942 wurden die Eltern in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und dort ermordet. Am 23. September 1942 wurden schließlich auch die drei Söhne nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Stolperstein für Chana Baumgart (Bordeaux).jpg HIER WOHNTE
CHANA BAUMGART
GEBORENE JAWIC 1901
IN LÓDZ
INTERNIERT 1940
CAMP DE LA LANDE
DEPORTIERT 20.7.1942
AUSCHWITZ
ERMORDET
4 Place Saint Pierre
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Chana Baumgart, geborene Jawic wurde am 25. Mai 1901 in Łódź, Polen, geboren. Sie heiratete Abraham Baumgart (siehe oben) und brachte einen Sohn aus einer früheren Verbindung in die Ehe mit. Chana und Abraham Baumgart hatten zwei gemeinsame Söhne. Die ganze Familie wurde 1940 zuerst in das Camp de la Lande de Monts deportiert, dann 1942 getrennt und schließlich vom Nazi-Regime ausgelöscht. Ehemann und Ehefrau wurden am 20. Juli 1942 mit dem Konvoi 8 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo sie ermordet wurden. Die drei Söhne wurden ebenfalls nach Auschwitz deportiert, allerdings erst zwei Monate später, am 23. September 1942 mit dem Konvoi 36. Auch sie wurden ermordet.[9][12]
Stolperstein für Roland Baumgart (Bordeaux).jpg HIER WOHNTE
ROLAND BAUMGART
GEBOREN 1936
IN STRASSBURG
INTERNIERT 1940
CAMP DE LA LANDE
DEPORTIERT 23.9.1942
AUSCHWITZ
ERMORDET 28.9.1942
4 Place Saint Pierre
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Roland Baumgart wurde am 30. September 1936 in Straßburg geboren, als jüngster Sohn von Abraham und Chana Baumgart. Er hatte einen älteren Bruder und einen älteren Halbbruder. Die Familie wohnte am Place Saint-Pierre von Bordeaux. Nach der Verhaftung wurde die gesamte Familie ins Camp de la Lande de Monts verschleppt. Am 20. Juli 1942 wurden die Eltern in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, am 23. September 1942 schließlich auch die drei Söhne. Alle fünf Familienmitglieder wurden dort ermordet.[9]
Stolperstein für Leon Henri Kociolek (Bordeaux).jpg HIER WOHNTE
LÉON HENRI
KOCIOLEK
GEBOREN 1930
IN STRASSBURG
INTERNIERT 1940
CAMP DE LA LANDE
DEPORTIERT 23.9.1942
AUSCHWITZ
ERMORDET
4 Place Saint Pierre
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Léon Henri Kociolek wurde am 31. März 1930 in Straßburg geboren. Seine Eltern waren Chana, geborene Jawic (siehe oben) und Berk Kociolek (geb. 1904 in Mińsk Mazowiecki). Sein Vater soll Kaufmann gewesen und kurz nach der Geburt des Sohnes gestorben sein. In der Folge heiratete seine Mutter den Schneider Abraham Baumgart (siehe oben) und hatte mit ihm zwei weitere Söhne: Bernard (geb. 1933) und Roland (geb. 1936). Der Junge wurde von Mutter und Stiefvater versorgt und erzogen. Wann die Familie nach Bordeaux übersiedelte, ist nicht bekannt. Ein Familienfoto aus dem Jahr 1938 wurde noch in Straßburg aufgenommen. Ende 1940 wurden Léon Henri Kociolek, seine Mutter, sein Stiefvater und seine Geschwister verhaftet und interniert. Ende 1940 wurde die ganze Familie verhaftet und ins Camp de la Lande de Monts verschleppt. Am 20. Juli 1942 wurden die Eltern in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und in der Folge dort ermordet. Gemeinsam mit seinen Halbbrüdern wurde auch Léon Henri Kociolek am 23. September 1942 mit dem Konvoi No. 36 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.[13][14][9]
Stolperstein für Alfred Loner (Bordeaux).jpg HIER WURDE VERHAFTET
ALFRED LONER
GEBOREN 1915
IN ST. JAKOB-BREITEAU
WIDERSTANDSKÄMPFER
VERHAFTET AM 30.1.1943
DEPORTIERT 1943
MAUTHAUSEN
GESTORBEN 1945
NACH DER BEFREIUNG
30 Rue des Frères Bonie
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Alfred Loner wurde am 31. März 1915 in St. Jakob-Breitenau (Steiermark) geboren. Er war Schlosser und ledig. Im November 1936 ging er gemeinsam mit dem Grazer Wilhelm Döring (geboren am 29. Februar 1912) nach Spanien. Die beiden schlossen sich der XI. Internationalen Brigade im Spanischen Bürgerkrieg an. Am 26. Juli 1937 fiel Döring bei Brunete.[15] Loner konnte überleben. 1939 war er in den Lagern Saint-Cyprien und Gurs interniert. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Hilde Cahn, einer Berliner Kommunistin, betätigte er sich in der Résistance. Im Januar 1943 wurde er nahe Bordeaux, ebenso wie Alfred G. Ochshorn und Fritz Weiss, verhaftet. Die drei Widerstandskämpfer wurden in das KZ Mauthausen deportiert. Alfred Loner ist 1945, nach der Befreiung von Mauthausen, auf der Heimreise in die Steiermark laut Angabe des DÖW ums Leben gekommen.[16] Einem Brief von Hilde Cahn an das Zentralkomitee der SED zufolge sei jedoch der Wagen, mit dem Loner gemeinsam mit zwei weiteren Österreichern auf den Weg nach Wien war, von einem Kommando der Roten Armee beschlagnahmt worden. Loner sei schließlich von einer weiteren Patrouille verhaftet worden und verschwand spurlos. Die KPÖ startete eine öffentliche Suche per Radio, diese blieb erfolglos. 1953 gab Cahn an, dass ihr Mann in Mauthausen ermordet worden sei.[17]
Stolperstein für Alfred G. Ochshorn (Bordeaux).jpg HIER WURDE VERHAFTET
ALFRED G. OCHSHORN
GEBOREN 1915
IN WIEN
WIDERSTANDSKÄMPFER
VERHAFTET AM 30.1.1943
DEPORTIERT 1943
MAUTHAUSEN
ERMORDET AM 20.10.1943
30 Rue des Frères Bonie
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Alfred Gottfried Ochshorn
Ausschnitt aus der Gedenktafel für Alfred Ochshorn
wurde am 6. April 1915 in Wien geboren. Er war Student, ledig und Mitglied der KPÖ. Nach der Matura ging er nach Frankreich. Im Januar 1937 schloss er sich der XI. Internationalen Brigade im Spanischen Bürgerkrieg an und wurde Sergeant. Bei Radio Madrid wirkte er als Sprecher. 1939 war er im Camp de Gurs interniert. Er flüchtete über Brüssel nach Bordeaux und war an der Herstellung illegaler Flugschriften, die sich an deutsche Soldaten richtete, beteiligt. Ab 1942 ließ er sich unter falschem Namen als Dolmetscher bei der deutschen Kriegsmarine in Bordeaux einschleusen. Am 30. Januar 1943 wurde er gemeinsam mit Fritz Weiss und Alfred Boner in Bordeaux von Zivilbeamten der Feldgendarmerie verhaftet. Ein Spitzel hatte sie verraten.[18] Über die Lager Château du Hâ, Romainville und Saarbrücken war er ab Mai 1943 im Konzentrationslager Mauthausen interniert. Am 20. Oktober 1943 wurde er laut des Totenbuchs des KZ Mauthausen als der NN-franz. Jude Max Ochshorn von dem damals 17-jährigen SS-Mann Martin Bartesch auf der Flucht erschossen.[19] Max hieß sein Bruder. Den Namen hatte Ochshorn zur Tarnung seiner Widerstandstätigkeit in Frankreich angenommen.[18]

Am Haus Haidgasse 2 in Wien-Leopoldstadt wurde 1987 eine Steintafel mit Reliefporträt in memoriam Alfred Ochshorn angebracht. Tafel und Porträt hatte der Bildhauer Denes Dembitz gestaltet.[20][18]

Stolperstein für Fritz Weiss (Bordeaux).jpg HIER WURDE VERHAFTET
FRITZ WEISS
GEBOREN 1914
IN WIEN
WIDERSTANDSKÄMPFER
VERHAFTET AM 30.1.1943
DEPORTIERT 1943
MAUTHAUSEN
BUCHENWALD
MITTELBAU-DORA
BEFREIT
30 Rue des Frères Bonie
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Fritz Weiss wurde am 21. September 1914 in Wien geboren. Er war Buchbinder, ledig und Mitglied der KPÖ. Im Dezember 1936 ging er nach Spanien und kämpfte auf der republikanischen Seite im Spanischen Bürgerkrieg. 1939 war er in den Lagern von Saint-Cyprien, Gurs und Argelès-sur-Mer interniert. Es gelang ihm die Flucht. Er ging nach Toulouse und schloss sich der Résistance an. Im Juni 1942 wurde er, unter dem Tarnnamen Theodor Bobec, nach Bordeaux geschickt. Er arbeitete als Dolmetscher bei der Deutschen Luftwaffe, wurde jedoch im Januar 1943 verhaftet. Wie auch Alfred Ochshorn und Alfred Loner wurde er von einem Spitzel denunziert. Danach war er im Fort du Hâ und im Fort de Romainville inhaftiert. Er wurde in das KZ Mauthausen deportiert, wo er von August bis Oktober 1943 blieb. Es folgte die Überstellung in das KZ Buchenwald, später in das KZ Mittelbau-Dora. Weiss gab während der Verhöre und der Haft seine wahre Identität nie preis. Nach der Befreiung Deutschlands und Österreichs kehrte er nach Wien zurück. Er war als Tankstellenpächter und Büroangestellter tätig und starb am 24. Oktober 1998 in Wien.[21]

La Brède[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In La Brède wurde ein Stolperstein verlegt.

Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben
Stolperstein für Fernand Mathieu Lasperches (La Brede).jpg HIER WOHNTE
FERNAND MATHIEU
LASPERCHES
GEB. 1905
KRIEGSGEFANGENER
GESTORBEN AN DEN FOLGEN DER
HAFT 30.8.1942
HAMMELBURG
Place du Devoir de Mémoire
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Fernand Mathieu Lasperches wurde am 30. Juli 1905 in La Brède geboren. Er war Soldat im 619. Pionierregiment und starb am 30. August 1942 in deutscher Kriegsgefangenschaft in einem Kriegsgefangenenlager bei Hammelburg.[22] Als Todesursache wurde Tuberkulose angegeben.[23]

Cartelègue[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Cartelègue wurde ein Stolperstein verlegt.

Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben
Stolperstein für Jean Leger (Cartelègue).jpg HIER WOHNTE
JEAN LEGER
GEB. 1914
KRIEGSGEFANGENER
GESTORBEN AN DEN FOLGEN DER
HAFT 8.1.1945
SULZDORF
14 rue des Quatre Lieues
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Jean Leger wurde am 17. Juli 1914 in Cartelègue geboren. Er war Soldat beim 57. Infanterieregiment und starb am 8. Januar 1945 in deutscher Kriegsgefangenschaft in Sulzdorf. Als Todesursache wurde Embolie angegeben.[23]

Coux[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Coux wurde ein Stolperstein verlegt.

Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben
Stolperstein für Ferdinand Rapiteau (Coux).jpg HIER WOHNTE
FERDINAND
RAPITEAU
GEB. 1905
KRIEGSGEFANGENER
ERMORDET AM 19.7.1941
BAMBERG
2 Cité Bel air
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Ferdinand Rapiteau wurde am 12. Januar 1905 in Saint-Hilaire-de-Talmont in der Vendée geboren. Er war der Sohn von Aimé Rapiteau, seine Mutter war eine geborene Charrieau. Im Jahr 1928 heiratete er Yvonne, geborene Jardry. Das Ehepaar hatte eine Tochter: Fernande, geboren 1938 und verstorben 1983. Ferdinand Rapiteau wurde Soldat de deuxième classe beim 618. Pionierregiment. Er wurde am 22. Juni 1940 in Mortagne in den Vogesen von den Deutschen gefangen genommen, in das Stammlager XIII C bei Hammelburg deportiert und mit der Nummer 74 134 registriert. Ab Juli 1940 musste er für die Deutsche Reichsbahn Zwangsarbeit verrichten. Am 19. Juli 1941 starb er nach einem Unfall, laut einer Untersuchung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz vom 12. November 1941 ereignete sich folgendes: „Der Gefangene erlitt nach einem unglücklichen und bedauernswerten Unfall einen tragischen Tod. Auf dem Weg zur Arbeit wurde er von einem kleinen Kind erschossen, welches mit einer Sportpistole ‚Taubenschießen‘ spielte. Die Kugel durchdrang den Rücken in einer Höhe von 1m 20, verletzte die Lunge und trat auf der Vorderseite des Körpers aus. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen.“

Am 21. Juli 1941 wurde er im französischen Sektor des Friedhofs der Stadt Bamberg begraben. Im Jahr 1949 wurde seine Leiche nach Frankreich überführt und in Coux bestattet. Sein Name wurde auf dem Denkmal der Gefallenen von Coux eingraviert. Seine Tochter heiratete zweimal, zuerst Pierre Etienne Lambert (bis 1964), danach Marcel Marcelly. Sie hatte mehrere Kinder mit beiden Ehemännern. Am 29. November 2014 wurde vor dem Bamberger Bahnhof ein Stolperstein zum Gedenken an Ferdinand Rapiteau verlegt. An der Zeremonie nahmen zwei seiner Nachkommen teil. In der Folge wurde auch die Verlegung eines Stolpersteines in Coux organisiert.[24]

Der Stolperstein wurde mit Unterstützung der Willy-Aron-Gesellschaft in Bamberg verlegt.[23]

Le Grand-Village-Plage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Le Grand-Village-Plage wurde ein Stolperstein verlegt.

Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben
Stolperstein für Adolphe Breret (Le Grand-Village-Plage).jpg HIER WOHNTE
ADOLPHE BRERET
GEB. 1912
KRIEGSGEFANGENER
GESTORBEN AN DEN FOLGEN DER
HAFT 12.6.1944
OBERNZENN
3 Boulevard de la Plage
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Adolphe Maurice Breret wurde am 20. Mai 1912 in Saint-Trojan-les-Bains geboren. Er war Soldat beim 618. Pionierregiment und kam in Kriegsgefangenschaft. Am 12. Juni 1944 starb er in Obernzenn. Als Todesursache wurde Lungenentzündung angegeben.[23]

Léognan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Léognan wurden zwei Stolpersteine an einer Adresse verlegt.

Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben
HIER WOHNTE
MYRIAM VAICBOURDT
GEB. 1931
VERHAFTET 12.1.1944
INTERNIERT
BORDEAUX, DRANCY
DEPORTIERT
AUSCHWITZ
ERMORDET 8.2.1944

Myriam Vaicbourdt (1931–1944)
HIER WOHNTE
RISCHE VAICBOURDT
GEB. 1893
[...]
ERMORDET 1944

Rische Vaicbourdt geb. Zapun, genannt Rose, wurde am 4. Juli 1893 in Leipzig geboren. Sie wurde am 8. Februar 1944 gemeinsam mit ihrer Tochter Myriam im Vernichtungslager Auschwitz ermordet.[25][26]

Libourne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nacht von 9. auf 10. Januar 1944 wurden in Bordeaux 228 Juden aller Altersgruppen und verschiedener Nationalitäten verhaftet. Verhaftungen und Deportationen hatte es in der Region, auch in Libourne, bereits im Jahr 1943 gegeben. Auch in Libourne wurden am 10. Januar 1944 alle Juden, die in der Stadt verblieben waren, verhaftet. Am 12. Januar 1944 wurden, von Bordeaux aus, insgesamt 317 Personen in das Sammellager Drancy bei Paris deportiert.[27] Die meisten von ihnen wurden nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben
Stolperstein für Fischel Lipschitz (Libourne).jpg HIER WOHNTE
FISCHEL LIPSCHITZ
GEBOREN 1895
VERHAFTET 30.12.1943
INTERNIERT IN DRANCY
DEPORTIERT
AUSCHWITZ
ERMORDET 25.1.1944
14, rue Victor Hugo
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Fischel Lipschitz wurde am 10. Mai 1895 in Kursk, Russland geboren. Er zog nach Frankreich und wurde dort Vater von vier Kindern, alle geboren in Nancy: Marie (1926), Paul (1928), Jacques (1931) und Marcel (1933). Anfang der 1940er Jahre wohnte er mit seinen vier Kindern in der Rue Victor Hugo von Libourne. Fischel Lipschitz und seine Söhne wurden am 30. Dezember 1943 verhaftet, seine Tochter am 10. Januar 1944. Alle wurden im Sammellager Drancy bei Paris interniert. Am 20. Januar 1944 wurde er zusammen mit seinen Söhnen mit dem Konvoi Nr. 66 von Drancy in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Fischel Lipschitz und seine Söhne wurden unmittelbar nach ihrer Ankunft in Auschwitz am 25. Januar 1944 in Gaskammern ermordet.[28][29] Auf der Mauer der Namen steht auch sein Name.[30]

Zwei Wochen später wurde auch seine Tochter, Marie Lipschitz, ermordet, ebenfalls in Auschwitz-Birkenau.

Stolperstein für Marie Lipschitz (Libourne).jpg HIER WOHNTE
MARIE LIPSCHITZ
GEBOREN 1926
VERHAFTET 10.1.1944
INTERNIERT IN DRANCY
DEPORTIERT
AUSCHWITZ
ERMORDET 8.2.1944
14, rue Victor Hugo
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Marie Lipschitz wurde am 26. März 1926 in Nancy geboren. Ihr Vater war Fischel Lipschitz. Sie hatte drei jüngere Brüder: Paul (1928), Jacques (1931) und Marcel (1933). Anfang der 1940er Jahre wohnte die Familie in der Rue Victor Hugo von Libourne. Am 30. Dezember 1943 wurden ihr Vater und alle Brüder verhaftet. Marie Lipschitz wurde ebenfalls verhaftet, jedoch erst einige Tage später, am 10. Januar 1944. Die Familie wurde im Sammellager Drancy bei Paris interniert. Am 20. Januar 1944 wurden ihre Brüder und ihr Vater mit dem Konvoi Nr. 66 von Drancy in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort am 25. Januar 1944 in Gaskammern ermordet. Marie Lipschitz wurde am 3. Februar 1944 mit dem Konvoi No. 67 ebenfalls nach Auschwitz deportiert und dort am 8. Februar 1942 in einer Gaskammer ermordet. Ihr Name findet sich, wie der ihrer anderen ermordeten Familienmitglieder, im Mémorial de la Shoah auf der Mauer der Namen.[31][30]
Stolperstein für Paul Lipschitz (Libourne).jpg HIER WOHNTE
PAUL LIPSCHITZ
GEBOREN 1928
VERHAFTET 30.12.1943
INTERNIERT IN DRANCY
DEPORTIERT
AUSCHWITZ
ERMORDET 25.1.1944
14, rue Victor Hugo
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Paul Lipschitz wurde am 5. Februar 1928 in Nancy geboren. Sein Vater war Fischel Lipschitz. Er hatte drei Geschwister: Marie (1926), Jacques (1931) und Marcel (1933). Anfang der 1940er Jahre wohnte die Familie in der Rue Victor Hugo von Libourne. Am 30. Dezember 1943 wurden die drei Brüder und ihr Vater verhaftet, die Schwester am 10. Januar 1944. Alle wurden im Sammellager Drancy bei Paris interniert. Am 20. Januar 1944 wurden er zusammen mit seinen Brüdern und seinem Vater mit dem Konvoi Nr. 66 von Drancy in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Paul Lipschitz wurde dort unmittelbar nach seiner Ankunft am 25. Januar 1944 zusammen mit seinen Brüdern und seinem Vater in einer Gaskammer ermordet. Sein Name befindet sich, wie der seiner anderen ermordeten Familienmitglieder, im Mémorial de la Shoah auf der Mauer der Namen.[30][28]

Zwei Wochen später wurde auch seine Schwester in einer Gaskammer in Auschwitz-Birkenau ermordet.

Stolperstein für Jacques Lipschitz (Libourne).jpg HIER WOHNTE
JACQUES LIPSCHITZ
GEBOREN 1931
VERHAFTET 30.12.1943
INTERNIERT IN DRANCY
DEPORTIERT
AUSCHWITZ
ERMORDET 25.1.1944
14, rue Victor Hugo
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Jacques Lipschitz wurde am 30. November 1931 in Nancy geboren. Sein Vater war Fischel Lipschitz. Er hatte drei Geschwister: Marie (1926), Paul (1928) und Marcel (1933). Anfang der 1940er Jahre wohnte die Familie in der Rue Victor Hugo von Libourne. Am 30. Dezember 1943 wurde er zusammen mit seinem Vater verhaftet, seine Schwester am 10. Januar 1944. Alle wurden im Sammellager Drancy bei Paris interniert. Am 20. Januar 1944 wurden er, sein Vater und seine Brüder mit dem Konvoi Nr. 66 von Drancy in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Jacques Lipschitz wurde gemeinsam mit seinen Brüdern und seinem Vater unmittelbar nach seiner Ankunft in Auschwitz am 25. Januar 1944 vom NS-Regime in einer Gaskammer ermordet. Sein Name befindet sich, wie der seiner anderen ermordeten Familienmitglieder, im Mémorial de la Shoah auf der Mauer der Namen.[30][28]

Zwei Wochen später wurde auch seine Schwester in einer Gaskammer in Auschwitz-Birkenau ermordet.

Stolperstein für Marcel Lipschitz (Libourne).jpg HIER WOHNTE
MARCEL LIPSCHITZ
GEBOREN 1933
VERHAFTET 30.12.1943
INTERNIERT IN DRANCY
DEPORTIERT
AUSCHWITZ
ERMORDET 25.1.1944
14, rue Victor Hugo
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Marcel Lipschitz wurde am 16. März 1933 in Nancy geboren. Sein Vater war Fischel Lipschitz. Er hatte drei Geschwister: Marie (1926), Paul (1928) und Jacques (1931). Anfang der 1940er Jahre wohnte die Familie in der Rue Victor Hugo von Libourne. Am 30. Dezember 1943 wurde er zusammen mit seinem Vater verhaftet, seine Schwester am 10. Januar 1944. Alle wurden im Sammellager Drancy bei Paris interniert. Am 20. Januar 1944 wurden er, sein Vater und seine Brüder mit dem Konvoi Nr. 66 von Drancy in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Marcel Lipschitz wurde gemeinsam mit seinen Brüdern und seinem Vater unmittelbar nach seiner Ankunft in Auschwitz am 25. Januar 1944 vom NS-Regime in einer Gaskammer ermordet. Sein Name befindet sich, wie der seiner anderen ermordeten Familienmitglieder, im Mémorial de la Shoah auf der Mauer der Namen.[30][28][32]

Zwei Wochen später wurde auch seine Schwester in einer Gaskammer in Auschwitz-Birkenau ermordet.

Stolperstein für Jacob Edmond Moreau (Libourne).jpg HIER WOHNTE
JACOB EDMOND
MOREAU

GEBOREN 1881
VERHAFTET 10.1.1944
INTERNIERT IN DRANCY
DEPORTIERT
AUSCHWITZ
ERMORDET 8.2.1944
51, rue des Bordes
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Jacob Edmond Moreau wurde am 14. September 1881 in Bordeaux geboren. Er war Kaufmann und verheiratet mit Estelle Judith, geborene Torres. Jacob Moreau und seine Frau wurden am 10. Januar 1944 verhaftet und im Sammellager Drancy bei Paris interniert. Von dort aus wurden beide mit dem Konvoi Nr. 67 am 3. Februar 1944 in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Jacob Edmond Moreau und seine Frau wurden am 8. Februar 1944 vom NS-Regime ermordet.[33][34][35]
Stolperstein für Estelle Judith Moreau-Torres (Libourne).jpg HIER WOHNTE
ESTELLE JUDITH
MOREAU-TORRES

GEBOREN 1880
VERHAFTET 10.1.1944
INTERNIERT IN DRANCY
DEPORTIERT
AUSCHWITZ
ERMORDET 8.2.1944
51, rue des Bordes
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Estelle Judith Moreau-Torres wurde am 15. Juli 1880 in Cavignac geboren. Ihre Eltern waren Daniel Torres und Berthe Alvarez. Sie hatte eine Schwester, Esther Emma Torres (geboren 1878). Estelle Torres war Kauffrau und in ihrer letzten Ehe verheiratet mit Jacques Edmond Moreau. Sie und ihr Mann wurden am 10. Januar 1944 verhaftet und im Sammellager Drancy bei Paris interniert. Von dort aus wurden beide mit dem Konvoi Nr. 67 am 3. Februar 1944 in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Estelle Judith Moreau-Torres und ihr Mann wurden am 8. Februar 1944 vom NS-Regime ermordet.[35][36][37][38]
Stolperstein für Camille Torres-Sonendal (Libourne).jpg HIER WOHNTE
CAMILLE
TORRES-SONENDAL

GEBOREN 1887
VERHAFTET 10.1.1944
INTERNIERT IN DRANCY
DEPORTIERT
AUSCHWITZ
ERMORDET 8.2.1944
35, rue Giraud
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Camille Torres-Sonendal, geborene Sonendal, wurde am 13. März 1887 in Bordeaux geboren. Ihre Mutter war Blanche, geborene Samson. Sie war Kauffrau und verheiratet mit David Torres. Das Paar hatte zumindest eine Tochter, Gilberte, und zwei Enkeltöchter, Blanche und Josette. Am 10. Januar 1944 wurden Camille Torrès-Sonendal, ihre Tochter und ihre Enkeltöchter, damals 11 bzw. 4 Jahre alt, von deutschen Soldaten verhaftet. Der Vater der zwei Mädchen, Roger Daguet, Nicht-Jude, kämpfte für die Freilassung seiner Familie. Er legte die Taufzeugnisse seiner Töchter vor, die daraufhin aus der Haft entlassen wurden. Mutter und Großmutter hingegen mussten, weil sie sogenannte Volljüdinnen waren, in Haft bleiben und wurden in das Sammellager Drancy bei Paris deportiert. Camille Torrès-Sonendal wurde am 3. Februar 1944 mit dem Konvoi No. 67 von Drancy in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Camille Torres-Sonendal wurde am 8. Februar 1944 ermordet.[39][40][35][41]

Myriam Errera, eine Verwandte, wurde ebenfalls mit dem Konvoi No. 67 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.[27] Gilberte Daguet konnte überleben, ihr gelang die Flucht aus dem Lager. Sie wurde in das Hôpital Rothschild im 12. Pariser Arrondissement transferiert, wo sie bis zur Befreiung der Stadt im August 1944 blieb.[42]

Stolperstein für Camille Francois Venayre (Libourne).jpg HIER WOHNTE
CAMILLE FRANÇOIS
VENAYRE

GEBOREN 1905
WIDERSTANDSKÄMPFER
VERHAFTET 9.11.1943
DEPORTIERT 1944
BUCHENWALD
TOT 23.4.1944
65, avenue Clemenceau
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Camille Venayre wurde am 11. Juli 1905[43] in Saint-Martial-d’Albarède geboren. Er war Widerstandskämpfer. Er wurde am 9. November 1943 verhaftet und zuerst in das KZ Dora-Mittelbau, dann in das KZ Buchenwald deportiert. Er musste Zwangsarbeit in einer Baubrigade verrichten.[44] Camille Francois Venayre kam am 23. April 1944 in Buchenwald ums Leben.

In Libourne ist eine Straße nach ihm benannt, die Rue François Venayre.

Verlegedaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stolpersteine in der Region wurden von Gunter Demnig an folgenden Tagen verlegt:[45]

  • 24. August 2015: Cartelègue, Coux, La Brède
  • 25. August 2015: Le Grand-Village-Plage
  • 6. April 2017: Bordeaux
  • 7. April 2017: Bègles[9]
  • 27. und 28. April 2019: Libourne[46]
  • 25. Juni 2021: Léognan

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Stolpersteine in France – Sammlung von Bildern

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Militärgelände Camp de Souge, ca. 20 km westlich von Bordeaux gelegen, wurde von 1940 bis 1944 von der Wehrmacht im Rahmen der Widerstandsbekämpfung und der Judenverfolgung als Erschießungsort benutzt. Quelle: Souge. In: gedenkorte-europa.eu. Studienkreis Deutscher Widerstand 1933–1945 e.V.;
  2. Das Camp de la Lande de Monts war ein Internierungslager in der Gemeinde Monts (Indre-et-Loire).
  3. Die Quellen nennen unterschiedliche Tage als Geburtstag: den 3., 9. und 23. Dezember 1933

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Charlotte Delbo: Convoy to Auschwitz. Women of the French Resistance. Northeastern University Press, Boston 1997, ISBN 1-55553-313-2, S. 183.
  2. a b c Mémoire vive: Paula RABEAUX, née Trapy – 31725, mit den drei Fotos von Auschwitz, abgerufen am 20. Februar 2018
  3. Baumgartner, Girstmair, Kaselitz (Hrsg.): Wer widerstand? Biografien von WiderstandskämpferInnen aus ganz Europa im KZ Mauthausen und Beiträge zum internationalen Symposium 2008, Edition Mauthausen, Wien 2008, ISBN 978-3-902605-08-5, S. 223
  4. Caroline Moorehead: A Train in Winter. A Story of Resistance, Friendship and Survival in Auschwitz, Vintage Books, London 2012, ISBN 978-0-09-952389-5, Paula Rabeaux: S. 333 (Google Books teildigitalisiert)
  5. RABEAUX Raymond, auf L’association du souvenir des fusillés de Souge, (abgerufen am 5. Mai 2018)
  6. The Central Database of Shoah Victims’ Names: ABRAHAM BAUMGART, abgerufen am 20. Februar 2018
  7. Find a grave: Abraham Baumgart, abgerufen am 20. Februar 2018
  8. Find a grave: Chana Baumgart, abgerufen am 20. Februar 2018
  9. a b c d e Pierrot Bordas: VICTIME DE LA BARBARIE NAZIE : PAVÉS DE MÉMOIRE (Memento des Originals vom 28. Februar 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/nbso.fr, Les Nouvelles de Bordeaux et du Sud-Ouest, 14. April 2017, abgerufen am 20. Februar 2018
  10. Anonymes, Justes et Persécutés durant la période Nazie dans les communes de France: Arrestations 1939-1945 Bordeaux: Famille Baumgart, abgerufen am 20. Februar 2018
  11. The Central Database of Shoah Victims’ Names: BERNARD BAUMGART, abgerufen am 21. Februar 2018
  12. The Central Database of Shoah Victims’ Names: CHANA BAUMGART, abgerufen am 23. Februar 2018
  13. The Central Database of Shoah Victims’ Names: Léon Henri Kociolek, abgerufen am 20. Februar 2018
  14. Anonymes, Justes et Persécutés durant la période Nazie dans les communes de France: Arrestations 1939-1945 Bordeaux: Famille Kociolek, abgerufen am 20. Februar 2018
  15. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes: Döring, Wilhelm. ÖsterreicherInnen für Spaniens Freiheit 1936-1939. Abgerufen am 11. Februar 2018.
  16. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes: Loner, Alfred. ÖsterreicherInnen für Spaniens Freiheit 1936-1939. Abgerufen am 16. Februar 2018.
  17. Karin Hartewig: Zurückgekehrt: die Geschichte der jüdischen Kommunisten in der DDR. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2000, ISBN 3-412-02800-2, S. 114–118.
  18. a b c Edgar Schütz: Österreichische JournalistInnen und PublizistInnen im Spanischen Bürgerkrieg 1936–1939. Lit Verlag, Münster u. a. 2016, ISBN 978-3-643-50759-4, S. 309–312.
  19. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes: Ochshorn, Alfred Gottfried. ÖsterreicherInnen für Spaniens Freiheit 1936-1939. Abgerufen am 16. Februar 2018.
  20. Ochshorn, Alfred Gottfried. In: dasrotewien.at - Lexikon der Wiener Sozialdemokratie. Abgerufen am 26. Februar 2018.
  21. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes: Weiss, Fritz. ÖsterreicherInnen für Spaniens Freiheit 1936-1939. Abgerufen am 16. Februar 2018.
  22. „décédé le 30 août 1942 au camp de Hammelburg“, in: La stolperstein: dense et émouvant, sudouest.fr, 26. August 2015
  23. a b c d Stolpersteins en France. In: Prisonniers de guerre. Abgerufen am 16. Februar 2018.
  24. « Stolperstein » – Rapiteau. In: Prisonniers de guerre. Abgerufen am 21. Februar 2018.
  25. Commune de Léognan:Procès-verbal analytique du Conseil Municipal Séance du 15 décembre 2020, abgerufen am 4. September 2021
  26. Prisonniers de guerre: Mentions – Reconnaissances, abgerufen am 12. April 2022
  27. a b Souvenir de Myriam Errera: La rafle de Libourne, abgerufen am 25. März 202
  28. a b c d Serge Klarsfeld: Memorial to the Jews Deported from France 1942-1944, New York 198, S. 490 und 494. Fischel Lipschitzs Vorname wird dort mit Chil angegeben.
  29. AJPN: Arrestations 1939-1945 : Libourne, abgerufen am 23. März 2020
  30. a b c d e Foto Wand der Namen, abgerufen am 23. März 2020
  31. Serge Klarsfeld: Le Mémorial des enfants juifs déportés de France, Additiv No. 11, Paris 2015, S. 122 (mit dem Porträt von Marie Lipschitz)
  32. Les enfants raflés à Libourne, abgerufen am 23. März 2020
  33. The Central Database of Shoah Victims' Names: EDMOND MOREAU, Gedenkblatt, eingereicht im Jahr 2012 von seiner Großnichte Josette Melinon Daguet, abgerufen am 24. März 2020
  34. :The Central Database of Shoah Victims' Names: EDMOND MOREAU, beruhend auf Memorial to the Jews Deported from France, 1942–1944 von Serge Klarsfeld, abgerufen am 24. März 2020
  35. a b c Serge Klarsfeld: Memorial to the Jews Deported from France 1942-1944, New York 198, S. 498–500 und 505.
  36. Heiratsurkunde Claimant Chaillat und Judith Estelle Torres, abgerufen am 25. März 2020
  37. Heiratsurkunde Heiratsurkunde Isidore Firmin Eugène Peidenis mit Esther Emma Torres, abgerufen am 25. März 2020
  38. The Central Database of Shoah Victims' Names: ESTELLE EMMA MOREAU CHAILLAT, Gedenkblatt, eingereicht im Jahr 2012 von ihrer Großnichte Josette Melinon Daguet, abgerufen am 25. März 2020
  39. AJPN: Arrestation dans le département de la Gironde en 1939-1945, abgerufen am 25. März 2020
  40. The Central Database of Shoah Victims' Names: CAMILLE TORRES, Gedenkblatt, eingereicht im Jahr 2012 von ihrer Enkeltochter, Josette Melinon Daguet, abgerufen am 25. März 2020
  41. Souvenir de Myriam Errera:Les yeux de la mémoire, abgerufen am 25. März 2020
  42. Souvenir de Myriam Errera: Libourne sous l'occupation / Rafles et arrestations, abgerufen am 25. März 2020 (mit mehreren Familienfotos, darunter auch ein Bild von Camille Torrès-Sonendal mit ihren Enkeltöchtern). Die ältere Enkeltochter wird auf dieser Website abwechselnd Blanche und Claude genannt.
  43. La Memoire de la Deportation gibt 1900 an
  44. La Memoire de la Deportation: Matricule au KL Buchenwald, abgerufen am 26. März 2020
  45. Chronik. In: Stolpersteine.eu. Abgerufen am 26. Februar 2018.
  46. SFR Presse: Des « Stolpersteine » en souvenir de la rafle, 28. April 2019