Liste der andauernden Kriege und Konflikte
In dieser Liste sind Kriege und bewaffnete Konflikte aufgeführt, die ununterbrochen seit ihrem Beginn bis heute andauern.
Ein Krieg ist ein unter Einsatz erheblicher Waffen und Gewalt ausgetragener Konflikt, an dem mehrere planmäßig vorgehende Kollektive beteiligt sind. Ziel der beteiligten Parteien ist es, den Konflikt durch kämpferisches Erreichen einer Überlegenheit zu lösen.
In Anlehnung an den ungarischen Friedensforscher István Kende definiert sich ein in dieser Liste geführter Krieg als gewaltsamer Massenkonflikt, der alle folgenden Merkmale aufweist:
- an den Kämpfen sind zwei oder mehr bewaffnete Streitkräfte beteiligt, bei denen es sich mindestens auf einer Seite um reguläre Streitkräfte (Militär, paramilitärische Verbände oder Polizeieinheiten) einer Regierung handelt;
- auf beiden Seiten muss ein Mindestmaß an zentralgelenkter Organisation der Kriegführenden und des Kampfes gegeben sein, selbst wenn dies nicht mehr bedeutet als organisierte bewaffnete Verteidigung oder planmäßige Überfälle (Guerillaoperationen, Partisanenkrieg usw.);
- die bewaffneten Operationen ereignen sich mit einer gewissen Kontinuierlichkeit und nicht nur als gelegentliche, spontane Zusammenstöße. Dies setzt voraus, dass beide Seiten nach einer planmäßigen Strategie operieren, gleichgültig ob die Kämpfe auf dem Gebiet einer oder mehrerer Gesellschaften stattfinden und wie lange sie dauern.[1]
Der bewaffnete Konflikt ist eine gewaltsame Auseinandersetzung, bei der nicht alle Merkmale eines Krieges in vollem Umfang erfüllt sind. Entweder handelt es sich dabei um sporadische, eher zufällige und nicht strategisch begründete bewaffnete Zusammenstöße, um Fälle in denen kein staatlicher Akteur mit regulären Truppen beteiligt ist oder um Konflikte, in denen eine der Parteien keine zentralgelenkte Organisation aufweist.
Kriege und Konflikte werden als beendet angesehen, wenn sie durch einen Friedensvertrag offiziell beigelegt wurden oder die Kampfhandlungen dauerhaft, also für den Zeitraum von mindestens einem Jahr eingestellt werden.
| Beginn | Bezeichnung | Erläuterungen | Schauplatz | Region |
|---|---|---|---|---|
| 1948 | Bewaffnete Konflikte in Myanmar[2] | Bürgerkrieg zwischen Regierung und Rebellen aus ethnischen Minderheiten in einigen nördlichen Landesteilen. Der zwischen 1948 und 1998 als Krieg eingestufte Konflikt ist seit Ende der 1990er Jahre durch eine Vielzahl von Waffenstillstandsabkommen eingedämmt. Anhaltende bewaffnete Auseinandersetzungen bestehen seitdem nur noch mit der KNU und einigen Splittergruppen.[3] | Myanmar (Birma) | Südostasien |
| 1964 | Bewaffneter Konflikt um Unabhängigkeit Westpapuas[4] | Die Unabhängigkeitsbestrebungen in der östlichsten und flächenmäßig größten indonesischen Provinz gehen bis in die niederländische Kolonialzeit zurück und zwischen 1965 und 1993 war die Auseinandersetzung als Krieg zu klassifizieren. Der Konflikt wird zwischen dem indonesischen Militär und der Organisasi Papua Merdeka (Organisation für ein freies Papua) ausgetragen. | Westneuguinea | Südostasien |
| 1964 | FARC-Konflikt in Kolumbien[5] | Der älteste noch andauernde Guerillakrieg wird zwischen der FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) und dem kolumbianischen Militär bzw. der Autodefensas Unidas de Colombia (AUC) als paramilitärischem Verband ausgetragen. Er geht ursprünglich zurück auf den, unter dem Begriff „La Violencia“ (Die Gewalt) bekannten Bürgerkrieg zwischen 1948 und 1957. Der Konflikt gilt aktuell wieder als hochgewaltsam und wird ohne jede Rücksicht auf die Zivilbevölkerung geführt.[6] | Kolumbien (Süden); v.a. Caquetá | Südamerika |
| 1965 | ELN-Konflikt in Kolumbien[7] | Bei dem zweiten in Kolumbien andauernden Guerillakrieg kämpft die ELN (Ejército de Liberación Nacional) mit dem Militär bzw. den paramilitärischen Verbänden der Autodefensas Unidas de Colombia (AUC). Diese Auseinandersetzung deeskaliert seit 2005 deutlich. In Friedensverhandlungen haben beide Parteien ihre Absicht zu einer Konfliktlösung bekräftigt[8] | Kolumbien | Südamerika |
| 1969 | Nagaland-Konflikt[9] | Die im Nordosten Indiens beheimateten Nagaland-Bergstämme forderten sofort nach Abzug der Briten 1947 einen eigenen Bundesstaat. Als Folge eines ersten Guerillakrieges, der von 1954 bis 1963 andauerte, wurde diese Forderung erfüllt. Nach einem kurzen Waffenstillstand brach 1969 erneut der Krieg aus, und der Naga National Council (NNC) erklärte die völlige Loslösung von Indien zum Ziel. 1975 wurde zwar der Krieg beendet, doch die Splittergruppen des National Socialist Council of Nagaland (NSCN) führen seitdem den bewaffneten Konflikt fort.[10] | Indien | Südasien |
| 1970 | Kommunistischer Revolutionskampf auf den Philippinen[11] | Der Krieg zwischen der Kommunistischen Partei der Philippinen (CPP) bzw. ihres militärischen Arms, der Neuen Volksarmee (New People's Army - NPA) ist ein Kampf um System, Ideologie und Weltanschauung. Die CPP/ NPA kontrolliert Provinzen in weiten Teilen Luzons und ist auf den Inseln Masbate, Mindoro und Cebu sowie in den östlichen und zentralen Provinzen Mindanaos aktiv. Eine Beendigung des Konflikts ist trotz immer wieder begonnener Friedensgespräche vorerst nicht absehbar. | Philippinen | Südostasien |
| 1970 | Moro-Konflikt[12] | Der seit Anfang der 1970er Jahre währende Konflikt konnte bei den Friedensgesprächen 2006 wegen erheblichen Divergenzen und schwerer Verstöße gegen das Waffenstillstandsabkommen zwischen der Regierung und der Moro-islamische Befreiungsfront (MILF), nicht gelöst werden. Die MILF fordert umfassende Autonomierechte, die Kontrolle über die vorhandenen Ressourcen und eine muslimisch geprägte Verwaltungs- und Regierungsform für das beanspruchte Gebiet, das mit Mindanao, dem Sulu-Archipel, dem Süden Palawans und Basilan rund ein Drittel der gesamten Philippinen umfasst.[13] | Philippinen (Bangsamoro) | Südostasien |
| 1978 | Krieg in Afghanistan | Der Konflikt begann im April 1978 mit einem Staatsstreich durch die kommunistische Volkspartei, der einen Aufstand weiter Teile der Bevölkerung nach sich zog. Im Dezember 1979 intervenierte die Sowjetunion militärisch und setzte eine neue kommunistische Führung ein. Daraufhin begann ein zehn Jahre andauernder Konflikt zwischen der sowjetisch gestützten Zentralregierung und Widerstandsgruppen der Mudschahedin, die durch die USA, Pakistan und Saudi-Arabien unterstützt wurden. Nach dem sowjetischen Abzug folgte Anfang der 1990er ein innerafghanischer Bürgerkrieg, in dem die Talibanbewegung bis 1996 die Kontrolle über den größten Teil des Landes übernahm. Die mit Al-Qaida eng verbündete Talibanregierung wurde im Herbst 2001 als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September durch eine US-geführte Intervention zugunsten der verbliebenen bewaffneten Opposition gestürzt. Die Kämpfe zwischen Taliban und afghanischen Sicherheitskräften halten in Teilen des Landes nach wie vor an. | Afghanistan | Mittlerer Osten |
| 1984 | Türkei-PKK-Konflikt[14] | Die Bestrebungen für ein unabhängiges Kurdistan gehen zurück auf den 1920 zwischen der Entente und dem Osmanischen Reich geschlossenen Vertrag von Sèvres, der eine weitgehende Autonomie für die Kurden in der Türkei vorsah. Nach dem türkischen Befreiungskrieg wurden diese Vorgaben im Vertrag von Lausanne 1923 revidiert und die Folge waren erste kurdische Aufstände (u.a. Scheich-Said-Aufstand und Ararat-Aufstände) zwischen 1925 und 1938, die allesamt blutig niedergeschlagen wurden.[15] Im Jahr 1973 bildete sich die Gruppe „Kürdistan Devrimcileri“ (Kurdistan-Revolutionäre), die in verschiedenen Städten Ostanatoliens erste bewaffnete Aktionen durchführte. 1978 wurde die PKK formal gegründet und führt seitdem einen Guerillakrieg mit dem Ziel einer kurdischen Staatsgründung. Die Kämpfe in den Jahren zwischen 1984 und 1998 waren besonders verlustreich und von großen Flüchtlingsströmen geprägt. Nach der Verkündigung eines einseitigen Waffenstillstandes durch die PKK am 1. September 1998 und der Inhaftierung ihres Vorsitzenden (Abdullah Öcalan) entspannte sich die Situation, obwohl das türkische Militär seine Angriffe auf die PKK-Guerilla fortsetzte. Am 1. Juni 2004 wurde der einseitige Waffenstillstand wieder aufgekündigt und seitdem ist der militärische Konflikt wieder eskaliert.[16] | Türkei (Ost- und Südostanatolien bzw. Kurdistan) | Naher Osten |
| 1987 | LRA-Konflikt (Rebellion der Lord’s Resistance Army) (LRA) | Die LRA führt seit Ende der 1980er im Norden Ugandas einen Guerillakrieg gegen die Regierung. Vorgebliches Ziel der „Widerstandsarmee des Herrn“ unter Joseph Kony ist die Errichtung eines christlichen Gottesstaates.[17] Der Krieg gilt als einer der weltweit brutalsten und blutigsten - es ist davon auszugehen, dass zehntausende Ugander umgekommen, entführt und verstümmelt und an die 1,6 Millionen zu Flüchtlingen gemacht worden sind.[18] Gegen die Führer der LRA hat der Internationale Strafgerichtshof (ICC) Haftbefehle wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit erlassen.[19] Seit August 2006 - als unter Vermittlung des Südsudans eine Waffenruhe vereinbart wurde[20] - hat der Grad der Gewalt merklich abgenommen und am 23. Februar 2008 unterzeichneten die beteiligten Parteien einen Waffenstillstandsvertrag.[21] | Uganda, Südsudan, Demokratische Republik Kongo und Zentralafrikanische Republik | Afrika |
| 1987 | Bodoland-Konflikt | Seit 1987 forderte insbesondere die All Bodo Students' Union (ABSU) einen unabhängigen Staat Bodoland, der die ethnische Heimat des Volks der Bodo sein soll. Die Gewalttätigkeiten der Bodoland-Aktivisten richten sich vor allem gegen zugewanderte Angehörige anderer Völker, insbesondere muslimischer Bengalen. 1993 kam es zu einem Autonomieabkommen mit der indischen Regierung, das jedoch nicht umgesetzt wurde. 2003 folgte ein zweites Abkommen, das das autonome Gebet der Bodoland Territorial Area Districts schuf. Die terroristischen Aktivitäten wurden jedoch von einer Fraktion der National Democratic Front of Bodoland unter Ingti Kathar Songbijit (NDFB(S)-Fraktion) weiter fortgesetzt. | Bundesstaat Assam in Indien | Asien |
| 1988 | Somalischer Bürgerkrieg[22] | Der Bürgerkrieg entflammte 1988, nachdem die Somali Salvation Democratic Front (SSDF) und die Somali National Movement (SNM) ihre seit Beginn der 1980er Jahre nur sporadisch durchgeführten Angriffe gegen die Armee Siad Barres intensivierten. Die daraufhin durchgeführten Vergeltungsmaßnahmen gegen das Volk der Isaaq umfassten willkürliche Hinrichtungen, die gezielte Zerstörung von Brunnen und Weidegründen und gipfelten in der Bombardierung von Burao und Hargeysa. Es ist davon auszugehen, dass dabei ca. 50.000 Menschen umkamen und Hunderttausende nach Äthiopien fliehen mussten. Nach dem Sturz des Barre-Regimes 1991 tobt der Folgekrieg zwischen den Einheiten der Clans (u.a. JVA, SPM) um die staatliche Macht. Die international anerkannte Bundesregierung kontrolliert nur einen Teil des Landes. Der Norden Somalias ist als Somaliland seit 1991 de facto unabhängig, ebenso wie die offiziell autonomen Bundesstaaten Puntland und Galmudug. In weiten übrigen Teilen herrschen lokale Clans und Kriegsherren.[23] Am 27. Dezember 2006 musste die Union islamischer Gerichte, die die Kontrolle über die Hauptstadt und große Teile Süd- und Zentralsomalias innehatte, unter dem Druck äthiopischer Truppen Mogadischu wieder verlassen.[24] Die aus der Union hervorgegangene Terrormiliz Al-Shabaab bekämpft weiterhin die Bundesregierung. Vierzehn seit 1991 international geförderte Friedensgespräche und die Missionen der Vereinten Nationen (Operation Restore Hope, UNOSOM I und II) scheiterten letztlich auch am Versuch, eine Regierungsstruktur in Form einer einheitlichen Staatsgewalt zu schaffen.[25] | Somalia | Afrika |
| 1990 | Kaschmir-Konflikt[26] | Die Gründe für die Kämpfe im ehemaligen indischen Fürstentum Kaschmir gehen zurück auf die Staatsgründungen von Indien und Pakistan und sind seitdem wesentlicher Streitpunkt in den Beziehungen beider Länder.[27] Seit dem Ersten Kaschmirkrieg (1947–1949) ist die Region de facto geteilt, ein 1965 durchgeführter Zweiter Indisch-Pakistanischer Krieg erbrachte keine grundlegende Änderung. Nach 1990 kam es an der Kontrolllinie und in den Grenzgebieten immer wieder zu Gefechten und Anschlägen, die pakistanisch unterstützten Rebellen zugeschrieben wurden. Dies führte 1999 zum Vierten Indisch-Pakistanischen Krieg, durch den die Kaschmirfrage ebenfalls nicht gelöst werden konnte. Ergebnis war nur die Wiederherstellung des territorialen Vorkriegsstatus, weil sich alle auf indisches Gebiet vorgedrungenen Einheiten zurückziehen sollten. Davon unberührt kämpft in Srinagar und den anderen Städten im überwiegend muslimischen Jhelam-Tal weiterhin eine Vielzahl radikalislamischer Rebellenorganisationen für die Sezession von Indien. Seitdem die beiden staatlichen Regierungen offizielle Friedensgespräche führen, nimmt die Intensität der militärischen Konfrontation merklich ab.[28] | Indien/ Kaschmir | Südasien |
| 1990 | Unabhängigkeitskampf der United Liberation Front of Asom[29] | Der Kampf der United Liberation Front of Asom (ULAF) (Vereinten Befreiungsfront von Assam) für ein von Indien unabhängiges Assam dauert an.[30] Die Ursachen für den Konflikt liegen in der wirtschaftlichen Abhängigkeit und Rückständigkeit der Region und in dem, schon während der Kolonialzeit künstlich geförderten Bevölkerungsgegensatz. Der Streit um die regionale Vorherrschaft zwischen den Gruppen der Assamesen einerseits und den biharischen und bengalischen Zuwanderern andererseits gipfelte in der Forderung der ULFA nach einem unabhängigen Staat Assam. Seit Ende 2005 werden Verhandlungen zwischen der indischen Zentralregierung und der von der ULFA nominierten People's Consultative Group (PCG) geführt.[31] | Indien/ Assam | Südasien |
| 1990 | Casamance-Konflikt[32] | Die Mouvement des Forces Démocratiques de la Casamance (MFDC) (Bewegung der demokratischen Kräfte von Casamance) kämpft seit dem Beginn der 1980er Jahre für die Unabhängigkeit der Casamance im Süden Senegals. Die Region, die durch den Staat und den Fluss Gambia deutlich vom übrigen Staatsgebiet getrennt ist, wird hauptsächlich von den Diola bewohnt, die ungefähr 60 % der Bevölkerung ausmachen. Nach der Verhaftung der politischen Führer des MFDC 1982 kam es zu ersten bewaffneten Zwischenfällen und die Situation verschärfte sich 1990 dramatisch, als die MFDC die Unterstützung Guinea-Bissaus erhielt. Nach über einem Jahrzehnt blutiger Kämpfe und mehrerer Waffenstillstandsabkommen, von denen allerdings keines sehr lange hielt, wurde Ende 2004 ein Friedensvertrag unterzeichnet, der zwar keine Autonomie, aber Amnestie für die Kämpfer und eine stärkere Beachtung der regionalen Interessen vorsah. Die Hardliner (Atika) der MFDC sahen dies als Verrat an und sind bis heute nicht bereit die Vertragsbedingungen zu akzeptieren.[33] | Senegal | Afrika |
| 1991 | Nordkaukasus-Konflikt | Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erklärte sich die Tschetschenische Republik Itschkerien für unabhängig, was Russland jedoch nicht anerkannte. Im Ersten Tschetschenienkrieg ab 1994 eroberte die russische Armee Tschetschenien, wurde jedoch im August 1996 in Grosny von den Guerillakämpfern überraschend geschlagen. Nach einem Friedensvertrag zog sie sich aus der Republik zurück, der politische Status Tschetscheniens sollte bis 2001 geklärt werden. Im August 1999 griffen tschetschenische Freischärler die russische Nachbarrepublik Dagestan an, was zum dreiwöchigen Dagestankrieg führte. Zeitgleich kam es zu einer Serie von Sprengstoffanschlägen auf Wohnhäuser in Russland. Daraufhin marschierte die russische Armee erneut in Tschetschenien ein, der Zweiter Tschetschenienkrieg dauerte militärisch bis zum Frühjahr 2000 an – erst 2009 wurde er nach einer Reihe von Attentaten (u. A. den Geiselnahmen im Moskauer Dubrowka-Theater und in Beslan) und Gegenschlägen auch offiziell beendet. Seit 2007 wird Tschetschenien durch Ramsan Kadyrow regiert, die islamistische Seperatistenbewegung existiert im Untergrund als Kaukasus-Emirat weiter. | Russland | |
| 1992 | Algerischer Bürgerkrieg[34] | Die Gründe für den 1992 begonnenen Krieg gehen zurück bis in die 1920er Jahre, als sich eine nationale Bewegung gegen die französische Kolonialherrschaft bildete, die islamisch ausgerichtet war und auf die Re-Arabisierung Algeriens abzielte. Nach dem Algerienkrieg und der Unabhängigkeit verstärkte sich innerhalb der Bevölkerung ein arabisch-islamisches Traditionsbewusstsein und als sich bei den Parlamentswahlen 1991 der Sieg der Islamischen Heilsfront (Front islamique du salut -FIS) abzeichnete, putschte das Militär und die Wahlen wurden abgebrochen. Die im März 1992 verbotene FIS rief daraufhin den bewaffneten Kampf aus, den die Armée Islamique du Salut (AIS) und die Groupe Islamique Armé (GIA) aufnahmen und der seitdem weit über 100.000 Menschenleben gefordert hat.[35] Die Bedingungen der im September 1999 verkündeten Amnestie wurden von der FIS akzeptiert, wohingegen die Mehrzahl der GIA-Kämpfer ablehnte und sich im Folgenden der neu gegründeten Groupe Salafiste pour la Prédication et le Combat (GSPC) anschlossen.[36] Nach einer Phase relativer Ruhe haben die gewalttätigen Auseinandersetzungen wieder zugenommen, als die GSPC im September 2006 erklärte, dass sie al-Qaida beigetreten sei und sich in al-Qaïda au Maghreb islamique - AQMI (Al-Qaida im islamischen Maghreb) umbenannte.[37] | Algerien | Afrika |
| 1997 | Naxalitenaufstand[38] | Die Anfänge des ideologischen Konfliktes liegen in den 1960er Jahren, als Naxaliten in Westbengalen und Andhra Pradesh in einen bewaffneten Bauernaufstand traten. Zwischen 1972 und 1975 wurde die Bewegung gewaltsam niedergeschlagen, doch Mitte der 1980er Jahre erstarkten die maoistischen Tendenzen innerhalb der Bevölkerung, was dazu führte, dass die Rebellen 1997 den Guerillakrieg gegen den indischen Zentralstaat wieder aufnahmen. Mittlerweile sind die Naxaliten in einem Viertel aller 602 Bezirke des Landes aktiv, die Auseinandersetzung bleibt hoch gewalttätig und Aufständische greifen regelmäßig Politiker, Beamte und Institutionen des indischen Staats an.[39] | Indien | Südasien |
| 1999[40] | Tripura-Konflikt | Indien | Südasien |
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| 2001[41] | Religionsgruppenkonflikte in Pakistan | Pakistan | Südasien | |
| 2002 | Cabinda-Konflikt (Kampf der FLEC für die Sezession Cabindas) | Angola | Afrika |
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| 2002 | Kampf gegen die al-Qaida | Siehe Hauptartikel: Al-Qaida im Maghreb | Algerien, Tschad, Mali, Mauretanien, Marokko und Niger | Afrika |
| 2003 | Belutschistankonflikt | Pakistan Belutschistan |
Mittlerer Osten |
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| 2004 | Huthi-Konflikt | Im Jemen bekämpfen Huthi-Rebellen, al-Qaida im Jemen, einzelne Clans sowie die reguläre Armee einander. Die Machtübernahme der Huthis Anfang 2015 führte zur Militärintervention arabischer Staaten. | Jemen | Vorderasien |
| 2004 | Aufstand in Süd-Thailand[42] | Die drei südlichen Provinzen Pattani, Yala, Narathiwat bildeten das Kerngebiet des Sultanats Patani, welches erst im 20. Jahrhundert in das buddhistische Königreich Siam eingegliedert wurde. Weite Teile der Bevölkerung verstehen sich weiterhin als malaiisch-muslimisch und seit Anfang 2004 verüben radikale Angehörige der Patani in Grenzprovinzen zu Malaysia bewaffnete Angriffe und Bombenanschläge. | Thailand | Südostasien |
| 2004 | Drohnenangriffe in Pakistan | Seit 2004 greift die CIA im Rahmen des Kriegs gegen den Terror mittels Drohnen Ziele in Pakistan an. Vor allem die Stammesgebiete unter Bundesverwaltung sind davon betroffen. | Pakistan | Stammesgebiete unter Bundesverwaltung |
| 2004 | Unabhängigkeitskampf südossetischer Rebellen[43] | Der lange schwelende Konflikt zwischen den ethnischen Gruppen im Kaukasus brach schon vor dem Zerfall der Sowjetunion offen aus, als sich Südossetien 1990 von Georgien losgesagte und daraufhin ein erster Bürgerkrieg begann. Nach einem längeren Waffenstillstand verschlechterten sich 2004 die Beziehungen zwischen Georgien und Südossetien deutlich und der Konflikt eskalierte 2008 im Kaukasischen Fünftagekrieg[44] | Kaukasus | Naher Osten |
| 2004/2005 | Scharia-Konflikt in Nigeria | Der Konflikt zwischen Christen und Muslimen in den zentralen und nördlichen Landesteilen geht auf die Forderung zurück, die Schari'a zur allgemeingültigen Rechtsgrundlage zu machen.[45] Nach Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen sind die Konflikte eskaliert und bei Zusammenstößen mehr als 1.000 Menschen getötet worden. Bei dem bewaffneten Konflikt ist auch zukünftig mit sporadisch auftretender Gewalt in vielen, durch Korruption heruntergewirtschafteten Landesteilen Nigerias zu rechnen.[46] | Nigeria | Afrika |
| 2006 | Drogenkrieg in Mexiko | Konflikt zwischen mexikanischer (eventuell auch US-amerikanischer) Polizei, Militär und untereinander rivalisierenden Drogenkartellen wie Golf-Kartell, Juárez-Kartell u. a.[47] | Mexiko | Mittelamerika |
| 2008 | Grenzkonflikt zwischen Kambodscha und Thailand | Konflikt um das Gebiet der Tempelanlage von Prasat Preah Vihear aufgrund unklarer Grenzziehung zwischen Thailand und Kambodscha. | Kambodscha und Thailand | Asien |
| 2011 | Bürgerkrieg in Syrien | Im Bürgerkrieg kämpfen Oppositionelle gegen den Machthaber Baschar al-Assad. Neben der demokratischen Nationalen Koalition der syrischen Revolutions- und Oppositionskräfte sind auch die jihadistischen Milizen al-Nusra-Front und Islamischer Staat sowie die kurdischen Streitkräfte in den Krieg verwickelt und bekämpfen einander teils. | Syrien | Vorderasien |
| 2011 | Aufstand im Irak (nach US-Rückzug) | Nach dem Rückzug der US-Truppen aus dem Irak kam es vermehrt zu Angriffen militanter Gruppen gegen die schiitische Mehrheitsbevölkerung des Landes, aus denen die Irakkrise 2014 und das Erstarken des IS hervorgeht. Die Grenzen zwischen dem Krieg in Syrien und jenem im Irak sind in der Folge verschwommen. | Irak | Vorderasien |
| 2011 | Aufstand in den Nuba-Bergen, Dschanub Kurdufan und an-Nil al-azraq | Schwarzafrikanische Rebellen kämpfen gegen die arabische Zentralregierung des Sudan unter Umar Hasan Ahmad al-Baschir, diese kontert mit Bombardements auch ziviler Gebiete. Ziel der Rebellen ist die Zugehörigkeit der Regionen zum Südsudan. Eine für 2011 vereinbarte Volksabstimmung über die zukünftige Zugehörigkeit der Gebiete wurde von der Regierung abgesagt. | Sudan | Ostafrika |
| 2012 | Konflikt in Nordmali | Islamisten, Tuareg und die Regierung mit Hilfe von Frankreich kämpfen gegenseitig um die Macht im Land. | Mali | Westafrika |
| 2012 | Kampf der Séléka | Nachdem die islamistische Séléka den Präsidenten François Bozizé absetzte, bekämpfen seine Anhänger die Miliz. | Zentralafrikanische Republik | Zentralafrika |
| 2013 | Südsudan#Unruhen 2013/2014 | Angehörige der Volksgruppe Dinka, zu welcher auch Staatspräsident Salva Kiir Mayardit gehört, bekämpfen die Volksgruppe der Nuer. | Südsudan | Zentralafrika |
| 2014 | Krieg in der Ostukraine | Pro-russische Separatisten kämpfen für die Abspaltung der Ostukraine und die Souveränität der proklamierten Volksrepubliken Donezk und Luhansk bzw. deren Anschluss an Russland. Auch reguläre russische Truppen sind in die Kämpfe involviert, Russland bestreitet jedoch eine Intervention. | Ukraine | Osteuropa |
| 2014 | Krieg in Libyen seit 2014 | Libyen | Libyen |
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Bundeszentrale f. politische Bildung: Krieg (Definition)
- ↑ Bürgerkrieg in Myanmar
- ↑ BPB: Burma
- ↑ Uni Hamburg: Unabhängigkeitsbewegung in West-Papua
- ↑ Uni Hamburg: Der FARC-Konflikt in Kolumbien
- ↑ Uni Kassel (AG Friedensforschung): Das südkolumbianische Buenaventura; Die gefährlichste Stadt Kolumbiens
- ↑ Uni Hamburg: Der ELN-Konflikt in Kolumbien
- ↑ Uni Kassel (AG Friedensforschung): Guerillaorganisation ELN erklärt einseitigen Gewaltverzicht
- ↑ Uni Hamburg: Der Nagas-Konflikt
- ↑ BMLV; Autonomie- und Sezessionsbestrebungen in Nordostindien (PDF; 181 kB)
- ↑ Uni Hamburg: Kampf der NPA auf den Philippinen
- ↑ Kampf auf Mindanao (Philippinen)
- ↑ BPB: Philippinen/Mindanao
- ↑ Uni Hamburg: „Kurdenfrage“
- ↑ Kooperation für den Frieden: Der türkischkurdische Konflikt (PDF; 176 kB)
- ↑ Uni Kassel (AG Friedensforschung): Statt eines „Kurdenproblems“ nun zwei
- ↑ Tagesschau: Kindersoldaten in Uganda → Erläuterung
- ↑ Uni Kassel (AG Friedensforschung): Konys Kinderarmee führt „neuen Krieg“
- ↑ Zeit Online: Akte Uganda
- ↑ http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/5288776.stm
- ↑ Radio Vatikan: Uganda-Ein Schritt zum dauerhaften Frieden
- ↑ Clanmilizen in Somalia
- ↑ Prof. Dr. Volker Matthies: Das Horn von Afrika - Gewaltkonflikte, Anti-Terror-Krieg und Friedensperspektiven in einer chronischen Krisenregion
- ↑ BBC News: Somali troops 'enter Mogadishu'
- ↑ BPB: Konfliktportrait Somalia
- ↑ Kaschmir-Konflikt
- ↑ Prof. Dr. Joachim Heidrich: Der Kaschmir-Konflikt - Mehr als nur ein Konflikt zwischen Indien und Pakistan
- ↑ Uni Kassel (AG Friedensforschung): Entspannter Dialog in Islamabad
- ↑ Kampf der ULFA in Assam
- ↑ AA: Erhöhtes Sicherheitsrisiko in Assam
- ↑ Institute of Peace & Conflict Studies: Assam Elections
- ↑ Casamance-Konflikt im Senegal
- ↑ Uni Kassel (AG Friedensforschung): Casamance bleibt Sorgenkind
- ↑ Algerien
- ↑ Eva Dingel: Der algerische Bürgerkrieg 1992-2002: Hintergründe eines Krieges ohne Namen, 2004; http://www.weltpolitik.net/print/1489.html
- ↑ Der Standard: Der Terror wird bleiben (13. Juli 2006)
- ↑ AA: Sicherheitshinweise Algerien
- ↑ Kampf der Naxaliten
- ↑ Die Presse: Indien - Blutiger Vormarsch der Maoisten
- ↑ Tripura/ Indien
- ↑ Islamischer Religionskrieg in Pakistan
- ↑ Auswärtiges Amt: Landesspezifische Sicherheitshinweise Thailand
- ↑ Südossetien
- ↑ Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung: Krieg um Südossetien
- ↑ Uni Kassel (AG Friedensforschung): Islamisches Recht und Scharia-Debatten in Nigeria
- ↑ AA: Landesspezifische Sicherheitshinweise für Nigeria
- ↑ Eintrag zum Thema Drogenkrieg in Mexiko bei Spiegel Online
Quellen[Bearbeiten]
- Der Fischer Atlas. Kriege und Konflikte; Verlag: Fischer, Frankfurt (1997); ISBN 3-596-13637-7
- Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung (AKUF) an der Universität Hamburg zu den andauernden Kriegen 2006 (PDF-Datei; 135 kB)
- Übersicht über Aktuelle Kriege und bewaffnete Konflikte (2005)
- hiik - Konfliktbarometer_2006.pdf
- Zusammenfassung aktueller Kriege und Konflikte gemäß BIPPI - B's Independent Pro-Peace Initiative