Liste der deutschen Chirurgenvereinigungen

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Die Liste der deutschen Chirurgenvereinigungen verzeichnet heutige und frühere Regionalgesellschaften für Chirurgie in Deutschland. Von der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie sind sie unabhängig. Einzelne Fachgesellschaften sind korporative Mitglieder. Dass Neugründungen und Zusammenlegungen nach der Deutschen Wiedervereinigung schwierig waren, lag weniger an Befindlichkeiten als an der verwickelten Nachkriegsgeschichte der Deutschen Demokratischen Republik. Besonders in der Geschichte Sachsen-Anhalts und in der Geschichte Thüringens spielten wechselnde Besatzungszonen, Enklaven, alte Partikularinteressen und die preußische Vergangenheit eine große Rolle. Vergessen sind Land (DDR) und Bezirk (DDR).

Liste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Name Vertreter Gebiet Umbenennungen
1886 Freie Vereinigung der Chirurgen Berlins Georg von Adelmann Provinzfreie Stadt Berlin
Berlin-Brandenburgische Chirurgenvereinigung.jpg

1912 Berliner Gesellschaft für Chirurgie
1953 Berliner Chirurgische Gesellschaft
1990 Vereinigung der Chirurgen Berlins und Brandenburgs

1898 Vereinigung Niederrheinisch-Westfälischer Chirurgen[A 1] Carl M. H. Erasmus
Ludwig Heusner
Nördliche Rheinprovinz
Provinz Westfalen
Vereinigung Niederrheinisch-Westfälischer Chirurgen (Logo).png
1908 Breslauer Chirurgische Gesellschaft Vorstand bis 1931: Hermann Küttner, Carl Partsch, Georg Gottstein, Karl Goebel
1933–1945: Karl Heinrich Bauer
Universität Breslau
Breslau
1909 Vereinigung Nordwestdeutscher Chirurgen[A 2] Hermann Kümmell Provinz Hannover
Provinz Schleswig-Holstein
Bremen
Hamburg
Mecklenburg-Schwerin
Mecklenburg-Strelitz
Vereinigung Norddeutscher Chirurgen (Logo).jpeg
2015 Vereinigung Norddeutscher Chirurgen
1911 Vereinigung Bayerischer Chirurgen[A 3][1] Ottmar von Angerer Königreich Bayern
VBC (Logo).png
1912 Mittelrheinische Chirurgenvereinigung[A 4][2] Ludwig Rehn
Fritz König
Logo VMC.png
1914 Südostdeutsche Chirurgenvereinigung in Schlesien[A 5] Carl Partsch
Hermann Küttner
August Borchard
Provinz Schlesien
1922 Mitteldeutsche Chirurgenvereinigung, 30 Tagungen bis 1939[A 6] Walther Wendel
Friedrich Voelcker
Sachsen
Thüringen
Sachsen-Anhalt
Freistaat Braunschweig
1927–1945 Nordostdeutsche Chirurgenvereinigung Heinrich Klose Pommern
Westpreußen
Ostpreußen
Am 28./29. Juni 1929 Tagung mit der Südostdeutschen Chirurgenvereinigung in Danzig[3]
1947–1990 Wissenschaftliche Gesellschaft für Chirurgie zu Leipzig[4]
1947 Thüringische Gesellschaft für Chirurgie[A 7] Nicolai Guleke
Egbert Schwarz
Land Thüringen (1920–1952)
Medizinische Akademie Erfurt
1948–1990 Medizinisch-Wissenschaftliche Gesellschaft für Chirurgie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg[5] Werner Budde
Franz Mörl
Albrecht Gläser
Martin-Luther-Universität
Halle (Saale)
1955–1990 Medizinisch-Wissenschaftliche Gesellschaft für Chirurgie an der Medizinischen Akademie „Carl Gustav Carus“ Dresden
?–1990 Regionalgesellschaft Karl-Marx-Stadt[6]
1959 Wissenschaftliche Gesellschaft für Chirurgie an den Universitäten Greifswald und Rostock[7] Hans Joachim Serfling
Walter Schmitt
Werner Kothe
Richard Reding
Siegfried Kiene
Bezirk Rostock
Bezirk Neubrandenburg
Bezirk Schwerin
Vereinigung der Chirurgen von Mecklenburg-Vorpommern
1968 Vereinigung der Chirurgen der drei Nordbezirke
1993 Zusammenschluss mit der Vereinigung Nordwestdeutscher Chirurgen
1969–1990 Regionalgesellschaft Potsdam[8]
1976–1990 Regionalgesellschaft Magdeburg[A 8] Peter Heinrich Medizinische Akademie Magdeburg
1990 Sächsische Chirurgenvereinigung[A 9] Siegfried Kiene
Hans-Detlev Saeger
Karl Heinz Herzog
Sachsen
1991 Chirurgenvereinigung Sachsen-Anhalt[A 10] Albrecht Gläser Sachsen-Anhalt
1992 Saarländische Chirurgenvereinigung[9] Wolf-Ingo Steudel[10]
Gernot Feifel
Saarland
Saarchirurgen.png
2004 Neugründung der Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung[A 11][11] Henning Dralle
Friedrich Wilhelm Mohr
Johannes Scheele
Christoph Josten
Sachsen-Anhalt
Sachsen
Logo MDCV.png
Kölner Chirurgenvereinigung[12]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vereinigung der Bayerischen Chirurgen
  2. Mittelrheinische Chirurgenvereinigung
  3. Was der Sommer bringt (Danziger Volksstimme vom 16. Mai 1929)
  4. S. Kiene: Die wissenschaftliche Gesellschaft für Chirurgie zu Leipzig 1947 bis 1990, in: Siegfried Kiene, Richard Reding, Wolfgang Senst (Hrsg.): Getrennte Wege, ungeteilte Chirurgie; Beiträge zur Chirurgie in der DDR. pro literatur Verlag 2009, S. 159–167
  5. H. Neef: Die Medizinisch-Wissenschaftliche Gesellschaft für Chirurgie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, in: Siegfried Kiene, Richard Reding, Wolfgang Senst (Hrsg.): Getrennte Wege, ungeteilte Chirurgie; Beiträge zur Chirurgie in der DDR. pro literatur Verlag 2009, S. 171–177
  6. W. Wehner: Regionalgesellschaft Karl-Marx-Stadt / Chemnitz, in: Siegfried Kiene, Richard Reding, Wolfgang Senst (Hrsg.): Getrennte Wege, ungeteilte Chirurgie; Beiträge zur Chirurgie in der DDR. pro literatur Verlag 2009, S. 187 f.
  7. R. Reding: Wissenschaftliche Gesellschaft für Chirurgie an den Universitäten Greifswald und Rostock, in: Siegfried Kiene, Richard Reding, Wolfgang Senst (Hrsg.): Getrennte Wege, ungeteilte Chirurgie; Beiträge zur Chirurgie in der DDR. pro literatur Verlag 2009, S. 149–158
  8. L. Krafft und Chr. Liebenow: Die Regionalgesellschaft Potsdam, in: Siegfried Kiene, Richard Reding, Wolfgang Senst (Hrsg.): Getrennte Wege, ungeteilte Chirurgie; Beiträge zur Chirurgie in der DDR. pro literatur Verlag 2009, S. 179–187
  9. Saarländische Chirurgenvereinigung
  10. Gründer der Saarländischen Chirurgenvereinigung
  11. Vorstand der MDCV
  12. DNB-Nachweis

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gegründet in Düsseldorf
  2. Gegründet in Hamburg
  3. Gegründet in München
  4. Gegründet in Frankfurt am Main
  5. Gegründet in Breslau
  6. Gegründet in Braunschweig
  7. Die Thüringische Gesellschaft für Chirurgie war ursprünglich die Medizinisch-Wissenschaftliche Gesellschaft für Chirurgie an der Friedrich Schiller Universität Jena. Sie wurde vor dem Krieg in die Mitteldeutsche Chirurgenvereinigung integriert und 1979 als Thüringische Gesellschaft für Chirurgie konstituiert.
  8. Aus der Verschmelzung der Chirurgischen Gesellschaft an der Medizinischen Akademie Magdeburg mit der Gesellschaft für Chirurgie an der Universität Halle ging die Gesellschaft für Chirurgie Sachsen-Anhalt hervor.
  9. Die Sächsische Chirurgenvereinigung hat ihre Wurzeln ebenfalls in der Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung. Sie entstand aus den drei regionalen Chirurgengesellschaften der Universität Leipzig, der Medizinischen Akademie Dresden und des Bezirkskrankenhauses Chemnitz. Von den 1000 Mitgliedern der drei ehemaligen Bezirksgesellschaften nahmen nur 78 an der Gründungsversammlung teil. Der Sitz ist Dresden.
  10. Die Chirurgenvereinigung Sachsen-Anhalt hat ihre Wurzeln in der Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung und der Medizinisch-Wissenschaftlichen Gesellschaft für Chirurgie in Halle.
  11. Die Neugründung der Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung erfolgte im Rahmen des 2. gemeinsamen Kongresses der drei Chirurgenvereinigungen in Leipzig unter Zusammenschluss der Chirurgenvereinigungen von Sachsen und Sachsen-Anhalt.