Zum Inhalt springen

Liste der höchstgelegenen Bergwertungen der Tour de France

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Alpenanstiege
Pyrenäenanstiege

Die Liste der höchstgelegenen Bergwertungen der Tour de France stellt alle 33 Bergwertungen dar, die ab 2.000 Meter über dem Meeresspiegel abgenommen werden und Teil einer Tour-de-France-Etappe waren. Sie befinden sich größtenteils in den Alpen und zu einem kleineren Teil in den Pyrenäen. Dabei wurden die Staatsgebiete von Andorra, Frankreich, Italien, der Schweiz und Spanien befahren. Zumeist sind die hohen Punkte Pässe oder befinden sich in hochgelegenen Orten. Die Schwierigkeiten der Anstiege werden zum größten Teil mit der höchsten Kategorie Hors Catégorie und der 1. Kategorie bewertet.

Bereits 1910 wurde am Col du Tourmalet (2.115 m) erstmals eine Höhe von 2.000 Metern überfahren. Schon 1911 wurde am Col du Galibier bis auf 2.556 Meter gefahren. Diese Höhe steigerte 1938 der Col de l’Iseran auf 2.764 Meter, bevor 1962 mit der Cime de la Bonette (2.802 m) die Marke von 2.800 Metern überschritten wurde. Weitere hohe Pässe kamen 1949 mit dem Grossen Sankt Bernhard (2.470 m), 1964 mit dem Port d’Envalira (2.407 m), 1986 mit dem Col de Granon (2.413 m) und 2008 mit dem Col Agnel (2.744 m) hinzu.

Die höchste Etappen-Ankunft bei der Tour war auf dem Col du Galibier (2.642 m) im Jahr 2011. Davor stellte ab 1986 der Col de Granon (2.413 m) die höchste Etappen-Ankunft dar. Gefolgt werden diese beiden Ankünfte von Val Thorens (2.365 m und 2.275 m), Arcalís (2.240 m), dem Col du Tourmalet (2.115 m), Sestriere (2.035 m) und Courchevel (2.004 m).

Eine Besonderheit stellt der Col du Galibier dar. Bis zur Austragung 1974 führte ein 500 m langer, 4 m breiter Tunnel auf 2.556 Meter unter der Passhöhe hindurch. Weil dieser Tunnel (aus 1891, 500 m lang, nur 4 m breit) für den Straßenverkehr zu schmal und baufällig wurde, wurde die seit 1876 bestehende und 1,5 km längere Trasse über den Pass ausgebaut, also verbreitert und am Scheitel durch Abgraben tiefergelegt, weniger steil gemacht und am Scheitel mit einem Parkplatz versehen. (Der Tunnel wurde 1976 für den Straßenverkehr aufgegeben, doch 2002 renoviert und im ampelgeregelten Richtungswechselverkehr wieder geöffnet. Seit 2002 dürfen Lkw bis 19 Tonnen und 4,1 m Höhe hier durch, Fußgänger und Radfahrer jedoch nicht.) Die Überfahrtshöhe des Galibier 1979 erhöhte sich ab 1977 auf 2.642 Meter. Auch der Skiort Val Thorens hat zwei verschiedene Anstiege: Während die alte Höhe der Bergankunft noch 2.275 m betrug (1994), wurde 2019 die Bergankunft auf 2.365 m erhöht.

Um die Bergwertungen zu erreichen, müssen die Radrennfahrer mindestens zwischen 642 Höhenmeter am Col de Vars (2.109 m) und 1.843 Höhenmeter hinauf nach Val Thorens (2.365 m) zurücklegen. Da die meisten Wertungsabnahmen von zwei Himmelsrichtungen aus angefahren werden können, wird dieser Wert noch übertroffen. Bei vier Anstiegen müssen noch mehr Höhenmeter zurückgelegt werden, allerdings sind sie dann bei den anderen Varianten geringer. Die meisten Höhenmeter werden mit 1.955 hinauf zum Col de l’Iseran (2.770 m) zurückgelegt, es folgen die 1.924 Höhenmeter zum Col du Galibier (2.642 m) und die 1.878 zur Passhöhe des Grossen Sankt Bernhard (2.470 m). Beim alten Anstieg zum Col du Galibier (2.556 m) mussten 1.835 Höhenmeter bewältigt werden.

  • Höhe: Höhe der Bergwertung am Kulminationspunkt (Höchster Punkt eines Passes) oder dem Etappenziel. Die Höhen entstammen den offiziellen Angaben und sind angegeben in Metern über dem Meeresspiegel.
  • Höhendifferenz: Differenz in der Höhe vom Beginn des Anstieges und dem höchsten Punkt, angegeben in Metern. Kann ein Kulminationspunkt aus verschiedenen Himmelsrichtungen erreicht werden, so ist die Mindestdifferenz ausschlaggebend. In Klammern steht darunter dann die Maximaldifferenz.
  • Staat: Staatsgebiet, auf dem sich der Kulminationspunkt des Anstieges befindet. Bei Grenzlage geschieht die Nennung alphabetisch.
  • Erste Befahrung: Jahr des erstmaligen Befahrens des Anstieges im Rahmen der Tour de France.
  • Aktuelle Befahrung: Jahr der letzten Befahrung mit dem Bergpreissieger.

Die höchsten Bergwertungen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Anklicken eines Eintrages im Tabellenkopf sind die entsprechenden Spalten sortierbar.

Rang Name Höhe (m) Höhen-
differenz (m)
Gebirge Staat Erste
Befahrung
Erster
Bergpreissieger
Anzahl Aktuelle
Befahrung
Bild
1 Cime de la Bonette 2.802 1.502
(1.565)
Alpen Frankreich 1962  Federico Bahamontes 5 2024
 Richard Carapaz
Bei der Cime de la Bonette (2802 m)
2 Col de l’Iseran 2.770 977
(1.955)
Alpen Frankreich 1938  Félicien Vervaecke 9 2019
 Egan Bernal
Passhöhe des Col de l’Iseran (2770 m)
3 Col Agnel 2.744 1.475
(1.571)
Alpen Frankreich
Italien
2008  Egoi Martínez 2 2011
 Maxim Iglinski
Blick zur Passhöhe des Col Agnel (2744 m)
4 Col du Galibier 2.642 1.226[1]
(1.318)
(1.924)
Alpen Frankreich 1979  Lucien Van Impe 24 2024
 Tadej Pogačar
Blick zur Passhöhe des Col du Galibier (2645 m)
5 Col du Galibier
(Scheiteltunnel)
2.556 1.137[1]
(1.229)
(1.835)
Alpen Frankreich 1911  Émile Georget 39 2011
 Andy Schleck
Scheiteltunnel am Col du Galibier
6 Grosser St. Bernhard 2.470 1.752
(1.878)
Alpen Italien
Schweiz
1949  Gino Bartali 5 2009
 Franco Pellizotti
Hospiz an der Passhöhe des Grossen Sankt Bernhard (2470 m)
7 Col de Granon 2.413 1.009
(1.049)
Alpen Frankreich 1986  Eduardo Chozas 2 2022
 Jonas Vingegaard
Passhöhe des Col de Granon (2413 m)
8 Port d’Envalira 2.407 1.396
(1.685)
Pyrenäen Andorra 1964  Julio Jimenez 8 2021
 Nairo Quintana
Pas de la Casa vom Port d’Envalira aus gesehen
9 Val Thorens
(neue Streckenführung)
2.365 1.843 Alpen Frankreich 2019  Vincenzo Nibali 1 2019
 Vincenzo Nibali
Val Thorens (2300 m) mit Montblanc im Hintergrund
10 Col d’Izoard 2.360 1.095
(1.142)
Alpen Frankreich 1922  Philippe Thys 36 2019
 Damiano Caruso
Blick von der Passhöhe des Col d’Izoard (2360 m) hinab nach Norden
11 Col de la Lombarde 2.351 1.360
(1.478)
Alpen Frankreich
Italien
2008  Christophe Le Mevel 1 2008
 Christophe Le Mevel
Grenzstein am Anstieg zu Col de la Lombarde
12 Col de la Cayolle 2.326 1.190
(1.291)
Alpen Frankreich 1950  Jean Robic 3 1973
 Vicente López Carril
Stein an der Passhöhe des Col de la Cayolle (2326 m)
13 Col de la Loze 2.304 1.671 Alpen Frankreich 2020  Miguel Ángel López 3 2025
 Ben O’Connor
Blick auf den Col de la Loze (2304 m)
14 Val Thorens
(alte Streckenführung)
2.275 1.794 Alpen Frankreich 1994  Nelson Rodríguez 1 1994
 Nelson Rodríguez
Val Thorens (ca. 2300 m) mit Montblanc im Hintergrund
15 Col d’Allos 2.250 812
(1.108)
Alpen Frankreich 1911  François Faber 34 2015
 Simon Geschke
Schild an der Passhöhe des Col d’Allos (2250 m)
16 Arcalís 2.240 943 Pyrenäen Andorra 1997  Jan Ullrich 3 2016
 Tom Dumoulin
Vuelta 2005: Auffahrt des Feldes nach Arcalís
17 Col de Portet 2.215 1.390 Pyrenäen Frankreich 2018  Nairo Quintana 2 2021
 Tadej Pogačar
Serpentinen aus der Vogelperspektive
18 Kleiner Sankt Bernhard 2.188 1.184
(1.380)
Alpen Frankreich
Italien
1949  Gino Bartali 4 2009
 Franco Pellizotti
Blick zur Passhöhe des Kleinen Sankt Bernhard (2188 m)
19 Col du Tourmalet 2.115 1.270
(1.405)
Pyrenäen Frankreich 1910  Octave Lapize 87 2025
 Lenny Martinez
Blick auf die Straße zur Passhöhe des Col du Tourmalet
20 Col de Vars 2.109 642
(1.109)
Alpen Frankreich 1922  Philippe Thys 36 2024
 Richard Carapaz
21 Col des Champs 2.095 860
(1.050)
Alpen Frankreich 1975  Eddy Merckx 1 1975
 Eddy Merckx
Grenzstein von 1823 am Col des Champs (2095 m)
22 Montée de Tignes[2]
(neue Streckenführung)
2.089 1.172 Alpen Frankreich 2021  Ben O’Connor 1 2021
 Ben O’Connor
Tignes im Sommer
23 Col du Mont Cenis 2.083 682
(1.581)
Alpen Frankreich 1949  Pierre Joseph Tacca 5 1999
Dmitri Konyschew
Schild auf der Passhöhe des Col du Mont Cenis (2083 m)
24 Puerto de la Bonaigua 2.072 1.102
(1.122)
Pyrenäen Spanien 1972  Domingo Perurena 3 2016
 Thibaut Pinot
Schild auf der Passhöhe des Puerto de la Bonaigua (2072 m)
25 Montée de Tignes
(alte Streckenführung)[3]
2.068 971 Alpen Frankreich 2007  Michael Rasmussen 1 2007
 Michael Rasmussen
Tignes im Sommer
26 Col de la Croix de Fer 2.067 1.356
(1.527)
Alpen Frankreich 1947  Fermo Camellini 21 2022
 Giulio Ciccone
Anstieg zum Col de la Croix de Fer während der Tour de France 2006
27 Col du Lautaret[4] 2.058 731
(1.337)
Alpen Frankreich 1911  Émile Georget 29 2014
 Joaquim Rodríguez
Blick von der Passhöhe des Col du Lautaret (2058 m) nach Westen
28 La Plagne[5] 2.052 1.379 Alpen Frankreich 2025  Thymen Arensman 1 2025
 Thymen Arensman
Blick auf den Plagne Villages in La Plagne  (2035 m)
29 Sestriere 2.035 679
(1.425)
Alpen Italien 1952  Fausto Coppi 7 2024
 Stephen Williams
Blick auf Sestriere (2035 m)
30 Isola 2000[6] 2.024 1.147 Alpen Frankreich 2024  Tadej Pogačar 1 2024
 Tadej Pogačar
Blick auf das Skigebiet Isola 2000
31 Courchevel 2.004 1.264 Alpen Frankreich 1997  Richard Virenque 3 2005
 Alejandro Valverde
Blick auf das Skigebiet Courchevel
32 Port de Pailhères 2.001 871
(1.281)
Pyrenäen Frankreich 2003  Juan Miguel Mercado 5 2013
 Nairo Quintana
Passhöhe des Port de Pailhères (2001 m)
33 Col de la Madeleine 2.000[7] 1.465
(1.547)
Alpen Frankreich 1969  Andrés Gandarias 28 2025
 Jonas Vingegaard
Blick auf den Col de la Madeleine (2000 m)
Stand: Tour de France 2025
  1. 1 2 Durch die Erreichbarkeit des Col du Galibier über den Col du Lautaret ergeben sich drei Zugangsmöglichkeiten.
  2. Bereits 2019 sollte auf der 19. Etappe an derselben Stelle die Bergwertung abgenommen werden. Jedoch musste wegen widriger Witterungsbedingungen die 19. Etappe abgebrochen werden. Montée de Tignes durfte nicht angefahren werden.
  3. Die Bergwertung wurde von der Organisation zudem als Le Lac (Tignes) bezeichnet, siehe Profilbeschreibung der 8. Etappe der Tour de France 2007 (französisch).
  4. Im Verlauf des südseitigen Anstieges zum Col du Galibier befindet sich der Col du Lautaret. Wenn der Pass im Rahmen einer Überfahrung des Col du Galibier befahren wird, erfolgt keine Abnahme der Bergwertung. Die Zahl der Befahrungen bezieht sich deshalb auf Überfahrten ohne Col du Galibier im Anschluss.
  5. Die Bergwertung wurde 2025 an der Station Plagne Villages abgenommen. Das Skiresort wurde in der Vergangenheit mehrmals als Zielort mit Bergwertung verwendet; allerdings lag diese damals knapp unter 2000 m, weshalb hier nur eine Austragung aufgeführt ist.
  6. Isola 2000 befindet sich an der Westauffahrt des Col de la Lombarde. 1993 wurde das Skiresort bereits einmal als Zielort mit Bergwertung verwendet; allerdings lag diese damals knapp unter 2000 m, weshalb hier nur eine Austragung aufgeführt ist.
  7. Die Höhe des Col de la Madeleine wird vom Institut géographique national Frankreichs mit 1.993 Meter angegeben