Liste der pfälzischen Lokomotiven und Triebwagen

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In dieser Liste sind die Lokomotiven und Triebwagen der Pfälzischen Eisenbahnen bzw. des pfälzischen Netzes der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen aufgeführt.

Bezeichnung der Lokomotiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die pfälzischen Lokomotiven wurden fortlaufend nummeriert sowie mit einem Namen versehen. Durch Ausmusterung freiwerdende Nummern wurden an neugelieferte Lokomotiven wiedervergeben. Für Schiffsbrücken-, Sekundärbahn- und Schmalspurlokomotiven wurde ein eigener Nummernkreis mit römischen Zahlen verwendet.

Die Vergabe von Namen wurde 1904, da der Verkauf an den bayerischen Staat bevorstand, eingestellt. Lediglich vier danach gelieferte Lokomotiven – drei P 4 und eine L 1 – erhielten noch Namen. Als Namensgeber wurden zumeist Städte, Burgen, Flüsse und Berge aus der Pfalz gewählt. Episode blieb die Verwendung von Namen aus der Sage des klassischen Altertums. Die besondere Bedeutung der Schnellzuglokomotiven wurde dadurch betont, dass sie die Namen bayerischer Regenten sowie bedeutender Persönlichkeiten der bayerischen Regierung und der Leitung der Pfalzbahn trugen.

Die Einführung von Gattungsbezeichnungen erfolgte bei der Pfalzbahn erst 1898. Es wurden vier Hauptgruppen gebildet:

  • P - Personen- und Schnellzuglokomotiven (auch Tenderlokomotiven für diese Dienste)
  • G - Güterzuglokomotiven
  • T - Tenderlokomotiven (für gemischten Dienst)
  • L - Schmalspurlokomotiven (für Lokalbahnen)

Dem Gattungsbuchstaben folgte eine arabische Ziffer zur Unterscheidung der einzelnen Bauarten. Mit einer hochgestellten römischen Ziffer bezeichnete man Unterbauarten. Die pfälzischen Gattungsbezeichnungen wurden nur auf dem Papier geführt und nicht an den Lokomotiven selbst angeschrieben.

Mit der Übernahme des pfälzischen Netzes durch die Bayerische Staatsbahn zum 1. Januar 1909 wurde deren Bezeichnungssystem für neue Lokomotiven übernommen. Ältere Lokomotiven behielten jedoch ihre Gattungsbezeichnung. Die für das pfälzische Netz neu gebauten Lokomotiven erhielten weiterhin an die Nummernreihe der Pfalzbahn anschließende Nummern.

Dampflokomotiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lokomotiven der Anfangszeit für alle Zugarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gattung Bahnnummer(n) Anzahl Baujahr(e) Bauart Bemerkungen
ohne 1–8 8 1846–1847 1A1 n2 Personenzuglokomotiven, geliefert von Kessler und Maffei
ohne 9–20 12 1846–1847 1B n2 Güterzuglokomotiven, geliefert von Kessler, Maffei und Regnier (B)
ohne 21 1 1851 1A1 n2 Personenzuglokomotive KOENIG LUDWIG, mit Kesslerschem Patent-Birnkessel

Keine der Lokomotiven wurde mehr auf eine Betriebsnummer der Deutschen Reichsbahn umgezeichnet.

Personen- und Schnellzuglokomotiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gattung Bahnnummer(n) DRG-Nummer(n) Anzahl Baujahr(e) Bauart Bemerkungen
ohne 26–29 4 1853 2A n2 Eilzuglokomotiven Bauart Crampton, geliefert von Maffei (Nrn. 26–29) und Esslingen (Nrn. 36…63)
ohne 36–41, 46–49, 60–63 14 1855–1863 2A n2
P 1I 88–95, 118–138 (34 7401–34 7402) 29 1870–1874 1B n2
P 1II 154–159 (34 7451) 6 1876 1B n2
P 1III 1(II)…28(II),
160–161
(34 7411–34 7415) 9 1880–1884 1B n2
P 2I 26(II)…63(II),
188–193
(35 7001–35 7020) 22 1891–1896 1'B1 n2
P 3I 93(II), 119(II),
221–230
14 101–14 105 12 1898–1904 2'B1' n2i ursprünglich mit Innenzylindern; 1913/14 in 2'B1' n4v umgebaut
P 3II 263 (14 121) 1 1900 2'(a)B1' n2v Schnellzuglokomotive DR. v. CLEMM; anhebbare Vorspannachse 1902 ausgebaut
P 4 133(II),
286–291, 302–305
(14 151–14 161) 11 1905–1906 2'B1' h4v ursprünglich mit Pielock-Überhitzer; wegen Nichtbewährung ab 1908 zu 2'B1' n4v rückgebaut
S 3/6 341–350 18 425–18 434 10 1914 2'C1' h4v sog. Pfälzer S 3/6

Güterzuglokomotiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gattung Bahnnummer(n) DRG-Nummer(n) Anzahl Baujahr(e) Bauart Bemerkungen
G 1I 22–25 4 1853 1B n2 Güterzuglokomotiven, geliefert von Maffei;
Gattungsbezeichnungen fragwürdig, da Lokomotiven zum Zeitpunkt der Einführung derselben bereits ausgemustert
G 1II 30–35, 42–45 10 1855 1B n2
G 1III 50–59, 64–69 16 1859–1867 1B n2
G 1IV 74–87 14 1869–1870 B n2
G 2I 6(II)…12(II),
96–117, 139–151
(53 7801–53 7821) 41 1871–1876 C n2 Nachbau der bayer. C III
G 2II 9(II)…25(II),
162–176
(53 7991–52 8009) 22 1884–1892 C n2 ähnlich bayer. C IV Zw
G 3 30(II)…72(II),
187–188
(55 7001–55 7006) 6 1887–1888 D n2 aus Konkursmasse einer schwedisch-norwegischen Bahn bei Sharp, Stewart & Co. gekauft, 1892 in Betrieb; baugleich mit bad. VIIIb
G 4I 209–220, 231–245 55 7201–55 7215 27 1898–1899 D n2
G 4II 198–199 (55 7102) 2 1896 B'B n4v Gelenklokomotive Bauart Mallet; baugleich mit bayer. BB I
G 4III 200–201 2 1896 1'D n4v Vierzylinder-Verbundtriebwerk Bauart Sondermann, 1900 Umbau in 1'D n2; baugleich mit bayer. E I
G 5 74(II)…87(II),
292–301
55 5901–55 5922 24 1905–1906 D n2v
G 3/3 1(III)–4(III) (53 501–53 504) 4 1914 C n2v von Maffei für Marokko gebaut, 1919 für das pfälzische Netz angekauft

Tenderlokomotiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gattung Bahnnummer(n) DRG-Nummer(n) Anzahl Baujahr(e) Bauart Bemerkungen
ohne 70–73 4 1868 B n2t Tenderlokomotiven für die Auffahrtsrampen der Ludwigshafener Rheinbrücke, geliefert von Krauss
P 2II 88(II)…95(II),
260–262, 264–284
73 001–73 028 31 1900–1902 1'B2' n2t Nachbau der bayer. D XII
P 5 310–321 77 001–77 012 12 1908 1'C2' n2t
T 1 15(II)…73(II),
177–186
88 7301–88 7321 31 1892–1897 B n2t
T 2I I–VIII (88 7001–88 7003) 8 1865–1874 B n2t Lokomotiven für die Schiffsbrücken bei Maximiliansau und Speyer; Nrn. VII und VIII 1879 an Baden verkauft (bad. Ib)
T 2II VII(II)–X 4 1883–1884 B n2t Sekundärbahnlokomotiven für die Lautertalbahn Kaiserslautern–Lauterecken
T 3 13(II)…71(II),
202–208, 246–256
89 101–89 121 27 1889–1905 C n2t
T 4I 44(II)…56(II),
194–197
98 651–98 657 7 1895–1897 C1' n2t Nachbau der bayer. D VIII
322–325 98 681–98 684 4 1908 verstärkte Ausführung; Ersatz der T 2II auf der Lautertalbahn
T 4II 257–259 98 401–98 403 3 1900 C1' n2t Nachbau der bayer. D XI
T 5 306–309 94 001–94 004 4 1907 E n2t für die Steilrampe Biebermühle–Pirmasens
D VIII 326–329 98 685–98 688 4 1909–1910 C1' n2t Weiterbau der T 4I
Pt 3/6 330–338 77 101–77 109 9 1911–1913 1'C2' h2t Weiterentwicklung der P 5 mit Überhitzer
401–410 77 120–77 129 10 1923 Nachbestellung der Gruppenverwaltung Bayern
R 4/4 123(II)…159(II) 92 2001–92 2007 9 1913–1915 D n2t

Schmalspurlokomotiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die pfälzischen Schmalspurlokomotiven wurden für die folgenden, in Meterspur angelegten Lokalbahnen beschafft:

Gattung Bahnnummer(n) DRG-Nummer(n) Anzahl Baujahr(e) Bauart Bemerkungen
L 1 XI–XXII, XXVIII 99 081–99 092 13 1889–1907 C n2t vollverkleidete Trambahnlokomotive
L 2 XXIII–XXVII 99 001–99 005 5 1903–1905 B n2t für Alsenz–Obermoschel und Speyer–Geinsheim
Pts 2/2 XXX 99 011 1 1910 B h2t 1916 für das pfälzische Netz angekauft
Pts 3/3 N XXIX 99 093 1 1911 C n2t Nachbau der L 1
Pts 3/3 H XXXI–XXXIII 99 101–99 103 3 1923 C h2t Bestellung der Gruppenverwaltung Bayern, teilverkleidete Trambahnlokomotive

Triebwagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die pfälzischen Triebwagen wurden im Wagenpark-Verzeichnis geführt und erhielten Wagennummern. Über die in untenstehender Tabelle aufgeführten Neubaufahrzeuge hinaus wurden 1896/97 zwei von einer Elektrofirma überlassene schmalspurige Akkutriebwagen erprobt. Zudem wurden zwischen 1897 und 1900 vier zweiachsige Personenwagen – davon einer mit zusätzlicher Mittelachse versehen – provisorisch zu Akkutriebwagen hergerichtet und eingesetzt. Nach Anlieferung der Neubauwagen erfolgte der Rückbau zu Personenwagen.

Gattung Bahnnummer(n) DRG-Nummer(n) Anzahl Baujahr(e) Bauart Bemerkungen
ohne I–II 2 1898 Bo'Bo' g2t Akkutriebwagen für Meterspur, 1903 in Personenwagen umgebaut
ohne III 1 1900 Bo g2t Akkutriebwagen für Meterspur, 1910 ausgemustert
MC 3050, 5130 bis ca. 1928:
Ludwigshafen 301–302
danach:
eaT 206
2 1900 A1A g2t Akkutriebwagen, Ludwigshafen 301 1927 in Personenwagen umgebaut C3 bay00/27 Wagennummer 48360, Blatt L49
MBCC 8856–8859 bis ca. 1928:
Ludwigshafen 207–210
danach:
eaT 207–eaT 209
4 1900–1902 Bo'2' g2t Akkutriebwagen
MBCL I 1 1903 A1 n2v Dampftriebwagen Bauart Ganz/DeDion-Bouton, baugleich mit bayer. MBCi

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albert Mühl: Die Pfalzbahn: Geschichte, Betrieb und Fahrzeuge der pfälzischen Eisenbahnen, Theiss, Stuttgart 1982, ISBN 3-8062-0301-6
  • Heinz Schnabel: Deutsches Lok-Archiv: Lokomotiven bayerischer Eisenbahnen, transpress, Berlin 1992, ISBN 3-344-70717-5
  • Wolfgang Valtin: Deutsches Lok-Archiv: Verzeichnis aller Lokomotiven und Triebwagen Band 1 – Numerierungssysteme bei den deutschen Bahnen, transpress, Berlin 1992, ISBN 3-344-70739-6
  • Wolfgang Valtin: Deutsches Lok-Archiv: Verzeichnis aller Lokomotiven und Triebwagen Band 2 – Dampflokomotiven und Dampftriebwagen, transpress, Berlin 1992, ISBN 3-344-70740-X
  • Wolfgang Valtin: Deutsches Lok-Archiv: Verzeichnis aller Lokomotiven und Triebwagen Band 3 – Elektrische Lokomotiven und Triebwagen, Diesellokomotiven und -triebwagen, transpress, Berlin 1992, ISBN 3-344-70741-8
  • Robert Zintl: Die alten Bayerischen, Motorbuch Verlag, Stuttgart 1984, ISBN 3-87943-990-7