Liste der schwersten Katastrophen der Schifffahrt

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Die Liste der schwersten Katastrophen der Schifffahrt enthält eine Auflistung der schwersten Katastrophen in der Geschichte der Seefahrt und der Schifffahrt gemessen am Verlust von Menschenleben.

Die schwersten Katastrophen der Seefahrt (nach Zahl der Opfer)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gelistet sind Katastrophen mit mindestens 2.500 umgekommenen Personen.

Datum Name Opfer Beschreibung
255 v. Chr. Römische Flotte von Ecnomus ~100.000 Durch einen starken Sturm sanken etwa 300 Schiffe der Römischen Kriegsflotte (darunter etwa 100 zuvor gekaperte karthagische Schiffe) nach der Seeschlacht bei Kap Bon auf der Rückfahrt von Afrika vor Sizilien im Mittelmeer. Geschätzt bis zu 100.000 Soldaten, Ruderer und Gefangene kamen bei dieser Katastrophe zu Tode. Sie gilt als der größte Schiffbruch der Geschichte.
1281 Mongolische Invasionsflotte ~70.000 Durch einen Taifun wurde im Jahr 1281 der größte Teil der zweiten mongolisch-koreanischen Streitmacht Kublai Khans bei einem neuerlichen Invasionsversuch Japans nach der Schlacht von Kōan vor der Insel Kyūshū zerstört. Aufgrund der Wiederholung dieses Ereignisses von 1274 wurden die Japaner in dem Glauben bestärkt, sie würden von den Göttern beschützt, so dass sie die beiden Taifune Götterwind (japanisch: Kamikaze) nennen. Vermutlich scheiterten im Taifun über 2.000 Schiffe mit geschätzt 70.000 Menschen an Bord.
Januar 842 Abbasidische Flotte ~30.000 Eine Flotte des abbasidischen Kalifen Al-Mutasim, etwa 400 Ruderkriegsschiffe (den byzantinischen Dromonen ähnlich) und Transporter, welche wahrscheinlich die Einnahme von Konstantinopel zum Ziel hatte, scheiterte vor der Südwestküste der heutigen Türkei, etwa im Bereich des Themas Kibyrrhaiotai, in einer Serie von schweren Winterstürmen. Die Katastrophe ereignete sich wahrscheinlich Anfang Januar 842. Nur sieben Schiffe sollen letztlich von der Unternehmung zurückgekehrt sein[1]. Geschätzt etwa 30.000 Seeleute, Soldaten und Ruderer kamen ums Leben.
492 v. Chr. Persische Flotte ~20.000 Nach Herodot (Hdt. VI,44) soll während des ersten Perserzuges unter Mardonios die begleitende Flotte bei der Umrundung der Halbinsel Athos in Nordgriechenland durch einen Sturm zerstört worden sein. Er nannte als Zahlen fast 300 Schiffe und rund 20.000 Tote.
1588 Spanische Armada ~13.000 Rund 40 (von insgesamt etwa 130) Schiffe der spanischen Armada gingen durch eine Serie von Schiffbrüchen vor allem entlang der Küsten von Schottland und Irland verloren, nachdem der Versuch einer Invasion Englands aufgegeben werden musste. Auf dem Weg zurück nach Spanien um die britischen Inseln herum wurden die teilweise bereits durch Gefechte beschädigten Schiffe von schweren Stürmen getroffen. Wracks der Flotte liegen heute noch von der französischen Küste bis nach Island verstreut auf dem Meeresboden, die Gesamtladung an Golddukaten und Kunstwerken gilt als größter gesunkener Schatz der Geschichte. Neben den 40 Schiffen, die durch Schiffbruch verloren gingen, wurden etwa 25 Schiffe zuvor bei Gefechten mit der englischen Flotte vernichtet, so dass insgesamt rund die Hälfte aller spanischen Schiffe in Verlust geriet. Schätzungsweise 13.000 Menschen, darunter 9.000 Seesoldaten, fanden den Tod.
1274 Mongolisch-koreanische Invasionsflotte ~10.000 Durch einen Taifun wurden geschätzt über 10.000 Mann und damit ein Drittel der mongolisch-koreanischen Streitmacht Kublai Khans, der damit Japan unterwerfen wollte, vor den Inseln Kyūshū und Tsushima getötet.
30. Januar 1945 Wilhelm Gustloff ~9.000 Das deutsche Passagierschiff Wilhelm Gustloff wurde von dem sowjetischen U-Boot S-13 in der Ostsee versenkt, dabei ertranken rund 9.000 Menschen. Die Versenkungen der Wilhelm Gustloff, der Goya, der Steuben und der Cap Arcona gegen Ende des Zweiten Weltkriegs werden häufig als die verlustreichsten Schiffsuntergänge der Weltgeschichte bezeichnet - der Untergang der Wilhelm Gustloff als größte Schiffskatastrophe der Geschichte. Dies trifft aber in Bezug auf das Gesamtereignis nur auf die Moderne zu, da in der Antike und im Mittelalter noch verlustreichere Schiffbrüche ganzer Flotten vorkamen. Der Untergang der Wilhelm Gustloff ist jedoch der verlustreichste Schiffsuntergang der Weltgeschichte bezogen auf ein einzelnes Schiff.
Oktober 1780 Großer Hurrikan von 1780 ~8.500 Während des Hurrikans vom Oktober 1780, des bislang opferreichsten atlantischen Hurrikans, sanken im Bereich zwischen den Kleinen Antillen und Hispaniola insgesamt acht britische Kriegsschiffe, darunter drei Linienschiffe und fünf Fregatten; die französische Flotte verlor ebenfalls drei Linienschiffe sowie eine Fregatte. Beide Marinen hatten im Kontext des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs starke Flottenkräfte in der östlichen Karibik zusammengezogen. Ferner gingen durch den Sturm vor Grenada und Martinique 40 französische und 19 holländische Handelsschiffe verloren. Vermutlich ertranken insgesamt mehr als 8.500 Seeleute und Seesoldaten (an Bord der gesunkenen französischen Transportschiffe starben alleine etwa 4.000 Soldaten). Insgesamt forderte der Hurrikan, in Kombination mit den Verwüstungen an Land, geschätzt zwischen 22.000 und 27.000 Todesopfer.
23. bis 25. Oktober 1541 Flotte von Karl V. ~8.000 Kaiser Karl V. unternahm Ende September 1541 den Versuch, den Hafen von Algier dem Osmanischen Reich bzw. dem dortigen osmanischen Statthalter zu entreißen. Seine zumeist aus spanischen Schiffen bestehende Flotte, über 400 Schiffe (davon rund 80 Galeeren) mit etwa 36.000 Seeleuten, Ruderern und Soldaten an Bord, wurde jedoch zwischen dem 23. und dem 25. Oktober 1541 vor Algier von einem schweren Sturm getroffen. Hierbei sanken oder strandeten 17 Galeeren und 130 Transportkaracken. Etwa 8.000 Seeleute und Soldaten fanden im Sturm den Tod[2]. Weitere etwa 9.000 Soldaten, die zuvor angelandet worden waren, wurden von den Truppen des osmanischen Statthalters völlig aufgerieben. Das Unternehmen musste nachfolgend abgebrochen werden.
25. Juni 1944 Tango Maru und Ryusei Maru ~8.000 Aufgrund entschlüsselter Funksprüche griff das amerikanische U-Boot USS Rasher (SS-269) bei Lombok (Indonesien) einen japanischen Konvoi an und versenkte zuerst den Frachter Tango Maru mit 3.500 Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen an Bord, später den Truppentransporter Ryusei Maru, auf dem sich 6.600 Soldaten befanden. Insgesamt kamen etwa 8.000 Menschen ums Leben, rund 3.000 an Bord der Tango Maru und 4.998 auf der Ryusei Maru.
16. April 1945 Goya ~7.000 Der deutsche Frachter Goya wurde auf der Ostsee von dem sowjetischen U-Boot L-3 torpediert. Laut Schätzungen ertranken rund 7.000 Menschen, überwiegend Flüchtlinge aus West- und Ostpreußen sowie flüchtende Soldaten.
29. Juli 1566 Dänisch-lübische Flotte ~6.000 Durch einen Sturm sanken zahlreiche Schiffe der während des sogenannten Dreikronenkrieges vor Gotland liegenden dänisch-lübischen Flotte. Insgesamt sanken elf dänische und drei (oder vier?) lübische Schiffe, wobei etwa 6.000 Seeleute und Soldaten den Tod fanden. Unter den Opfern war auch der Bürgermeister und kommandierende Admiral von Lübeck, Bartholomeus Tinnappel. Nur 82 Überlebende von allen 14 Schiffen wurden gerettet.
18. September 1944 Jun’yō Maru ~5.620 Der japanische Frachter Junyo Maru transportierte 2.300 alliierte Kriegsgefangene und 4.200 zivile Zwangsarbeiter von Batavia (Java) nach Padang (Sumatra) und wurde kurz vor seiner Ankunft durch das britische U-Boot Tradewind versenkt. Beim Untergang des Schiffs starben etwa 5.620 Menschen.
29. Juni 1944 Toyama Maru ~5.600 Auf dem japanischen Truppentransporter Toyama Maru befanden sich 6.000 Soldaten einer Infanteriebrigade, die von Kyushu (Japan) nach Okinawa gebracht werden sollen, als er von dem amerikanischen U-Boot USS Sturgeon (SS-187) torpediert wurde. Etwa 5.600 Soldaten wurden durch die Torpedoexplosionen getötet, ertranken oder verbrannten, als die ebenfalls an Bord befindliche Ladung Benzinfässer in Brand geriet.
01. November 1596 Spanischer Flottenverband ~5.500 Ein spanischer Flottenverband von rund 140 Schiffen, darunter 24 Galeonen und 53 Transporter, welcher mit Truppen die Rebellion in Irland gegen den englischen Herrschaftsanspruch hätte unterstützen sollen, geriet während des Anmarsches etwa 120 Seemeilen nordwestlich von Kap Finisterre in einen schweren Sturm. Mindestens fünf Galeonen und 38 weitere Schiffe sanken. Geschätzt etwa 5.500 Seeleute und Seesoldaten gingen mit den Schiffen unter[3]. Beim Untergang der großen Galeonen La Capitana de Levante und Santiago gingen ferner rund 60.000 Dukaten verloren, weswegen das Unternehmen zudem als finanzielle Katastrophe angesehen wurde.
07. November 1941 Armenija ~5.000 Das sowjetische Passagierschiff Armenija, eingesetzt bei der Evakuierung von Verwundeten und Flüchtlingen von der Halbinsel Krim vor der vorrückenden deutschen Wehrmacht, wurde vor Hursuf von deutschen Flugzeugen versenkt. Der Dampfer sank innerhalb weniger Minuten. An Bord befanden sich geschätzt rund 5.000 Menschen, darunter viele Verwundete aus den zuvor geräumten Hospitälern Sewastopols. Nur acht Überlebende sollen gerettet worden sein, womit von rund 5.000 Toten ausgegangen werden kann.
19. August 1944 Tamatsu Maru 4.890 Das als Truppentransporter genutzte japanische Landungsboot-Mutterschiff Tamatsu Maru wurde in den Morgenstunden des 19. August 1944 westlich von Luzon von dem amerikanischen U-Boot USS Spadefish (SS-411) torpediert und versenkt. Mit dem Schiff gingen 4.755 japanische Soldaten und 135 Seeleute unter.
03. Mai 1945 Cap Arcona ~4.500 Das in der Neustädter Bucht ankernde deutsche Passagierschiff Cap Arcona wurde am 3. Mai 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, durch britische Hawker-Typhoon-Jagdbomber in Brand geschossen und versenkt, wobei die meisten der an Bord befindlichen rund 4.600 Häftlinge aus dem KZ Neuengamme ums Leben kamen. Zu der hohen Opferzahl kam es auch, weil die deutschen Wachmannschaften die Gefangenen unter Deck eingeschlossen ließen. Die Versenkung gehört mit denen der Wilhelm Gustloff, der Goya und der Steuben zu den verlustreichsten Schiffsuntergängen in der Ostsee während der Endphase des Zweiten Weltkrieges und der Neuzeit insgesamt.
20. Dezember 1987 Doña Paz 4.386 Die philippinische Fähre Doña Paz kollidierte am 20. Dezember 1987 auf dem Weg von Leyte nach Manila in der Nähe von Mindoro mit dem Tanker Vector. Es kam zu einer Explosion und einem anschließenden Brand. Nur 24 Überlebende der Doña Paz und zwei Besatzungsmitglieder der Vector konnten gerettet werden. Die folgende amtliche Untersuchung kam auf eine Opferzahl von 4.317 Passagieren, 58 Besatzungsmitgliedern der Doña Paz und elf Besatzungsmitgliedern der Vector. Es handelt sich damit um das schwerste Schiffsunglück in Friedenszeiten.
11. Februar 1944 Oria ~4.100 Das von der deutschen Wehrmacht zum Gefangenentransport genutzte Frachtschiff Oria strandete in einem schweren Sturm an der Felsenküste nahe Kap Sounion und brach auseinander. An Bord des von Rhodos nach Piräus laufenden und völlig überladenen Dampfers befanden sich 4.046 italienische Militärinternierte, 90 deutsche Soldaten sowie 13 Griechen. Erst 24 Stunden später erreichten erste Rettungsfahrzeuge den Ort der Katastrophe, konnten aber nur noch 21 (andere Quellen sprechen von 49) Italiener, sechs Deutsche und sieben Griechen retten. Rund 4.100 Menschen fanden den Tod.
22. November 1270 Flotte von Karl I. ~4.000 Im Rahmen der Vorbereitungen für den siebten Kreuzzug geriet um den 22. November 1270 eine Flotte des sizilianischen Königs Karl I. von Anjou vor dem Hafen von Trapani in einen schweren Sturm. Mindestens 28 größere Transportschiffe sowie 30 bis 40 kleinere Schiffe sanken oder gingen durch Strandung verloren. Geschätzt rund 4.000 Seeleute und Soldaten kamen hierbei ums Leben[4]. Karl I. musste nach dieser Katastrophe seine Teilnahme am Kreuzzug absagen.
18. Oktober 1562 Spanisches Galeerengeschwader ~4.000 Vor der spanischen Küste, nahe Málaga, geriet ein aus 28 Galeeren bestehendes spanisches Geschwader in einen starken Orkan. 25 Galeeren kenterten und sanken in meterhohen Wellen, wobei rund 4.000 Seeleute, Seesoldaten und Rudersklaven ertranken. Unter den Toten war auch Don Juan de Mendoza, der spanische Geschwaderchef. Nur drei Galeeren erreichten später beschädigt den Hafen von Málaga.
1726 bis 1728 Britischer Flottenverband ~4.000 Während des englisch-spanischen Krieges von 1727 bis 1729 unternahm ein britischer Flottenverband von 20 Schiffen, darunter elf Linienschiffe, den Versuch, den von den Spaniern kontrollierten Hafen von Portobelo (im heutigen Panama) zu blockieren. Die Blockade blieb ergebnislos, indessen jedoch starben zwischen Sommer 1726 und Januar 1728, ohne dass es zu einem Gefecht gekommen wäre, geschätzt rund 4.000 britische Seeleute und Seesoldaten am belastenden tropischen Klima und an Krankheiten, vor allem an Gelbfieber[5]. Unter den Toten befanden sich auch die Kommandanten des Verbandes, Vizeadmiral Francis Hosier sowie dessen Nachfolger, Konteradmiral Edward St. Lo.
10. Februar 1945 Steuben ~4.000 Das deutsche Passagierschiff Steuben, beladen mit 2.800 Verwundeten, 800 Flüchtlingen aus West- und Ostpreußen und rund 500 Soldaten sowie Angehörigen des Sanitätspersonals, wurde in den Nachtstunden vor Stolpmünde von dem sowjetischen U-Boot S-13 torpediert und versenkt. Ein kleines Begleitfahrzeug konnte etwa 300 Überlebende retten. Geschätzt 4.000 Menschen kamen ums Leben.
18. März 1648 Venezianischer Flottenverband ~3.600 Während des Krieges um Kreta wurde ein venezianischer Flottenverband von 20 Galeeren und 17 Segelschiffen vor Psara von einem schweren Sturm getroffen. 18 Galeeren und mindestens neun Segelschiffe erlitten im Sturm Schiffbruch[6]. Rund 3.600 Seeleute, eingeschiffte Soldaten und Ruderer fanden hierbei den Tod. Unter den Opfern befand sich auch der venezianische Flottenchef, Giovanni Battista Grimani.
17. November 1944 Mayasan Maru ~3.600 Das als Truppentransporter eingesetzte japanische Frachtschiff Mayasan Maru, mit über 5.000 japanischen Soldaten an Bord auf dem Weg von Imari nach Shanghai, wurde im Ostchinesischen Meer von dem amerikanischen U-Boot USS Picuda (SS-382) torpediert und versenkt. Infolge eines aufziehenden Sturms konnten nur etwa 1.400 Überlebende gerettet werden. Rund 3.600 Menschen ertranken.
17. September 1782 Britischer Flottenverband ~3.500 Nach der Schlacht von Les Saintes geriet ein auf dem Heimweg nach England befindlicher britischer Flottenverband unter Admiral Thomas Graves vor Neufundland in die Ausläufer eines Hurrikans. Fünf Linienschiffe, darunter drei erbeutete französische Schiffe, und mindestens sieben weitere Schiffe sanken im Sturm. Geschätzt 3.500 Seeleute und Seesoldaten ertranken.
17. Juni 1940 RMS Lancastria ~3.500 Das britische Passagierschiff Lancastria wurde auf der Reede vor Saint-Nazaire von deutschen Flugzeugen bombardiert und versenkt. Beim Untergang des mit Flüchtlingen, evakuierten Soldaten der British Expeditionary Force und britischen Zivilisten völlig überladenen Schiffes (über 6.000?) kamen geschätzt 3.500 Menschen ums Leben. 2.477 Überlebende wurden später gerettet.
3. / 04. Dezember 1948 Kiang Ya ~3.200 Das chinesische Passagierschiff Kiang Ya, überladen mit geschätzt bis zu 4.000 Menschen, darunter viele Bürgerkriegsflüchtlinge, sank in der Mündung des Huangpu Jiang nach einer schweren Explosion an Bord. Möglicherweise wurde die Explosion von einer nicht entdeckten und geräumten japanischen Seemine aus dem Zweiten Weltkrieg verursacht. Beim Untergang kamen vermutlich 3.200 Menschen ums Leben. Etwa 700 (oder 1000?) Überlebende sollen gerettet worden sein.
21. bis 29. Oktober 1805 Britischer Flottenverband ~3.000 Nach der Schlacht von Trafalgar geriet die siegreiche britische Flotte, welche in der Schlacht insgesamt elf französische und spanische Linienschiffe hatte entern und erobern können, nordwestlich von Kap Trafalgar in einen starken, mehrere Tage anhaltenden Sturm. Insgesamt sieben der durch die Schlacht bereits stark beschädigten Prisen sanken dabei im Orkan oder strandeten an der Küste. Insgesamt kamen etwa 3.000 Seeleute und Seesoldaten, darunter viele Verwundete, die sich nicht von den Schiffen retten konnten, ums Leben. Allein der Untergang des französischen Linienschiffes Indomptable nahe Cádiz forderte mehr als 1.000 Todesopfer.
06. September 1776 Französisch-holländischer Geleitzug ~3.000 Ein schwerer Hurrikan traf einen in der Bucht vor Pointe-à-Pitre (Guadeloupe) liegenden französisch-holländischen Geleitzug. Von den rund 100 Handelsschiffen, reich beladen mit Bananen, Zuckerrohr und Ananas, sanken etwa 60 im Sturm oder zerschellten an der Küste[7]. Nach Schätzungen kamen dabei bis zu 3.000 Seeleute ums Leben. An Land bzw. auf den umliegenden Inseln starben durch den Sturm weitere 3.000 Menschen. Es handelte sich um den bis zu diesem Zeitpunkt opferreichsten atlantischen Tropensturm vor dem Hurrikan von 1780 (s. oben).
10. September 2011 Spice Islander I 2.967 Die tansanische Fähre Spice Islander I sank in den frühen Morgenstunden des 10. September 2011 zwischen den zum Sansibar-Archipel gehörenden Inseln Unguja und Pemba infolge von Überladung. Obgleich für etwa 700 Personen ausgelegt, hatten sich über 3.500 Menschen an Bord befunden. Nur 619 Überlebende konnten später gerettet werden, 2.967 Menschen fanden den Tod.
03. Mai 1945 Thielbek ~2.800 Das in der Neustädter Bucht ankernde deutsche Frachtschiff Thielbek wurde am 3. Mai 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs und gemeinsam mit der Cap Arcona, durch britische Hawker-Typhoon-Jagdbomber in Brand geschossen und versenkt, wobei die meisten der an Bord befindlichen rund 2.800 Häftlinge aus dem KZ Neuengamme ums Leben kamen. Zu der hohen Opferzahl kam es auch, weil die deutschen Wachmannschaften die Gefangenen unter Deck eingeschlossen ließen.
08. Februar 1944 Petrella ~2.670 Der in deutschen Diensten stehende Dampfer Petrella, mit 3.173 italienischen Militärinternierten an Bord, wurde vor Kreta von dem britischen U-Boot HMS Sportsman torpediert und versenkt. Das Schiff war zum Zeitpunkt des Angriffs deutlich als Gefangenentransporter gekennzeichnet und trug die Kennungen POW (prisoners of war) auf den Rumpfseiten, wurde aber dennoch attackiert. Schätzungsweise 2.670 Gefangene kamen dabei ums Leben. Die hohen Verlustzahlen sind auch darauf zurückzuführen, dass die deutschen Wachmannschaften die eingesperrten Italiener teils nicht frei ließen und sogar auf sie schossen.
03. Dezember 1941 Iosif Stalin ~2.600 Der sowjetische Truppentransporter Iosif Stalin, eingesetzt zur Evakuierung der sowjetischen Garnison von Hangö vor herannahenden deutschen Truppen und mit 5.589 Soldaten an Bord, geriet im Finnischen Meerbusen auf die deutsche „Corbetha“-Minensperre. Das Schiff sank nach drei Minentreffern und wurde zusätzlich von finnischen Küstenbatterien getroffen. Knapp 3.000 sowjetische Soldaten konnten von sowjetischen Minensuchbooten und später von deutschen Vorpostenfahrzeugen gerettet werden, aber rund 2.600 Soldaten fanden den Tod.
27. November 1944 Rigel 2.571 Der unter deutscher Flagge fahrende ehemalige norwegische Frachter Rigel, auf dem Weg von Bodø nach Trondheim, wurde nördlich von Namsos, nahe Mosjøen, von Fairey-Barracuda-Bombern des britischen Flugzeugträgers HMS Implacable attackiert. An Bord des völlig überladenen Schiffes befanden sich 2.248 sowjetische Kriegsgefangene, 103 norwegische und deutsche Gefangene (desertierte Wehrmachtssoldaten), 29 Crewmitglieder und 458 Angehörige der Wehrmacht. Nach mehreren Bombentreffern geriet der Frachter in Brand und strandete an der Felsenküste. Von insgesamt 2.838 Menschen an Bord kamen letztlich 2.571 ums Leben. Nur 267 Überlebende erreichten später das Ufer.
26. November 1703 Großer Sturm von 1703 ~2.500 Während eines der stärksten je gemessenen Sturmereignisse über Südengland und im Ärmelkanal strandeten oder sanken im November 1703 13 Schiffe der Royal Navy, darunter acht Linienschiffe, wobei geschätzt 1.500 Seeleute und Seesoldaten den Tod fanden. Zudem scheiterten rund 40 bis 50 Handelsschiffe im Sturm. Hierbei kamen weitere rund 1.000 Seeleute um.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eickhoff, Ekkehard: Seekrieg und Seepolitik zwischen Islam und Abendland: Das Mittelmeer unter byzantinischer und arabischer Hegemonie (650-1040). De Gruyter. Berlin 1966, S. 201.
  2. Pemsel, Helmut: Seeherrschaft. Eine maritime Weltgeschichte von den Anfängen bis 1850. Band 1. Weltbild Verlag. Augsburg 1995, S. 148.
  3. Hume, Martin: Treason and Plot: Struggles for Catholic Supremacy in the Last Years of Queen Elizabeth. Kessinger Publishing. Whitefish 2004, S. 229.
  4. Reitz, Dirk (2004): Die Kreuzzüge Ludwigs IX. v. Frankreich 1248 - 1254 und 1270. Phil. Diss. Darmstadt, S. 217.
  5. Marley, David: Wars of the Americas. A Chronology of Armed Conflict in the New World, 1492 to the Present. ABC-CLIO. Santa Barbara 1998, S. 247.
  6. Pemsel, Helmut: Seeherrschaft. Eine maritime Weltgeschichte von den Anfängen bis 1850. Band 1. Weltbild Verlag. Augsburg 1995, S. 212.
  7. Longshore, David: Encyclopedia of Hurricanes, Typhoons, and Cyclones. New Edition. Infobase Publishing. New York 2010, S. 297.