Liste flüchtlingsfeindlicher Angriffe in Deutschland 1990 bis 2013

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Die Liste flüchtlingsfeindlicher Angriffe in Deutschland 1990 bis 2013 verzeichnet Angriffe und Anschläge auf Geflüchtete und Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland, bei denen fremdenfeindliche und rassistische Tatmotive nachgewiesen oder wahrscheinlich sind. Die Liste ist bisher nicht vollständig. Besonders schwere Anschläge mit Verletzten, Schwerverletzten oder Toten sind rot hinterlegt.

Soweit nicht anders verzeichnet, folgen die Angaben den Chroniken von Mut gegen rechte Gewalt, Pro Asyl und Amadeu Antonio Stiftung.[1] Historische Hintergründe, Gegeninitiativen, Literatur siehe unter Flüchtlingsfeindliche Angriffe in der Bundesrepublik Deutschland; weitere Jahreslisten siehe unten.

1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Februar: in Stuttgart brannten Übersiedlergegner ein Übergangsheim bis auf die Grundmauern nieder
  • Anfang Februar: in Köln-Godorf legten Brandstifter gleich zweimal hintereinander Feuer in einem neuerrichteten Übersiedlerheim[2]

1991[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ort Bundes-
land
Datum Anschlagsziel Verletzte Beschreibung
Schwerin Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 11. Mär.  Geflüchtete, bewohnte Unterkunft 2 Verletzte Rechtsradikale verletzen einen rumänischen Flüchtling mit einem Messer schwer, schlagen einen Syrer nieder und verwüsten die Außenanlagen eines Asylbewerberheims.[L 1]
Gelbensande Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 26. Juni  bewohnte Unterkunft Rechtsradikale greifen eine Asylbewerberunterkunft an und geben Schüsse ab.[L 1]
Weitendorf Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 01. Juli  bewohnte Unterkunft Zwei Personen dringen in das Asylbewerberheim ein und schießen.[L 1]
Wismar Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 12. Juli  bewohnte Unterkunft 6 Verletzte Jugendliche überfallen eine Unterkunft für Asylbewerber, sechs Bewohner werden verletzt.[L 1]
Trollenhagen Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 12. Juli  bewohnte Unterkunft 1 Verletzte 20 Vermummte überfallen das Asylbewerberheim mit Baseballschlägern, eine Frau wird zusammengeschlagen.[L 1]
Ueckermünde Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 10. Aug.  bewohnte Unterkunft 40 vermummte einheimische und Berliner Skinheads überfallen das Asylbewerberheim und schießen mit Gaspistolen. Nach dem Überfall ist das Haus unbewohnbar.[L 1]
Hoyerswerda Coat of arms of Saxony.svg SN 17. Sep.  bewohnte Unterkunft Ab dem 17. September kam es zu verschiedenen rassistischen Übergriffen. Nachdem es zu Steinwürfen und Angriffen mit Molotow-Cocktails auf ein Vertragsarbeiterwohnheim und Flüchtlingsheim kam, wurden die Bewohner evakuiert. In der Folge kam es auch in anderen deutschen Städten zu Nachahmungstaten.
Schwerin Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 28. Sep.  bewohnte Unterkunft Anschlag auf ein Asylbewerberheim mit zwei Brandsätzen, es entsteht hoher Sachschaden.[L 1]
Stralsund Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 29. Sep.  bewohnte Unterkunft Anschlag von 15–20 Randalierern auf ein Asylbewerberheim mit Steinbrocken.[L 1]
Rostock-Schmarl Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 01. Okt.  bewohnte Unterkunft 50 Jugendliche überfielen ein Asylbewerberheim.[L 1]
Rostock-Schmarl Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 03. Okt.  bewohnte Unterkunft 150 Jugendliche überfielen ein Asylbewerberheim.[L 1]
Hünxe Coat of arms of North Rhine-Westfalia.svg NW 03. Okt.  bewohnte Unterkunft 2 Schwerverletzte In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober warfen drei Jugendliche einen Brandsatz auf das Asylbewerberheim in Hünxe. Zwei damals sechs und acht Jahre Mädchen wurden schwer verletzt, die jüngere erlitt lebensgefährliche Verbrennungen. Die Täter wurden vom Landgericht Duisburg wegen schwerer Brandstiftung und Körperverletzung zu Haftstrafen zwischen dreieinhalb und fünf Jahren verurteilt.[3] Einer der Täter nahm sich nach der Haftentlassung das Leben.[4]
Bergen auf Rügen Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 03. Okt.  bewohnte Unterkunft 2 Verletzte Bei einem Brandanschlag wurden zwei Asylbewerber verletzt.[L 1]
Sassnitz Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 04. Okt.  bewohnte Unterkunft Personen griffen eine Unterkunft für Asylsuchende mit Steinen an.[L 1]
Greifswald Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 04. Okt.  bewohnte Unterkunft Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim.[L 1]
Güstrow Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 04. Okt.  bewohnte Unterkunft Rechtsextreme griffen ein Asylbewerberheim an.[L 1]
Schwerin Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 05. Okt.  bewohnte Unterkunft Anschlag auf ein Asylbewerberheim mit Steinen.[L 1]
Pasewalk Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 17. Okt.  bewohnte Unterkunft Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim.[L 1]
Parchim Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 18. Okt.  bewohnte Unterkunft Überfall und Brandanschlag auf Unterkunft für Asylbewerber.[L 1]
Pasewalk Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 20. Okt.  bewohnte Unterkunft Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim.[L 1]
Parchim Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 20. Okt.  bewohnte Unterkunft Überfall und Brandanschlag auf Unterkunft für Asylbewerber.[L 1]
Greifswald Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 03. Nov.  bewohnte Unterkunft 35 Verletzte Nach einem Fußballspiel griffen mehr als 200 Hooligans des BFC Dynamo ein Asylbewerberheim an, dabei wurden 35 Menschen zum Teil schwer verletzt und das Heim verwüstet.[5]
Greifswald Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 07. Nov.  bewohnte Unterkunft Brandanschlag auf Unterkunft für Asylbewerber.[L 1]
Greifswald Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 09. Nov.  bewohnte Unterkunft Brandanschlag auf Unterkunft für Asylbewerber.[L 1]
Greifswald Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 24. Nov.  bewohnte Unterkunft Brandanschlag auf Unterkunft für Asylbewerber.[L 1]
Sassnitz Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 16. Nov.  bewohnte Unterkunft 30 Jugendliche griffen ein Asylbewerberheim an.[L 1]
Greifswald Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 06. Dez.  bewohnte Unterkunft Brandanschlag auf Unterkunft für Asylbewerber.[L 1]

1992[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste flüchtlingsfeindlicher Angriffe in Deutschland 1990 bis 2013 (Deutschland)
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Gewalt gegen Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte 1992 (unvollständig)
Ort Bundes-
land
Datum Anschlagsziel Tote/Verletzte Beschreibung
Lampertheim Coat of arms of Hesse.svg HE 31. Jan.  bewohnte Unterkunft 3 Tote Eine dreiköpfige Familie aus Sri Lanka stirbt in ihrer brennenden Flüchtlingsunterkunft. Im Herbst 1992 werden drei Jugendliche festgenommen, die den Brandanschlag gestehen.[6]
Saal (Vorpommern) Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 14. Mär.  bewohnte Unterkunft 1 Toter Bei einem Angriff von etwa 40 Jugendlichen auf ein Asylbewerberheim wird ein 18-jähriger Rumäne erschlagen.[7]
Cottbus Brandenburg Wappen.svg BB 21. Mär.  bewohnte Unterkunft Rechtsextremisten überfallen ein Asylbewerberheim mit Schreckschusspistolen und Steinen und zertrümmern Fenster und Türen der Unterkunft.[7]
Hörstel Coat of arms of North Rhine-Westfalia.svg NW 04. Apr.  bewohnte Unterkunft 1 Toter Bei einem Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim kam ein in dem Heim untergebrachter Deutscher ums Leben.[8]
Treuenbrietzen Brandenburg Wappen.svg BB 12. Apr.  bewohnte Unterkunft 15 Rechtsextreme überfallen eine Asylbewerberunterkunft. Sie zerschlagen Fenster, Jalousien und die Eingangstür.[8]
Güstrow Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 24. Mai  bewohnte Unterkunft 2 Verletzte 100 Jugendliche überfallen ein Asylbewerberheim, zwei Personen werden verletzt.[L 2]
Bahlen Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 24. Mai  bewohnte Unterkunft Überfall auf ein Asylbewerberheim. 140 Asylbewerber flüchten am 2. August nach Lauenburg, werden aber zurückgeschickt.[L 2]
Mannheim Coat of arms of Baden-Württemberg (lesser).svg BW 28. Mai  Ausschreitungen, bewohnte Unterkunft 20 Verletzte Nach einem Fest zu Himmelfahrt und an darauffolgenden Tagen versuchten bis zu 400 Anwohner im Stadtteil Schönau ein Flüchtlingsheim anzugreifen. Ursache war die Verbreitung eines bereits widerlegten Gerüchts. Die eingesetzte Polizei und ein zweiter, extra aufgestellter Zaun verhinderten zwar körperliche Angriffe, aber für eine bis anderthalb Wochen kam es zu verbalen Beleidigungen, Morddrohungen, Stein- und Flaschenwürfen, bei denen Fensterscheiben zu Bruch gingen und die größtenteils traumatisierten Bürgerkriegsflüchtlinge konnten ihr Heim nicht verlassen. Während die Polizei die angreifenden Menschen nur am ersten Abend vertrieb und danach gewähren ließ, griff sie eine Solidaritätsdemonstration etwa eine Woche nach Himmelfahrt von 400 Menschen an, verletzte 20 Menschen z. T. schwer und nahm 140 Menschen in Gewahrsam und verwehrte Verletzten die Behandlung. Oberbürgermeister Gerhard Widder äußerte Verständnis für die Anliegen der Angreifer und bereits zuvor hatte der Mannheimer Gemeinderat die Abschaffung des Grundrechts auf Asyl gefordert.[9][10]
Liebertwolkwitz Coat of arms of Saxony.svg SN bewohnte Unterkunft Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim.[8]
Elgersburg Coat of arms of Thuringia.svg TH bewohnte Unterkunft Überfall mit Schreckschusspistole auf ein Asylbewerberheim.[8]
Rostock-Lichtenhagen Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 22. Aug.  Ausschreitungen, bewohnte Unterkunft Zwischen dem 22. und 26. August 1992 gab es rassistisch motivierte Angriffe auf die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber und ein Wohnheim für ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiter im sogenannten „Sonnenblumenhaus“.[11] In der Folge kam es fast zu am Ende 40 Nachahmungstaten bis Mitte September 1992.
Wismar Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 27. Aug.  Ausschreitungen, bewohnte Unterkunft Überfall auf ein Asylbewerberheim mit Molotow-Cocktails.[L 2]
Cottbus Brandenburg Wappen.svg BB  Aug.  Ausschreitungen, bewohnte Unterkunft Im Ortsteil Sachsendorf griffen Ende August in drei Nächten bis zu 200 Neonazis ein Asylbewerberheim mit Molotowcocktails, Messern und Steinen bewaffnet an. Autos gingen in Flammen auf, Schaufenster zerbrachen, Wohnhäuser wurden beschädigt und Feuerwehrleute wurden bedroht. Nur durch das Eingreifen von 300 Polizisten wurde Schlimmeres verhindert. Als „geistiger Anführer“ wurde der seit 2008 im Stadtrat für die NPD sitzende Frank Hübner genannt.[12]
Rostock-Hinrichshagen Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 28. Aug.  bewohnte Unterkunft Angriff auf das Asylbewerberheim.[L 2]
Neubrandenburg Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 30. Aug.  bewohnte Unterkunft Angriff auf ein Asylbewerberheim.[L 2]
Lübz Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 30. Aug.  bewohnte Unterkunft Angriff auf ein Asylbewerberheim.[L 2]
Trassenheide Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 05. Sep.  bewohnte Unterkunft 40 Jugendliche griffen ein Flüchtlingsheim an.[L 2]
Quedlinburg Wappen Sachsen-Anhalt.svg ST 06. Sep.  Ausschreitungen, bewohnte Unterkunft Bei den mehrtägigen Ausschreitungen in Quedlinburg 1992 belagerten vom 6. bis etwa 13. September bis zu 500 Gewaltbereite das Asylbewerberheim in der Oeringer Straße, warfen Steine und Molotowcocktails, Schaulustige applaudierten. Eine Mahnwache aus Bürgern und Kommunalpolitikern, die sich schützend vor das Heim stellte, wurde angegriffen, ebenso die Polizei und Sanitäter. Nachdem sich die Angriffe am darauffolgenden Wochenende fortsetzten, ordnete der damalige Innenminister Sachsen-Anhalts, Hartmut Perschau, die Schließung der Unterkunft an.[13]
Pritzier Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 06. Sep.  unbewohnte Unterkunft 30 Jugendliche greifen eine Flüchtlingsunterkunft mit Feuerwerkskörpern und Molotow-Cocktails an. Die Bewohner waren zuvor evakuiert worden.[L 2]
Anklam Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 08. Sep.  bewohnte Unterkunft Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim.[L 2]
Boizenburg Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 08. Sep.  bewohnte Unterkunft Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim.[L 2]
Waren (Müritz) Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 08. Sep.  bewohnte Unterkunft Angriff auf ein Asylbewerberheim.[L 2]
Wismar Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 15. Sep.  Ausschreitungen, bewohnte Unterkunft Zwischen dem 15. und dem 20. September kam es zu mehreren Überfällen auf ein Asylbewerberheim mit Brandsätzen, Eisenstangen und Steinen, die den Beifall der Anwohner finden. Insgesamt werden in den fünf Tagen 186 Jugendliche vorübergehend festgenommen.[L 2]
Güstrow Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 18. Sep.  bewohnte Unterkunft Am 18. und 19. September kam es zu Angriffen auf eine Unterkunft.[L 2]
Kröpelin Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 18. Sep.  bewohnte Unterkunft An mehreren Tagen griffen bis zu 40 Jugendliche ein Asylbewerberheim ein, zum Teil mit Molotow-Cocktails.[L 2]
Ueckermünde Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 18. Sep.  bewohnte Unterkunft Angriff auf ein Asylbewerberheim.[L 2]
Dolgenbrodt Brandenburg Wappen.svg BB 01. Nov.  unbewohnte Unterkunft In der Nacht zum 1. November brannte ein neu errichtetes Asylbewerberheim vollständig aus. Am nächsten Tag hätten dort 86 Asylbewerber einziehen sollen. 1993 wurde ein damals 19-jähriger Skinhead als Verdächtiger festgenommen und 1996 als Brandstifter zu zwei Jahren Bewährungsstrafe verurteilt. In anschließenden Ermittlungen stellte sich heraus, dass mehrere Bürger des Ortes Geld gestiftet hatten, um damit rechtsradikale Brandstifter anzuheuern.[14]

1993[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste flüchtlingsfeindlicher Angriffe in Deutschland 1990 bis 2013 (Deutschland)
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Angriffe auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte 1993 (unvollständig)
Ort Bundes-
land
Datum Anschlagsziel Verletzte/Tote Beschreibung
Hamburg-Altona Wappen der Hamburgischen Bürgerschaft.svg HH 01. Jan.  Unterkunft 4 Verletzte Brandanschlag[15]
Malchow Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 03. Jan.  Unterkunft Brandanschlag. Das Feuer, das durch eine Brandflasche entstand, konnte frühzeitig gelöscht werden.
Berlin-Hohenschönhausen Coat of arms of Berlin.svg BE 03. Jan.  Flüchtling Manuel T. Schwerverletzt Vor einem Flüchtlingsheim in Berlin-Hohenschönhausen wird der 29-jährige Manuel T., Flüchtling aus Mosambik, von sechs Deutschen mit Baseballschlägern angegriffen und misshandelt. Der Mann muss mit zahlreichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden.[15]
Neustadt Bayern Wappen.svg BY 05. Jan.  bewohnte Unterkunft Eine Flüchtlingsunterkunft wurde von deutschen Jugendlichen überfallen. Sie brachen die Türen auf und brüllten faschistische Parolen. Den bedrohten Flüchtlingen gelang es, die Angreifer mit Knüppeln in die Flucht zu schlagen.[16]
Borken (Hessen) Coat of arms of Hesse.svg HE 07. Jan.  bewohnte Unterkunft Mindestens fünf deutsche Männer drangen in das Flüchtlingsheim ein und schlugen auf vier Heimbewohner und einen Betreuer ein.
Klosterfelde Brandenburg Wappen.svg BB 09. Jan.  bewohnte Unterkunft Zwei Männer warfen selbstgebaute Brandsätze gegen das Flüchtlingsheim. Es wurde niemand verletzt.
Mühlberg/Elbe Brandenburg Wappen.svg BB 10. Jan.  bewohnte Unterkunft Jugendliche Deutsche griffen ein Flüchtlingsheim an und zerstörten Fensterscheiben und die Eingangstür.
Aschaffenburg Bayern Wappen.svg BY 11. Jan.  bewohnte Unterkunft Brandanschlag. Die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft konnten das Feuer löschen.
Garbsen Coat of arms of Lower Saxony.svg NI 16. Jan.  bewohnte Unterkunft Brandanschlag durch sechs Unbekannte auf ein Flüchtlingsheim.
Speyer Coat of arms of Rhineland-Palatinate.svg RP 17. Jan.  bewohnte Unterkunft Auf einen von Flüchtlingen bewohnten Wohncontainer wurde ein Brandanschlag verübt.
Zielitz Wappen Sachsen-Anhalt.svg ST 21. Jan.  bewohnte Unterkunft Brandanschlag. Die Bewohner des Flüchtlingswohnheims konnten einen der Täter stellen, der eine Brandflasche geworfen hatte.
Immenhausen Coat of arms of Hesse.svg HE 24. Jan.  bewohnte Unterkunft Brandanschlag. Drei Marokkaner fanden zufällig vor dem Eingang der Flüchtlingsunterkunft einen Fünf-Liter-Kanister mit einer brennbaren Flüssigkeit und eine bereits brennende Lunte. Es gelang ihnen, das Feuer zu löschen.
Speyer Coat of arms of Rhineland-Palatinate.svg RP 25. Jan.  bewohnte Unterkunft Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim.
Duisburg-Hamborn Coat of arms of North Rhine-Westfalia.svg NW 26. Jan.  bewohnte Unterkunft 5 Verletzte Bei einem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft wurden fünf Personen verletzt.
Drüsewitz Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 03. Feb.  bewohnte Unterkunft Zehn Deutsche griffen ein Flüchtlingsheim mit Steinen an und brüllten rassistische Parolen.
Wrangelsburg Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 11. Feb.  bewohnte Unterkunft Brandanschlag. Die Bewohner des Flüchtlingsheims konnten das Feuer löschen.
Schwerte Coat of arms of North Rhine-Westfalia.svg NW 11. Feb.  bewohnte Unterkunft Brandstiftung in einer Flüchtlingsunterkunft. Von den 50 Bewohnern wurde niemand verletzt.
Taunusstein-Hahn Coat of arms of Hesse.svg HE 25. Feb.  bewohnte Unterkunft Zwei Männer versuchten das Flüchtlingsheim in Brand zu stecken. Die Bewohner konnten das Feuer löschen.
Kirchheim (Hessen) Coat of arms of Hesse.svg HE 27. Feb.  bewohnte Unterkunft Das Flüchtlingsheim wurde aus einer Farbmarkierungswaffe beschossen.
Halle (Saale) Wappen Sachsen-Anhalt.svg ST 27. Feb.  bewohnte Unterkunft Rechte Jugendliche skandierten vor dem Flüchtlingsheim rassistische Parolen und warfen Steine gegen das Gebäude. Mit der Festnahme von zwölf Personen konnte ein Überfall auf das Haus verhindert werden.
München Bayern Wappen.svg BY 04. Mär.  bewohnte Unterkunft Im Bet-Raum des Flüchtlingsheimes im Stadtteil Obersendling gossen Brandstifter Benzin aus und zündeten es an. Die 453 Flüchtlinge aus 36 Nationen, die in dem Heim untergebracht sind, blieben unverletzt.[17]
Friedrichsdorf Coat of arms of Hesse.svg HE 09. Mär.  bewohnte Unterkunft 1 Verletzter Drei Neonazis überfielen die Flüchtlingsunterkunft im Pettenweiler Holzweg zwischen Friedrichsdorf und Köppern und feuerten Schüsse aus einer Gaspistole ab. Sechs kurdischen Bewohnern gelang es schließlich, die Angreifer in die Flucht zu schlagen. Dabei wurde ein Kurde durch ein Geschoss getroffen.
Mölln DEU Schleswig-Holstein COA.svg SH 19. Mär.  bewohnte Unterkunft Brandanschlag. Die Täter warfen Molotow-Cocktails auf die aus zehn Wohncontainern bestehende Flüchtlingsunterkunft, in der vorwiegend rumänische Flüchtlinge untergebracht sind. Es gab keine Verletzten.
Sarstedt Coat of arms of Lower Saxony.svg NI 19. Mär.  bewohnte Unterkunft Bombenanschlag auf ein Flüchtlingsheim. Es wurde niemand verletzt.
Erzhausen Coat of arms of Hesse.svg HE 26. Mär.  bewohnte Unterkunft Brandanschlag auf die Flüchtlingsunterkunft. Verletzt wurde niemand.
Grimmen Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 03. Apr.  bewohnte Unterkunft Brandanschlag auf ein Flüchtlingswohnheim im Kreis Grimmen.
Bretwisch Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (small).svg MV 03. Apr.  bewohnte Unterkunft Täter warfen Brandflaschen gegen ein Flüchtlingsheim. Der Wachdienst konnte den Brand löschen.
Lotte Coat of arms of North Rhine-Westfalia.svg NW 12. Apr.  bewohnte Unterkunft Ein Flüchtlingsheim wurde mit sieben Molotow-Cocktails in Brand gesetzt.
Thannhausen Bayern Wappen.svg BY 14. Apr.  bewohnte Unterkunft Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft. Auf die Außenmauer unterhalb des Brandherdes wurde ein Hakenkreuz gesprüht. Es entstand Sachschaden von 30.000 DM; verletzt wurde niemand.
München Bayern Wappen.svg BY 17. Apr.  bewohnte Unterkunft 11 Verletzte Brandstiftung in einem Flüchtlingsheim im Stadtteil Obersendling. Drei Männer, die in Panik aus Fenstern sprangen, mussten mit Knochenbrüchen, acht weitere Personen mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus
Kirkel-Limbach Wappen des Saarlands.svg SL 17. Apr.  bewohnte Unterkunft Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft. Die Täter warfen Brandsätze in das von fünf Flüchtlingen aus Sri Lanka bewohnte Haus. Es wurde niemand verletzt.
Bramsche Coat of arms of Lower Saxony.svg NI 22. Apr.  bewohnte Unterkunft Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim. Verletzt wurde niemand.

Mai

  • Bremen, 9. Mai 1993: Brandanschlag auf einen Bunker, in dem Flüchtlinge untergebracht waren
  • Weißwasser (Sachsen), 21. Mai 1993: Nach einer Auseinandersetzung zwischen 20 Kleingärtnern und etwa 60 Asylbewerbern flog abends um elf Uhr ein Molotow-Cocktail auf das Gelände des Containerdorfes, in dem die Flüchtlinge untergebracht waren
  • Sigmaringen-Laiz (Baden-Württemberg), 25. Mai 1993: Auf ein Flüchtlingsheim gaben drei Deutsche im Alter von 16 bis 18 Jahren aus einem Kleinkalibergewehr drei Schüsse ab. Ein Flüchtling aus Ex-Jugoslawien wurde verletzt
  • Fuldatal-Ihringshausen (Hessen), 28. Mai 1993: Ein 15-jähriger Deutscher beschoss ein neu bezogenes Flüchtlingsheim. Verletzt wurde niemand
  • Isernhagen (Niedersachsen), 29. Mai 1993: Unbekannte warfen zwei Fensterscheiben einer Flüchtlingsunterkunft ein
  • Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern), 29. Mai 1993: Die Fenster einer Flüchtlingsunterkunft wurden von Unbekannten eingeworfen
  • Rösrath (Nordrhein-Westfalen), 30. Mai 1993: Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft. Die Bewohner konnten das Feuer löschen

Juni

  • Groß Brütz (Mecklenburg-Vorpommern), 2. Juni 1993: Etwa 20 Jugendliche griffen ein Flüchtlingsheim mit Steinen an. Sie wurden von den Flüchtlingen mit Stöcken in die Flucht geschlagen
  • Singen (Baden-Württemberg), 10. Juni 1993: Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft. Die neun Bewohner konnten sich retten
  • Modautal-Ernsthofen (Hessen), 11. Juni 1993: Brandanschlag auf ein Fachwerkhaus. Die 24 dort untergebrachten Flüchtlinge blieben unverletzt, weil das Feuer in seinen Anfängen entdeckt und gelöscht wurde
  • Marsberg (Nordrhein-Westfalen), 16. Juni 1993: Zwei Männer schleuderten eine Brandflasche auf den Hinterhof der Flüchtlingsunterkunft. Die Bewohner entdeckten das Feuer frühzeitig, so dass niemand zu Schaden kam
  • Raisdorf (Schleswig-Holstein), 19. Juni 1993: Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim. Zwei Personen wurden verletzt
  • Parchim (Mecklenburg-Vorpommern), 26. Juni 1993: Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim. Der Brandsatz prallte unterhalb eines Fensters ab und fällt zu Boden, so dass kein Schaden entstand

Juli

  • Göttingen (Niedersachsen), 4. Juli 1993: Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft. Die rund 90 in einer Turnhalle schlafenden Flüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien mussten evakuiert werden
  • Bondorf (Baden-Württemberg), 12. Juli 1993: Ein Flüchtlingsheim brannte aus. In der Nacht zuvor hatten zwei Männer aus einem Auto neun Schüsse auf das Heim abgefeuert
  • Prenzlau (Brandenburg), 18. Juli 1993: Vor dem Flüchtlingsheim skandierten mehrere Deutsche nationalsozialistische Parolen und gaben Schüsse aus einer Schreckschußpistole auf das Haus ab
  • Berlin-Weißensee, 21. Juli 1993: Auf ein Heim für bosnische Kriegsflüchtlinge wurde ein Anschlag mit einer Handgranate verübt. Von den 280 Bewohnern wurde niemand verletzt

August

  • Hardegsen (Niedersachsen), 8. August 1993: Brandanschlag auf ein von Flüchtlingen bewohntes Haus
  • Bad Camberg (Hessen), 9. August 1993: Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft
  • Eschborn (Hessen), 13. August 1993: Brandstiftung in einem Flüchtlingsheim. Der Brand wurde in seinen Anfängen entdeckt und gelöscht

September

  • Cham (Bayern), 28. September 1993: Brandanschlag. Vier Männer warfen mit einer Brandflasche ein Küchenfenster ein. Das Feuer konnte schnell gelöscht werden, so dass von den 22 Bewohnern niemand verletzt wurde

Oktober

  • Hechingen (Baden-Württemberg), 6. Oktober 1993: Vor einem Flüchtlingsheim wurden Schüsse abgefeuert und eine Brandflasche gezündet
  • Körle (Hessen), 24. Oktober 1993: Brandanschlag. Eine Bewohnerin konnte den Brand schnell löschen
  • Potsdam (Brandenburg), 30. Oktober 1993: Brandanschlag. Die Täter schnitten den Schutzzaun auf, drangen zu dem Gebäude vor und versuchten, eine Brandflasche durch ein Fenster zu werfen. Da vor dem Fenster Gaze gespannt war, flog der Brandsatz nicht in das von einer neunköpfigen jugoslawischen Flüchtlingsfamilie bewohnte Zimmer

November

  • Küssaberg-Rheinheim (Baden-Württemberg), 7. November 1993: Eine Wohncontainer-Anlage für kurdische Flüchtlinge brannte vollständig aus. Die 14 Bewohner konnten sich ins Freie retten. Das Feuer war durch einen Brandsatz entstanden, der in den Flur des Containers geworfen worden war. Schon Monate vorher war das Heim mit Steinen angegriffen worden, wodurch zwei Flüchtlinge verletzt wurden
  • Friedersdorf (Sachsen-Anhalt), 18. November 1993: Durch einen Brandanschlag brannte eine von Flüchtlingen bewohnte Baracke vollständig aus. Personen wurden nicht verletzt
  • Biedenkopf (Hessen), 25. November 1993: Brandanschlag. Das Feuer wurde entdeckt und gelöscht, bevor größerer Schaden entstehen konnte

Dezember

  • Griesheim (Hessen), 6. Dezember 1993: Sechs oder sieben dunkel gekleidete Täter warfen mit Flaschen fünf Fensterscheiben eines Flüchtlingsheimes ein
  • Griesheim (Hessen), 20. Dezember 1993: Brandanschlag. Die Auslösung der Alarmanlage führte zur Flucht der Täter. Das Feuer konnte gelöscht werden
  • Hohenstein-Steckenroth (Hessen), 23. Dezember 1993: In letzter Minute konnte ein Bombenanschlag auf ein Flüchtlingsheim verhindert werden. Ein zwischen den Wohncontainern geparktes Auto brannte lichterloh. Als die Flüchtlinge das Feuer gelöscht hatten, fanden sie eine Rohrbombe auf dem Rücksitz des Wagens
  • Kaltenkirchen (Schleswig-Holstein), 25. Dezember 1993: Ein nicht benannter Türke starb nach einem Brandanschlag auf das Flüchtlingsheim an den Verletzungen

1996[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Haus Hafenstraße 52 in Lübeck nach dem Brandanschlag 1996
Ort Bundes-
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Datum Anschlagsziel Verletzte Beschreibung
Lübeck DEU Schleswig-Holstein COA.svg SH 18. Jan.  bewohnte Unterkunft 10 Tote, 55 Verletzte In der Nacht zum 18. Januar 1996 wurde ein Anschlag auf ein Haus für Asylbewerber in der Hafenstraße verübt, bei dem zehn Menschen ums Leben kamen und 55 weitere verletzt wurden. Niemand wurde für die Brandstiftung verurteilt.[18][19][20]

2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Datum Anschlagsziel Verletzte Beschreibung
Ludwigshafen-Oppau Coat of arms of Rhineland-Palatinate.svg RP 16. Juli  bewohnte Unterkunft 3 Verletzte In der Nacht zum 16. Juli 2000 schleuderten vier Skinheads einen Brandsatz gegen eine Flüchtlingsunterkunft. Ein elfjähriges Mädchen erlitt Brandverletzungen an den Beinen, zwei weitere Kinder wurden von Glassplittern leicht verletzt. Die 14 bis 18 Jahre alten rechtsradikalen Täter konnten zunächst unerkannt entkommen, wurden aber wenige Tage später festgenommen und im November 2000 zu hohen Jugendstrafen verurteilt.[21]
Bremen Grosses Wappen Bremen.png HB 01. Nov.  bewohnte Unterkunft Am 1. November 2000 wurde ein Neonazi festgenommen, der ein Asylbewerberheim in die Luft sprengen wollte. Der polizeibekannte Rechtsextremist hatte einen hochexplosiven Sprengsatz vorbereitet. Mitte August hatte die Polizei ihn beim Kleben von Nazi-Plakaten gestellt und in seiner Hosentasche einen Zettel gefunden, auf dem verschiedene Chemikalien notiert waren. Seitdem war der Neonazi bis zum Zugriff observiert worden.[22]

2005[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Datum Anschlagsziel Verletzte Beschreibung
Weissach Coat of arms of Baden-Württemberg (lesser).svg BW 15. Okt.  Wohnhaus Ein 17-jähriger Jugendlicher, der auch am Anschlag vom 18. November auf ein Asylbewerberheim beteiligt war, warf einen Molotow-Cocktail auf ein von Ausländern bewohntes Wohnhaus. Dieser prallte ab, zersplitterte und verbrannte. Es entstand kein Sachschaden und niemand wurde verletzt.[23]
Weissach Coat of arms of Baden-Württemberg (lesser).svg BW 18. Nov.  bewohnte Unterkunft Drei Personen, von denen einer auch am Anschlag vom 15. Oktober beteiligt war, warfen einen Molotow-Cocktail auf eine bewohnte Asylbewerberunterkunft. Zum Zeitpunkt des Anschlages hielten sich dort elf Personen auf, von denen niemand verletzt wurde. Gegenüber brannten Lagerbestände einer Tonwarenfabrik. Beide Brände erloschen von alleine und die Feuerwehr musste nicht eingreifen.[24]

2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Datum Anschlagsziel Verletzte Beschreibung
Sangerhausen Wappen Sachsen-Anhalt.svg ST 06. Jan.  bewohnte Unterkunft Am frühen Morgen des 6. Januar 2007 griffen Rechtsextreme ein Asylbewerberheim mit Molotowcocktails an. Drei Bewohner konnten dem Feuer, das sich im Erdgeschoss ausbreitete, nur mit knapper Not entkommen. Vier Täter wurden im Mai 2010 wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung zu Haftstrafen von bis zu fünf Jahren und vier Monaten verurteilt.[25]

2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste flüchtlingsfeindlicher Angriffe in Deutschland 1990 bis 2013 (Deutschland)
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Übergriffe auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte 2011

2011 wurden durch das Bundeskriminalamt (BKA) 18 Übergriffe auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte registriert, davon zwölf Fälle des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, jeweils zwei Fälle von Volksverhetzung und Beleidigung und je einen Fall von Sachbeschädigung und Körperverletzung. In fünf Fällen konnte ein Tatverdächtiger ermittelt werden.[26]

2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Bericht des Bundesamt für Verfassungsschutz des Jahres 2013 gab es im Jahr 2012 mindestens 24 rechtsextremistische „Straftaten gegen Asylunterkünfte“.[27]

Ort Bundes-
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Datum Anschlagsziel Verletzte Beschreibung
Waßmannsdorf Brandenburg Wappen.svg BB 09. Okt.  bewohnte Unterkunft Mutmaßlich rechtsextreme Täter warfen in der Nacht zum 9. Oktober 2012 Steine und Farbbeutel auf ein Asylbewerberheim. Dabei wurden zwei Glastüren beschädigt und ein Fenster zerstört. Eine in dem Zimmer schlafende Bewohnerin kam mit dem Schrecken davon.[28]

2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste flüchtlingsfeindlicher Angriffe in Deutschland 1990 bis 2013 (Deutschland)
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Übergriffe auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte 2013 (unvollständig)

Laut Bericht des Bundesamt für Verfassungsschutz des Jahres 2014 gab es im Jahr 2013 mindestens 55 rechtsextremistische „Straftaten gegen Asylunterkünfte“.[29] Im Bericht des Vorjahres schreibt das Bundesamt im Abschnitt über die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD): „die Instrumentalisierung des Themas ‚Asyl‘ erreichte ihren vorläufigen Höhepunkt im Oktober/November 2013 in der sächsischen Kleinstadt Schneeberg mit drei Demonstrationen der NPD den sogenannten Lichtelläufen – gegen ein örtliches Asylbewerberheim.“ (Siehe dazu Schneeberg wehrt sich.) Auch betonte das Bundesamt unter der Überschrift „Risiko einer Gewalteskalation“ zum Rechtsextremismus: „Seit Mitte des Jahres 2013 stellten die Sicherheitsbehörden eine Zunahme von Übergriffen auf Asylbewerberheime bzw. Flüchtlingsunterkünfte fest.“

Ort Bundes-
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Datum Anschlagsziel Verletzte Beschreibung
Saalfeld Coat of arms of Thuringia.svg TH 12. Feb.  bewohnte Unterkunft Unbekannte legten in der Nacht zum 12. Februar im Waschraum einer Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber ein Feuer. Durch einen verbrannten Duschvorhang entstand ein Sachschaden von 50 Euro.[30]
Arnstadt Coat of arms of Thuringia.svg TH 21. Juli  bewohnte Unterkunft Zwei Zeitsoldaten der Bundeswehr warfen am frühen Morgen Feuerwerkskörper auf ein Asylbewerberheim und weitere Pyrotechnik in den Hinterhof der Einrichtung, riefen rassistische Beleidigungen und zeigten mehrfach den Hitlergruß. Die alkoholisierten Täter wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen, die Polizei nahm Ermittlungen wegen Volksverhetzung und Sachbeschädigung auf.[31]
Luckenwalde Brandenburg Wappen.svg BB 16. Aug.  bewohnte Unterkunft Unbekannte warfen in der Nacht auf den 16. August einen Molotow-Cocktail über die Toreinfahrt eines bewohnten Flüchtlingsheims, der auf der Einfahrt von alleine erlosch.[32]
Gemünden am Main Bayern Wappen.svg BY 18. Okt.  bewohnte Unterkunft 2 Verletzte Durch ein Feuer in einem Asylbewerberheim wurden zwei Bewohner verletzt, es entstand Sachschaden von 15.000 Euro. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.[33][34]
Wehr Coat of arms of Baden-Württemberg (lesser).svg BW 19. Okt.  bewohnte Unterkunft Ein versuchter Brandanschlag auf ein Asyl- und Obdachlosenunterkunft in Wehr konnte am frühen Morgen dank des schnellen Eingreifens von Hausbewohnern verhindert werden. Unbekannte hatten im Treppenhaus Brandbeschleuniger ausgeschüttet und angezündet.[35]
Borna Coat of arms of Saxony.svg SN 31. Dez.  bewohnte Unterkunft Eine Gruppe unbekannter Jugendlicher warf unter fremdenfeindlichen Rufen Feuerwerkskörper in Richtung eines Asylbewerberheims.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x Hermann Langer: Flächenbrand von rechts. Verlag Jugend und Geschichte, Rostock 1993, ISBN 3-929544-04-0 [darin S. 59–74 eine Auswahl von Überfällen in Mecklenburg-Vorpommern bis Ende 1991]
  2. a b c d e f g h i j k l m n o Hermann Langer: Flächenbrand von rechts. Verlag Jugend und Geschichte, Rostock 1993, ISBN 3-929544-04-0 [darin S. 59–74 eine Auswahl von Überfällen in Mecklenburg-Vorpommern bis Ende 1992]
  1. Mut gegen rechte Gewalt: Chronik flüchtlingsfeindlicher Vorfälle (Memento des Originals vom 21. Oktober 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mut-gegen-rechte-gewalt.de; Netz gegen Nazis: Monatschroniken
  2. Wieso kommen die noch? In: Der Spiegel Heft 8, 1990, S. 30
  3. Die Narben auf der Seele bleiben, Rheinische Post, 1. Oktober 2011
  4. Asylbewerberkind angezündet: Die Geschichte von Zainab Saado, Spiegel TV
  5. Ulrich Herbert: Geschichte der Ausländerpolitik in Deutschland. München 2001, S. 304.
  6. 149 Todesopfer rechter Gewalt, Tagesspiegel, 31. Mai 2012.
  7. a b Hans-Jürgen Weiß: Gewalt von Rechts – (k)ein Fernsehthema?, Leske + Budrich, Opladen 1995, S. 53.
  8. a b c d Hans-Jürgen Weiß: Gewalt von Rechts – (k)ein Fernsehthema?, Leske + Budrich, Opladen 1995, S. 54.
  9. Am Anfang stand ein Gerücht, nrhz.de, 23. Mai 2006.
  10. Rassismus tötet! 1992. Pogrom in Mannheim-Schönau. Ein Interview mit Matthias Möller. auf YouTube, vom 20. Mai 2012.
  11. Chronologie der Krawalle in Rostock-Lichtenhagen, ndr.de, abgerufen am 18. Juli 2015
  12. Andrea Hilscher: Cottbus: Drei Nächte voller Feuer, Angst und Gewalt in Cottbus. In: Lausitzer Rundschau online. 31. August 2012, abgerufen am 25. August 2015.
  13. Quedlinburg 1992 – Angriffe auf das Asylbewerberheim. (Nicht mehr online verfügbar.) In: mdr.de. 30. Juli 2015, archiviert vom Original am 24. Mai 2016; abgerufen am 23. Mai 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mdr.de
  14. Brandstiftung: Schwerer Schlag fürs Dorf, Der Spiegel, 3. Februar 1997.
  15. a b Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen 1993, ari-berlin.de
  16. Konkret 2/93, S. 17
  17. Antirassistische Initiative Berlin (1996): Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen. 1993
  18. Susanne Peyronnet: Feuertod in der Hafenstraße, Lübecker Nachrichten, 17. Januar 2015
  19. Rainer Link: Zehn tote Asylbewerber, keine Spur von den Tätern. Rekonstruktion einer Fahndung, Deutschlandfunk, 6. Februar 2015; Sendemanuskript online
  20. Hostel blaze kills 10 migrants (englisch)
  21. Anschlag auf Asylbewerberheim: Hohe Haftstrafen für Skinheads, Der Spiegel, 14. November 2000
  22. Extremisten: Bombe im Kühlschrank, Focus, 6. November 2000
  23. Bundesministerium des Inneren (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht 2005. Berlin Mai 2006, S. 35.
  24. Baden-Württemberg: Brand in geplanter Flüchtlingsunterkunft. In: Zeit Online. 24. August 2015, abgerufen am 21. Oktober 2016.
  25. Anschlag auf Asylbewerberheim: Haftstrafen für die Brandstifter, Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2010
  26. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage: Proteste gegen und Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte, Deutscher Bundestag, Drucksache 18/1593, 18. Wahlperiode, 30. Mai 2014. (PDF-Datei)
  27. Verfassungsschutzbericht 2013 (Memento des Originals vom 16. Oktober 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.verfassungsschutz.de, herausgegeben vom Bundesministerium des Innern, Seite 122f.
  28. Anschlag auf Asylheim, Berliner Zeitung, 10. Oktober 2012
  29. Verfassungsschutzbericht 2014, herausgegeben vom Bundesministerium des Innern, Seite 35–36
  30. Unbekannte legen Brand in Asylbewerberheim Saalfeld. Thüringer Allgemeine, 13. Februar 2013, abgerufen am 19. Juli 2015.
  31. Bundeswehr-Soldaten attackieren Asylbewerberheim in Arnstadt, Die Zeit, 22. Juli 2013
  32. Brandsatz auf Luckenwalder Asylheim geworfen. In: Märkische Allgemeine Zeitung. 16. August 2013, abgerufen am 26. August 2015.
  33. Feuer im Asylbewerberheim: Polizei sucht Brandstifter. Augsburger Allgemeine, 21. Oktober 2013, abgerufen am 19. Juli 2015.
  34. Gemünden: Tätersuche nach Brand in Asylbewerberheim bislang erfolglos. 106,9 Radio Gong, 13. November 2013, abgerufen am 19. Juli 2015.
  35. Anschlag auf Asylbewerber-Unterkunft kann vereitelt werden, Südkurier, 21. Oktober 2013