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Liste historischer Gasthäuser in Radebeul

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Gasthof Serkowitz, 1337 ersterwähnt, eines der fünf historischen Brauschenkgüter der Lößnitzortschaften.
Spitzhaus. Im ursprünglichen Mittelbau übernachteten schon Kaiser Joseph II., Otto von Griechenland, Karl X. von Frankreich und Kronprinz Wilhelm I. von Preußen.

Die Liste historischer Gasthäuser in Radebeul gibt eine Übersicht über historisch bedeutsame Gasthäuser, Gaststätten sowie Hotels auf dem Gebiet der sächsischen Stadt Radebeul.

Aufgeführt sind noch bestehende Betriebe oder deren Gebäude, die entweder unter Denkmalschutz stehen oder standen oder die durch historische Erwähnung seit vorvergangenen Jahrhunderten aus der noch größeren Menge solcher Gebäude beziehungsweise Betriebe hervortreten. Die davon inzwischen abgegangenen Gebäude finden sich in einer separaten Aufstellung.

Die älteste Bedeutung kommt hierbei den fünf historischen Brauschenkgütern der Lößnitz zu. Der Gasthof Serkowitz wurde bereits 1337 als Erbschänke erwähnt, der Besitzer war Mitglied der Altgemeinde und bekleidete lange das Amt des Ortsrichters. Das Schänkgut war über Jahrhunderte die einzige Bierschänke im Kirchspiel Kaditz. Der Gasthof Naundorf wurde 1349 ersterwähnt, war in den 2000er Jahren im Verfall begriffen und wurde 2012 abgerissen. Der 1479 erwähnte Gasthof Zitzschewig wurde Mitte der 2000er Jahre trotz Denkmalschutz abgebrochen, da er verfallen war. Die beiden Brauschenkengüter in Kötzschenbroda, die Oberschänke und der Goldene Anker, wurden in den ältesten erhaltenen Kötzschenbrodaer Dorfrügen von 1497 erwähnt. Beide sind auch heute noch als Gasthäuser in Betrieb. Neben den Bierbrauschenken in den Dorfkernen gab es aber auch auf den Weinbergsfluren Weinausschänke wie die Winkelschänke im Weingut Liborius, wo die Familie Senfft von Pilsach später ein Herrenhaus errichtete. Auch das Gasthaus Weintraube, aus dem später die „Gold'ne Weintraube“ werden sollte und in einen Teil des Gebäudes noch später die Landesbühnen Sachsen einzogen, fing ursprünglich als Weinschank ohne Konzession an.

Teilweise wurden die Gasthäuser gar nicht als Gasthaus errichtet, so das Spitzhaus, das erst ein Weinbergsgebäude, dann ein Lustschloss der Wettiner war und das seit Ende des 19. Jahrhunderts ein Restaurant beherbergt. Auch die Alte Apotheke am Anger von Kötzschenbroda wurde ursprünglich als Apotheke für eine andere Verwendung genutzt. Andersherum dienen ehemalige Gaststätten- beziehungsweise Restaurantgebäude heute anderen Zwecken, so Schloss Wettinshöhe oder das Kurhaus Wettin, die beide zu Wohnzwecken umgewandelt wurden, oder das Albertschlösschen, das als Restaurant mit Konditorei errichtet wurde, heute jedoch das Stadtarchiv von Radebeul beherbergt. Die Lößnitzperle, um 1860 als Bahnhofshotel errichtet, ist heute ein Wohn- und Geschäftshaus, während der ehemalige Herrensitz Sorgenfrei heute als Hotel und Restaurant genutzt wird.

Von weniger als einem Dutzend regulärer Schankwirtschaften um das Jahr 1800 herum stieg die Zahl der Ausflugs- und Balllokale, Berggaststätten, Schänken, Einkehrstätten und Cafés auf dem Gebiet der Lößnitz bis auf über 60 im Jahr 1897, trotz erheblicher Auflagen für die Bewilligung der Konzession. Trotz Erstem Weltkrieg und Hyperinflation stieg die Zahl in den beiden Städten Kötzschenbroda und Radebeul, ohne die Gemeinden Oberlößnitz und Wahnsdorf, laut Adressbuch von 1927 bis auf an die 80 an. Erst die Verwahrlosung, die zu zahlreichen Schließungen aus hygienischen Gründen führte, die Umwandlung in betriebliche Objekte und verändertes Freizeitverhalten zu DDR-Zeiten führte zu einem ab den 1950er Jahren beschleunigten Gaststättensterben.

Legende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in der Tabelle verwendeten Spalten listen die im Folgenden erläuterten Informationen auf:

  • Name, Bezeichnung: Bezeichnung des einzelnen Objekts.
  • Adresse, Koordinaten: Heutige Straßenadresse, Lagekoordinaten.
Übersicht über die Lage der Radebeuler Stadtteile
Abkürzungsverzeichnis:[1]
Demnach sind:
  • ED SG WLG: Ausgewiesene Einzeldenkmale als Teile einer umfangreicheren Sachgesamtheit innerhalb eines Werks der Garten- und Landschaftsgestaltung.
  • ED WLG: Ausgewiesene Einzeldenkmale innerhalb eines Werks der Garten- und Landschaftsgestaltung.
  • Bild: Foto des Hauptobjekts.

Historische Gasthäuser, Gaststätten und Hotels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgegangene Gasthäuser und Hotels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Große Kreisstadt Radebeul (Hrsg.): Verzeichnis der Kulturdenkmale der Stadt Radebeul. Radebeul 24. Mai 2012, S. 1–40 (Letzte von der Stadt Radebeul veröffentlichte Denkmalliste. Der Landkreis Meißen stellt die Radebeuler Kulturdenkmale über die gemeinsame sächsische Datenbank Denkmalliste des Landes Sachsen dar.).
  • Frank Andert (Red.): Stadtlexikon Radebeul. Historisches Handbuch für die Lößnitz. Herausgegeben vom Stadtarchiv Radebeul. 2., leicht geänderte Auflage. Stadtarchiv, Radebeul 2006, ISBN 3-938460-05-9.
  • Volker Helas (Bearb.): Stadt Radebeul. Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Große Kreisstadt Radebeul (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Sachsen). SAX-Verlag, Beucha 2007, ISBN 978-3-86729-004-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volker Helas (Bearb.): Stadt Radebeul. Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Große Kreisstadt Radebeul (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Sachsen). SAX-Verlag, Beucha 2007, ISBN 978-3-86729-004-3 (Siehe beiliegende Karte).
  2. Manfred Richter: Gemeinde Lindenau. In: Niederlößnitz von anno dazumal. Abgerufen am 30. Oktober 2010.
  3. Gottfried Thiele: Radebeul. In: Die Reihe Archivbilder. Sutton Verlag, Erfurt 1997, ISBN 3-89702-006-8, S. 72.
  4. Gottfried Thiele: Radebeul. In: Die Reihe Archivbilder. Sutton Verlag, Erfurt 1997, ISBN 3-89702-006-8, S. 116.
  5. Radebeuler Bauherrenpreis 2000. Kategorie: Sonderpreis Sanierung eines kulturhistorisch wertvollen Ensembles. In: Radebeuler Bauherrenpreis. verein für denkmalpflege und neues bauen radebeul, abgerufen am 9. Oktober 2009.
  6. Manfred Richter: Badhotel; Obere Bergstraße 62. In: Niederlößnitz von anno dazumal. Abgerufen am 16. Mai 2013.
  7. Radebeuler Bauherrenpreis 2008. Kategorie: Bauen im Bestand. In: Radebeuler Bauherrenpreis. verein für denkmalpflege und neues bauen radebeul, abgerufen am 9. Oktober 2009.
  8. Manfred Richter: Jägerhof; Dr.-Rudolf-Friedrich-Str. 27. In: Niederlößnitz von anno dazumal. Abgerufen am 16. Mai 2013.
  9. Manfred Richter: Flora, Weingaststätte; Dr.-Rudolf-Friedrich-Str. 31. In: Niederlößnitz von anno dazumal. Abgerufen am 16. Mai 2013.
  10. Adressbuch Radebeul 1939, S. 100.
  11. Manfred Richter: Goldene Weintraube; Meißner Straße 152. In: Niederlößnitz von anno dazumal. Abgerufen am 16. Mai 2013.
  12. Radebeuler Bauherrenpreis 2004. Kategorie: Öffentliche/ Gewerbliche Bauten. In: Radebeuler Bauherrenpreis. verein für denkmalpflege und neues bauen radebeul, abgerufen am 9. Oktober 2009.