Liste von Höhlen im Sauerland

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Die Liste von Höhlen beschreibt Höhlen unterschiedlicher Art und Länge, darunter auch einige zerstörte Höhlen, im Sauerland. Sie bildeten sich vor allem im mitteldevonischen Massenkalk der Region. Im 19. Jahrhundert wurden einige Höhlen unter anderem von Johann Jacob Nöggerath, Rudolf Virchow, Emil Carthaus, Johann Carl Fuhlrott, Heinrich von Dechen und Hermann Schaaffhausen untersucht.[1]

Höhlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Stadt bzw. Gemeinde Lage Länge/Tiefe
(Meter)
Beschreibung Bild
Alte Höhle Hemer-Sundwig Felsenmeer Hemer 630 Perick-Höhlensystem Alte Höhle
Atta-Höhle Attendorn Biggetal 6.670 1907 entdeckt; Schauhöhle Attahöhle
B7-Höhle Iserlohn-Grüne Grüner Tal 5.000 1965 entdeckt
Balver Höhle Balve Hönnetal 138 1690 entdeckt; Kulturhöhle Balver Höhle
Bilsteinhöhle Warstein Bilsteinbach 1.700 1887 entdeckt durch Waldarbeiter Franz Kersting; seit 1888 Schauhöhle. Bilsteinhöhle
Bunkerhöhle Iserlohn-Grüne Grüner Tal 2.000 (bislang) Bunker-Emst-System, Verbindung zur Emsthöhle
Große Burghöhle Hemer-Brockhausen Hönnetal 19 Fundstätte unter anderem einer Bronzeplastik (Wasservogel) aus der älteren Eisenzeit. Große Burghöhle
Burschenhöhle Balve-Binolen Hönnetal 9 Paläolithische Höhlenfunde. Auch Monarchen-Höhle genannt. Burschenhöhle
Kleine Burschenhöhle Balve-Binolen Hönnetal 11 Kluftfugenhöhle Kleine Burschenhöhle
Dahlmannhöhle Balve-Volkringhausen, Sanssouci Hönnetal 31 Flusshöhle, Wasserauswaschungen, keine Tropfsteine, geringe Versinterungen. Der Höhleneingang hat eine Breite von 1,80 Meter und eine Höhe von 1,20 Meter. Die Höhle befindet sich in Privatbesitz und ist geschützt.[2]
Dechenhöhle Iserlohn-Grüne Grüner Tal 870 Schauhöhle Dechenhöhle
Dröscheder Schacht Iserlohn-Dröschede Grüner Tal
Emsthöhle Iserlohn-Grüne Grüner Tal 700 (bislang) Bunker-Emst-System, Verbindung zur Bunkerhöhle
Feldhofhöhle Balve-Binolen Hönnetal 300 (bislang) Die Feldhofhöhle gehört zusammen mit der Friedrichs- und Tunnelhöhle zu einem gemeinsamen Höhlensystem, das von zwei Bächen geprägt ist.[3] Feldhofhöhle
Friedrichshöhle Balve-Binolen Hönnetal 1.290 (bislang) Die Friedrichshöhle gehört zusammen mit der Feldhof- und Tunnelhöhle zu einem gemeinsamen Höhlensystem, das von zwei Bächen geprägt ist.[3] Friedrichshöhle
Höhle im Frettertal[4] Finnentrop Frettertal Die Höhle liegt 6 Kilometer nördlich von Finnentrop und ist Fundstätte von Hyänenresten aus Höhlenablagerungen.[4]
Frühlinghauser Höhle Balve-Frühlinghausen Hönnetal 18 Versteinerungen des Devons an den Wänden[5]
Gesshardthöhle Altena nordwestlich von Altroggenrahmede 209 1911 entdeckt, heute Naturschutzgebiet
Grürmannshöhle Iserlohn-Oestrich Lenne 5 Die Höhle befindet sich im Massenkalk der Felsformation Pater und Nonne im Pater am Burgberg. Sie war Fundstätte zahlreicher Knochen von Tieren der Eiszeit.[6] Grürmannshöhle
Heinrich-Bernhard-Höhle Plettenberg Lettmecke 192 1934 entdeckt und durch Bernhard Klein und Heinrich Decker erforscht und erschlossen.[7] Die Höhle ist seit 2. Oktober 2000 als Bodendenkmal geschützt.
Heinrichshöhle Hemer-Sundwig Felsenmeer Hemer mehr als 3000 1812 entdeckt[8](Seite 175), seit 1904 Schauhöhle; Perick-Höhlensystem Heinrichshöhle
Höhle an der alten Schule Balve-Sanssouci Hönnetal 9 Die sehr enge Spaltenhöhle befindet sich im Kalksteinmassiv „Im Beil“ zusammen mit zwei weiteren Höhlen (Höhle „Im Beil“ und Johanneshöhle). An vielen Stellen ist die Johanneshöhle nach oben offen und vermittelt den Charakter eines Kamins.[9]
Höhle „Im Beil“ Balve-Sanssouci Hönnetal 57 Die Spaltenhöhle befindet sich im Kalksteinmassiv „Im Beil“ zusammen mit zwei weiteren Höhlen (Johanneshöhle und Höhle an der alten Schule).[10]
Hohler Stein Rüthen-Kallenhardt 30 Archäologische Funde Hohler Stein
Honerthöhle Balve-Volkringhausen Hönnetal 49 (ursprünglich) Die Höhle ist dem Kalkabbau eines Steinbruchs zum Opfer gefallen.
Hülloch Kierspe Am Berg Arnei unbekannt 2010 wiederentdeckt
Hüttenbläserschachthöhle mit Nebenhöhle Iserlohn-Grüne Grüner Tal 3.750 (bislang), mit Nebenhöhle zusammen über 4800 (bislang) 1993 entdeckt.[11]
Illingheimer Höhle Sundern-Amecke Sümpfel 120 (bislang) 1851 entdeckt; Eingang später verstürzt und 2012 wieder entdeckt.[12]
Johanneshöhle Balve-Sanssouci Hönnetal 6 Kleinhöhle. Sie befindet sich im Kalksteinmassiv „Im Beil“ zusammen mit zwei weiteren Höhlen (Höhle „Im Beil“ und Höhle an der alten Schule).[13]
Karhofhöhle Balve Hönnetal Karhofhöhle
Kepplerhöhle Balve Hönnetal 1910 entdeckt, Fundort von Knochen von Höhlenlöwen, 1920 zerstört.[14]
Knitterhöhle Iserlohn-Grüne Grüner Tal 800 (+) (bislang) Aktive Wasserhöhle in unteren Teilen (Knitterbach)
Kreuzhöhle Iserlohn-Grüne Grüner Tal 750
Leichenhöhle Balve-Binolen Hönnetal 35 1891 unternahm Emil Carthaus eine Grabung in der Leichenhöhle. Es folgten weitere Grabungen in den Folgejahren. Man fand menschliche Gebeine und Totenbeigaben. Ob es sich bei der Höhle um eine Begräbnisstätte oder einen rituellen Opferplatz gehandelt hat, ist bislang nicht geklärt. Bei der Höhle handelt es sich um eine Schlauchhöhle mit Endhalle. Die engste Stelle der Zuwegung misst etwa 40 cm.[15][16] Blick aus der Leichenhöhle in den Wald
Liet-Höhle Warstein
Martinshöhle Iserlohn-Oestrich Burgberg Einige Jahre nachdem 1875 der Bonner Anatom Hermann Schaaffhausen zahllose Steinwerkzeuge in der Höhle fand, fiel diese dem Steinbruch zum Opfer. Es konnten Fundhorizonte aus dem Mittelpaläolithikum entdeckt werden.[17] Martinshöhle
Muttersteinhöhle Finnentrop-Altfinnentrop Biggetal 348 1980 wurde der Eingang durch die Deutsche Bundespost bei Kabelverlegungsarbeiten freigelegt. In der Höhle befinden sich Aragonitkristalle und Excentriques.[18]
Ostenberghöhle Bestwig 622 1991 entdeckt Ostenberghöhle
Pferdestall Iserlohn-Grüne Grüner Tal
Preuß-Höhle Balve-Helle Hönnetal 150 (circa) Die Höhle liegt in der Westflanke des Hönnetals. Nach dem teilweise vermauerten Eingang, der eine Höhe und Breite von zwei Metern hat, folgt eine große Halle. Dieser Halle folgt ein ehemals vermauerter Gang, der zum Ende hin sehr schmal wird.[19]
Prinzenhöhle Hemer-Sundwig Felsenmeer Hemer 305 (circa) 1812 (+/-) entdeckt. Ist Teil des Perick-Höhlensystems. Prinzenhöhle
Reckenhöhle Balve-Binolen Hönnetal 2.500 Schauhöhle Reckenhöhle
Rösenbecker Höhle oder Hollenloch Brilon-Rösenbeck 2.700 Hollenloch
Schönebecker Höhle Herscheid Schönebecke 118 1870 bei Sprengarbeiten entdeckt, Naturdenkmal
Sebastian-Alberts-Höhle Iserlohn-Grüne Grüner Tal 53,15 2002 wurde die Höhle von Mitgliedern der Speläogruppe Letmathe entdeckt. Sie weist eine Höhendifferenz von 17,64 Meter auf.[20]
Große Sunderner Höhle Sundern 1961 wurde die für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Höhle entdeckt.[21] Sie steht unter Natur- und Wasserschutz.
Tunnelhöhle Balve-Binolen Hönnetal Die Tunnelhöhle gehört zusammen mit der Friedrichs- und Feldhofhöhle zu einem gemeinsamen Höhlensystem, das von zwei Bächen geprägt ist.[3] Tunnelhöhle
Veledahöhle Bestwig-Velmede Ruhrtal 243 Veledahöhle
Volkringhauser Höhle Balve-Volkringhausen Hönnetal 5 Der Höhleneingang, der 16 Meter über der Talsohle liegt, hat eine Breite von fünf und eine Höhe von 2,50 Meter.[22]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Streich: Unterirdische Zauberreiche des Sauerlandes. Verleger: Santz, Altena (Westf.) 1967.
  • Walter Sönnecken: Höhlen des Sauerlandes. Verleger: Beucker in Komm., Lüdenscheid 1966.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.historisches-centrum.de/index.php?id=152
  2. Dahlmann Höhle, Quelle: „Unterirdische Zauberreiche des Sauerlandes“, 1967, Heinrich Streich, S. 80
  3. a b c Caveman-online.de: Forschung unter der Heimat (Memento vom 7. Oktober 2007 im Internet Archive)
  4. a b Abhandlungen aus dem Landesmuseum für Naturkunde zu Münster in Westfalen, 22. Jahrgang 1960, Heft 3 (Oktober 1960): Florian Heller, Erlangen – Höhlen-Hyänen-Reste aus jungdiluvialen Ablagerungen Westfalens, S. 4 Abgerufen am 15. Januar 2015.
  5. Frühlinghauser Höhle, Quelle: „Unterirdische Zauberreiche des Sauerlandes“, 1967, Heinrich Streich, S. 30
  6. Dechenhöhle: Mit der Eisenbahn zur Dechenhöhle (Memento vom 21. April 2008 im Internet Archive) Abgerufen am 15. Januar 2015.
  7. Plettenberg-Lexikon: Heinrich-Bernhard-Höhle
  8. Ernst Probst: Höhlenlöwen Raubkatzen im Eiszeitalter
  9. Höhle an der alten Schule, Quelle: „Unterirdische Zauberreiche des Sauerlandes“, 1967, Heinrich Streich, S. 81
  10. Höhle im Beil, Quelle: „Unterirdische Zauberreiche des Sauerlandes“, 1967, Heinrich Streich, S. 81
  11. Naturschutz-Fachinformation NRW: DE-4611-303
  12. Heinz-Werner Weber: Die Unterwelt von Amecke – Geschichte einer verschollenen Höhle. Sunderner Heimatblätter 2015, 25. Folge: 20–24
  13. Johanneshöhle, Quelle: „Unterirdische Zauberreiche des Sauerlandes“, 1967, Heinrich Streich, S. 82
  14. Kepplerhöhle, Quelle: „Die Höhlen um Balve“, Dr. Clementine Lipperheide, Balve, 1930, zur Tausendjahrfeier und 500, Wiederkehr der Verleihung der Stadtrechte, S. 35
  15. Walter Sönnecken: Höhlen des Sauerlandes, 1966, S. 24/25
  16. 7Grad: Die Leichenhöhle, abgerufen am 26. April 2012
  17. Historisches Centrum Hagen: Erforschung der Blätterhöhle, Abschnitt Fundlandschaft
  18. Späleogruppe Letmathe auf dechenhöhle.de: Muttersteinhöhle., abgerufen am 10. April 2011
  19. 7Grad: Die Preuß-Höhle, abgerufen am 3. Februar 2011
  20. Caveman-online.de: Höhlen (Archiv-Version auf archive.org – Abruf 19. Dezember 2010) (Memento vom 7. Oktober 2007 im Internet Archive)
  21. Ruhruniversität Bochum: Arbeitsgruppe Höhlen (Memento vom 17. August 2007 im Internet Archive)
  22. Volkringhauser Höhle, Quelle: „Unterirdische Zauberreiche des Sauerlandes“, 1967, Heinrich Streich, S. 116