Liste von Wetterereignissen in Europa

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Die Liste von Wetterereignissen in Europa gibt eine Übersicht über als Unwetter bezeichnete Extremwetterereignisse, darunter auch Naturkatastrophen (Schadereignisse) von historischer Bedeutung. Die Namen werden nach nationalen Gewohnheiten vergeben, siehe Namensvergabe für Wetterereignisse.

Legende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Index
Name: > 1 A–J · K–R · S–Z
Ereignis: Hochwässer · StarkwindeS · Sonstiges; Zeitraum: vor 1900 · 20. Jh. · 21. Jh.
Todesopfer: ja · nein · unbekannt / keine Angabe; Sachschäden: Sachschaden > 1 Milliarde € · Sachschaden < 1 Milliarde € · unbeziffert / unbekannt / keine Angabe
Bemerkungen Jahrhundertereignis und mehr · nur wenige Ereignisse per Jh. · unbekannt / keine Angabe
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Liste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Datum: Daten vor Oktober 1582 im julianischen Kalender nicht umgerechnet, danach im gregorianischen Kalender (Ungenauigkeiten in Ländern, die den neuen Kalender später eingeführt haben, sind möglich)
  • Opfer: vermeldete Todesopfer und Betroffene
  • Schäden: bekannte Schadenssummen in Mio. Euro, allfällig Zeitwert umgerechnet: Historische Schätzungen sind im Allgemeinen volkswirtschaftlicher Schaden, ein Wert als Versicherungsschaden ist naturgemäß je nach Ereignis etwas bis um Größenordnungen niedriger als der volkswirtschaftliche Schaden. Ältere Daten sind meist niedriger, weil die Schadensberechnungen anders verliefen, frühe Ereignisse können kaum geschätzt werden.
  • Bemerkungen: sortierbar nach bekannter oder geschätzter Jährlichkeit
Name Ereignis Zeitraum Opfer Schäden Region Bemerkungen


Wetteranomalie von 535/536 mehrjährige Kaltphase 535/536
Hungerjahr 784[1] 784
Kälteanomalie 821–824[2] Kältewelle 821–824 sehr feuchte, kalte Jahre mit Ernteausfällen, Hungersnöten und Seuchen Britannien, Kontinentaleuropa, auch Teile Asiens wahrscheinlich durch mehrere Vulkaneruptionen, darunter eine des Katla 822/823[3]
Kälteanomalie 1010/11[4] Kältewelle 1010/11 außerordentlich strenger Winter mit Eis auf dem Bosporus und dem Nil Europa
Julianenflut Sturmflut 17. Feb. 1164 geschätzt 20.000 k. A. Nordseeküste
Erste Marcellusflut Sturmflut 16. Jan. 1219 geschätzt 36.000 k. A. Nordseeküste
Allerkindleinsflut Sturmflut 28. Dez. 1248 unbekannt Entstehen der Westfriesischen Inseln, Altenwerder, Finkenwerder Nordseeküste
Ausbruch des Samalas 1257  Sep. 1257 Abkühlung, Verdunklung weltweit, v. a. Südostasien und Europa Eintrag von 258 Teragramm (258×1012 g) Sulfataerosole in die Stratosphäre
Allerheiligenflut 1304 Sturmhochwasser 01. Nov. 1304 unbekannt Landverluste auf Rügen und Usedom, Bildung des Greifswalder Boddens und von Ruden Ostseeküste
Der große Hunger[1] 1315 bis 1322
Magdalenenhochwasser Hochwasser  Juli 1342 unbekannt k. A., Schluchtenreißen, Abschwemmen von Erde, regional bis auf die Steinverwitterungsschicht (geoarchäologische Belege) Mitteleuropa: u. a. Rhein, Main, Donau, Mosel, Lahn, Weser, Werra, Unstrut, Moldau und Elbe wird als mehr als 1000-jährlich vermutet
Kälteanomalie 1346/47[1] Kältewelle 1346 und 1347
Zweite Marcellusflut, Erste Grote Mandränke Sturmflut 15. Jan. 1362 10.000 möglich Untergang von Rungholt Nordseeküste
Elisabethenflut 1404 Sturmflut 19. Nov. 1404 unbekannt Städte IJzendijke und Hugevliet ersoffen Nordseeküste der Niederlande
Elisabethenflut 1421 Sturmflut 18. Nov. 1421 bis 10.000 Bildung der Unlande Hollands Diep und de Biesbosch Nordseeküste der Niederlande
Wetteranomalien der 1430er Jahre Kältewelle 1431 bis 1439 unbekannt Dekade mit sehr kalten und langen Wintern und nassen Sommern. Führte zu großen Hungersnöten. ganz Europa
Allerheiligenflut 1436 Sturmflut 01. Nov. 1436 180 belegt Zerstörung von Eidum, List Nordseeküste
Donauhochwasser 1501 Hochwasser 15. Aug. 1501 Donau, Elbe, Oder
Allerheiligenflut 1570 Sturmflut 01. Nov. 1570 um 20.000 k. A. Nordseeküste
Thüringer Sintflut Hochwasser 29. Mai 1613 2261 k. A. Saale und Nebenflüsse
Eisflut 1626 Sturmflut   1626 k. A. schwere Deichschäden durch Eisschollen Nordseeküste
Burchardiflut, Zweite Grote Mandränke Sturmflut 11. Mai 1634 8.000–15.000 Landverluste und Auseinanderreißen von Strand Nordseeküste
Winter 1607/08, der „Große Winter“ Kältewelle 1607/08 k. A. Europa der kälteste Winter Europas vermutlich seit 763/764
Winter 1657/58 Kältewelle 1657 bis Juni 1658 k. A. Westeuropa streng und schneereich, Öresund gefroren (Frieden von Roskilde)
Winter 1683/84 Kältewelle 1683/84 k. A. Westeuropa auf den Britischen Inseln der kälteste aufgezeichnete Winter
Großer Sturm von 1703 Sturm 24. Nov. 1703 8.000–15.000 verheerte Küstenstädte, dreizehn Schiffe der Royal Navy gesunken Britische Inseln gilt als der schwerste Sturm, der die Britischen Inseln und den Ärmelkanal jemals heimgesucht hat
Jahrtausendwinter von 1708/1709 (Der kalte Winter von 1709)[5][6][1] Kältewelle   1708/09 unbekannt k. A. Europa Der Gardasee fror zu, ebenso die Kanäle von Venedig und die Mündung des Tejo/Portugal; langandauernde Kälte, eine europaweite Hungersnot im folgenden Sommer.
Winter 1739/40 Kältewelle Okt. 1739 bis Juni(!) 1740 k. A. Europa der härteste Winter Europas im 2. Jahrtausend, vermutlich dem Winter 763/764 vergleichbar, vergl. auch Eishaus (Sankt Petersburg)
Hamburg-Flut von 1771 Sturmflut   1771 unbekannt k. A. Elbemündung
Winter 1783/84 Vulkanischer Winter   1783/84 Schätzungen: weltweit wohl einige Millionen Opfer, europaweit in die Hunderttausende weltweit Ernteausfälle 1783, Schnee und schwere Fröste Winter 1783/84, Flutkatastrophe in Europa im Frühjahr weltweit Laki/Asama-Ereignis, eine der weltweit größten Umweltkatastrophen der frühen Neuzeit
Eishochwasser Februar/März 1784 Hochwasser  Feb. 1784 unbekannt Zerstörung vieler Brücken (Heidelberg, Roßlau), Zerstörung von Bauten in Ufernähe durch Eisgang (Kirche Wegstädtl/Elbe, Würzburg, Bamberg, Köln etc.) Deutschland: u. a. Rhein, Neckar, Main, Donau, Elbe, Saale, Glan, wird als mehr als 500-jährlich vermutet
Jahr ohne Sommer 1816 Vulkanischer Winter   1816 unbekannt Hungersnöte durch Ernteausfälle, Wirtschaftskrisen, Aufstände weltweit Folge des Ausbruchs des Vulkans Tambora im heutigen Indonesien
Den galne måndagen[7] Sturm 11. Mär. 1822 300 geschätzt k. A. Norwegen
Night of the Big Wind[8] Sturm 06. Jan. 1839 250–300 geschätzt k. A. Irland
Sächsische Sintflut Hochwasser  Mär. 1845 unbekannt k. A. Elbe stärkster bisher gemessener Durchfluss der Elbe
Ostseesturmhochwasser Sturmhochwasser   1872 271, ca. 15.000 Obdachlose Landverluste auf Lolland, Zingst wird Halbinsel Ostsee gilt als bisher schwerstes Sturmhochwasser der Ostsee
Tay Bridge Disaster Sturm 28. Dez. 1879 75 Einsturz der Firth-of-Tay-Brücke, ein Zug verunglückt Schottland
Märzorkan 1876 Sturm 12. Mär. 1876 unbekannt schwere Schäden im ganzen Nordmitteleuropa Nordmitteleuropa (insb. Südengland, Nordfrankreich, Beneluxstaaten, Norddeutschland, Dänemark) vermutlich mehr als 100-jährliches Ereignis, vergleichbar Daria 1990 und Lothar 1999
Unglück von Eyemouth Sturm 14. Okt. 1881 189 (Fischer auf See) 19 Boote gesunken oder gestrandet Schottland schwerste Katastrophe der schottischen Fischerei
Wirbelsturm in Oberbayern vom 14. Juli 1894 Sturm 14. Juli 1894


Wirbelsturm im Bergischen Land Tornado 14. Aug. 1906 3 Zerstörungen an Häusern, Brücken und Wäldern Bergisches Land
Tornado in Wiener Neustadt Tornado 10. Juli 1916 32, 300 Verletzte Schäden an über 150 Gebäuden Wiener Neustadt Stärke F3, Windgeschwindigkeiten wohl 330 km/h
Lawinenkatastrophe vom 13. Dezember 1916 in den Südalpen / Dolomiten Lawinen 13. Dez. 1916 mehrere 1000 Soldaten Südalpen / Dolomiten Dutzende von Lawinen verschütteten und töteten mehrere Tausend Soldaten während dem Alpenkrieg im Ersten Weltkrieg
Hochwasser im Osterzgebirge 1927 Hochwasser 08. Juli 1927 160 geschätzt über 100 Mio. RM (330 Mio. €) Erzgebirge
Hungerwinter 1946/47 Kältewelle 1946/47 in Deutschland: mehrere hunderttausend Menschen; etwa zeitgleich starben in der Sowjetunion während der Jahre von 1946 bis 1948 zwei Millionen Menschen an den Folgen des Hungers und extremer Wetterbedingungen.[9] traf das Nachkriegseuropa Europa schwerster Winter des 20. Jhs.
Lawinenwinter 1951 (Januar) Schneefall / Lawinen 19. Jan. 1951 235[10] etwa 1000 Gebäude beschädigt oder zerstört, 1951 insg. Folgeinvestitionen > 1 Mrd. € zentraler Alpenraum (Schweiz, Österreich, Italien) in der Schweiz zwischen dem 19. und 22. Januar über 1000 Schadlawinen
Lawinenwinter 1951 (Februar) Schneefall / Lawinen 11. Feb. 1951 30[10] um die 350 Gebäude beschädigt oder zerstört, Waldschäden, 1951 insg. Folgeinvestitionen > 1 Mrd. € Alpensüdseite in der Schweiz zwischen 11. und 15. Februar 300 Schadlawinen
Hollandsturmflut Sturmflut 01. Feb. 1953 2160 k. A. Nordseeküste der Niederlande gilt als die schwerste Nordsee-Sturmflut des 20. Jahrhunderts
Sturmflut 1962 Sturmflut 16. Feb. 1962 315 (Hamburg), zigtausende Obdachlose 650 Mio. DM, etwa 6.000 zerstörte Gebäude, ein Sechstel des Hamburgischen Staatsgebietes unter Wasser Nordseeküste erster Einsatz der Bundeswehr im Inneren zur Katastrophen-Abwehr
Winter 1962/63 Kältewelle Dez. 1962 bis Feb. 1963 k. A. k. A. Europa, insb. Nordwest-Mitteleuropa die größte Kälteperiode seit 1740 bzw. 1684
Adolph-Bermpohl-Orkan,
Zweite Niedrigwasser-Orkanflut
Sturm mit Sturmflut 23. Feb. 1967 80 Seeleute Unglück der Adolph Bermpohl, schwere Verwüstungen im Binnenland Nordsee (Deutsche Bucht) Sturmflut, ausgelöst durch einen schweren Orkan, bei dem bisher nicht gemessene Windgeschwindigkeiten festgestellt werden. Spitzenböen überstiegen den Messbereich damaliger Anemometer. Vermutlich weit über 180 km/h.
Skane-Orkan Sturm 17. Okt. 1967 mindestens 32 k. A. Deutschland, Dänemark, Südschweden führt zu einem Ausfall des Tideniedrigwassers an den Pegeln in der Deutschen Bucht.
Tornado über Pforzheim Tornado 10. Juli 1968 2, 200 Verletzte 100 Mio. DM, 2.300 Häuser binnen 3 Minuten beschädigt Pforzheim (Baden-Württemberg) Stärke F4 auf der Fujita-Skala
Orkan Quimburga (Niedersachsenorkan) Sturm 13. Nov. 1972 73 (4 Seeleute) (Deutschland, Belgien, Niederlande) über 1 Mrd. DM schwere Verwüstungen, insb. Windwurf Norddeutschland, insb. Niedersachsen Bei Windgeschwindigkeiten über 200 km/h werden in Niedersachsen weite Gebiete binnen zwei Stunden praktisch völlig entwaldet.
Capella-Orkan Sturm mit Sturmflut 03. Jan. 1976 27 (11 Seeleute) Unglück der Capella, 450 Mio. € insg. Nordsee einer der schwersten Orkane des 20. Jahrhunderts
Schneekatastrophe in Norddeutschland Schneefall  Dez. 1978 / Februar 1979 23 (BRD 17, DDR 5) BRD: 140 Mio. DM Norddeutschland zwei Schneestürme mit Eis und Verwehungen, einer der schwersten Winter für Norddt. im 20. Jh.
Orkan beim Fastnet Race Sturm   1979 19 k. A. Ärmelkanal größte Katastrophe des Yachtsports
Kältewelle auf den Britischen Inseln 1981/1982[11] Kältewelle mit Schneefall Dez.–Jan. 1981/82 k. A. 575 Mio. € (Gesamtschaden, umgerechnet) Britische Inseln schneereichster Winter Westeuropas des 20. Jahrhunderts
Hagelsturm von München Hagel 12. Juli 1984 keine ungefähr 1,5 Mrd. € Münchner Osten das bis dahin teuerste Naturereignis in Deutschland
Kältewelle in Europa 1985 Kältewelle mit Schneefall Jan./Feb. 1985 ? 440 Mio. € (Gesamtschaden) ganz Europa, insb. Westeuropa
Kältewelle in Europa 1987[12] Kältewelle  1.–15. Jan. 1987 k. A. 420 Mio. € (Gesamtschaden) Europa (Skandinavien bis Rumänien)
Westeuropa-Orkan Sturm 15. Okt. 1987 29 6 Mrd. DM Westeuropa, insb. England, Nordfrankreich in England schwerster Sturm seit 1703
Orkan Daria Sturm 25. Jan. 1990 mind. 94 4–6 Mrd. € (versichert) Nordwest-Mitteleuropa (Großbritannien, Niederlande, Frankreich, Deutschland)
Orkan Vivian Sturm 25. Feb. 1990 64 1,1 Mrd. € (versichert), insb. auch Forstschäden (mit Wiebke über 70 Mill. EFm, größter Schaden seit 45) Nordwest-Mitteleuropa (Britische Inseln, Frankreich, Benelux-Länder, Deutschland, Schweiz) mehrere aufeinanderfolgende Sturmfluten in Hamburg
Orkan Wiebke Sturm 28. Feb. 1990 35 etwa 3 Mrd. € (versichert), insb. auch Forstschäden (mit Vivian über 70 Mill. EFm, größter Schaden seit 45) Mitteleuropa (Deutschland, Schweiz, Österreich) drei Tage nach Vivian
Kältewelle auf den Britischen Inseln 1991 Kältewelle mit Schneefall  Feb. 1991 ? 390 Mio. € (Gesamtschaden) Britische Inseln
Kältewelle in Westeuropa 1992 Kältewelle  Jan. 1992 ? 250 Mio. € (Gesamtschaden) Westeuropa (insb. Frankreich) Schnee in Spanien bis zum Mittelmeer
Rheinhochwasser 1993 Hochwasser  Dez. 1993 keine 400–500 Mio. € Rhein teils Höchstwasserstände des Jahrhunderts, sonst wie 1926
Kältewelle in Osteuropa 1996/1997 Kältewelle 26. Dez. 1996 bis 8. Jan. 1997 k. A. 795 Mio. € (Gesamtschaden, umgerechnet) Mittel- und Osteuropa Wirtschaftskrise mit Aufständen in Bulgarien
Oderhochwasser 1997 Hochwasser  Juli 1997 114 etwa 4,1 Mrd. € Oder, insb. Polen die größte bekannte Flut der Oder
Lawinenwinter 1999 (Lawinenkatastrophe von Galtür 23. 2.) Schneefall / Lawinen  Feb. 1999 70[10] (Galtür u. Valzur 38, Chamonix 12, Evolène 12), 100.000 in den Alpen eingeschlossen[13] 10–11 Mio. € (Galtür), insg. Folgeinvestitionen > 1 Mrd. € Alpenraum Westösterreichs und der Schweiz dem Lawinenwinter 1951 vergleichbar, über 1000 Lawinenereignisse[13], Hubschrauber-Evakuierung in Galtür von etwa 5000 Personen
Pfingsthochwasser 1999 Hochwasser 22. Mai 1999 keine k. A. Alpenraum (Vorarlberg, Bayern, Nordtirol) in diesem Bereich dem weiträumigeren Alpenhochwasser 2005 vergleichbar
Orkan Anatol Sturm 03. Dez. 1999 k. A. k. A. Nord-Mitteleuropa (Norddeutschland, Südschweden, Dänemark) in Dänemark schlimmster Orkan des 20. Jahrhunderts
Orkan Lothar Sturm 26. Dez. 1999 110 etwa 11,5 Mrd. € volksw., 6 Mrd. US$ Vers.; Windwurf ca. 200 Mio. Fm Mitteleuropa (Nordfrankreich, Südwestdeutschland, Schweiz, Liechtenstein, Vorarlberg/Österreich) übertraf Daria und Kyrill an Schadwirkung, schwerster Sturm seit 1876, größter bekannter Forstschaden in Mitteleuropa, einer der weltweit teuersten Stürme der letzten 50 Jahre
Donauhochwasser 2002 Hochwasser  Aug. 2002 7 auf 3,1 Mrd. € geschätzt (Österreich) Donau Oberlauf (Österreich, Bayern, Slowakei, Ungarn) als Jahrhunderthochwasser klassifiziert, vergleichbar 1899, übertraf 1954, zwei Hochwasserwellen, die zweite fällt mit dem Elbhochwasser 2002 zusammen
Elbhochwasser 2002 Hochwasser  Aug. 2002 17 (Tschechien) etwa 18 Mrd. € (15 Mrd. DE, 3,3 Mrd. Euro CZ) Elbe (Tschechien, Deutschland) als Jahrhunderthochwasser klassifiziert, in Sachsen spricht man auch von einer Jahrtausendflut
Orkan Jeanett Sturm 27. Okt. 2002 47 etwa 1,7 Mrd. € West- und Mitteleuropa (insb. Tschechien, Deutschland) stärkster Sturm seit Lothar 1999
Hitzewelle 2003 Hitzewelle  Aug. 2003 70.000 nach neueren Schätzungen der Mortalität geschätzt 13 Mrd. US$ Mittel- und Südwesteuropa (insb. Frankreich, Spanien, Portugal) vermutlich über 500-jährliches Ereignis (Dürrejahr 1540), vielleicht auch weitaus höher
Orkan Gudrun Sturm 08. Jan. 2005 mind. 17 2,25 Mrd. €, insb. Sturmholz Nord-Mitteleuropa (insb. Südskandinavien) In Halland und Småland wurden etwa 70 Millionen Kubikmeter Wald (drei bis vier Jahresernten) umgelegt, er übertraf die Stürme von 1969.
Alpenhochwasser 2005 Hochwasser 20. Aug. 2005 30 oder mehr um die 4 Mrd. €
(CH: 2,5 Mrd.,
Rumänien 800 Mio. $)
Alpen- und Donauraum
Münsterländer Schneechaos Schneefall, insb. Schneebruch 26. Nov. 2005 keine 100 Mio. € (am Stromnetz) Münsterland Strommasten knickten ab, einige Ortschaften waren tagelang ohne elektrische Versorgung. Auf verschiedenen Autobahnen und weiteren Straßen kam der Verkehr zum Erliegen. Hunderte Autofahrer verharrten stundenlang im Schneesturm in ihren Autos.
Schneekatastrophe in Zentraleuropa 2006[14] Schneefall  7.–13. Feb. 2006 k. A. 713 Mio. € (Gesamtschaden) Zentraleuropa (Österreich, Tschechien, Deutschland, Polen) zahlreiche Häuser eingestürzt
Elbhochwasser 2006 Hochwasser  Mär. 2006 mehrere k. A. Elbe am Mittellauf dem Hochwasser von 2002 vergleichbar, aber länger dauernd
Donauhochwasser 2006 Hochwasser  Apr. 2006 k. A. k. A. Donau in Rumänien schwerer als 1970
Orkan Kyrill Sturm 18. Jan. 2007 47 um die 10 Mrd. $ (volkswirtsch.) Nordwest- bis Osteuropa stärkster Sturm seit Lothar 1999
Hochwasser in Großbritannien 2007[15][16] Hochwasser Juni/Juli 2007 13 um die 2 Mrd. £ (volkswirtsch.) Großbritannien nassester Frühsommer seit Beginn der Aufzeichnungen 1776, Überflutungen wohl stärker als 1947
Hochwasser in der Schweiz 2007 Hochwasser  8./9. August 2007 keine k. A. Schweiz (Schweizer Mittelland, Romandie, Nordwestschweiz) viertes Jahrhunderthochwasser in der Schweiz seit 1999, übertraf teilweise 2005
Sturmtief Paula Sturm 26./27. Jan. 2008 keine direkt,
2 Forstarbeiter
280 Mio. € (80 Mio. € Vers.), insb. Forstschäden Deutschland, Österreich in Südostösterreich 20– bis 30-jährlich, sonst wenig selten; mit Emma über 8 Mill. EFm, größter Schaden seit ’45, übertraf lokal Vivian/Wiebke 1990
Orkan Emma Sturm 29. Febr. bis 2. März 2008 14 um die 1 Mrd. € Versicherungsschaden Mitteleuropa schwerster Sturm seit Kyrill 2007
Orkan Klaus Sturm 24. Jan. 2009 32 mehrere 100 Mio. € Südwesteuropa (Frankreich, Spanien, Italien, Algerien) seltenes Ereignis eines von der Biskaya südostziehenden Orkans
Hochwasser in Mitteleuropa 2009 Hochwasser 23. Juni 2009 14 > 300 Mio. € gesamt Nordalpen, Donau- und Moldauraum, Karpaten örtlich dem Alpenhochwasser 2005 vergleichbar, lokal 100-jährlich
Tief Vincent[17] Kältewelle mit Schneefall 19.–23. Dez. 2009 k. A. > 1 Mrd. € Gesamtschaden Westeuropa (Frankreich, Deutschland, Großbritannien) Eurostarzüge blieben im Kanaltunnel stecken
Sturmtief Daisy Kältewelle, Schneefall mit Verwehungen  5.–11. Jan. 2010 >100 Kältetote (England) 1,245 Mrd. € Gesamtschaden West- und nördl. Mitteleuropa Schneefälle in Nordspanien (im März dann Mittelmeertief Andrea), Kältewelle in Großbritannien (im Nov./Dez. dann Kältewelle auf den Britischen Inseln 2010), Verwehungen in Norddeutschland
Orkan Xynthia Sturm mit Sturmflut 26.–28. Feb. 2010 > 60 noch unbek., Milliardenhöhe geschätzt West- und nördl. Mitteleuropa lokal größter Schaden seit Lothar 1999 (Frankreich)
Mittelmeertief Andrea Sturm mit Schneefall  7.–10. März 2010 1 k. A. Mittelmeerraum schwere Schneefälle im ganzen nördlichen Mittelmeerraum, übertraf das Januarereignis in Spanien
Kältewelle auf den Britischen Inseln 2010 (The Big Freeze) Kältewelle mit Schneefall Nov.–Dez. 2010 ~10 1,9 Mrd. € (Gesamtschaden) Britische Inseln zwei Kälteereignisse, der kälteste Dezember seit Beginn der Aufzeichnungen 1910
Genuatief Rolf Sturm (Medicane) mit Starkregen 4.–8. Nov. 2011 11 noch unbek. Nordwestitalien, Südfrankreich schwere Überschwemmungen
Kältewelle 2012 (Russlandhochs Cooper, Dieter, Atlantik- und Italientiefs) Kältewelle mit Schnee und Sturm 20. Jan. 2012 bis Feb. 2012 bisher 600 noch unbek. Europa zahlreiche Erfrierungstote insbesondere in Osteuropa, Schneechaos im Adriaraum bis Nordafrika und am Balkan bis in das Kaukasusgebiet
Hochwasser in Mitteleuropa 2013 Hochwasser 30. Mai 2013 bis Juni 2013 Mindestens 21 noch unbek. Mitteleuropa als Jahrhunderthochwasser klassifiziert
Überschwemmungen in den Pyrenäen 2013 Hochwasser  Juni 2013 Mindestens 1 noch unbek. französische und spanische Pyrenäen
Orkan Christian Sturm 28. Okt. 2013 Mindestens 14 etwa 300 Mio. € Westeuropa, südliches Skandinavien Vereinigtes Königreich unbekannt
Hagelsturm von Reutlingen Hagel 28. Juli 2013 k. A. 3,6 Mrd. € (Gesamtschaden) Zollernalb, Tübingen, Reutlingen, Göppingen und Esslingen sowie den Ostalbkreis Das Unwetter verursachte mit einem Gesamtschaden von 3,6 Mrd. Euro den bis dahin größten Hagelschaden für die deutsche Versicherungswirtschaft
Orkan Xaver Sturmflut 5.–6. Dez. 2013 Mindestens 15 noch unbek. Westeuropa, südliches Skandinavien Vereinigtes Königreich Polen sechstschwerste gemessene Sturmflut an der deutschen Nordseeküste, zweithöchste Sturmflut in Hamburg seit 1825
Ela (Tiefdruckgebiet) Sturm,
Unwetter
09. Juni 2014 6 650 Mio. € Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen (Deutschland) Gewitter mit Orkanböen bis zu 144 km/h, Starkregen und Hagel, stellenweise größere Schäden als durch Orkan Kyrill 2007
Föhnsturm und Starkregen im Alpenraum im November 2014 Hochwasser  Nov. 2014 mindestens 9 noch unbekannt Norditalien, Alpenraum, Slowenien Föhnsturm im Alpenraum (187 km/h auf Titlis, Kanto Uri), teilweise regnet es innerhalb weniger Tage das Doppelte des sonst im ganzen Monat November Üblichen, Sturzfluten und Murenabgänge in Südfrankreich und Norditalien, Überschwemmungen in Slowenien, mind. sechs Tornados
Orkan Niklas Sturm 31. Mär. 2015 11 mindestens 750 Mio € Mitteleuropa Deutschland In Deutschland mindestens 750 Mio Euro Versicherungsschaden, bis 192 km/h (Zugspitze), Eisenbahnverkehr in Deutschland weitestgehend eingestellt
Hitzewellen in Europa 2015 Hitzewelle mit Unwettern Jun.–Sep. 2015 noch unbekannt noch unbekannt Nordafrika Südeuropa Mitteleuropa Osteuropa Temperaturen in Südeuropa bis über 46 °C, neuer Höchstwert in Deutschland mit 40,3 °C, zwischendurch Kaltfronten mit schweren Unwettern und Tornados, Ernteausfälle durch Trockenheit
Unwetter in Europa im Frühjahr 2016 Unwetter Mai-Jun. 2016 20 noch unbekannt Deutschland

Mitteleuropa

Unwetterserie mit Starkregen, Blitzeinschlägen, Überschwemmungen, Sturzfluten, Schlammlawinen, Windböen, Hagel und Tornados.
Tief Axel 2017[18][19] Sturmflut Nacht 4. auf 5. Januar 2017 noch unbekannt noch unbekannt Mitteleuropa Ostseeküste laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie schwerste Sturmflut seit 2006; bei Koserow und Zempin Steiluferabbrüche an der Kliffküste;
Mittelwasser in Lübeck 1,79 m über Normal
Tief Rasmund 2017 Heftiger und andauernder Starkregen 29./30. Juni 2017 noch unbekannt noch unbekannt Brandenburg (Deutschland), insbesondere Berlin Höchste Regenmenge: Oranienburg 269 mm innerhalb 36 Stunden, Verbreitet schwere Überschwemmungen auf den Straßen und vollgelaufene Keller. Laut DWD eine der heftigsten Starkregenereignisse jemals in Mitteleuropa
K–R StarkwindeS ab 1900 keine Todesopfer < 1 Mrd. € A < 100
S–Z Sonstiges ab 2000 unbek. / k. A. Sonstiges / unbek. / k. A. unbek. / k. A.
S Nach der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft verteilen sich die Sturmschäden (1980 bis 2006) folgendermaßen: Winterstürme: 56 %, Unwetter, Tornado und lokale Stürme: 24 %, Hagelschäden: 20 %.[20]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Meteorologie Europas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,739422,00.html
  2. Michael McCormick, Paul Edward Dutton und Paul A. Mayewski: Volcanoes and the Climate Forcing of Carolingian Europe, a.d. 750–950. In: Speculum. Band 82, 2007, doi:10.1017/S0038713400011325.
  3. Ulf Büntgen u. a.: Multi-proxy dating of Iceland’s major pre-settlement Katla eruption to 822–823 CE. In: Geology. 2017, doi:10.1130/G39269.1.
  4. http://www.luise-berlin.de/bms/bmstxt00/0009gesd.htm
  5. Benennung ist zeitgenössisch: „Und dieser Winter wird noch heutiges Tages secundum excellentiam der kalte Winter genennet.“ (Johann Adolph Stock: Kleine Franckfurter Chronik. Frankfurt/M., 1719. S. 64)
  6. Der extreme Winter 1709, wetterzentrale.de; Der Winter, in dem halb Europa erfror, (Memento vom 22. Februar 2009 im Internet Archive) tagesanzeiger.ch.
  7. vergl. nn:Den galne måndagen, norw. Wikipedia
  8. vergl. Night of the Big Wind, engl. Wikipedia
  9. Historische Hintergründe zum Hungerwinter 1946/47 Teil 1 auf Das Erste.de
  10. a b c Katastrophenopfer ohne Bergunfälle (ca. 80–100/Jahr Durchschnitt)
  11. Weather of December 1981: Snowiest of 20th century, January 1982: Record cold and snow, beide Philip Eden, WeatherOnline; Wiltshire wild weather: the long winter of 1982, BBC; It’s not that cold. It’s just winter, msn.news.
  12. Gerhard Koslowski: Der Eiswinter 1986/87 im deutschen Küstengebiet zwischen Ems und Trave. In: Deutsche Hydrographische Zeitschrift 40. Jahrgang 1987 Heft 3 (pdf, baltic.vtt.fi)
  13. a b Werner Bätzing: Der Lawinenwinter 1999 in den Alpen, S. 1.
  14. Schneemassen im Nordstau vom 07. bis 11. Februar 2006, unwetterstatistik.at (pdf; 630 kB)
  15. Key points: Pitt report on floods. In: BBC News, 25. Juni 2008. Abgerufen am 18. Oktober 2008. 
  16. vergl. 2007 United Kingdom floods, engl. Wikipedia
  17. en:Winter of 2009–2010 in Europe #December 2009; Tief „Vincent“: Die Kälte geht, der Schnee bleibt, ntv.de; Kälteschock: Chaos auf Deutschlands Straßen, Spiegel online; Sibirische Kälte am 4. Advent 2009 (Spezial), huertgenwaldwetter.de.
  18. Nach stärkster Sturmflut seit 2006 sinken Pegelstände, deutschlandfunk.de, 5. Januar 2017
  19. Sturmflut 2017 hinterlässt Schäden an der Ostseeküste, Übersicht im Bereich der Ostsee, auf: shz.de, 5. Januar 2017
  20. Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft, zit. n. Verteilung der durch Unwetter verursachten Schäden nach Wetterereignis (1980 bis 2006). Statista, abgerufen am 23. März 2008.