Littenweiler

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Wappen Freiburg
Wappen
Littenweiler
Freiburg im Breisgau
Stadtkreis Freiburg im Breisgau (FR)
Baden-Württemberg, Deutschland
Lage im Freiburger Stadtgebiet
Basisdaten
Stadtteil von Freiburg
Stadtteilnummer: 32 (Bezirk: 320)
eingemeindet seit: 1914
Geografische Lage: 47° 58′ 46″ N, 7° 53′ 48″ OKoordinaten: 47° 58′ 46″ N, 7° 53′ 48″ O
Höhe: 318 m ü. NN
Fläche: 4,12 km²
Einwohner: 7.781 (31. Dezember 2013)
Bevölkerungsdichte: 1773 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79117
Vorwahl: 0761

Littenweiler ist ein im südöstlichen Stadtgebiet gelegener Stadtteil Freiburgs an der Dreisam im Dreisamtal. Das Empfangsgebäude des Haltepunkts Freiburg-Littenweiler liegt 318 m über dem Meeresspiegel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haus von 1817 am Dorfplatz, von 1846 bis 1913 Rathaus

Das Dorf Littenweiler wird erstmals im 11. Jahrhundert als „Lutenwile“ in einer Urkunde des Klosters Einsiedeln erwähnt. Es war ein Bauerndorf östlich der Stadt Freiburg, am Rand des Schwarzwalds dort, wo sich das Dreisamtal nach Osten zum Zartener Becken hin öffnet. Dass hier auch Bergleute gelebt haben müssen, die wie die Bewohner des benachbarten Dorfes Kappel in den Stollen des Schauinslands (auch Erzkasten genannt) gearbeitet haben, kann man aus der Tatsache schließen, dass die Kirche der Heiligen Barbara, der Patronin der Bergleute, geweiht ist. Nach wechselnden Besitzverhältnissen wurde das Dorf 1560 geteilt und umfasste zwei Ortsteile: ein Teil gehörte den Herren von Sickingen und der andere Teil der Deutschordens-Kommende Freiburg. Im Jahr 1614 schlossen diese Ortsherren einen Vertrag, der die gegenseitigen Interessen, z. B. Gerichtsbarkeit und Steuern regelte.

Am Charakter des Bauerndorfes vor den Toren der Stadt hatte sich trotz der Eingemeindung nach Freiburg im Jahre 1914 bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts nichts Wesentliches geändert, auch wenn die moderne Welt 1887 mit der Höllentalbahn und einem Bahnhof sowie mit der Straßenbahn 1925 Einzug gehalten hatte. Der starke Bevölkerungszuwachs von Freiburg schlug sich ab Mitte der 1950er Jahre auch in der Entwicklung dieses Stadtteils nieder (1950: 2.132 Einw., 1961: 4.735 Einw., 1970: 6.826 Einw.): große Baugebiete wurden erschlossen, eine neue Pfarrkirche wurde gebaut (die alte Kirche wurde zum Bürgersaal), ebenso die evangelische Auferstehungskirche, die Pädagogische Hochschule wurde auf den Feldern zwischen der Bahnlinie und dem alten Ortskern errichtet. Das beschauliche Dorf mit einigen Villen an den Berghängen wurde zu einem großen städtischen Wohnquartier vorwiegend bürgerlicher Bevölkerung, das mit den Nachbarstadtteilen Waldsee, Ebnet und Kappel zusammengewachsen ist.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Littenweiler.png

Das Ortswappen zeigt ein weißes Tatzenkreuz auf rotem Grund. In den vier dadurch gebildeten Feldern befindet sich je eine silberne Kugel. Dies ist eine Kombination aus den Wappen der beiden langjährigen Ortsherren, des Deutschen Ordens (Kreuz) und der Grafen von Sickingen (Silberkugeln).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Höllentalbahn bindet Littenweiler im Halbstundentakt an.

Verkehrstechnisch ist der Stadtteil außerordentlich gut angebunden. Durch die B 31 Ost, die größtenteils in einem Tunnel unter Littenweiler hindurch führt, wurde die Verkehrsbelastung reduziert und gleichzeitig mit der Ausfahrt am östlichen Stadtrand eine schnelle Anbindung an die Innenstadt und in den Schwarzwald ermöglicht. Hauptsächliche Verbindung zur Innenstadt ist die Hansjakobstraße, auf der auch die Stadtbahn verkehrt. Außerdem fährt die Höllentalbahn im Halbstundentakt den Haltepunkt Freiburg-Littenweiler an, die vom Hauptbahnhof kommend im weiteren Verlauf das gesamte Höllental bis Titisee-Neustadt durchquert und das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel für Berufspendler, Urlauber und Wintersportler in der Region darstellt. Auch durch die Endhaltestelle der Linie 1 der Freiburger Straßenbahn, der am stärksten frequentierten Linie der Freiburger Verkehrs AG, ist Littenweiler mit dem Netz des öffentlichen Nahverkehrs verbunden. Vom Endpunkt der Straßenbahn verkehren Buslinien in die Stadtteile Ebnet und Kappel.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonders mit dem neu errichteten Einkaufszentrum „ZO“ (Zentrum Oberwiehre) ergeben sich für die Bürger Littenweilers zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten. Zwar liegt es außerhalb Littenweilers, im nahe gelegenen Stadtteil Oberwiehre, ist aber über die Hansjakobstraße und mit der Straßenbahnlinie 1 sehr gut erreichbar. In Littenweiler selbst befinden sich vergleichsweise wenige Geschäfte, lediglich im Bereich der Straßenbahn-Endhaltestelle „Lassbergstraße“ an der Grenze zum Nachbarstadtteil Waldsee findet sich ein kleines Zentrum. Die eigentliche Ortsmitte rund um die ehemalige Kirche, heute Bürgersaal, das ehemalige Rathaus und das Schulhaus der Reinhold-Schneider-Schule ist heute weitgehend vom Durchgangsverkehr befreit.

Im Stadtteil gibt es die katholische St.-Barbara-Kirche, ein Neubau aus den 1960er Jahren, neben der alten Kirche im Ortskern gelegen, die heute als Bürgersaal genutzt wird, und die evangelische Auferstehungskirche, ein moderner Betonbau mit charakteristischem Zweischeiben-Glocken-„Turm“.

Am südlichen Rand des Stadtteils liegt der „Waldhof“, eine unabhängige Einrichtung der freien Erwachsenen- und Weiterbildung. Das Altenpflegeheim St. Antonius in Freiburg-Littenweiler im „Stahlbad“ Freiburg wird von den Gengenbacher Franziskanerinnen betreut. Es ist eine stationäre Pflegeeinrichtung in einem ehemaligen Kur- und Badehaus, das am Austritt einer mineralischen Heilquelle um 1844 errichtet worden war.

Ein eigener kleiner, heute nur noch selten genutzter Ortsfriedhof weist auf die Geschichte des Stadtteils als einst selbständiges Dorf hin. In den 1960er Jahren wurde auf einem Gelände südlich der Höllentalbahn im Südwesten des Stadtteils der neue Bergäcker-Friedhof angelegt, der für Bestattungen aus der ganzen Stadt zur Verfügung steht. 2007 wurde ein Teil davon als Tierfriedhof abgeteilt.

1870 als zweite Schule in Littenweiler erbaut und bis 1925 als Schule, dann als Postamt genutzt
Die Reinhold-Schneider-Schule

In Littenweiler befindet sich auch einer der drei Freiburger Recyclinghöfe, wo Bürger Abfälle unterschiedlichster Art entsorgen können.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Pädagogische Hochschule Freiburg, 1962 aus den Lehrerbildungsakademien I und II entstanden, bildet Lehrer an Grund-, Haupt- und Realschulen aus und bietet auch einen Studiengang für Diplompädagogen an. Aus bescheidenen Anfängen an der Lindenmattenstraße ist ein beachtlicher Campus entstanden.
  • Der „Waldhof“ ist eine 1950 gegründete freie Einrichtung der Erwachsenenbildung. Ihr Bildungsangebot umfasst Blockseminare und Vorträge zu Themen aus Geistes- und Naturwissenschaft, Kunst, Landes- und Völkerkunde, Religion und Philosophie sowie musische und kreative Kurse.
  • Die Reinhold-Schneider-Schule (Grund- und Hauptschule) musste in den 1960er Jahren aufgrund des starken Bevölkerungszuwachses erheblich erweitert werden. Sie ist nach dem Schriftsteller Reinhold Schneider benannt, der lange Jahre in Freiburg gelebt hatte.
  • Das von der Erzdiözese Freiburg getragene Sprachenkolleg für studierende Ausländer ermöglicht Studenten aus anderen Sprachräumen das Erlernen der deutschen Sprache.
  • Zwei große Studentenheime, die Thomas-Morus-Burse und das Alban-Stolz-Haus, unterstreichen die Verbundenheit des Stadtteils mit den Hochschulen der Stadt.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Nachbarstadtteil Waldsee befinden sich an der Schwarzwaldstraße eine Reihe größerer Sportanlagen der Stadt Freiburg (von Ost nach West), die auch für Littenweiler von Bedeutung sind:

  • Strandbad – Freiburgs größtes Freibad mit 91 m langer Rutschbahn, direkt neben dem Schwarzwald-Stadion gelegen
  • Schwarzwald-Stadion (ehemals Dreisamstadion) – Fußballstadion des Sportclub (SC) Freiburg; in einiger Entfernung auch das Möslestadion (für SC-Amateure) mit Fußballschule
  • PTSV (Post-Turn- und Sportverein) Jahn – Sportanlagen eines Breitensportvereins
  • FT (Freiburger Turnerschaft) 1844 Freiburg – der größte südbadische Sportverein betreibt Sportanlagen inkl. Hallenschwimmbad, Halle für Rollkunstlauf, Tennisplätze usw. sowie Sportkindergärten und eine Sportgrundschule
  • Freiburger Tennisclub
  • Sportanlagen der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. die auch von den Studenten der Pädagogischen Hochschule genutzt werden

Aufnahme in die Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das noch ländlich geprägte Littenweiler ist Schauplatz der autobiografischen Erzählung Der Brand von Christoph Meckel. Er schildert darin unter anderem die Feuersbrunst nach der Bombardierung Freiburgs am 27. November 1944, die er vom Eichberg aus beobachtete.[1]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albert Benitz (1904–1979), Kameramann, ist in Littenweiler geboren.
  • Klaus Schüle (* 1963), Landtagsabgeordneter (CDU), lebt in Littenweiler.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christoph Meckel: Der Brand, in: Atlas. Deutsche Autoren über ihren Ort, Verlag Klaus Wagenbach Berlin 2004 ISBN 3-8031-3188-X (Erstausgabe 1965) S. 245

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Littenweiler (Freiburg im Breisgau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien