Little Simz

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Little Simz bei einem Auftritt, 2016
Little Simz bei einem Auftritt, 2016
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[1]
Grey Area
  UK 87 14.03.2019 (1 Wo.)

Little Simz, eigentlich Simbiatu Ajikawo (* 23. Februar 1994 in Islington, London; voller Name Simbiatu Abisola Abiola Ajikawo)[2], ist eine britische Rapperin, Sängerin, Produzentin und Schauspielerin.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Little Simz leitet sich von Ajikawos Vornamen ab. Bis 2013 firmierte sie unter dem Namen Lil Simz. Als Produzentin nennt sie sich zuweilen She, ebenso in den sozialen Netzwerken, wo sie auch als Simztheperson erscheint. Des Weiteren benutzt sie das Pseudonym Bars Simzson. In den Medien wird ihr Name meist mit Simbi Ajikawo angegeben. Simbi wird sie auch im Alltag genannt und so nennt sie sich selbst in ihren Veröffentlichungen.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schauspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste größere Bekanntheit erlangte Ajikawo als Schauspielerin, als sie 2010 die Rolle der Vicky in der BBC-Serie Spirit Warriors spielte. 2013 spielte sie in fünf Folgen der Serie Youngers des britischen TV-Senders E4.[3] Nach dieser Produktion stellte sie ihre Tätigkeit als Schauspielerin ein, um sich ganz ihrer Musikkarriere widmen zu können.[4]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Little Simz bezeichnet ihre Musik selbst als Rap Experimental.[5] Ihre Musik ist fest im Hip-Hop Subgenre Grime verwurzelt, zeichnet sich aber durch eine Offenheit gegenüber Einflüssen verschiedenster Musikstile und -genres aus. Elemente aus Rock, Jazz und sogar Klassik verleihen ihren Produktionen eine Genre-untypische, musikalische Vielschichtigkeit.[6][7]

Zusammen mit Josh Arcé, Chuck 20 und Tilla bildet Simz das Musikerkollektiv Space Age. Regelmäßig erscheinen die Künstler als Gastmusiker auf den Veröffentlichungen der anderen, sie veröffentlichen aber auch als Gruppe.[8]

Live tritt Little Simz sowohl mit DJs als auch mit Livebands auf. Bei einigen Songs spielt sie live selbst Gitarre.

Ajikawo begann schon im Kindesalter, zu rappen und zu musizieren. Bereits mit 11 Jahren trat sie zum ersten Mal in einem Jugendzentrum live auf.[9] Als ihre frühen, prägenden Einflüsse nennt sie Missy Elliott und Lauryn Hill.[10]

2010 veröffentlichte sie ihr erstes Mixtape Stratosphere. Der Radiomoderator DJ Semtex spielte den Titelsong wiederholt auf BBC 1Xtra, wodurch sie in der Hip-Hop-Szene bekannt wurde.[11] Einen weiteren Schub erhielt ihre Popularität 2013, als Jay Z ihr Mixtape Blank Canvas auf seiner Webpage Jay Z´s Live and Times veröffentlichte.[12]

Um ihre volle künstlerische Integrität und Freiheit zu wahren, gründete Simz 2014 ihr eigenes Label Age 101 Music.Limited.[13] Vertrieben werden die Veröffentlichungen seit 2015 über Red Bull Music.[14]

2015 bestritt Little Simz die Age 101: Drop the World Tour, ihre erste Welttournee (Europa, Nordamerika, Australien) als Headliner.[15] 2015 veröffentlichte Little Simz ihr Debütalbum A Curious Tale Of Trials + Persons. Das Videoportal Vevo veröffentlichte eine knapp 15-minütige Videodokumentation über die Entstehung des Albums.[16] Parallel zur Veröffentlichung des Albums fand in London unter dem Titel Visualised: 10 Emerging Artists Respond To Music by Little Simz eine Ausstellung statt, auf der die Werke von 10 Künstlern präsentiert wurden, welche die Stücke von A Curious Tale Of Trials + Persons interpretiert und bildlich umgesetzt hatten.[17] In der Folge absolvierte Little Simz eine weitere Welttournee als Headliner.

Ende 2016 veröffentlichte Simz ihr Multimedia-Projekt Stillness in Wonderland. Neben einem gleichnamigen Album erschien Stillness in Wonderland – The Film, ein Kurzfilm bei dem Jeremy Cole Regie führte, sowie die auf vier Teile angelegte Comic-Miniserie Welcome to Wonderland (Autor: Eddie Smith, Zeichner Mckay Felt). Zur Veröffentlichung fand in London eine The Stillness in Wonderland Experience genannte Live-Veranstaltung statt. Neben einer Ausstellung mit Werken des Künstlers Mckay Felt traten auf zwei Bühnen Little Simz mit Band und zahlreiche Gastmusiker wie Mick Jenkins, Tiffany Gouché und das Jazz-Ensemble Nérija auf.[18]

Im Rahmen der Welcome to Wonderland Tour bestritt Simz Anfang 2017 ein weiteres Mal zahlreiche Konzerte in Europa, Nordamerika und Australien. Im Februar des Jahres nahm sie mit Musikern der Band Phony Ppl eine Session für die beliebte Serie NPR Tiny Desk Concerts auf.[19]

Biografisches und Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ajikawo kam als Tochter nigerianischer Einwanderer zur Welt.[4] Sie wuchs in ihrem Geburtsort Islington auf, die Familie wohnte in einem Haus, in dem Flüchtlinge vom Sozialamt untergebracht wurden.[20] Sie besuchte die Highbury Fields School in Highbury und war regelmäßige Besucherin des St. Mary’s Youth Club in Islington, wo ihr kreatives Talent gefördert wurde.[11] In der Folge studierte sie Music Technology am Westminster Kingsway College in London.[21]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2015: A Curious Tale Of Trials + Persons (Age 101 Music)
  • 2016: Stillness In Wonderland (Age 101 Music)
  • 2017: Stillness In Wonderland Deluxe Edition (Age 101 Music); enthält 8 zuvor unveröffentlichte Bonus-Stücke.
  • 2019: Grey Area

Mixtapes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2010: Stratosphere (als Lil Simz) (Selbstverlag)
  • 2011: Stratosphere 2 (als Lil Simz) (Selbstverlag)
  • 2013: Blank Canvas (Selbstverlag)
  • 2013: XY.Zed (Selbstverlag)
  • 2014: E.D.G.E (Age 101 Music)[a 1]

EPs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2014: Age 101: Drop 1 (Age 101 Music)
  • 2014: Age 101: Drop 2 (Age 101 Music)
  • 2014: Age 101: Drop 3|000 (Age 101 Music)
  • 2014: Time Capsule (Little Simz & Jakwob) (Boom Ting Recordings)
  • 2015: Age 101: Drop 4 (Age 101 Music)
  • 2015: The Theory Of… (mit Space Age) (Age 101 Music)
  • 2015: Age 101: Drop X (Age 101 Music)

Singles / Veröffentlichte Einzelstücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2015: Dead Body Part 2&3 (feat. Kano and Stormzy) (Age 101 Music)
  • 2015: Don´t Forget (Age 101 Music)
  • 2016: Poison Ivy (Age 101 Music)
  • 2017: Backseat (Selbstverlag)
  • 2017: Customz (feat. Bibi Bourelly) (Selbstverlag)
  • 2017: Good for What (Age 101 Music)
  • 2017: Boss (Age 101 Music)
  • 2018: Morning (Age 101 Music)
  • 2018: Offence (Age 101 Music)
  • 2018: 101 FM (Age 101 Music)

Kompilationsalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2015: Age 101: Drop Everything (Age 101 Music)[a 2]

Samplerbeiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2018: Project Unfollow (Vinyl Me Please)

Veröffentlichte Stücke als Gastmusikerin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2014: Cuckoo (Raleigh Ritchie feat. Little Simz) (Sony Music)
  • 2014: The Drop (Nick Brewer feat. Little Simz) (Nick Brewer Selbstverlag)
  • 2015: Bad Dreams (Joywave feat. Little Simz and Mick Jenkins) (Universal Music)
  • 2015: Catapult (Lena feat. Little Simz and Kat Vinter) (We Love Music)
  • 2015: FFFS (MeLo-X feat. Little Simz) (Galax Recordings)
  • 2015: The Nest (Faze Miyake feat. Little Simz) (Rinse)
  • 2015: The Rhythm Remix (MNEK feat. Little Simz) (Universal Music)
  • 2015: Sleep Paralysis (Junia T. feat. Little Simz and Emerson Brooks) (Junia T. Selbstverlag)
  • 2016: Back To My Love (Becky Hill feat. Little Simz) (Eko Records)
  • 2016: Far Cry (Jack Garratt feat. Little Simz) (Island Records)
  • 2016: Indie Girls (Jesse Boykins III feat. Little Simz and Kilo Kish) (Jesse Boykins III Selbstverlag)
  • 2016: So Human (Rosie Lowe feat. Little Simz) (Wolf Tone)
  • 2016: Table (Kehlani feat. Little Simz) (Kehlani Selbstverlag)
  • 2017: Garage Palace (Gorillaz feat. Little Simz) (Parlophone/Warner)
  • 2017: Location (Khalid feat. Little Simz) (Sony/RCA)
  • 2017: The Book (OTG feat. Little Simz) (OTG Selbstverlag)
  • 2018: Proud of Me (Mahalia feat. Little Simz) (Atlantic Records)

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2010: Spirit Warriors (TV Serie, 10 Folgen)
  • 2012: Ill Manors (Regie: Ben Drew)
  • 2013: Youngers (TV Serie, 5 Folgen)
  • 2017: Stillness in Wonderland – The Film (Regie: Jeremy Cole)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

The 405 Alternative Mercury Prize

  • 2015 Best Album (A Curious Tale Of Trials + Persons)[22]

AIM Independent Music Awards

  • 2016 Independent Album of the Year (A Curious Tale Of Trials + Persons)[23]

Dice Live Award

  • 2015 Best Emerging Live Act[24]

Worldwide Awards

  • 2015 Breakthrough Act of the Year[25]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sowohl Discogs als auch MusicBrainz listen E.D.G.E. als Album. In den Medien wird die Veröffentlichung oft als EP kategorisiert. Da E.D.G.E. von Beginn an als Gratis-Download veröffentlicht wurde, und die Songanzahl mit 13 Stücken den Umfang einer EP deutlich übersteigt, scheint eine Einordnung als Mixtape angebracht. Dafür spricht auch, dass Little Simz selbst A Curious Tale Of Trials + Persons von 2015 als ihr Debut-Album bezeichnet.
  2. Limitierte, nur auf Konzerten erhältliche CD.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Little Simz in den britischen Charts
  2. BMI Repertoire: AJIKAWO SIMBIATU ABISOLA ABIOLA Website der Broadcast Music Incorporated, abgerufen am 1. Mai 2018
  3. Little Simz. in der Internet Movie Database, abgerufen am 6. Juni 2017.
  4. a b Manu Ekanayake: Who is… Little Simz. Red Bull Music, 25. August 2015, abgerufen am 6. Juni 2017.
  5. Richard Dicks: Little Simz Is At The Top Of Her Class With Stillness In Wonderland. Medium, 28. Dezember 2016, abgerufen am 7. Juni 2017.
  6. Emma Jones: Little Simz kicks in the door with debut album. Howl & Echoes, 17. September 2015, abgerufen am 7. Juni 2017.
  7. Eleonora Premoli: Little Simz – Stillness in Wonderland Album Review. (Nicht mehr online verfügbar.) Soul Feeder, 30. Januar 2017, archiviert vom Original am 19. Juli 2017; abgerufen am 14. Juni 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/soulfeederweb.com
  8. Space Age. auf Discogs, abgerufen am 7. Juni 2017.
  9. Alexi Duggins: Little Simz: ‘I’m not a UK female MC, I’m an artist'. The Guardian, 7. September 2015, abgerufen am 6. Juni 2017.
  10. Ural Garrett: Profile: Little Simz. Soul Train, 7. Januar 2014, abgerufen am 7. Juni 2017.
  11. a b Paul Harper: Islington rapper Lil Simz destined for big things. Islington Gazette, 20. Juni 2012, abgerufen am 6. Juni 2017.
  12. Life + Times Premiere: Little Simz "Black Canvas" Mixtape. auf Jay Z´s Life and Times, 26. September 2013, abgerufen am 7. Juni 2017.
  13. Simbiatu Ajikawo. Eintrag im britischen Handelsregister, abgerufen am 7. Juni 2017.
  14. New Signing – Little Simz. Red Bull Music Publishing, abgerufen am 7. Juni 2017.
  15. Little Simz – ‘Is This Freedom? Musick LA, 30. März 2015, abgerufen am 7. Juni 2017.
  16. A Curious Tale Of Trials And Persons – The True Story. auf Vevo, abgerufen am 7. Juni 2017.
  17. Louis Pattison: Visit Red Bull Studios’ Little Simz exhibition. Red Bull Music, 18. August 2015, abgerufen am 7. Juni 2017.
  18. Grant Brydon: Through The Rabbit Hole: Clash Meets Little Simz. Clash, 9. Februar 2017, abgerufen am 7. Juni 2017.
  19. Cameron Robert: Tiny Desk Little Simz. NPR Music, 21. Februar 2017, abgerufen am 7. Juni 2017.
  20. Stéphanie Binet: Little Simz, die zukünftige Rap-Queen. Arte Tracks, 25. Juni 2016, abgerufen am 7. Juni 2017.
  21. Double MOBO nominations. Meldung auf der Homepage des Westminster Kingsway College, 1. Oktober 2014, abgerufen am 6. Juni 2017.
  22. Samantha O'Connor: The 405's Alternative Mercury Prize awarded to Little Simz. The 405, 19. November 2015, abgerufen am 7. Juni 2017.
  23. Little Simz and Stormzy win big at AIM Awards. (Nicht mehr online verfügbar.) SBTV News, ehemals im Original; abgerufen am 7. Juni 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.sbtv.co.uk (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  24. Chris Cooke: Little Simz wins Dice Live Award. Complete Music Update, 20. November 2015, abgerufen am 7. Juni 2017.
  25. Gilles Peterson’s Worldwide Awards – Winners. (Nicht mehr online verfügbar.) Gilles Peterson Worldwide, 18. Januar 2015, archiviert vom Original am 4. Februar 2017; abgerufen am 7. Juni 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gillespetersonworldwide.com