Litze (Geflecht)

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Litze aufgeführt.
Litze als Doppellitze auf dem Kragenspiegel mit Litze als Einfassung des Kragens und des Schulterstückes an einer Bundeswehruniform

Unter einer Litze versteht man in der Textiltechnik ein zweidimensionales Geflecht.

Litzen finden heute kaum noch Verwendung, da sie erheblich teurer sind als gewobene Bänder. Eine Litze kann zur Verzierung und zum Einfassen und Besetzen von Kleidungsstücken, jedoch weniger zur Verstärkung eingesetzt werden.

Zusätzlich finden sie als Posamenten Verwendung.

Uniformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Litzen wurden besonders häufig bei Uniformen des 19. Jahrhunderts und Trachten als schmückendes und abgrenzendes Element verwendet.[1]

In der alten Armee waren Litzen ursprünglich eher nur den Gardeeinheiten vorbehalten. Zum 100. Geburtstag des alten Kaisers verlieh Kaiser Wilhelm II. am 22. März 1897 dem Grenadier-Regiment „König Wilhelm I.“ (2. Westpreußisches) Nr. 7 Litzen.[2] Bis 1918 wurden auch weitere Grenadier-Regimenter und andere Truppenteile mit Litzen ausgezeichnet.[3]

Kragenlitzen der alten Armee

Prinzipiell gab es drei Hauptformen von Litzen in der alten Armee bis zum Übergangsheer:[4]

  • Altpreußische Litzen (Litzen alter Art)
  • Einfache Litzen (Einfache Kapellenlitzen)
  • Doppellitzen (Doppelte Kapellenlitzen)
Kragenlitzen der Deutschen Armee von ca. 1910 bis ca. 1915

Erst um 1921 wurden zur Bildung des Übergangsheeres der Reichswehr die Doppellitzen üblich, die dann auch als doppelte Kolbenlitzen[5] bezeichnet wurden.

So werden auch heute die verschiedenen Truppengattungen im deutschen Heer durch kleine farbige Litzen, die auf die Schulterklappe gesteckt werden, kenntlich gemacht (zum Beispiel grün bei den Panzergrenadieren oder Jägern, dunkelblau beim Sanitätsdienst oder zitronengelb bei der Fernmeldetruppe), genaueres siehe unter Waffenfarben.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Braids – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Pietsch: Die Formations- und Uniformierungs-Geschichte des preußischen Heeres 1808-1914. 2 Bände. Verlag H. G. Schulz, 1963.
  • Jürgen Kraus: Die feldgraue Uniformierung des deutschen Heeres 1907–1918. 2 Bände. Biblio-Verlag, Osnabrück 1999, ISBN 3-7648-2533-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bund Deutscher Pioniere: Symbole der Pioniertruppe
  2. Kriegsministerium (Hrsg.): Königlich Preussisches Armee-Verordnungs-Blatt. E.S. Mittler & Sohn, Berlin 22. März 1897, 31. Jahrgang, Extra-Ausgabe, S. 7.
  3. Paul Pietsch: Die Formations- und Uniformierungs-Geschichte des preußischen Heeres 1808-1914, Band 1 - Fußtruppen, Verlag H. G. Schulz, 1963, S. 28–29.
  4. Jürgen Kraus: Die feldgraue Uniformierung des deutschen Heeres 1907–1918. Band 1. Biblio-Verlag, Osnabrück 1999, ISBN 3-7648-2533-2, S. 152–154.
  5. Adolf Schlicht, Jürgen Kraus: Die deutsche Reichswehr: die Uniformierung und Ausrüstung des deutschen Reichsheeres von 1919 bis 1932, Militaria Verlag, 2005, S. 88.
  6. Vgl. auch ein Beispiel für die NVA